Kreative Artikel zum Thema Quilten

Ausstellungstipps März 2015

Textile News: Langeweile. Boredom. Ennui.

Es ist wieder soweit! Diese ganz und gar nicht langweilige Ausstellung textiler Kleinformate wird erneut gezeigt. Rund 250 Einsendungen von rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 14 verschiedenen Ländern sind der Beweis, dass der vorangegangene, von mir organisierte Wettbewerb alles andere als langweilig war. Langeweile als eine Quelle für Kreativität führte zu vielfältigen künstlerischen Auseinandersetzungen, denen beispielsweise Selbstbeobachtungen, die Verwandlung von negativen in positive Emotionen, das Spiel oder andere Themen aus dem Bereich ‘Zeitvertreib’, aber auch durchaus kritische Betrachtungen zugrundeliegen.

Ausstellungslogo mit der Arbeit von Marcelle Pellaton (CH): Langeweile, eine Quelle der Kreativität, Detail  Gestaltung: Dr. Wolfgang Heinz

Ausstellungslogo mit der Arbeit von Marcelle Pellaton (CH): Langeweile, eine Quelle der Kreativität, Detail
Gestaltung: Dr. Wolfgang Heinz

Nachdem eine fachkundige Jury 150 Arbeiten für die Ausstellung ausgewählt hatte, war es meine persönliche Herausforderung, aus dieser Selektion eine Ausstellung mit einem ansprechendem Erscheinungsbild zu formen. Das Textil- und Rennsport Museum in Hohenstein-Ernstthal wird die ‘Langeweile’ ab dem 28. März 2015 präsentieren. Beim Besuch dieser Ausstellung werden Sie bemerken, wie vielfältig die Arbeiten sind, in thematischer Hinsicht, aber auch was den Einsatz von Material und Technik betrifft. Alles andere als langweilig – Inspiration pur!

Textile News: Langeweile. Boredom. Ennui. beim Festival of Quilts, Birminham 2013 Foto: Dr. Wolfgang Heinz

Blick in die Ausstellung von Textile News: Langeweile. Boredom. Ennui. beim Festival of Quilts, Birmingham 2013
Foto: Dr. Wolfgang Heinz

Das Projekt wird freundlich unterstützt von BERNINA International

Katalog auf CD erhältlich

Info:

Während der Laufzeit von Textile News: Langeweile. Boredom. Ennui. gibt es im TRM neben den Dauerausstellungen noch mehr zu sehen, nämlich zwei Sonderausstellungen:

14. Februar – 12. April 2015
‘Vom böhmischen Steig bis zur Autobahn – Verkehrsgeschichte in Hohenstein-Ernstthal’

17. Mai – 23. August 2015
‘Glasperlen in der Mode’

28. März – 17. Mai 2015
Textile News: Langeweile. Boredom. Ennui.
5. Internationaler Wettbewerb für Kleinformate
organisiert von Gudrun Heinz

Textil- und Rennsport Museum TRM
Antonstrasse 6
09337 Hohenstein-Ernstthal

www.trm-hot.de

www.quiltsundmehr.de

Sonntag, den 17. Mai 2015 sollte man sich vormerken: Er ist sowohl der Eröffnungstag der ‘Glasperlen-Ausstellung’ als auch letzter Tag der ‘Langeweile’ und es wird – da Internationaler Museumstag – ein Museumsfest am TRM gefeiert.

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Neues aus dem Textilmuseum St. Gallen

Seit dem 11. Februar 2015 zeigt das Textilmuseum St. Gallen zwei neue Ausstellungen: Zum einen stellt ‘ ‘s isch – ‘s isch nöd’ das St. Galler Kinderfest in den Mittelpunkt, zum anderen gibt die Ausstellung ‘Traum & Realisation’ einen Einblick in die facettenreiche Textilproduktion der Ostschweiz vom 16. Jahrhundert bis heute.

