Kreative Artikel zum Thema Quilten

Quilt Market – The Good, The Bad and The Ugly

(Für die jüngeren unter Euch – das war ein Film von Sergio Leone mit Clint Eastwood… nur so)

Also, Mädels (und der einzelne Herr da hinten in der letzten Reihe), drücken wir das mal so aus: Euch – oder meinen Kundinnen – zu erzählen, wie es denn so in Houston auf dem Quilt Market war, das ist ja immer auch ein bisschen fies. Wenn man sich die Bilder anschaut, die jetzt schon so auf Instagram und sonstwo herumschwirren, dann muss man zugeben: Ja, da gibt es schon sehr, sehr viel Schönes zu sehen.

Aber damit Ihr auch ein bisschen denken könnt: Gut, dass mir das erspart geblieben ist – Augenkrebs – mindestens….

…. also einfach nur zu diesem Zweck stelle ich Euch jetzt als allererstes mal 3 oder 4 Bilder hier rein, die Euch klar machen: es ist nicht alles Gold, was glänzt, auch nicht ein Besuch auf dem Quiltmarket in Houston.

Obwohl – also glänzen tat da schon einen ganze Menge… Glitzer scheint momentan in den USA sehr beliebt zu sein. Ihr glaubt gar nicht, wie viele glitzernde Quilts wir gesehen haben. Aber die Krönung war diese Kasse:

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Es ist natürlich möglich, dass es solche fertigen Glitzer-Platten gibt, aber ich möchte mir gerne vorstellen, dass da jemand wochenlang damit beschäftigt war, Steinchen für Steinchen dort aufzukleben. Jupp.

Und jetzt zeige ich euch noch kommentarlos ein paar Quilts:

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Relativ kommentarlos. Ein bisschen was muss ich trotzdem sagen und zwar: ??????????????

So – und wo Ihr jetzt gesehen habt, dass man da auch eine ganze Menge, sagen wir mal: interessante Dinge zu sehen bekommt, die man nie wieder aus dem eigenen Hirn löschen kann, erzähle ich Euch mal, was da denn eigentlich so abgeht auf dieser Veranstaltung, die ja immerhin von Anfang bis Ende ca. 10 Tage dauert.

Der erste Teil, nämlich der Quilt Market, ist nur für Ladeninhaber gedacht, und das nehmen die da sehr genau. Wenn man nicht zeigen kann, dass man tatsächlich einen Stoffladen hat und mindestens für ein paar Tausend Dollar im Jahr Stoffe kauft, kommt man da gar nicht erst rein. Dort stellen dann die Stoffhersteller und Designer ihre neuen Stoffserien vor – die, die erst in ca. 4–6 Monaten bei uns in den Läden liegen werden. Es werden neue Werkzeuge, Maschinen, Bücher, Schnittmuster etc. gezeigt, erklärt, und dort kann man dann auch seine Aufträge platzieren.

Gleichzeitig gibt es eine gigantische Quilt Ausstellung, die auch für den zweiten Teil der Veranstaltung so hängen bleibt.

Der zweite Teil, das Quilt Festival, ist dann auch für den Endverbraucher geöffnet. Innerhalb von 24 Stunden bauen die Stoffhersteller ihre Stände ab – und die Läden bauen ihre Stände auf.

Aber bevor der erste Teil überhaupt losgeht, gibt es 3 Tage, in denen die Ladenbesitzer an verschiedenen mehr oder weniger relevanten Veranstaltungen, Kursen, etc. teilnehmen können.

Ich war ja – wie schon im letzten Jahr – mit meiner lieben Freundin Barbara nach Houston geflogen. Wer sie noch nicht kennt: Barbara schreibt einen wunderbaren Nähblog, genannt das-mach-ich-nachts . Die Barbara könnte locker meine Tochter sein und offensichtlich verbringen wir schon zu viel Zeit miteinander, weil uns auf der Messe mehr als einmal gesagt wurde, wir sähen uns ähnlich (das ist vermutlich so wie mit Hunden und ihrem Besitzer).

