Kreative Artikel zum Thema Sticken

Arbeiten mit der Sticksoftware V7 – Teil 2: Digitalisierte Flächenformen verändern und korrigieren

Im letzten Post habe ich Euch gezeigt, wie ihr Flächen mit den verschiedenen Werkzeugen anlegen könnt. Heute geht es mit dem Weiterbearbeiten der Formen los.

Verändern und Korrigieren digitalisierter Flächenformen

Man kann alle Formen, die nach der Anleitung im letzten Post erstellt wurden, nachträglich verändern oder auch korrigieren. Ebenso kann man sie, wenn sie im Pfeilmodus markiert sind, kopieren und einfügen, entweder über die Funktionsleiste “bearbeiten” oder über die Kurztastenfunktionen “strg”+ “c” und “strg” und “v”.

Wie genau Eure persönliche Arbeits-Ansicht beim Arbeiten mit der software aussieht, bestimmt ihr selbst über die hier in den roten Pfeilen eingeschlossenen Einstellungen. Da muß jeder für sich herausfinden, womit er am liebsten arbeitet. Ich arbeite in der Stickansicht und habe rechts zur Übersicht, den “Farbfilm” ausgewählt.

Hier wurde mit Rahmenanzeige, mit Raster und mit Lineal gearbeitet. Mir ist eine leere Arbeitsfläche zu diesem Zeitpunkt der Arbeitsschritte lieber.

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Fangen wir mit den groben Veränderungen der Formen an, ich erkläre dies zunächst für die Arbeit mit der linken Menueleiste, zum Teil kann man die Änderungen auch durch Kurzfunktionen ausführen, das würde aber jetzt den Rahmen sprengen.

Größenänderung und das Strecken oder Stauchen

Dazu markiert man die Form/das Objekt im Pfeil-Modus, greift mit der Maus an einem der “Eckpunkte” an und zieht in die gewünschte Größe oder verzieht die mittleren Punkte und zieht es damit  breiter oder länger.

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Hier zeigt das Programm die genauen Maße in Milliletern an. Alleine mit ziehen und stauchen kann man also eine Form schon erheblich verändern.

Links seht ihr Veränderungen in der Form, rechts in der Größe.

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Korrekturen an der Form

Sicherlich sind v.a. Elemente aus der geschlossenen Handzeichnung  oder dem geschlossen Objekt, wie wir sie im letzten Teil erstellt haben, noch nicht in der Form perfekt und bedürfen einer Nachbearbeitung. In der Grafik unten habe ich mal die Stellen and er Form mit schwarzen Pfeilen markiert, die mich stören würden.

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Um die Form im Einzelnen nachzuarbeiten, müssen wir zunächst aber das Objekt, das wir bearbeiten wollen,  mit der einfachen blauen “Pfeil”-Funktion markieren. Dann wechseln wir in den Modus “Objektkontur umformen” (Linie mit Kästchen/Referenzpunkt, unten im Bild roter Pfeil, gelb markiert, wenn aktiv).

Dieser Modus erlaubt es, alle Elemente in ihrer Form nachzubearbeiten und zu verändern. Dazu werden die Punkte (Referenzpunkte/Vektorpunkte), die die Form bestimmen, einzeln angezeigt und können dann bearbeitet werden.

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Runde Referenzpunkte (im Bild türkis) stehen für eine Kurve, eckige (Im Bild gelbe, kleine Quadrate) für eine Gerade/Ecke. Das grüne Quadrat markiert den Anfang beim Sticken,das rote Kreuz kennzeichnet das Musterende, hier endet das Aussticken dieser Fläche. Der weiße Pfeil weist auf eine lange Gerade, das ist die Stickrichtung, dazu kommen wir ein ander Mal, ich erwähne es nur, damit sich keiner fragt, was er damit machen soll.