Kinderfestfahnen der St. Galler Schulhäuser Foto: Stefan Rohner, 2015

Kinderfestfahnen der St. Galler Schulhäuser
Foto: Stefan Rohner, 2015

Die Ausstellung ‘ ’s isch – ‘s isch nöd‘ widmet sich Geschichte und Gegenwart des St. Galler Kinderfestes, das erstmals im Jahr 1824 begangen wurde und bis heute, so auch 2015 (witterungsabhängig zwischen dem 20. Mai und 29. Juni 2015), alle drei Jahre stattfindet.

Kinderfestkleider, 20. Jh. Foto: Stefan Rohner, 2015

Kinderfestkleider, 20. Jh.
Foto: Stefan Rohner, 2015

St. Gallen steht für Stickerei. Neben der bis heute von der Haut Couture geschätzten Guipure erlangt die weisse Broderie Anglaise weltweite Popularität. So wundert es denn nicht, dass eine der wichtigsten öffentlichen Veranstaltungen der Stadt, das St. Galler Kinderfest, schon früh weisse Stickereien ins Bild rückt.

Musterbücher mit Broderie Anglaise, 1870-1920 Foto: Stefan Rohner, 2015

Musterbücher mit Broderie Anglaise, 1870-1920
Foto: Stefan Rohner, 2015

Verarbeitet zu festlichen Kleidern für Mutter und Tochter, dominieren die Stickereien über lange Jahre Umzug wie auch die Strassenszenen und die anschliessenden Feierlichkeiten.

Damenkleid, Maschinenstickerei, Broderie Anglaise, 1830-40. Foto: Stefan Rohner, 2015

Damenkleid, Maschinenstickerei, Broderie Anglaise, 1830-40
Foto: Stefan Rohner, 2015

Einen Tag lang feiert die Stadt sich und ihre Textilindustrie, die über lange Zeit die Geschicke St. Gallens bestimmte. Auch wenn der Branche heute nicht mehr derselbe Stellenwert zukommt wie einst, so hat das St. Galler Kinderfest, das Besucher von Nah und Fern anzieht, nichts an seiner Bedeutung für die Stadt, ihre Gemeinschaft und ihre Identität, verloren.

Festagsschuhe aus dem 19. und frühen 20. Jh. Foto: Stefan Rohner, 2015

Festagsschuhe aus dem 19. und frühen 20. Jh.
Foto: Stefan Rohner, 2015

Katalog erhältlich. Zum Rahmenprogramm vgl. bitte die Website des Museums.

Sargtücher, bedrucktes Leinen, 17. Jh. Foto: Stefan Rohner, 2015

Sargtücher, bedrucktes Leinen, 17. Jh.
Foto: Stefan Rohner, 2015

In vier Themengruppen setzt sich die Ausstellung ‘Traum & Realisation’ mit ausgewählten Aspekten der Textilproduktion der Ostschweiz quer durch die Zeiten auseinander: ‘weben und drucken’, ‘sticken und mechanisieren’, ‘entwerfen und kreieren’ sowie ‘erfinden und tüfteln’ greifen jeweils wichtige Fragen auf.

Bunstickereien der Firma Rittmeyer (& Co und August Giger, spätes 19. Jh.. Foto: Stefan Rohner, 2015

Bunstickereien der Firma Rittmeyer & Co und August Giger, spätes 19. Jh.
Foto: Stefan Rohner, 2015

Prachtvolles Leinen, Baumwolldrucke und kostbare Stickereien aus der Sammlung des Textilmuseums bis hin zu Hightech Textilien der neuesten Generation veranschaulichen das Können und den Erfindergeist der Entwerfer, Handwerker und Techniker.

Baumwolldrucke und Druckmodeln, um 1900 Foto: Stefan Rohner, 2015

Baumwolldrucke und Druckmodeln, um 1900
Foto: Stefan Rohner, 2015

Stichworte von ‘A’ wie ‘Arbeitsteilung’ bis ‘Z’ wie ‘Zeugdruck’ – leiten durch die Ausstellung. Sie liefern Informationen zu Techniken, Arbeitsweisen und zum kulturhistorischen Umfeld, in dem die Textilien produziert wurden.

