Kreative Artikel zum Thema Nähen

Abschlussbericht BERNINA Gemeinschaftsprojekt 2014 “Menschen”/Nadelwelt Karlsruhe 2014

BERNINA Gemeinschaftsprojekt 2014 “Menschen”

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Gestern Abend schloss die Nadelwelt Karlsruhe 2014 ihre Türen und nun ist es soweit, dass die Einzelarbeiten der Piktogramme endlich über den BERNINA Blog der Öffentlichkeit präsentiert werden können. Es war eine sehr ansprechende und erfolgreiche Ausstellung, so wie ich den bisherigen Kommentaren der Ausstellungsbesucher entnehmen konnte. Die Vielfalt und Einzigartigkeit der Arbeiten überzeugte, überraschte, lies teilweise schmunzeln und was ebenso gut war – die meisten Besucher verweilten wenigstens 5-7 Minuten in der Ausstellung, was schon eine lange Weile ist. Dies alles gebe ich als grosses Kompliment an Euch, liebe Projektteilnehmer; im Rahmen der Nadelwelt Karlsruhe habt Ihr einen würdigen und gerechten Auftakt dieser Ausstellung  erhalten. Ich freue mich nach wie vor, dass dieses Projekt und seine Idee den Veranstalter unmittelbar überzeugt hatte und wir somit einen Platz in den vielen interessanten Ausstellungen, über die Gudrun Heinz noch berichten wird, erhalten haben. Nachfolgend möchte ich alle Einzelarbeiten vorstellen und die Grundidee/Gedanken des Teilnehmers hinzufügen.

Sandra Lenuweit (Deutschland)

“Als Mixed Media Künstlerin, kreiere ich u.a. Kunsttagebücher, Collagen, Stickereien, ArtQuilts und Kleidungsstücke.

Meine Vorgehensweise kombiniert das Arbeiten in Lagen, mit Farben und Buchstaben, Ornamenten und Mustern, Stoff und Papier.

Ich verbinde Altes mit Neuem zu farbenfroh, ermutigenden Bildern durch: kleben, nähen, sticken, drucken, falten, schleifen, schneidern, stricken, weben, knüpfen, häkeln, malen, sprühen, stapeln.

Ein immer fortlaufendes spielerisches Experiment, grenzüberschreitend, frei, forschend und intuitiv.

Titel des Bildes: “Vermehrt Begeisterung”

SandraLenuweit

 

KJH  Klaus -Jürgen Hohmann (Deutschland)

Artist Statement

Sammlungen/wichtiger Inhalt meines Lebens

Collagen/künstlerischer Ausdruck meiner Sammelleidenschaft

Textile Materialien/wunderbar intime Medien/tastbar/fühlbar/weich/anschmiegsam/reißfest/hart/derb/färbbar/formbar/individualisierbar/lebendig veredelt/künstlerisch ausdrucksstark

“Mirror, Mirror…” /”Spiegel, Spiegel…” /

ist die Mode doch nur Zwang?/Gleichmacherei?/ werden wir “in Form gebracht”?/als Piktogramm?/in Backform?/im Korsett?/

Ist nur der nackte Mensch noch ein Unikat? Nein!

individuelles Schneidern – die Befreiung/eigene Farben/eigene Stoffe/eigene Anpassung/raffinierte kleine Ideen/eigener Stil/eigene Mode/neues Selbstvertrauen/

Ja…ich bin die Schönste im ganzen Land!

“Mirror, Mirror…” / Beitrag zum “Menschen” BERNINA Gemeinschaftsprojekt

klaushohmann

 

Annette Malek-Becker (Deutschland)

Statement zu “Menschen” – “Frau in der Gesellschaft”

Meine Arbeit heißt “Frau in der Gesellschaft” (Briefmarke): oft im Mittelpunkt stehend (Piktogramm in der Mitte) und doch in alle Richtungen gefordert (Pfeil aus mitgeschicktem Leder), manchmal auf Wolken gebettet (geschichtete Seide unter den Füssen) und meist doch gefangen (gerade Quiltlinien in Gitterstruktur) und zerissen (Frau mit Heißluftfön bearbeitet). Dazu braucht es starke BIG Frauen.

