Kreative Artikel zum Thema Nähen

BERNINA Worldwide Reisetagebuch 6, Chennai (Indien)

Montag, 20. April 2015

Wieder einmal habe ich mein Gepäck komplett umgepackt und lasse einen Koffer und eine grosse Tasche im Tresorraum des Hotels einschliessen. Der grüne Materialkoffer und ein Bordcase kommen mit nach Chennai, an die Westküste Indiens, wo Ajay und ich Tina Katwal, Ajays erste weibliche BERNINA Händlerin in seinem Vertriebsnetz besuchen und auch morgen dort einen Kurs für Papierlamination durchführen werden. Ich habe mich schon lange auf diesen Besuch gefreut und bin nun ganz gespannt was mich erwartet.

Der Flug geht zeitig und so werde ich bereits früh von Ajay am Hotel abgeholt. Nach knapp 2 Stunden Flug ist Chennai bereits erreicht.Und hier ist es noch eine Spur wärmer, doch die Luftfeuchtigkeit scheint etwas niedriger als im Mumbai zu sein. Jedenfalls knallt die Sonne erbarmungslos vom strahlend blauen Himmel. Indien, wunderbares Land.

DSC_2982

DSC_2979

Tina hat für diese Kurstage einen Fahrer gebucht, der unser ständiger Begleiter sein wird. So werden wir von ihm nun am Flughafen Chennai abgeholt und sicher durch den nicht ganz so dichten Verkehr wie in Mumbai chauffiert. Zuerst kann ich schnell in meinem Hotel einchecken, das unweit des Strandes  zum Golf von Bengalen, dem nordöstlichen Randmeer des Indischen Ozeans liegt. Nach einer kurzen Erfrischung gehts dann bereits ins naheliegende Studio zu Tina Katwal. Die Begrüssung ist herzlichst und ganz schnell merken wir, dass die Chemie zwischen uns stimmt.

11204785_947064415325176_1655577332_o

11221181_947064258658525_1761666344_o

11091050_947064081991876_2093237725_o

11215620_947064315325186_223887554_o

Mein Blick gleitet durch den angenehm kühlen und sehr hohen Raum. Vertraute Einrichtungsgegenstände wie die weltweit identischen BERNINA Regale mit den BERNINAs fallen mir ins Auge und bleiben dann auf den vielen Stoffstapeln hängen. Oh mein Gott! Auf mein genussvolles Seufzen hin erklärt mir Tina, dass dies in Chennai hergestellte Indische Batiks sind. Schauen Sie sich diese Farben an….

DSC_2987

DSC_2988

DSC_2989

DSC_2991

DSC_2993

DSC_2994

DSC_2995

DSC_2996

DSC_2997

DSC_2999

DSC_2990

Gemeinsam fassen wir an und richten den Arbeitsbereich für den kommenden Kurstag ein.

DSC_2998

Und dann war auch in Indien endlich ein wenig Zeit etwas von Land und Leuten kennenzulernen. Zu dem Angebot einen Indischen Tempel und eine besondere Kirche zu besuchen, sagte ich nicht nein. Und so fuhr uns der symphatische Fahrer zuerst eine Weile durch die nun dicht mit Fahrzeugen besiedelten Strassen Chennais. Immer wieder erhaschte ich den Blick auf kleinere Tempel, die sich zwischen Kiosken und grösseren Geschäften, Wohnhäusern und Parks befinden. Religion spielt in Indien eine ungleich grössere Rolle als bei uns in Deutschland. Der regelmässige tägliche Besuch im Tempel gehört zum Alltag.

Der Weg zum Tempel war von unzähligen Verkaufsständen gesäumt, an denen die Opfergaben zum Gebet an die Götter erstanden werden konnten.

DSC_3000

DSC_3001

Dann hiess es “Schuhe aus” und wenn man diese nicht einfach irgendwo herum stehen lassen wollte, gab man sie beim “Hüter der Schuhe” ab und erhielt ein Märkchen. Der Boden war schon recht warm, jedoch nicht heiss oder unangenehm.

DSC_3002

DSC_3003

DSC_3004

Schritt für Schritt näherten wir uns nun dem Tempelinneren. Zu Anfang fotografierte ich noch, doch irgendwann liess ich die Kamera schweigen. Diese spezielle Stimmung im Tempel, zwischen Gebet, Stille und Meditation übertrug sich und jeder Klick und Blitz wären nur noch unpassend gewesen. So sind hier einige Eindrücke dieses so sehr speziellen Bereiches, den ich kennenlernen durfte.

DSC_3005

DSC_3008

DSC_3006

DSC_3007

DSC_3011

DSC_3012

DSC_3009

DSC_3013

DSC_3010

DSC_3014

Still und durchaus von der Stimmung ergriffen verliessen wir diesen heiligen Ort und machten uns auf Richtung dieser besonderen katholischen Kirche, die Tina uns zeigen wollte.

Es war die St. Thomas Basilika, die neben dem Petersdom in Rom und der Kathedrale von Santiago de Compostela auf dem Grab eines Apostels, des Apostels Thomas, der nach Überlieferung im Jahr 72 in Madras den Märtyertod gestorben sein soll, erbaut wurde.

