Kreative Artikel zum Thema Quilten

HST und Charmpacks?!

Die Quiltsprache ist durchsetzt von vielen Anglizismen, die wir – wenn wir mal wissen, was sie bedeuten – ganz selbstverständlich übernehmen. Als ich mit meinem Blog Quiltmanufaktur begann, musste ich feststellen, das ich trotz jahrelangem Beschäftigen mit Patchwork und Quilten mit der Sprache trotzdem noch nicht komplett vertraut war! Da kamen dann Fragen von Lesern, die mich anfänglich total ins Grübeln gebracht haben….. Mittlerweile werfe ich so selbstverständlich mit diesen Ausdrücken um mich, das ich beim Arbeiten an diesem Quilt genau auf dieses Problem aufmerksam wurde. Wenn ich euch jetzt also schreibe, das ich hier HST genäht und Charmpacks verwendet habe, dann wissen bestimmt nicht alle, was diese Abkürzung  und Audrücke bedeuten soll, oder?! Ich werde jetzt keine langweilige Liste mit Übersetzungen schreiben – keine Angst! – aber ich werde in Zukunft mehr darauf achten, die Begriffe näher zu erläutern 🙂

Das ist meine neuer Quilt Suntrap, ca. 85 cm x 105 cm groß und hervorragend zum Nacharbeiten auch für noch nicht so geübte Patchworker geeignet!

Bei meinem letzten Besuch in Gauting bei München habe ich in einem Quiltshop dieses tolle Charmpack erstanden. Kennt ihr das, man findet sowas total entzückend und muss es einfach haben, ohne genau zu wissen, was man letztendlich damit angangen will – nach dem Motte: Irgendwas werde ich damit schon manchen…. So haben sich bei mir Kistenweise Stoffe angesammelt, die noch auf das Irgendwas warten! Letztendlich ist das aber auch das schöne am Patchwork, oder?!

So, jetzt aber zu dem, was ich angekündigt habe: Was ist ein Charmpack? Es ist eine Packung bestehend aus (meist) 42 vorgeschnittenen Stoffen einer bestimmten Stoffkollektion. Das MAß beim Charmpack ist immer 5″ x 5″ Inch, also ca. 12,5 cm x 12,5 cm. Es ermöglicht uns Quiltern zum einen, alle verfügbaren Stoffe einer Kollektion in kleinen Mengen zu erwerben und zum anderen lassen sich damit viele schöne und einfache Projekte verwirklichen. Es gibt Bücher, die sich speziell mit Charmpacks und anderen vorgeschnittenen Stoffpackungen beschäftigen und wenn ihr in eure Suchmaschienen den Begriff eingebt, dann kommen viele Bespiele für Quilts, die daraus gearbeitet wurden. Auf Flickr gibt es Gruppen, in die die Leute ihre fertigen Quilts zu diesem Thema einstellen. Man kann also überall im Internet eine Menge Anregungen finden, wenn man eine solche Packung erstanden hat und nicht weiß, was man damit anfangen soll! Auf diese Weise bin ich dann auch auf die Idee für diesen Quilt gekommen. Man muss ja nicht alles neu erfinden  – beim Patchwork sowieso sehr schwierig… Ein Bild alleine macht ja noch keinen Quilt und die Kunst ist es zu wissen, wie man was macht! Damit ihr jetzt nicht grübeln müsst, zeig ich´s euch

Zunächst müsst ihr die gleiche Anzahl an Quadraten in einer neutralen Farbe zuschneiden. Da ich für diesen Quilt nur 40 der vorhanden Quadrate benötigt habe, habe ich auch nur diese Menge aus dem etwas gebrochenen weißen Stoff zugeschnitten. Anschließend zeichnet ihr euch eine Diagonale durch das Quadrat und legt je ein Uniquadrat auf ein gemustertes.

Jetzt näht ihr jeweils links und rechts von dieser Linie mit Hilfe des Inchfüßchens Nr.37 entlang….

… und schneidet dann die Diagonale durch, bügelt die Nahtzugabe auseinander und erhaltet so je zwei neue Quadrate! Und jetzt wieder zur Erklärung: Das ist mit HST gemeint! HST heißt Half Square Trinagle – Denglisch übersetzt heißt das soviel wie Halbquadrat Dreieck, was nicht wirklich gut klingt, aber die Tatasache erläutert, das man aus einer Hälfte eines Quadrats ein Dreieck erhält. Näht man anschließend die Dreiecke wieder zusammen, erhält man wiederum ein Quadrat.

Camille Roskelley hat auf ihrem Blog Simplify gerade ein sehr tolles und anschauliches Video gepostet, auf  dem sie demonstriert, was man mit diesen HST´s alles anfangen kann – unbedingt reinschauen!

Ich habe mich für diese Variante entschieden – wie gesagt, ich habe irgendwo schon mal so einen Quilt gesehen, vielleicht auf Pinterest, das ich euch als Inspirationsquelle auch sehr empfehlen kann. Ihr seht, das das ganze nicht konzentrisch angeordent ist, also die optische Mitte durch die Anordnung verschoben ist. Einfacher gesagt, die Anordnung ist asymetrisch 🙂 (warum einfach, wenn´s auch kompliziert geht…) Das gibt dem Quilt etwas Spannung und man ist geneigt, länger hinzuschauen! Das ist wie im richtigen Leben: Man verweilt mehr auf Dingen, die nicht komplett symetrisch sind.

Nachdem ich die Quadrate und Reihen zusammen genäht habe, entschied ich mich für eine ganz einfache Methode zu Quilten. Dazu habe ich den Obertransportfuß genommen, denn mit ihm kann man hervorragend dieses SLQ machen – lol! – wieder so ein Begriff…. Straight Line Quilting heißt nichts anderes als gerade, parallele Linien quilten!

Eine Freundin hat dieses Bild von meinem Quilt bei unserem Bee Germany Treffen am vergangenen Wochenende gemacht. Man sieht diesen außerordentlich schönen Rückseitenstoff, den das gelb/blaue Möbelhaus in seinem Angebot führt und der sich für solche Projekte wirklich lohnt!

So ich hoffe, alle Unklarheiten bezüglich diverser Ausdrücke geklärt zu haben und euch eine einfache Anregung für einen einfachen aber schönen Quilt gegeben zu haben! Ich freu mich, wenn ihr mir Gedanken, Fragen, Anregungen, Ideen und auch sonst gerne eine Kommentar hinterlasst 🙂

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