Technik: Collage mit Stoff, bemaltes Vliesofix, Zeitung, Plastiktüte, Leder, Briefmarke – geklebt, bedruckt, beschrieben – maschinengequiltet.

annettebecker

 

Ruth Feuz (Schweiz)

Ruth hat eine sehr persönliche Geschichte “verarbeitet”:

Die zufälligen Elemente: Mann und Farbe gelb und meine spontane Assoziation dazu Feuer.

Die gegebenen Umstände:  Trennung von meinem Mann und ich bin am Verarbeiten der vielen, vielen Lügen…

Die Umsetzungsidee: Ich verbrenne den Traum vom gemeinsamen Altwerden mit meinem Mann mitsamt seinen vielen Lügen…

Aus positiven Erinnerungen und Erlebnissen mit Männern aus meiner Vergangenheit, wächst die Hoffnung durch das Abschliessen (oder Verbrennen) dieses im Moment sehr negativen Ist -Zustandes für einen Neuanfang voller Energie und Kraft….

Feuer reinigt und gibt Wärme und Energie… und  somit ist sie die Zündung fürs Kommende… Ich bin gespannt…

Und wer weiss: vielleicht ist ja  der Name meiner Zwillingsflamme dabei….

Und noch ein Zufall..(oder doch nicht..) mein Sternzeichen ist Zwilling und ich habe selbst Zwillinge bekommen…

ruthfeuz

 

Nienke Smit (Holland)

Nienke ist Bloggerin auf dem Niederländischen BERNINA Blog. Ihre Arbeit umschreibt sie folgendermassen:

Gefaltet in Verbundenheit

Ein Piktogramm ist sprechen in Bildern, eine stilierte Wiedergabe
der Wirklichkeit worin die Einzelwesen “gefaltet”werden zu einem Bild.
Im Hintergrund die Konturen eines gemeinsamen Schattenbildes,
im Vordergrund die Einzelwesen in ihrer Verbundenheit.

engl. Version:

Pleated in connectedness

A pictogram is an example of visual language, a stylized image of the reality
in which individuals are pleated into one image.
In the background you can see the contours of a common image of shadows,
in the front the individuals in their connectedness.

nienkesmit

 

Hanny Küppers (Belgien)

“Es war gar nicht so einfach einmal den Anfang zu machen. Und die rote Nase ist nur für dich und mich”

(Ich interpretiere Hanny’s rote Nase als “rote Pappnas” für die Rheinische Frohnatur!)  – Danke, Hanny

JohannaFranken

 

Anni Gebhart (Österreich)

AnnemarieGebhart

 

Anna Maria Canonica (Schweiz/Tessin)

“Das Grün inspirierte mich auf die Natur, Blumen, Wiesen, Berge und Spazieren”

annamaria

 

Monique Dorstert (Luxemburg)

“Schattenmenschen”

Material: gerostetes Lutradur, Polyester-Organza

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Martina Unterharnscheidt (Deutschland)

“Strandspaziergang”

Artist Statment:

Piktogramme sind Symbole, ein deutlicher Hinweis, der eine Information vermittelt!

Solch ein Symbol reizt eine Künstlerin natürlich ins Gegenteil zu wandeln. Etwas, das keine Information mehr abgibt oder sogar enthält. Oder eine ganz andere Information trägt. So ist denn mein männliches Piktogramm recht “schwul”. Und das mit voller Absicht. Und es trägt den Titel “Strandspaziergang”. Also trägt mein “Detlef” jetzt eine Information in eine Gegend an der es keine Piktogramme gibt….vielleicht noch Sand, Muscheln und Meer. Aber keine Piktogramme.

