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BERNINA Worldwide Reisetagebuch 1, Daegu (Korea)

Manchmal weiss man gar nicht, wo man nach einer Reise mit dem Erzählen beginnen soll. Genau in dieser Situation befinde ich mich, nachdem ich Ende letzter Woche von der zweiwöchigen Asien Kurstournee für BERNINA zurückgekehrt bin. Und so ganz angekommen bin ich auch noch nicht. Mit den Füssen am Boden schon, nur der Kopf ist noch reichlich unsortiert. Was hilft ist das Sichten von Hunderten von Fotos und die Notizen im Reisetagebuch und nun auch das Schreiben der versprochenen Reiseberichte für den deutsch- und englischsprachigen BERNINA Blog.

In den kommenden Tagen, jeweils im Abstand von zwei Tagen werde ich hier im BERNINA Blog berichten. Es wird 2 Reiseberichte der Kursstationen in den CreativCentern von BERNINA Korea in Daegu sowie in Bundang-Seongam bei Seoul geben. Anschliessend folgt ein Bericht über einen freien Tag mit Besuch eines koreanischen Palastes und einer Künstlermeile in Seoul, sowie einer Reportage über den Besuch des Stoffviertels in Seoul.

Dann folgt das Reisetagebuch über BERNINA Indien. Dort fanden 2 Kurse im BERNINA Creativcenter in Mumbai (Bombay) statt, danach wird es ebenso spannend weiterzulesen sein über den Kurs im “The Square Inch” CreativCenter in Chennai (Madras). Und dann sollte man Indien nicht verlassen haben, ohne einen Sari gekauft zu haben. Zu diesem Kauf, mit verführerischstem Laden und allem drum und dran, sowie einigen Eindrücken des Landes, die ich in den wenigen freien Momenten erhaschen konnte wird es dann den letzten von insgesamt 7 Reisetagebüchern geben.

Doch bevor ich mit dem eigentlichen Erzählen beginne, gilt mein allerherzlichster Dank Sabine Scheiner von BERNINA International AG, Steckborn, die mich in der Planung und Vorbereitung mehr als hilfreich unterstützt hat und die gesamte Koordination mit ihren Partnern in Korea und Indien gemanagt hat. Ohne dich, liebe Sabine, wäre all dies gar nicht möglich gewesen.

Am Mittwoch, den 8. April ging es nach wochenlanger intensiver Vorbereitung endlich los. Die meisten Kursmaterialien hatte ich bereits Wochen im voraus per Luftfracht nach Korea und Indien geschickt. Einen zweiten Koffer mit Exponaten und kleineren Kursmaterialien konnte ich im normalen Fluggepäck mitnehmen.

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Der nächstliegende Flughafen von meinem neuen Zuhause ist Stuttgart und so konnte ich dort bequemst bereits alle Koffer bis auf mein Handgepäck abgeben und musste mich bis Seoul nicht weiter darum kümmern. So gab es von Stuttgart am Nachmittag einen kurzen Hüpfer bis Amsterdam Schiphol. In Amsterdam ging es durch den Transitbereich schnellstens zum Anschlussflug nach Seoul. Und dann kam auch bei mir endlich das Gefühl durch: es geht jetzt los. Nun bin ich auf dem Weg. Nach der vielen Vorbereitung, den Kursen und dem Alltagsgeschäft, wo nur eins nach dem anderen gemacht werden konnte, blieb dafür keine Zeit. Und nun war sie da, die Vorfreude.

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Gute 12 Stunden und einem angehmen Nachtflug später landete ich am Nachmittag, mit einer Zeitversetzung von + 8 Stunden in Seoul. Weitere 2 Stunden dauerte es dann, bis ich durch die Passkontrolle war und meine beiden Koffer (hurra, sie sind beide beim Transit mitgekommen!) in Empfang nehmen konnte. Dann endlich traf ich Mr. Kim von BERNINA Korea und Sue, die Übersetzerin, die über die ganze Woche in Korea einen fantastischen Job gemacht und die Kommunikation mit den mir begegnenden Koreanerinnen und Koreanern möglich gemacht hat.

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Nach einem schnellen Kaffee ging es zum Bahngleis, auf in den Schnellzug KTX um mit mehr als 300 km/h bis in den Südosten des Landes nach Daegu weiterzureisen.

Hier gibt es einen kurzen Blick auf die Verbindung zwischen Seoul Flughafen und dem Festland, bei Ebbe.

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In Daegu angekommen trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen mit San Jung Lee von BERNINA Korea, sowie Gye Soon Ahn, einer koreanischen Quiltkünstlerin, die ebenfalls im Bernina CreativCenter in Daegu arbeitet.

