Kreative Artikel zum Thema Quilten

Prag 2

1338 erhielten die Bürger von Prag von König Johann von Luxemburg das Privileg zur Selbstverwaltung. Sie erwarben ein in den Altstädter Ring, den historischen Marktplatz, hinein ragendes Wohnhaus, das fortan als Rathaus dienend Schritt für Schritt zahlreiche Erweiterungen, An-, Um- und Ausbauten erfuhr. Der ca. 60 Meter hohe Eckturm, der 1364 fertiggestellt wurde, prunkt seit 1410 mit der Astronomischen Uhr, Orloj genannt – damals wie heute ein imposantes Meisterwerk.

Golden leuchten auch bei Nacht die Ziffern, Zeiger und Symbole auf der oberen der beiden Scheiben, dem astronomischen Zifferblatt, auch Sphäre genannt. Darauf lassen sich unter anderem die Uhrzeit, der Sonnenstand, die Mondphasen, die Stellung der Planeten usw. ablesen.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Marktplatzes begann man 1365 mit dem Bau der gotischen Teynkirche, deren ungleiche Türme rund hundert Jahre jünger sind und im architektonischen Ensemble des Altstädter Rings einen starken Akzent setzen.

Verlassen wir nun diese touristischen Höhepunkte der Stadt Prag, die wohl auch das Logo des Prague Patchwork Meetings (PPM) beeinflussten …

… und wenden uns wieder den Quilts zu. Durch den Haupteingang kommen die Besucher in die aus Prag 1 bereits bekannte Ausstellungshalle …

… vorne rechts die Galerie von Isabelle Wiessler (D) und links der BERNINA Stand …

… wo ich mal wieder sehr gerne mit Anka Zimova aus Bratislawa (SK) ins Gespräch kam.

Auch sie hatte sich am “Turkmenistan-Projekt” mit einer Unterwasser-Impression beteiligt:

Anka Zimova (SK): Unterwasser-Impression

Dem Turkmenistan-Projekt lag die Aufgabe zugrunde, aus von dort mitgebrachten, verschiedenen Stoffen ganz unterschiedlicher Qualitäten und Farben eine Auswahl zu treffen und diese dann zusammen mit eigenen Stoffen in Schwarz (uni) und eventuell weiteren Stoffen zu einem Quilt in vorgegebener Grösse zu verarbeiten. Thema und Techniken waren frei.

Die Idee stammte von Jana Sterbova, die sie mit den Quilterinnen vom Bohemia Patchwork Club und dem Art Quilt Club CZ umsetzte. Bilder von den ersten Ergebnissen wurden auch mir zugesandt – und, da ich die Stoffe unverarbeitet, sozusagen direkt aus Herrn Eibischs Einkaufstüte schon vorher gesehen hatte, war ich sehr angenehm davon überrascht, was die tschechischen Kolleginnen daraus gemacht hatten. So entwickelte sich die Idee weiter, das Projekt wachsen zu lassen und ich erhielt einen großen Briefumschlag mit den Resten zugeschickt. Das reichte nun nicht mehr für eine offizielle Ausschreibung, aber per Mundpropaganda konnte ich auch in Deutschland noch ein paar Interessentinnen zum Mitmachen gewinnen.

Der Art Quilt Club CZ stellt sich Jahr für Jahr einer neuen Herausforderung, bei der immer ein anderes Material im Blickpunkt steht, um eindrucksvolle Arbeiten beim PPM und anschliessend z.B. beim Festival of Quilts in Birmingham präsentieren zu können. Während sich letztes Jahr alles um Wolle drehte (vgl. dazu meinen Bericht), richtete sich 2013 der Fokus auf Seide.

Hier ein Überblick auf die Arbeiten, die auf Staffeleien ansprechend in Halle 2 präsentiert wurden:

Schlendern wir einfach mal durch und …

Jana Sterbova (CZ): Most

… und lassen den Blick schweifen. Manchmal ist es eine ganze Arbeit, wie z.B. die “Brücke” (oberes Foto), ein andermal ist vielleicht ein Detail der Eyecatcher, an dem man “hängen bleibt”.