Haute Couture Kleider aus St. Galler Stickerei, 1950er Jahre Foto: Stefan Rohner, 2015

Haute Couture Kleider aus St. Galler Stickerei, 1950er Jahre
Foto: Stefan Rohner, 2015

Vor den Besucherinnen und Besuchern entfaltet sich die vielfältige Welt der Textilherstellung, die seit sieben Jahrhunderten die Region Ostschweiz prägt – eine Geschichte der Erfolge und Krisen, der Glitzerwelt und Schattenseiten.

Info:

11. Februar – 9. August 2015

‘s isch – ‘s isch nöd
Das St. Galler Kinderfest

seit 11. Februar 2015

Traum & Realisation
Stoffe aus der Ostschweiz

Textilmuseum St. Gallen
Vadianstrasse 2
9000 St. Gallen
Schweiz

www.textilmuseum.ch

www.stadt.sg.ch

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Uta Lenk
‘Linie, Form und Farbe’

Einladungskarte

Einladungskarte

Uta Lenks moderne Quilts faszinieren immer wieder durch die Komposition von Farben, frei geschnittenen Formen und den zusammenhaltenden Linien der Quiltmuster. Seit Ende der 1990er Jahre, als sie sich der modernen Gestaltung zuwandte, entwickelt sie ihre eigene künstlerische Handschrift und Ausdrucksformen und ist nunmehr seit über zehn Jahren als freischaffende Künstlerin, aber auch als Kursleiterin tätig. Daneben färbt sie ihre Stoffe selbst – wer Näheres dazu erfahren möchte, klicke sich mal durch auf ihren Blog und das Stoffangebot (Link siehe unten).

Einladungskarte

Einladungskarte

Info:

26. Februar – 29. März 2015

Uta Lenk
‘Linie, Form und Farbe’

Städt. Galerie
vhs Bad Griesbach
Stadtplatz 3
94086 Bad Griesbach

www.badgriesbach.de

www.justquilts.de

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Judith Mundwiler und Ruth Loibl gewinnen den Zonta Regio Kunstpreis

Im Zweijahresrhythmus vergeben die Zonta Clubs der Region Dreiländereck Deutschland – Schweiz – Frankreich einen mit 4.200 EUR dotierten Kunstpreis mit dem Ziel, die Arbeit der Künstlerin zu fördern und eine breitere Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen. Erstmals geht der Zonta Regio Kunstpreis 2015 an zwei Künstlerinnen, die sich beide intensiv, jedoch völlig unterschiedlich mit dem Thema ‘Textil in der Kunst’ auseinandersetzen.

Judith Mundwiler, 1958 geboren, lebt in mit ihrer Familie in Buus (CH) und unterhält in Sissach/BL ihr Atelier. Die ausgebildete Damenschneiderin und Fachlehrerin für Textilarbeit und Werken ist als Buchautorin, in der Erwachsenenbildung und seit 2003 als freischaffende Künstlerin tätig und nimmt kontinuierlich international an Einzel- und Gruppenausstellungen teil.

In den Arbeiten Judith Mundwilers spiegeln sich die früh erlernten und praktizierten Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit textilen Materialien wider. Ob von Hand oder maschinell genäht, gestickt oder in mehreren Stoffschichten lose übereinander verbunden – stets erschafft sie textile Werke auf höchst kreative Weise. Der wertschätzende und schöpferische Umgang mit Materialien und Ressourcen veranlasst sie, neben unterschiedlichen Stoffen auch recycelte Alltagsgegenstände – wie Alufolie, gebrauchte Teebeutel, Samen, Draht etc. – in ihre Arbeiten zu integrieren.

Detail aus der Ausstellungsinformation

Detail aus der Ausstellungsinformation

Ruth Loibl,1959 geboren, studierte Textilkunst und Oberflächengestaltung an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und Bildhauerei an der Hochschule der Künste in Berlin. Seit dem Abschluss als Meisterschülerin 1989 lebt sie mit ihrer Familie in Rheinfelden/Baden. Sie arbeitet als freischaffende Künstlerin sowie als Kuratorin regionaler Kunstprojekte und Ausstellungen.

