Kreative Artikel zum Thema Quilten

Quilten auf der Bernina Q24 Longarm

Am vergangenen Wochenende habe ich als Kursleiterin zwei Kurse im Creative Center in Steckborn geben dürfen und hatte anschließend die einmalige Gelegenheit, einen meiner Quilts probehalber auf der neunen Q24 Longarmmaschine zu quilten! Über meine Erfahrungen dazu möchte ich euch heute gerne berichten.

Bei meinem Quilt handelte es sich um einen Scrap Log Cabin, bestehend aus 20 Blöcken je 40 x 40 cm groß mit einem Gesamtmaß von ca 160 x 200 cm. Für die Rückseite musste ich einen karierten Stoff um eine eingefügte Bahn aus einem rot gepunkteten Stoff ergänzen, um auf ein Maß von 180 x 220 zu kommen – Rückseite und Vlies sollten zumindest auf allen vier Seiten in etwa 5-10 cm breiter sein als das eigentliche Quiltmaß.

Sarah Cadwell, eine Mitarbeiterin der Firma Bernina war so freundlich, mich beim Einspannen der Materialien und bei den ersten Schritten auf der Q24 zu begleiten.

Zunächst spannt man den Rückseitenstoff an die dafür vorgesehenen Rolle. Die untere Stoffkante wird von der Mitte aus mittels langen Nadeln an die Kante einen festen Canvas geheftet, der mit dieser Rolle bereits verbunden ist. Das obere Ende des Rückseitenstoffs verbindet man auf gleiche Art mit dem Canvas auf der “Take-up-Rolle” – auf dieser wird nachher das gequiltete Material aufgerollt.

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Anschließend legt man das Vlies zwischen die Rollen auf den eingespannten Rückseitenstoff. Das Vlies liegt lose zwischen eingespannte Ouilttop und Rückseitenstoff. Zum Schluss der Vorbereitungen wird das Quiltop an die dafür vorgesehene Rolle befestigt.

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Auf dem Bild könnt ihr die Mittelmarkierung (dunkler Stich quer zur Kante) auf dem hellen Canvas-Stoff sehen. Anhand dieser kann man sowohl Quilttop als auch Rückseitenstoff genau mittig ausrichten. Mit den Nadeln wird dann von der Mittelmarkierung aus nach außen hin der Stoff angeheftet. Das Quiltop wird dann mit der oberen Kante auf Rückseite samt Vlies ausgelegt und zunächst auch mit Nadeln festgesteckt.

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Seitlich helfen je zwei Klammern mit Gummiseil, den Rückseitenstoff stramm zu halten. Schaut euch auch das Video zu den bisher beschriebenen Schritten an, das Bernina hierzu gedreht hat!

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Nachdem die verschieden Materialien eingespannt sind, musste die (sehr große) Spule mit garn bestückt werden. Das Prinzip ist das gleiche, wie bei allen Bernina Maschine bezüglich des Spulvorgangs. Das Garn wird von der Garnrolle über eine Spulvorspannung zur Garnrolle geführt. Dann wird der Einschalthebel in Richtung Spule gedrückt und der Faden dann automatische gespult.

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Die Spulkapsel entspricht auch den üblichen Bernina Maschinen, nur dass sie entsprechend größer ausfällt. Sehr praktisch fand ich, dass man die Fadenspannung der Spulkapsel in einem extra Messgerät für die Unterfadenspannung testen kann! Je nach Testergebnis kann man an der Stellschraube den Druck der Feder auf das Garn neu justieren und anschließend die Spannung ein weiteres Mal kontrollieren. So wird gewährleistet, dass die Unterfadenspannung immer exakt zum Garn ausgelotet ist!