Sich in der Textilkunst mit Symbolen oder vorgegebenen Themen zu beschäftigen ist eine der Herausforderungen, der ich mich immer wieder gerne stelle. Natürlich macht man sich als Künstlerin viele Gedanken. Manchmal auch Gedanken nur in eine Richtung. Aber warum nicht, denn jede von uns ist frei ihre Gedanken dann künstlerisch umzusetzen. Und da jede von uns andere Gedanken hat, kann die Kunst so vielfältig sein.

martinaunterharnscheid

 

Marjan Blokland (Holland)

“Tulpen aus Holland”

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Ivo Paredies (Belgien)

IvoParedies

 

Anna-Elisabeth Härtel (Deutschland)

“Im letzten Jahr habe ich mich in meinem künstlerischen textilen Arbeiten mit den Themen Natur, Steine, Mauern, Holz und Wattenmeer auseinandergesetzt. Daher bin ich sofort beim Erkennen der mir zugeordneten Farbe GRÜN auf das Thema Wald gekommen.

Meine Arbeit trägt den Titel “Mensch und Schöpfung”, mit dem ich mich auf ein Zitat von Freiherr Richard von Weizsäcker beziehe: “Der Mensch braucht die Natur, die Natur den Menschen nicht. Der Mensch ist Teil der Natur, er ist ihr nicht übergeordnet. Erst wenn er das begreift, hat er eine Überlebenschance.”

Wir Menschen sind zwar in der Lage, einen Birkenhain abzuholzen und Möbelstücke daraus anzufertigen, aber kein Wissenschaftler kann auch nur eine einzige Ameise, einen Singvogel oder gar einen Quadratmeter eines wunderbar sich selbst regulierenden Waldbodens erschaffen!

Meine Textilcollage ist eine reine Handarbeit geworden, da ich relativ kurzfristig in eine REHA-Klinik musste und dort nur auf eine reduzierte Auswahl an Arbeitsmitteln und Materialien zurückgreifen konnte. Besonders habe ich meine Nähmaschine vermisst!

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Hildegard Müller (Deutschland)

“Alle Menschen sind gleich und doch verschieden”

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Evi Verslyppe (Chuen) (Belgien)

“Der Schmetterling, der 20.000 km flog….”

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Andrea Glittenberg Pollier (Frankreich)

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 Alice Honold (Schweiz)

Technik: Maschinenstickerei (digitalisiert) sowie Freihandquilting

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Ute Hamann (Deutschland)

Handgefilzte plastisch gearbeitete Frau, aufgerissene LKW Plane, plastisches Maschinenquilting

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Karen Zerna (Deutschland)

Karen ist GlasperlenKünstlerin und lebt in Dresden.

“Mein männliches Piktogramm in den sanften Farben, gab sofort ein Thema ein: die Schwierigkeiten der Liebe, Anerkennung, Verbergen, Verachten, Verlieben….”

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Uschi Fellner – Walasek (Deutschland)

“Mein Mann” hatte keine Lust mehr, starr und steif auf der grünen Wiese stehen zu bleiben. Er hat sich in der Schweiz die neueste Laufkleidung besorgt und ist ausgebrochen! Lange genug ist er an der Nähmaschine gesessen, nun geht es los und er läuft sich fit!!

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Sophia Maria (Deutschland)

“In meiner Arbeit stelle ich die ‘Lebensfäden’ von Menschen dar. Lebenswege – Lebensfäden – von Menschen sind meist sehr verschlungen, oft zufällig, unwägbar, kaum steuerbar. Dem gegenüber steht die Gesellschaft, die mit ihren Definitionen und Regeln bestimmte Bilder und Rollen vorgibt. Sie bietet einerseits Orientierung und Zugehörigkeit. Andererseits ist sie Beschränkung oder Korsett, bis hin zum Stereotyp. Die Lebensfäden sollen in bestimmte Bahnen gelenkt werden: so ist eine Figur, so hat sie zu sein, so ist ein Mann, so hat er zu sein!

Die Fäden der Figur, des Piktogramms, überlagern das Wirrwarr der Lebensfäden. Sie definieren aber eben nur einen Teilbereich. Das Leben ist weit vielfältiger als es Rollen je sein können.

Technik: Stickgarn gelegt und mit Hilfe von auswaschbarem Stickvlies aufgenäht. Dabei das Piktogramm in vielen Linien und Wiederholungen eingearbeitet. Alle Nähte sind frei geführt.

 

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 Eva Baumann (Deutschland)

“Tra(n)svestie”

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Luitgard Möschle (Deutschland)

“Mit meiner gespaltenen, zerrissenen Frau möchte ich den Spagat vieler Frauen zwischen Karriere, Beruf und/oder Kinder darstellen.