Ein teppichartiges Mustergeflecht in Holzschnitttechnik, ein in Tusche gestaltetes Abbild eines Teppichs, ein gezeichneter oder mittels Text gedruckter Zopf – Ruth Loibl setzt sich mit dem Thema ‘Textil’ vorzugsweise inhaltlich künstlerisch auseinander, subtil ergänzt durch Detailarbeiten wie feine Stickereien oder Einschnitte in den Bildträger. So gibt sie z.B. durch feine Lamellen-Cuts den farblichen Untergrund der in Leinen geschnittenen Buchstaben preis und erzeugt so ein Schattenspiel. Die Schrift, der Text, die Linie und die Struktur bilden die eigentliche Grundlage ihres Schaffens, das Medium Textil und ihre kunsthandwerklichen Möglichkeiten ergänzen die Aussagekraft ihrer Arbeiten.

Die Preisverleihung und die Vernissage der sich anschliessenden Ausstellung ‘Textil in der Kunst’ finden am 8. März 2015 um 11.15 Uhr im Haus Salmegg in Rheinfelden statt.

Info:

8. März – 19. April 2015

Textil in der Kunst

Haus Salmegg
Rheinbrückstrasse 8
79618 Rheinfelden

www.haus-salmegg.de

Ausstellungsplakat

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Patchwork unter Dach und Fach

Rund um das Thema ‘Haus’ haben sich die Museumsquilter in Helmbrechts Gedanken gemacht und dies mit viel Phantasie und Können in farbenfrohe und originelle Quilts, Decken, Kissen und Dekorationsobjekte umgesetzt.

Foto: Tom Sauerwein

Foto: Tom Sauerwein

Die ca. 50 Exponate umfassende Ausstellung im Oberfränkischen Textilmuseum Helmbrechts wird ergänzt durch einen Patchworktag am Sonntag, den 15. März 2015 von 10 – 17 Uhr. Für Patchworkbegeisterte und Interessierte und solche, die es werden möchten, bietet man ein reichhaltiges Programm an: Workshops, Verkaufsstände, Flohmarkt, Schmökerecke, Vorführungen und Show and Tell. Bei Kaffee und Kuchen, Snacks und Getränken ist auch für das leibliche Wohl bestens vorgesorgt.

Ein ausführlicher Bericht ist in Vorbereitung.

Info:

7. März – 3. Mai 2015

Patchwork unter Dach und Fach
Ausstellung der Museumsquilter Helmbrechts

Oberfränkisches Textilmuseum Helmbrechts
Münchberger Strasse 17
95233 Helmbrechts

www.textilmuseum.de

Öffnungszeiten:
Di – Fr: 10 – 12 und 14 – 16 Uhr
Sa + So: 10 – 16 Uhr

Vernissage:
Fr, 6. März 2015, 18 Uhr

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Lina Ringeliene & Roland Krutovs

Eine Ausstellung von textilen Werken der beiden Künstler aus dem Baltikum – Lina Ringeliene kommt aus Litauen, Rolands Krutovs aus Lettland – präsentiert derzeit die Pariser Galerie Atelier du Génie. Es handelt sich dabei um einen Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung ‘Miniartextil’, die gleichzeitig in Montrouge, knapp ausserhalb der Stadtgrenze von Paris gelegen, jedoch mit der Métro zu erreichen, stattfindet.

Einladungskarte

Einladungskarte

Von Arte&Arte organisiert, findet ‘Miniartextil’ jährlich in Como (I) statt (hier mein Ausstellungstipp 2014) und wandert wieder einmal nach Montrouge. 54 Arbeiten von internationalen Künstlern wurden für die Ausstellung ausgewählt. Die Grösse der Exponate war beschränkt auf 20 x 20 x 20 cm, die Materialauswahl war frei.