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Wie ihr sehen könnt, entspricht der Greifer und das Einsetzten der Spulkapsel dem, was ihr von euren Maschinen kennt. Auf diesem Bild sieht man die beiden links und rechts vom Greifer positionierten BSR-Sensoren (BSR – Bernina Stichregulator) . In der Broschüre von Bernina für die Q24 heißte es: “Die Q 24 ist mit dem BERNINA Langarm-Stichregulator ausgestattet. Fest integriert, hilft er Ihnen durch zwei Sensoren dabei, jeden Stich exakt gleich lang zu nähen, unabhängig von der Geschwindigkeit, mit der Sie quilten. Der BSR verfügt über drei Modi. Der BERNINA Langarm-Stichregulator sorgt selbst bei variierenden Nähgeschwindigkeiten für einheitliche Stichlängen. Sie haben die Wahl zwischen drei BSR-Einstellungen, wobei es sich bei einer davon um einen Heftmodus handelt.”

Das Einfädeln des Oberfadens bereitet auch keine größere Mühe, sodass die Maschine jetzt startklar war!

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Wie oben schon beschrieben bietet der BSR verschiedene Möglichkeiten an, die man über den Touchscreen am Maschinenkopf bequem einstellen kann. Der Heftmodus ist das Programm BSR3. Innerhalb diesen Programms kann man zwischen den Stichlänge (SPI = Stich per Inch) SPI 1, SPI 2 und SPI 4 wählen. Zum Heften meines Quilts habe ich SPI 2 gewählt.

Auf dem Bildschirm seht ihr in der unteren Reihe vier Symbole: 1. Füßchenposition hoch/runter, 2. Fadenvernähen, 3. Nadelpostion oben/unten und 4. Start/Stop  Die Symbole geben an, welche Funktionen die Kippschalter an den Griffenden programmiert sind. Symbol 1. und 2. sind am Kippschalter des rechten Griffs, während Symbol 3. und 4. am rechten Griff zu schalten sind. Man kann sich die Kippschalter so einstellen, dass es für einen selber passt.

Ich gehe hier ganz bewusst nur auf die Dinge am Touchscreen ein, die für mein Projekt von Bedeutung waren – es gibt wirklich unzählige Funktionen, die man einstellen kann. Bei allen Möglichkeiten bleibt die Bedingung aber immer übersichtlich und fast selbsterklärend! Die Symbole sind logisch und entsprechen denen auf den gewohnten Displays der kleineren Maschinen. Wenn man dennoch nicht weiter weiß, gibt es über das Hauptmenue die Möglichkeit zu allen Funktionen im Hilfsmenue Antworten zu finden.

Mehr zu den Funktionen und dem Display findet ihr in diesem informativen Video von Bernina International.

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Am Griff meiner rechten Hand könnt ihr den Kippschalter erkennen, von dem gerade die Rede war.

Auf diesem Bild seht ihr, wie ich den Quilt mit Hilfe des BSR-Heft-Modus hefte. Dies tat ich nicht nur den oberen Rand des Quilts, sondern habe mir die ganze Fläche ringsum geheftet – damit gewährleiste ich, dass mir die Flächen plan übereinander liegen. Die Heftfäden lassen sich später bequem wieder aus dem Quilt heraus ziehen. Auch seht ihr, dass ich den eine Griff, mit dem ich die Maschine führe in diesem Fall hochgestellt hatte. Zum Heften erschien mir das praktischer. Später beim Quilten habe ich beide Griffe parallel weiter untern positioniert. Die Griffe lassen sich sehr einfach durch das Öffnen der Klemmen an den Griffstangen und hinter dem Maschinenkopf in die gewünschte Position justieren. Mit der Zeit findet man schnell heraus, wie sie am bequemsten für einen einzustellen sind.

Übrigens ist der gesamte Quiltrahmen individuell Höhenverstellbar. So müssen sich die größeren unter uns nicht bücken und die kleineren (wie ich) nicht auf Zehenspitzen stellen, um an der Longarm arbeiten zu können 🙂

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Egal wie schnell oder langsam man die Naht durch das Bewegen der Maschine auslöst, der Stich bleibt immer exakt gleich lang!