Nach 22 Stunden fiel ich im Hotel dann in einen narkoseähnlichen Tiefschlaf.

Der nächste Tag brachte Sonnenschein, das Klima in Südkorea ist unserem mitteleuropäischen ganz ähnlich. Das Frühstück, bei dem mich Sue begleitete, war spannend. Fotos hierzu gibt es später in diesem Bericht. Und kurz nach 8:30h ging es dann durch Daegu, chauffiert von San Jung Lee zum Bernina CreativCenter.

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Der Kursraum in diesem kleinen, aber feinen Center war bereits von Gye vorbereitet worden und es galt nur noch den Materialkoffer auszupacken und die Kursmaterialien bereitzustellen.

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Und dann gab es ein freudiges Hallo und Wiedersehen von vielen bekannten Gesichtern. Letzten September durfte ich bereits die Bekanntschaft einiger herzlicher koreanischer Damen in Steckborn im CreativCenter machen. Sich dann in ihrem Land wiederzusehen war schon sehr speziell.

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Die Kommunikation ebenfalls, denn Sue konnte ja nicht überall und gleichzeitig sein, doch verstanden wir uns irgendwie immer.

San Jung Lee eröffnete den Workshop, dann folgte eine kurze Vorstellung meinerseits, doch hielt ich die wie üblich sehr kurz und knapp, wichtiger war es, dass die Farbtöpfe endlich geöffnet werden durften und die Kurteilnehmerinnen ans arbeiten kamen. Man beachte auf dem zweiten Bild, dass die Übersetzerin nicht nur meine Worte, sondern auch Mimik und Gestik übernahm ;-). Nein, das war reiner Zufall. Aber ein schöner.

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So gab es an dieser Stelle eine ausführliche Materialkunde und Präsentation der Techniken zur Stoffgestaltung, die intensivst fotografisch und videotechnisch auf den zur Verfügung stehenden Geräten festgehalten wurde.

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Und dann waren die lieben Koreaninnen nicht mehr zu halten. Ohne jegliche Berührungsängste vor Materialien und Techniken legten sie los.

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Es wurde getestet, gedruckt, experimentiert, die Tische wandelten sich in ein herrliches kreatives Chaos und ab und an hatte ich so meine Bedenken, ob Mr. Kim und Mr. Lee mit solch etwas überhaupt gerechnet hatten…..doch was zählt ist das Ergebnis und so entspannten sie sich auch ganz schnell wieder.

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Nach einem Lunch (hierzu gibt es später auch Fotos) fanden wir schnell zurück ins CreativCenter, dann gab es noch einen schnellen Kaffee und anschliessend ging es an die BERNINA Nähmaschinen.

Mir war es schon bei der Planung der Reise und der Workshops wichtig und zugleich eine Herausforderung, den hochkreativen Koreanerinnen, die teils selbst fantastische Künstlerinnen sind, etwas von meiner kreativen Handschrift weiterzugeben. Und ich war äusserst neugierig und gespannt, wie sich beides dann mischen würde.

So gab es bevor die Nähmaschinen eingeschaltet wurden von meiner Seite aus eine Einführung in meine Art und Weise des modernen künstlerischen Freihandquiltens.

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Und dies wurde dann auch umgesetzt. Schnellstens, unkompliziert, mit viel Spass an dieser neuen Art. Die zuvor gestalteten Stoffe bekamen ein weiteres Gesicht und die asiatische Handschrift darin ist unverkennbar. West meets East war gelungen.

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Am Ende des Workshops war es dann an mir etwas über meinen Werdegang, meine Intention und meine eigene Person als Künstlerin zu erzählen.

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Und danach, als alle müde und zufrieden waren bekam jede Teilnehmerin des Workshops ihr Zertifikat überreicht. Und als kleines Dankeschön gab ich mit dem Zertifikat auch eine selbstgedruckte und genähte Kunstkarte mit Umschlag. Geben und Nehmen, im Gleichklang.

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Es war ein toller und rundum gelungener erster Kurstag.

Der Abend klang bei einem netten Abendessen in stilsicherem Koreanischen Ambiente aus. Es gab Tofu und feines Rindfleisch, Brühe, helles und dunkles Sesambrot mit Sesamöl, Rohkost und als Dessert ein Sesameis, spannend.

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Gute Nacht.

Der zweite Kurstag startete wieder zeitig. Um 7:30h traf ich mich mit Sue im Frühstücksraum des Hotels. Und wer hier ein intercontinentales Frühstück erwartet, der liegt ziemlich falsch ;-).