Jana Lalova (CZ): Babylonska vez, Detail

Jana Sterbova (CZ): Reka, Detail

Jana Haklova (CZ): Hedvabne cesty

Romana Zbejvalova (CZ): Za uplnku, Detail

Jana Sterbova (CZ): Rakosi, Detail

Helena Syslova (CZ): Bombyx mori, Detail

Mirka Faberova (CZ): Zlaty zebrik

Schon auf der Übersichtsaufnahme entdeckt? Handgefilzte Kopfbedecken aus dem Atelier NaVlne.

Zum ersten Mal beim PPM: Ida Sandor, Modedesignerin aus der Slowakei präsentierte interessante Modelle mit dem gewissen Etwas, beispielsweise durch raffiniert integrierte Patchworkelemente. Und …

… es gab eine Modenschau zu Tangoklängen!

Ida Sandor, Fashion Designer, erntete sehr viel Applaus.

Während der Pause, in der die Models sich umkleideten, fanden zwei Preisverleihungen auf dem improvisierten Catwalk statt, hier angesagt von Jana Sterbova und übersetzt von Tochter Anna. Zum einen …

… kommen wir nochmals zurück auf das Turkmenistan-Projekt. Eine der drei freudig-überraschten Gewinnerinnen eines Coupons echter chinesischer Seide, überreicht von Herrn Eibisch, ist Jana Haklova (CZ) …

… mit ihrer Arbeit, die als zweite von links im Bild ist.

Jana Haklova (CZ): Projekt Turkmenistan. In der Detailaufnahme ist schön zu erkennen, wie eine Art Pannesamt ganz stimmig dreidimensional verarbeitet wurde.

Marcela Listikova (CZ): Vazky (Libellen)

Marcela Listikova (CZ): Vazky, Detail

Bei diesem Wettbewerb ging es um Embellishments, im Wesentlichen um den Einsatz von Perlen.

Im Foto unten: Galerie der Wettbewerbsarbeiten (rechts vorn), dahinter befindet sich eine Ecke der Aussenfläche der Ausstellung “Zeichen der Zeit”.

Mitglieder der Jury waren vor allem die Kursleiterinnen, aber auch Mr Mikhail Chtcheglov, BERNINA Sales Manager und ich …

… wurden dazu gebeten, unsere Stimmen abzugeben. Nicht ganz einfach! Aber erleichtert dadurch, dass mir Mikhail die Titel übersetzen konnte.

Irena Zemanova (CZ): Ortodonticka lecba

Irena Zemanova (CZ): Ortodonticka lecba, Detail


Romana Cerna (CZ): Raj (Paradies)

Dieser Wettbewerb, der direkte Nachbar neben “Zeichen derZeit” wurde, wie wir beobachten konnten, ebenfalls gerne und gut besucht.

Der zweite Tag des PPM geht mit einem weiteren Highlight zu Ende …

… eine Fahrt auf der Moldau am Abend mit Galadiner beschloss den Samstag.

Unter zahlreichen Brücken hindurch …

… fährt das Schiff ruhig auf dem Fluss dahin, während an beiden Ufern die illuminierten Sehenswürdigkeiten vorbei ziehen. So z.B. der Hradschin, die Prager Burg mit den Türmen des Veitsdoms, ganz oben im oberen Foto …

… oder hier noch ein Blick zurück.

Im abschliessenden dritten Teil werde ich weitere tolle Art Quilts vorstellen.

Fortsetzung folgt!

Zum ersten Teil des Berichts geht es hier: www.blog.bernina.com/de/2013/04/prag-1-2/

Zum dritten Teil des Berichts geht es hier: www.blog.bernina.com/de/2013/05/prag-3/

Fotos: © Dr. Wolfgang und Gudrun Heinz mit freundlicher Erlaubnis des Veranstalters

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