All diese “Referenzpunkte” können wir nun zum Verbessern oder Verändern der Form löschen, hinzufügen und verschieben. Zum Löschen einfach auf den Punkt (der Punkt wird dann blau markiert) klicken und “entf” drücken. Zum Hinzufügen einfach auf die sichtbare Objekt-Linie klicken (immer linke Maustaste), wo man einen zusätzlichen Punkt haben möchte (linke Maus für Eckpunkt, rechte Maus für Kurvenpunkt). Zum Verschieben der Punkte kann man diese einfach mit der Maus (linke Taste) greifen und auf der Arbeitsfläche verschieben. Das Programm zeigt sofort an, was dann mit der Form passiert (das sehr ihr in der unteren Grafik anhand der schwarzen Vorschaulinie).

Für alle Elemente sollte die Regel gelten: Nur so viele Refernzpunkte setzen / stehenlassen, wie zur Definition der Fläche wirklich nötig sind. Unnötige Referenzpunkte können Kurven unschön werden lassen oder können beim Aussticken unsaubere Stellen verursachen. Genau schauen, dass Kurven und Geraden schöne Übergänge bekommen. All dies sieht man später am ausgestickten Stickbild.

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Ein Element ist dann fertig, wenn Kurven wirlich glatt laufen… alle Unebenheiten in den Kurven sieht man später im Stickbild, hier rate ich zu sehr viel Sorgfalt, es zahlt sich aus. Auch bei eckigen Elementen die Anzahl der Punkte auf das notwendigste reduzieren. Hier könnt ihr auch einem eckigen Objekt Kurvenpunkte hinzufügen und dann mit der Form “spielen”. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Ich habe hier die Form leicht verändert, Eckpunkte komplett gelöscht und Anfangs- und Endpunkt nach innen versetzt. Das Objekt wäre jetzt fertig und wir können damit weiterarbeiten.

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Und wer noch Lust hat, kann noch etwas “spielen”. Dann gehen wir zum

Spiegeln und Verbinden

Wählt man in der linken Leiste unter dem Reiter “Bearbeiten” die Funktion “Spiegeln und Verbinden” aus, öffnet sich ein Fenster mit tollen kreativen Möglichkeiten. Probiert da ein bißchen herum. Ich habe hier erst mal senkrecht gespiegelt. dazu das Objekt markieren und Funktionstaste (hier senkrecht spiegeln) anklicken, dann kann man die Positionierung des zweiten, ggespiegelten Objektes auswählen. Klick und fertig.

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Mann kann aber auch waagerecht,im Kreuz und diese wieder miteinander kombinieren. Das gibt unendliche Variationen. Nehmt Euch zeit und probiert das aus, dadurch lernt man am Meisten.

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Ganz ausgefallen ist die Funktion “Kranz” , hier erreicht man schnell und unkompliziert sehr kreative Ergebnisse.

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Dazu einfach das Einzel-Objekt im Pfeilmodus markieren, auf “Kranz” klicken und ganz oben links (oberer roter Pfeil) die Anzahl der gewünschten Elemente angeben. Da dürft ihr jetzt mal experimentieren….die schwarzen Vorschau-Linien zeigen Euch immer an, was geht… durch klicken mit der linken Maustaste wird wieder bestätigt.

Und das Wichtigste wieder zum Schluß: IMMER als (+.ART70) Format speichern. Nur dann kann man damit auch weiter arbeiten.

Zum nächsten Mal könntet ihr üben, ein Herz, eine Blüte und ein Blatt zu digitalisieren und fertig zu bearbeiten. Dann widmen wir uns dem Verändern der Flächen mit den Werzeugen, die wir heute noch nicht genutzt haben.  Übung macht den Meister, also schön dranbleiben.

Ergänzend möchte ich denen, die die software bereits haben, raten, auch mal das “Benutzerhandbuch” anzuschauen. Wer lieber mit Papier arbeitet, kann sich dieses auch in einem copyshop ausdrucken lassen. Es ist ein pdf und kann auf einen USB-Stick gezogen werden. Jeder Copyshop oder eine Druckerei kann das ausdrucken. Näheres zur “Hilfe” und dem “BenutzerHandbuch” hat Tatjana Hobrlant in einem älteren Post zusammengefasst.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Experimentieren wünscht Euch

NETTE

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