Begleitend zur Ausstellung in Montrouge (hier ein fotografischer Rundgang) gibt es im Zeitraum vom 24. Februar – 14. Juni 2015 einen Parcours ‘Hors-les-murs’: Verschiedene Museen, Galerien – wie die oben genannte – und andere Einrichtungen zeigen weitere Arbeiten von teilnehmenden Künstlern (hier findet man die Liste), die der interessierte Besucher ausserdem besichtigen kann. So gibt es z.B. eine weitere Ausstellung von Lina Ringeliene im Musée de la Chasse et de la Nature oder in der Cité Internationale Universitaire de Paris im Maison Heinrich Heine eine Installation von Heike Schaefer (D) ‘LA PASSION SELON H.S.’ oder im Pavillon Le Corbusier Arbeiten von Gerda Ritzmann (CH).

Info:

25. Februar – 28. März 2015

Lina Ringeliene & Roland Krutovs

Galerie Atelier du Génie
28 Passage du Génie
75012 Paris
Frankreich

www.galerie-atelierdugenie.com

27. Februar – 21. März 2015

Miniartextil

Le Beffroi – Salle Nicole Ginoux
2 place Emile Cresp
92120 Montrouge
Frankreich

www.ville-montrouge.fr

Öffnungszeiten:
Täglich: 12 – 19 Uhr

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Kreativ ohne (Wa)Ende

Das Experimentieren mit ungewöhnlichen Themen, Techniken und Materialien steht im Fokus der Gruppe ‚roter Faden’.

Einladungskarte

Einladungskarte

Die Idee hinter der Ausstellung: die Tapete von der Wand holen und in einen anderen Kontext mit Stoff setzen, um neue Wege in der Textilkunst zu gehen. Hier hat jede Künstlerin ihren eigenen Zugang zur Thematik gefunden.

Ein ausführlicher Bericht folgt.

Info:

1. – 29. März 2015

Kreativ ohne (Wa)Ende
Moderne Quilts aus Stoff und Tapete
Ausstellung der Gruppe ‘roter Faden’

Schwarzbach-Galerie
Schwarzbach 174
42234 Wuppertal

www.schwarzbach-galerie.de

Vernissage:
So, 1. März 2015, 11 Uhr

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Faszination Filz

Einladungskarte

Einladungskarte

Die fünf Absolventinnen einer zweijährigen Filzausbildung unter der Leitung von Susanne Bachmann Stauffer zeigen in der Diplomausstellung ihre Werke.

Info:

21. und 22. März 2015

Rosenberg
Rosenbergstraße 2
8492 Wila
Schweiz

www.rosenberg-wila.ch

www.filz-art.ch

Öffnungszeiten:
Sa: 11 – 18 Uhr
So: 11 – 17 Uhr

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Zwischen Natur und Künstlichkeit
Schmuck von Daniel Kruger

Daniel Kruger ist ein bedeutender Protagonist zeitgenössischen Schmuckschaffens. Die Ausstellung bietet einen Überblick auf nahezu vierzig Jahre Kreativität, die sich aus nie versiegender Neugier auf unkonventionelle Schmucktechniken und ungewöhnlichen Materialien speist. Kaum ein anderer Schmuckkünstler hat im Laufe seines Schaffens so frei und unbelastet zu immer neuen Bildwelten ganz persönlicher Art gefunden. In Südafrika aufgewachsen, greift Kruger häufig auf Elemente der afrikanischen Volkskunst zurück, verwendet aber ebenso gerne Fundstücke aller Art oder zitiert historische Formen und Dekore. Für den Betrachter bieten sich durch Krugers ungewöhnliche Materialkombinationen und Neuinterpretationen von handwerklichen, oft textilen Techniken immer wieder überraschend neue Perspektiven auf seinen Schmuck.

Inv. Nr. 1977/15 Halsschmuck  Kupfer teilweise vergoldet, Kieselsteine in Seidenstoff, Silber Daniel Kruger 1977 © Schmuckmuseum Pforzheim Foto: Rüdiger Flöter

Inv. Nr. 1977/15
Halsschmuck
Kupfer teilweise vergoldet, Kieselsteine in Seidenstoff, Silber
Daniel Kruger
1977
© Schmuckmuseum Pforzheim
Foto: Rüdiger Flöter

Seit den späten 1970er Jahren ist Schmuck für Daniel Kruger der Ausdruck seiner persönlichen Wahrnehmung von Natur und Künstlichkeit, Geschichte und Geschichten, von Menschen und von Menschlichem, von Tradition und zeitgenössischem Geschehen. Erwartungsgemäss fallen die Ergebnisse daher ebenso unterschiedlich aus: manchmal ironisch, zuweilen zurückhaltend oder gar nüchtern, oft aber auch in grosser Opulenz und Sinnlichkeit schwelgend.

