Kreative Artikel zum Thema Quilten

Anleitung für zwei Patchworkkissen – und die Freuden einer Mutter

15 - fertige kissen

Die eine oder andere von Euch kennt mich ja schon und weiß damit auch so einiges über mich – zum einen, dass ich 5 Kinder habe – zum anderen, dass ich mich gerne mit ganz viel bunten Dingen umgebe. Und dass ich schon eine ziemliche Menge an Quilts, Kissen, Tischsets, Tischläufern, Taschen, etc. produziere.

Und da ich die ja nicht verkaufe und man nun wirklich nicht mehr als – sagen wir mal 20 Quilts für den eigenen Haushalt braucht, finde ich es ja prinzipiell ganz schön, wenn eines meiner Kinder oder Enkelkinder am Ende fragt: Kann ich den haben?

Dabei gibt es nur ein Problem: ich habe meinen Kindern ganz offenbar in der prägenden Phase ihrer Kindheit ein nicht mehr zu therapierendes Farbtrauma verpasst. All diese bunten Kleidchen, die quitschebunten Zimmer – das hat dazu geführt, dass die Zimmer bzw. Wohnungen meiner Kinder durch die Bank so aussehen: grau, weiß, schwarz und als knallige Akzentfarbe dann vielleicht noch mal ein kräftiges beige.

Wenn ich also bewusst für eines meiner Kinder etwas nähen will, dann muss das so aussehen wir dieser Quilt und die Kissen dort oben auf dem Bild. Das ist hart für mich, so was zu nähen – ja, selbst ich finde, das sieht recht gut aus – aber wäre das in türkis, pink, blau und grün nicht noch schöner geworden? Eben.

Aber nichtsdestotrotz, was ich Euch eigentlich zeigen wollte ist zum einen, wie nett sich Dinge machen, die einen Farbverlauf haben (okay, soweit man hier von Farbe sprechen kann). Momentan sind ja auch alle Arten von Ombre Stoffen sehr angesagt, in nächster Zeit kommt sogar gleich eine ganze Stoffserie mit Uni-Ombres raus, aus denen man wirklich ganz reizende Dinge nähen kann. Ebenfalls angesagt sind momentan sogenannte “low volume” Stoffe, also Stoffe, bei denen das Muster relativ dezent im Stoff verschwindet und die man dann praktisch wie einen echten Uni-Stoff verwenden kann. Dazu gehören auch die “Modern Background” Stoffe von Zen Chic. Hinter Zen Chic verbirgt sich die Designerin Brigitte Heitland – übrigens die einzige deutsche Designerin beim Patchworkstoff-Riesen Moda.

Ich hatte also schon diesen Quilt fertiggestellt, der von oben nach unten von schwarz über dunkelgrau, mittelgrau bis hellgrau einen sehr dezenten Verlauf hat. Aus den Resten meiner 2 1/2″ Quadrate wollte ich dann noch zwei passende Kissen nähen und da ich gerne zwei Fliegen mit einer Klappe schlage, wollte ich auch mal zeigen, wofür und wie man den “Quilter’s Grid” verwendet.

Quilter’s Grid ist ein ganz dünnes Bügelvlies, auf dem 1″ Quadrate eingezeichnet sind. Wenn man zum Beispiel ganz kleine Quadrate aneinander nähen will – 1 1/2 Inch zum Beispiel und möchte sichergehen, dass alle Ecken ganz genau aufeinander sitzen, dann empfiehlt es sich, dieses Vlies zu verwenden. Es hat zum Beispiel beim erstellen von “Watercolor Quilts” den Vorteil, dass man seine Teile erst auslegen und in Ruhe die Komposition anschauen kann, bevor man diese festbügelt.

Und so gehts:

Material für 2 Kissen von 45 x 45 cm:

81 farbige Stoffquadrate 2 1/2″
81 uni Stoffquadrate 2 1/2″
50 cm Quilters Grid ( 2 Stücke ausschneiden die jeweils 22,5″ x 22,5″ groß sind – dabei auf die eingezeichneten Raster achten!)
50 cm Unistoff für die Rückseite des Tops (bei mir weiß)
50 cm Uni Stoff für die Rückseite des Kissens(diesen dann in 4 Teile von je 25 x 50 cm schneiden) bei mir schwarz
2 Stücke Endlosreißverschluss, je 55 cm lang mit je einem Zipper
2 Stücke Bügelvlies (H 630 oder H 640) – optional

Nähanleitung:

2 - quadrate anordnen 2

Eure Stoffquadrate in Reihen von 9 x 9 auf der Bügelseite Eures Quilter’s Grid auflegen (dabei immer schön auf die Linien achten)

3 - quadrate fest bügeln

Festbügeln, dabei mit dem Bügeleisen nicht hin- und herbewegen, sondern immer einfach aufsetzen, bis 10 zählen und in die nächste Position heben. Gut auskühlen lassen.