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Nachdem die zu quiltende Fläche geheftet war, konnte ich mit der eigentliche Arbeit anfangen! Dazu habe ich den Modus BSR1 angewählt – SPI 10 heißt 10 Stiche pro Inch und die Geschwindigkeit ist mit 250 Stiche pro Minute eingestellt. Die Einstellungen kann man bequem ändern, indem man auf die Plus/Minus-Symbole klickt oder den Regler verschiebt. Es handelt sich hier um die Werkseinstellung, die für den Beginn sehr empfehlenswert ist! Wenn man öfter an der Maschine arbeitet und eigenen Einstellungen beibehalten möchte, kann man sich diese “Personalisieren” – ihr seht auf dem Display links die schwarz hinterlegte Leiste und das Symbol P1. Hier könnt ihr eure eigenen Einstellungen hinterlegen, diesen einen Namen geben und immer wieder abrufen!

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Und dann ging es endlich los! Kein Kraftaufwand erforderlich, langsam oder schnell …. – einfach nur nach Lust und Laune und mit Hilfe der beiden Griffe (oder auch nur einem…) den Maschinenkopf so bewegen, das sich die Quiltlinien ergeben. Man kommt enorm schnell in den Flow!! Die Teilungsnähte/Erhebungen lassen sich problemlos übernähen, bald hat man das Gefühl, das Top besteht aus nur einem einzigen Stoff, so easy näht die Maschine selbst über die größte Anhäufung von Nahtzugaben hinweg. Durch die LED´s am gesamten Freiarm ist der Nähbereich immer perfekt ausgeleuchtet und man kann alle Details am Quilt und die Quiltlinien sehr gut einsehen. Das ist besonders wichtig, wenn man – nicht wie ich hier – Teilbereiche mit verschiedenen und aufwendigen Mustern quilten möchte!

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Am anderen Ende des Quiltrahmens angekommen verriegelt man das Nahtende, schneidet den Faden ab…..

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…. und rollt den fertig gequilteten Bereich des Quilts auf die “Take up roll”. Gleichzeitig werden von den beiden andern bespannten Rollen weiterer Rückseitenstoff und Quilttop nachgezogen. Man muss dann wieder den zu quiltenden Bereich heften, bevor es erneut ans Quilten geht.

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Trotz großer Spule ist auch hier der Unterfaden dann irgendwann mal ausgegangen – kein Problem: Spule raus, neu spulen, Spule wieder rein und wie bei der “normalen Maschine” vor dem Los nähen, den Unterfaden nach oben ziehen, beide beim Los nähen etwas mit der Hand fixieren und dann kann´s weiter gehen 🙂

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Am unteren Ende des Quilttops löst man dies von der Rolle und steckt den Rand mit Hilfe von Nadeln auf Vlies/Rückseitenstoff. Dann heftet man die Schnittkante mit dem Programm BSR3 und legt ein letztes Mal los, um den Rest des Quilts zu quilten.

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Ich habe die ganze Zeit ein Dauergrinsen gehabt, weil es so eine Menge Spaß bereitet hat, meinen Quilt so entspannt und problemlos auf dieser fantastischen Maschine quilten zu dürfen. Keine Nackenverrenkungen, kein Gewurschtel unter der Maschine, keine Falten auf der Rückseite, immer gleiche Stichlänge – wenn das kein Grund ist, ständig zu Grinsen…. Allerdings war ich viel zu schnell fertig!

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Den fertigen Quilt aus der Maschine zu entnehmen war dann auch ein Kinderspiel. Anschließend habe ich die Maschine wieder in ihren ursprünglichen Zustand gebracht, sprich: den Canvas auf die Rollen zurück gerollt, die Spule geleert, das Gehäuse gesäubert und den Tisch abgewischt – denn bald finden wieder Kurs an den im Creative Center stehenden Q24 statt! Und ich kann euch wirklich nur empfehlen, an einem dieser teilzunehmen! Die nächsten Kurse im Bernina Creative Center finden Ende August und Anfang Oktober satt.

Quiltmanufaktur - Wonky Log Cabin - Fleißige Bee´chen 2015 (1)

 

 

 

 

 

 

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