Inv. Nr. 2005/60 Halsschmuck Silber, Jade, Seide Daniel Kruger  München, 2006 © Schmuckmuseum Pforzheim Foto: Winfried Reinhardt

Inv. Nr. 2005/60
Halsschmuck
Silber, Jade, Seide
Daniel Kruger
München, 2006
© Schmuckmuseum Pforzheim
Foto: Winfried Reinhardt

Nachdem die Ausstellung ‘Zwischen Natur und Künstlichkeit — Schmuck von Daniel Kruger’ im GRASSI Museum für Angewandte Kunst in Leipzig bereits gezeigt wurde, wird sie vom 27. März bis zum 14. Juni 2015 im Schmuckmuseum Pforzheim zu sehen sein. Anschliessend, vom 10. Juli bis zum 27. September 2015, wird sie im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau sowie im Stedelijk Museum s’Hertogenbosch (Oktober 2015 bis Januar 2016) präsentiert.

Inv. Nr. ifa 33 Ring Silber geschwärzt Daniel Kruger 1985 © Schmuckmuseum Pforzheim Foto: Rüdiger Flöter

Inv. Nr. ifa 33
Ring
Silber geschwärzt
Daniel Kruger
1985
© Schmuckmuseum Pforzheim
Foto: Rüdiger Flöter

Bei der ARNOLDSCHEN Verlagsanstalt ist dazu ein Buch erschienen:
Daniel Kruger. Zwischen Natur und Künstlichkeit. Schmuck 1974-2014 Jewellery. Mit Beiträgen von Jorunn Veiteberg, Monika Brugger und Daniel Kruger. 264 Seiten, 21 x 27 cm, 256 Abbildungen in Farbe und Schwarz-Weiss. Gebunden. Deutsch und Englisch. ISBN 978-3-89790-411-8, 49,80 EUR.

Info:

27. März – 14. Juni 2015

Zwischen Natur und Künstlichkeit
Schmuck von Daniel Kruger

Schmuckmuseum Pforzheim
Im Reuchlinhaus
Jahnstrasse 42
75173 Pforzheim

www.schmuckmuseum.de

Eröffnung:
Do, 26. März 2015, 19 Uhr

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Snow-Art

‘Snow-Art’ nennt Simon Beck sein Schaffen, wenn er riesige Bilder von bevorzugt geometrischen Formen mit Schneeschuhen in unberührte verschneite Landschaften zeichnet. Dafür stapft er stundenlang durch Berge und über Eis. Alle, die wir mit dem Nähen von geometrischen Patchworkmustern unsere Erfahrungen haben, können ermessen, dass z.B. überdimensionale Schneekristalle oder Schachbretter, schraffierte Spiralen mit 300 Metern Durchmesser oder konzentrische Kreise in der Grösse von drei Fussballplätzen schon ihre Tücken haben werden, wenn sie mit den eigenen Fussabdrücken kreiert werden.

Simon Beck: Snow-Art

Simon Beck: Snow-Art

‘Angefangen hat es vor zehn Jahren als sportliche Übung’, sagt der Brite, ‘jetzt ist es Kunst.’ Dies erfordert körperlich harte Arbeit. Bis zu zwölf Stunden arbeitet Simon Beck manchmal an einem Bild, auch nachts mit Stirnlampe. In ein Museum passt freilich keines der riesigen Gebilde, und man erkennt sie manchmal nur aus der Luft, etwa bei der Fahrt mit einem Sessellift.