DSC_3016

DSC_3017

DSC_3018

Es war wieder einmal so typisch für Indien – diese starken Kontraste, die binnen weniger Minuten erfolgen.

Danach ging es weiter durch die Strassen Chennais, bis wir an die Küstenstrasse gelangten. Hier war das Nachtleben am Strand erwacht, wo sich Familien und Freunde zum gemeinsamen Feiern und Beisammensein treffen. Doch bis heute sind hier noch Spuren der grauenhaften Tsunami Katastrophe von 2004 zu sehen. Als Tina davon berichtete, als Augenzeugin und Betroffene, wurde mir erneut bewusst, in welch protegierter Gegend wir im inneren Europa leben können.

In einem Indischen Restaurant bekam ich weitere Eindrücke der Indischen Küche, gut war es!

DSC_3020

DSC_3021

DSC_3026

DSC_3029

DSC_3032

Dann ging es später als gedacht ins Bett, meine Erkältung liess immer noch zu wünschen übrig, doch wirkten die Antibiotika bereits.

Gute Nacht.

Dienstag, 21. April 2015

Ich wachte schon früh auf und wagte einen Blick durch die den Raum vor Helligkeit und Hitze schützenden Vorhänge. Atemberaubend schön präsentierte sich das Licht und die Natur an diesem Morgen. Indien.

DSC_3033

DSC_3034

DSC_3035

Und nun war es soweit, endlich trafen die Kursteilnehmerinnen ein, neugierig und sicherlich auch ein wenig aufgeregt, was wohl an diesem Tag auf sie zukommen würde. Hübsche Frauen in allen Alterklassen, wunderschön in Saris gekleidet, andere ganz praktisch in Jeans und Shirt. Herzlichst war auch hier, wie schon zuvor in Mumbai die Begrüssung und nach einer Vorstellung durch Ajay konnte es auch schon losgehen.

11258984_947037388661212_470718721_n

11256425_947036941994590_716518980_n

Da auch hier der Kursinhalt Papierlamination gewählt wurde, hatte Tina unzählige Zeitungen mit fantastischen Bildern und Überschriften zusammengetragen. Wow, das konnte sich sehen lassen. Und alle griffen mit Begeisterung zu und schufen die tollsten Kollagen!

DSC_3036

DSC_3039DSC_3042

DSC_3041

Es wurde laminiert, anschliessend gedruckt, die Sicherheit für Farben lag auch diesen Damen schlicht im Blut!

11117660_947036571994627_642412103_n

DSC_3045

DSC_3046

Es wurde spannend. Die Papierlaminationen waren ein Hauch von wunderschönem Organza, dazu die gelungenen Drucke. Nun ging es an die BERNINA Nähmaschinen. Ans Freihandquilten und Zusammennähen. Und ein paar der zwölf Teilnehmerinnen hatten noch nie zuvor an einer Nähmaschine gesessen. Also übernahm Ajay Gupta den Part der Erklärungen an den BERNINA Nähmaschinen, die Einführung ins Maschinenquilten war dann meine Aufgabe und irgendwie lief es dann wie von selbst. Es war nicht zu glauben: diese Damen, die nie zuvor genäht hatten, quilteten ganz einfach drauf los. Ohne sich grossartig Gedanken zu machen. Und genau das ist der Weg. Wunderbar! Allerdings waren auch ein paar routinierte Quilterinnen dabei. Also alles in allem eine sehr schöne Teilnehmer-Mischung.

chennai

DSC_3047

DSC_3048

DSC_3049

DSC_3050

DSC_3051

DSC_3052

DSC_3053

DSC_3065

DSC_3066

DSC_3064

DSC_3067

Diese Ergebnisse waren schlicht berauschend! Eine Kollage wie die andere war gelungen. Die Teilnehmerinnen waren hingerissen und ich war sehr beeindruckt!!

DSC_3071

DSC_3072

DSC_3073

DSC_3063

DSC_3062

DSC_3060

DSC_3059

DSC_3058

DSC_3057

DSC_3056

DSC_3054

Stolz und sicherlich auch ein wenig von sich selbst überrascht erhalten zum Ende des Workshops alle Teilnehmerinnen ihr wohlverdientes Zertifikat. Wie schön war dieser Kurs, alles war stimmig, es hätte nicht besser sein können. Und für meine Workshopreise nach Asien war dies ein gelungener Abschluss mit einem schwungvoll, kreativer Schlussstrich.

11156142_940112582687026_776867917296438565_n

Nun ja, zumindest arbeitstechnisch gesehen. Was nun noch folgte war der Gipfel.

Doch davon berichte ich übermorgen im nächsten und letzten Reisetagebuch aus Indien.

Herzlichst,

J. Hellbach

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Kommentare zu diesem Artikel

Sie wollen den BERNINA Blog verlassen?

Tragen Sie sich davor in unseren Newsletter ein und lassen Sie sich auch zukünftig von BERNINA inspirieren. Über unseren Newsletter senden wir Ihnen einmal pro Woche raffinierte Anleitungen und Vorlagen für Ihre kommenden Nähprojekte.