Nun werden zunächst alle Längsnähte genäht (Nahtzugabe 1/4″) – dazu einfach eine komplette Reihe umknicken….

4 - Reihen umknicken

…und mit 1/4″ Nahtzugabe absteppen. Ich benutze dazu den 1/4″ Fuß Nr. 37D mit Obertransport.

5 - reihen nähen

Alle Längsreihen der Reihen nach nähen, das sieht dann so aus:

6 - fertig genähte reihen

Jetzt müsst Ihr diese Nähte ein wenig einschneiden und zwar immer zwischen den Stoffquadraten (dabei natürlich nicht bis in die Naht hinein schneiden!) Immer dort schneiden, wo entweder der eingezeichnete Strich auf dem Quilter’s Grid ist oder genau in der Mitte zwischen zwei Quadraten – also weniger auf den Stoff selber achten und mehr auf das Quilter’s Grid.

7 - Reihen einschneiden

Jetzt nehmt Ihr Eurer Teil wieder an die Nähmaschine und näht die Querreihen, dabei immer darauf achten, dass die Nahtzugaben jeder bereits genähten Längsreihe in unterschiedliche Richtungen zeigen (z.B. die oben liegende NZG nach unten und die unten liegende nach oben, sonst werden die Nähte zu dick)

Jetzt werden die Nahtzugaben der Querreihen in eine Richtung gebügelt. Dazu am besten das Werkstück in der einen Hand etwas hochhalten und von oben dann Reihe für Reihe die Nähte in eine Richtung bügeln.

So sieht Euer fertiges Top aus:

9 - fertig genähtes top kissen 2

10 - fertiges top kissen 1

Jetzt müsst Ihr Euch entscheiden, ob Ihr das ganze noch ein bisschen üppiger quilten möchtet. Bei mir lautet die Antwort fast immer: ummmm, ja.
Wenn Ihr das nicht wollt, könnt Ihr jetzt eigentlich schon die weiße Rückseite des Tops von hinten an das Top heften (mit Reihgarn, Sprühkleber oder Nadeln) und zwei Längs- und zwei Quernähte im Nahtschatten durch das Top nähen.

Wenn Ihr doch ein bisschen mehr quilten wollt, dann wird jetzt von unten das H630 oder H640 aufgebügelt, dann erst der Rückenstoff darunter geheftet.

11 - quilten rückseite

Wie Ihr seht, habe ich immer die Mittelquadrate ausgelassen und nur die Quadrate drum herum gequiltet. Zum Schluß noch einmal knappkantig um das ganze Teil herumnähen um die Ränder zu fixieren.

Wie Ihr Eure Kissenrückseite machen möchtet ist natürlich auch immer Geschmackssache, ob mit Hotelverschluss oder doch lieber Reißverschluss – und ob dieser mittig oder unten sitzen soll.

Ich mache das jedenfalls immer so. Ich setze meinen Reißverschluss in die Mitte – dafür bügle ich eine lange Seite der schwarzen Rechtecke 1 cm nach innen um, lege meinen Reißverschluss rechts auf rechts auf die gerade gebügelte Kante, nähe diesen mit Fuß Nr. 4D fest, klappe den RV nach hinten und nähe noch eine Topstitch-Naht von oben nahe an die Zähnchen. Genauso wird die zweite Stoffhälfte auf das andere Reißverschlussband genäht. Der RV hängt dabei an beiden Enden ein paar cm über.

12 - Rückseite mit RV

Jetzt lege ich mein Top rechts auf rechts auf dieses Rückenquadrat, dieses ist dabei ein bisschen größer als mein Top, öffne den RV bis ca. zur Mitte, stecke das Top mit ein paar Nadeln fest…

13 - Vorder und Rückseite stecken

… und nähe dann mit 1 cm Nahtzugabe einmal rundherum, dabei an den Stellen, wo der RV sitzt ruhig ein oder zweimal hin- und hernähen. Den überstehenden Stoff und RV mit dem Top bündig abschneiden und zum Schluss noch mit einem Zickzack Stich oder mit der Overlock rundherum versäubern. Wenden – und fertig sind Eure Kissen.

Viel Spaß beim Nähen und ich hoffe, ich sehe ein paar von Euren Versionen, Eure Grete

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