Kreative Artikel zum Thema Nähen

Ein Hütchen für die Altweiberfastnacht

Unser Dorf  ist eine Faschingshochburg. Genau drei Wochen vor dem Faschingswochenende gerät es außer Rand und Band. Dann findet die erste Prunksitzung statt und das bestgehütetste Geheimnis wird gelüftet: Wer ist in diesem Jahr das Prinzenpaar? Nachdem die Veranstaltung vom Sitzungspräsidenten und dem Elferrat eröffnet ist, marschiert das Prinzenpaar mit seinem Hofstaat und den Pagen ein. Bis dahin wissen nur zwei Personen des Carnevalsvereins (und Prinz und Prinzessin natürlich) welche Tollitäten das Zepter in der närrischen Zeit in der Hand haben. Nicht einmal die eigenen Kinder wissen Bescheid und werden erst am Abend mit der Tatsache konfrontiert, dass es in den nächsten drei Wochen zuhause etwas anders zugeht als gewöhnlich. Ich weiß das deshalb so genau, weil wir auch schon die Ehre hatten, uns Prinzenpaar nennen zu dürfen. Da unsere Töchter damals als Trainerinnen im Carnevalsverein fungierten und dadurch das Haus früher verlassen mussten als wir, konnten wir das Geheimnis bis fünf Minuten vor dem Einmarsch in die Halle bewahren. Das ist nun schon wieder fünf Jahre her und jetzt bleibt mir (unter anderem) nur noch übrig, mich unter die alten Weiber zu mischen und ab 11 Uhr mit der Gruppe von Haus zu Haus zu ziehen. Dafür benötigt es jedoch das richtige Outfit: alte Klamotte, langer Mantel und natürlich ein Hut.

Dafür entwarf ich in der BERNINA Sticksoftware V 6 eine “doppelte Vase”  im Lacemusterstil (wie im Beitrag von Susanne Menne beschrieben) und noch ein kleines ” Blütenblatt”.

In den Stickrahmen spannte ich eine Lage auswaschbares Soluvlies, stickte die “doppelte Vase” und das “Blütenblatt” je fünf mal.

Bevor die erste Umrandung im Zickzackstich begann, reduzierte ich beim Blütenblatt die Stickgeschwindigkeit auf das Minimum und ließ einen dünnen Metalldraht am Rand mitlaufen.  So hatte ich die Gewährleistung, dass sich das Blütenblatt im Anschluss formen lässt.

Beim Auswaschen des wasserlöslichen Vlieses achtete ich darauf, dass man dieses zwar nicht mehr sieht, aber nicht gänzlich aus der Stickerei entfernt ist, damit ein stärkender Effekt des Gewebes erhalten bleibt.

In Untertassengröße schnitt ich aus Filz einen Kreis aus, an dessen Unterseite ein Filzriegel befestigt werden sollte, um  einen Haarreif durchzuschieben.

Als zusätzliches Accessoire schnitt ich drei Dreiecke aus Tüll, faltete diese an der unteren Kante zusammen, fixierte sie mit einem Geradstich und nähte sie schließlich mit einem  Geradstichkreuz auf dem Filzkreis fest.

Die “doppelten Vasen”  bog ich nun zur Hälfte und nähte sie an der offenen Seite jeweils links und rechts nahe den Ecken mit einem ganz eng eingestellten Zickzackstich (lediglich ein Riegel) auf dem Filzkreis fest.

In gleicher Weise verfuhr ich mit den Blütenblättern, die jeweils an der unteren Spitze mit einem Riegel festgenäht wurden.

Den Filzriegel an der Unterseite des Filzkreises befestigte ich von Hand mit Überwendlingsstichen.

In die Mitte klebte ich mit der Klebepistole noch ein paar schwarze Marabufedern (meine Boa musste hierfür Federn lassen), bog die Blütenblätter ein bisschen in Form, schob den Haarreif durch seinen Tunnel und – ferdisch- wie man bei uns sagt.

Hütchen auf – und los geht`s!

Herzliche Grüße

Euere Christine G.

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