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Anschliessend empfing uns ein weiterer milder Frühlingsmorgen vor dem Hotel, die Azaleen zauberten neben den gerade grün werdenden Ginkobäumen, die die Strassen der grossen Städte säumen und füllen, bunte Farbflecken. Und immer wieder waren diese roten Kiefern im Strassenbild, an Plätzen, auf Dachterassen, schlicht immer und überall zu sehen.

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Der zweite Workshoptag begann. Erneut fanden Begrüssung, Vorstellung und Materialkunde statt. Und da die Koreanerinnen am ersten Workshoptag in einem verrückten Tempo gedruckt hatten, bat ich nun darum, die mitgebrachten Stoffe in kleine Stücke aufzuteilen und Kleinserien zu drucken, damit anschliessend vor dem Freihandquilten eine Kollage genäht werden konnte.

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Es begeisterte mich immer wieder aufs Neue, wie die asiatische Handschrift mit Form- und Farbgebung in diese Stoffgestaltung hineinmischte.

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Der Vormittag ging rum wie im Flug und es war Zeit für das Lunch. Hier mussten wir, wie schon am Vortag nur über die Strasse laufen und fanden uns erneut in einem kleinen koranischen Lokal wieder. Die liebe alte Dame, die hier über Töpfe und Pfannen herrschte war ein echtes Unikum. Sie hatte ihre Familie, die mit ihr den Laden schmiss, sowie die Gäste fest im Griff ;-).

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Die Tische waren bereits für uns gedeckt, es gab als “Basis” einen in einer Chromaganschale gereichten Blattsalat mit Sesamöl und Chili, dazu bediente man sich von all den Beilagen, die reichlich in Schälchen auf dem Tisch bereitet waren.

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Ein Schälchen mit wohlriechendem und dampfendem Klebreis teilte die alte, immer ein Lächeln auf dem Gesicht tragende Koreanerin aus.

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Und was soll ich sagen: das Essen mit Stäbchen ist ja schon eine Sache für sich – wenn es Holzstäbchen sind. Es ist aber nochmals eine ganz andere Geschichte, wenn die Stäbchen schön schmal und aus glattem Metall sind. Nun ja, sie reichten mir dann noch eine Gabel, die ich allerdings ignorierte.

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Mitgefangen, mitgeklappert sozusagen ;-).

Gesättigt und ausgeruht ging es dann am Nachmittag an die BERNINA Nähmaschinen. Auch hier gab es Tipps und Tricks zum Gestalten mit Garn und entsprechenden Farben, sowie der Ausgestaltung, oder Neugestaltung der erstellten Stoffe mittels Freihandquilten. Es war schlichtweg jedes Modell, das BERNINA baut hier vertreten. Über die neue grosse BERNINA 880 teilten sich die BERNINA 780, die BERNINA 750, die BERNINA 710, die Maschinen der BERNINA 500 Serie die Plätze auf den Arbeitstischen.

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Die Ergebnisse waren klasse – die Damen mit viel Eifer und Konzentration dabei. Hier hörte man nur noch das Surren der BERNINAs.

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Die Stunden vergingen im Nu und dann war auch der zweite Kurstag in Daegu, der ersten Station meiner Kurstournee schon vorbei. Die Zertifikate und Karten wurden überreicht, es wurde sich gedrückt und freundschaftlich liebevoll verabschiedet und auf das nächste Treffen verabredet.

So verschieden wir Frauen auch alle sind und waren in den Workshops, seien es Religion, Kultur, ethnische Hintergründe, eines haben wir gemeinsam: das Interesse am Werkstoff Textil. Und die Begeisterung, die wir für die BERNINA Nähmaschinen teilen. Ihre Zuverlässigkeit, den Service den BERNINA weltweit bietet. Die Bernina Familie die gelebt wird, die lebendig ist. Und die trotz 8900 Kilometer Entfernung von der Zentrale in Steckborn immer hautnah spürbar ist. BERNINA ist einzigartig.

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Und nachdem der Materialkoffer wieder gepackt war, ging es eine Stunde später nach Daegu zum Bahnhof und der KTX transportierte Mr. Kim, Sue und mich mit 300 km/h in die Nacht Richtung Seoul.

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Es ist nun also Samstag, 23 Uhr, als ich im Hotel in Bundang, Nähe Seoul einchecke. Morgen, Sonntag ist der einzig freie Tag in den gesamten 2 Wochen und ich bin gespannt, was mich erwartet. Mr. Kim wird mich um 10 Uhr am Hotel abholen.

Lesen wir uns?

Herzliche Grüße,

Jutta Hellbach

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