Simon Beck: Snow-Art

Simon Beck: Snow-Art

Im März 2015 kommt Simon Beck in die Gletscherwelt der Aletsch Arena (CH) und demonstriert in mehreren Workshops seine ‘Extremkunst’. Wer will, kann ihm dabei über die Schulter schauen, aber auch selbst mithelfen, riesige Mandalas in den Schnee zu stapfen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Plakat

Plakat

Info:

23. März 2015: Riederalp
24. März 2015: Bettmeralp
25. März 2015: Fiescheralp

www.aletscharena.ch

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DIALOGE

Bitte schon mal vormerken!

Neue Arbeiten anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Gruppe Quilt Art werden in der Jubiläumsausstellung ‘DIALOGE’ in der Textilsammlung Max Berk in Heidelberg-Ziegelhausen erstmals präsentiert. Was es mit dem Ausstellungstitel auf sich hat und wer sich hinter Quilt Art verbirgt sowie noch eine Reihe von weiteren interessanten Fakten, Fotos und Infos zum Workshop ‘TEXT AND TEXTILE’ unter der Leitung von Jette Clover sind meiner detaillierten Ausstellungsankündigung zu entnehmen.

Elizabeth Brimelow: Around Here, Detail Foto freundlicherweise von der Textilsammlung Max Berk zur Verfügung gestellt

Elizabeth Brimelow: Around Here, Detail
Foto freundlicherweise von der Textilsammlung Max Berk zur Verfügung gestellt

Katalog erhältlich.

Info:

29. März – 28. Juni 2015

DIALOGE
Jubiläumsausstellung der Gruppe Quilt Art

Textilsammlung Max Berk · Kurpfälzisches Museum
Brahmsstrasse 8
69118 Heidelberg-Ziegelhausen

www.museum-heidelberg.de

Vernissage:
So, 29. März 2015, 11 Uhr

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Auswahl an Messen & Events:

5. – 8. März 2015

art KARLSRUHE 2015

Messe Karlsruhe
Messeallee 1
76287 Rheinstetten-Forchheim

www.art-karlsruhe.de

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5. – 8. März 2015

The Spring Knitting & Stitching Show

Olympia Central
Hammersmith Road
London (UK)
W14 8UX

www.theknittingandstitchingshow.com

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7. – 8. März 2015

handmade
Ausstellung für kreatives Gestalten

Stadthalle Braunschweig
Leonhardplatz
38102 Braunschweig

www.handmade-messe.info

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12. – 15. März 2015

Festival internacional de patchwork
Sitges 2015

Sitges (Spanien)

www.patchworkespana.es

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18. – 22. März 2015

CREATIVA
Messe für kreatives Gestalten

Westfalenhallen Dortmund
Hallen 3B-8
Rheinlanddamm 200
44139 Dortmund

www.westfalenhallen.de

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27. – 29. März 2015

h+h cologne
Internationale Fachmesse für Handarbeit + Hobby

Köln Messe
Messeplatz 1
50679 Köln

www.hh-cologne.de

nur für Fachbesucher

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… und zum Schluss noch ein Schmankerl

Der Weg ist zu weit, die Zeit zu kurz, die Arbeit geht vor, die Gesundheit oder das Portemonnnaie erlauben es nicht, die Verkehrsanbindung ist zu umständlich, das Auto braucht gerade dann der Nachwuchs und überhaupt reist man nicht gern – wer kennt es nicht: Vielerlei Gründe können einen vom Besuch einer Ausstellung abhalten.

Cover

Cover

Für alle Interessierten ist als Ersatz (Ersatz ?) hier der Link für einen (einen ?) Blick in das englische Online-Magazin ‘Through Our Hands’. Ausgabe 4 ist gerade frisch erschienen und gespickt mit Informationen und Inspirationen. Einfach mit einer Tasse Tee zurücklehnen und los gehts. Auch wenn man kein Englisch versteht – die Bilder allein sind sehenswert! Viel Vergnügen beim Blättern und Entdecken!

Info:

www.throughourhands.co.uk

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Bitte informieren Sie sich vor einem Besuch auf der jeweiligen Website über die genauen Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Den verschiedenen Beteiligten herzlichen Dank für das Zur-Verfügung-Stellen der Informationen und Fotos!

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