Eingeschnürt in ein Korsett von Anforderungen an die Umwelt, sich selbst und selbst auferlegten Zwängen!

Gleichzeitig ist es möglich, ein Kind – oder etwas Neues, Befreiendes zu gebären.

Der Spagat zwischen diesen Zwängen – die Zerrissenheit und gleichzeitig etwas Neues zu “gebären” – das sind meine Überlegungen.

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Alice Bos (Holland)

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Ebenfalls wurden auf der Nadelwelt die 27 Kunstkuben aus dem BERNINA Gemeinschaftsprojekt 2013 “Kunstkuben” präsentiert. Um eine Überleitung und auch einen Schwerpunkt für die kleinformatigen Arbeiten des aktuellen Projektes zu erhalten, fertigte ich im Vorfeld der Nadelwelt aus grossen Zeitungskollagen noch “Mannsgrosse” Piktogramme (Höhe 170 cm) an. Alles in allem war es also, trotz Kuben eine “runde Sache”.

Mein Mann kam mit meiner Tochter am Samstag nach Karlsruhe, Felicitas ging mir in einem sehr umfangereichen Siebdruckkurs als “Wasserfrau” zur Hand und mein Mann brachte Kamera und Stativ mit und nutzte die Gelegenheit unsere Ausstellung vernünftig zu fotografieren. Also gibt es nun für alle “Nichtdagewesenen” Augenfutter und für alle “Dagewesenen” eine kleine Auffrischung der Erinnerung.

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An dieser Stelle geht nun in erster Linie mein Dank an Matthias Fluri von und auch an BERNINA International AG/Steckborn, für seine Hilfe, seine Tipps, das grosszügige Sponsering für dieses Projekt, ebenfalls bedanke ich mich ganz herzlich bei Geertje Kamminga von BERNINA International AG /Steckborn für die vielen Übersetzungen ins Niederländisch und die Verknüpfungen auf dem BERNINA Blog.nl. Ein weiteres Danke für das Sponsering der Polysheen Garne geht an Frau Monika Kiessling von Amann Group Mettler/Schweiz. Ohne Sie, liebe Sponsoren könnte ein solches Projekt nicht umgesetzt werden.

Auchmöchte ich mich bei meiner Familie bedanken, die mich auf all diesen Wegen immerzu tatkräftig unterstützt, seien es die Fotoarbeiten meines Mannes, die Grafikarbeiten zur Plakat- und Kartengestaltung die meine Tochter Felicitas übernimmt (ebenfalls für deine Hilfe beim Aufbau der Ausstellung), mein Sohn Valentin, der diese oft sehr stressigen und zeitaufwändigen Phasen mit einer wunderbaren Gelassenheit über sich ergehen lässt. Letztendlich zählen nicht die vielen Stunden, sondern das Ergebnis.

Euch allen, liebe Teilnehmer der beiden Projekte die nun präsentiert wurden, Piktogramme, sowie Kunstkuben, möchte ich nochmals ein grosses Lob aussprechen für die gelungenen Arbeiten. Ihr steht hier ganz im Mittelpunkt des Geschehens, Ihr seid es, die die Farbe ins Spiel gebracht habt, die die Besucher der Nadelwelt in eine interessante und thematisch sehr differenzierte Ausstellung geführt habt. Leider habe ich doch viel weniger Zeit für Gespräche und den Treffpunkt in der Mittagspause an diesen drei Messetagen gehabt, daher hoffe ich auf eine andere Gelegenheit die eine oder den anderen aus unseren Teams einmal persönlich kennenzulernen.

Auf bald und herzliche Grüße,

Jutta Hellbach

ps. wer das Ausstellungsplakat, welches ganz oben im Bericht zu sehen ist, gerne im Copyshop oder im Onlinedruckservice drucken lassen möchte, kann sich über diese beiden Links die Datei herunterladen:

Hohe Auflösung:

http://nadelundfarben.de/Menschen2014/plakat.jpg

Niedrigere Auflösung:

http://nadelundfarben.de/Menschen2014/plakat-klein.jpg

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