Jedenfalls, den ersten Tag, den Donnerstag hatten wir uns dieses Mal geschenkt. Die Infoveranstaltungen zu Themen wie “Schöne Ideen für die Dekoration Ihrer Shop Displays”, die haben wir im letzten Jahr mitgenommen und kamen uns vor wie auf einer Zeitreise in die 80er. Also sind wir erst am Freitag aufgelaufen – pünktlich zu den Schoolhouse-Veranstaltungen.

Schoolhouse heißt: ein voller Tag, an dem im 30 Minuten Takt verschiedene Infoveranstaltungen stattfinden. Immer so ca. 30 oder 40 gleichzeitig, man muss sich also morgens früh schon das Programm besorgen und dann schauen, welche Dinge einen denn interessieren. Manchmal hat man da Pech, und es sind zwei gleichzeitig, die man beide gerne gesehen hätte, manchmal findet man in so einem Zeitblock auch gar nichts, was einen so richtig interessiert.

Je nach erwartetem Andrang fanden solche Veranstaltungen dann auch mal in sehr großen, mal in sehr kleinen Räumen statt…

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Klar, für das Schoolhouse von Tula Pink musste ein großer Raum gebucht werden, da haben wir dann ihre neue Stoffserie “Chipper”, die Tula Pink Hardware, die neuen Webbänder, Garne und die aus den neuen Stoffen gearbeiteten Quilts und Taschen bewundern dürfen.

Tula Pink - Schoolhouse 1

Tula Pink – Schoolhouse 1

Tula Pink Schoolhouse 2

Tula Pink Schoolhouse 2

Tula Pink Hardware

Tula Pink Hardware

Chipper Stoffe - Tula Pink

Chipper Stoffe – Tula Pink

Danach ging es weiter zum Schoolhouse von Brigitte Heitland alias Zen Chic – der einzigen deutschen Designerin des Patchworkstoffherstellers Moda

Zen Chic Schoolhouse

Zen Chic Schoolhouse

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Dies – der Color Chart Quilt von Brigitte Heitland – war übrigens mein persönlicher Liebling auf dieser Messe….

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Und die Stoffe waren auch definitiv meine persönliche Lieblingsstoffserie. Sie heißen “Flow” und kommen im nächsten Frühjahr nach Deutschland

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Eine weitere Veranstaltung, die mir sehr gut gefallen hat, war die Vorstellung des neuen Buchs und der passenden Lineale von Pam & Nicky Lintott, einem Mutter/Tochter Gespann aus England, deren Bücher zur Verwendung von Pre-Cuts in unglaublichen Auflagen verkauft werden. Das schöne an ihren Anleitungen ist immer, dass die beiden auch den letzten Fetzen Stoff aus so einer Jelly Roll oder einem Layer Cake verwenden und man nicht mit tausend überflüssigen Schnipseln zurückbleibt.

Und dann musste ich natürlich meine liebe Freundin Annie Unrein von Patterns by Annie besuchen,

Annie - von Patterns by Annie

Annie – von Patterns by Annie

….die dort mit der ganzen Familie angereist war, einschließlich ihres Sohns Casey…

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Jedenfalls, danach ging es zum “Sample Spree” – und das ist wirklich ein Erlebnis für sich. Drei Stunden vorher fängt man an, sich in die Schlange zu stellen. Oder eher zu setzen. Es ist wie ein gigantisches In-Door-Picknick. Alle packen ihre Butterbrote aus, halten Schwätzchen und warten, also … die Schwätzchen halten natürlich auch sehr viele mit ihren Smartphones…

Sample Spree - Wartehalle

Sample Spree – Wartehalle

Wenn dann die Türen aufgehen, ist die Sache mit der kameradschaftlichen Atmosphäre zu Ende. Da heißt es nur noch: Jede Frau für sich.
Denn dort drinnen haben dann die großen und kleinen Hersteller Tische aufgebaut und verkaufen Fat-Quarter-Pakete der neuen Stoffserien oder Designer-Garnboxen, und wer da nicht schnell und brutal ist, der kriegt nichts. Die Stoffpakete der angesagtesten Stoffserien sind nach 10 Minuten weg und entsprechend freut man sich, wenn man hinterher mit ca. 20 kg Übergepäck auf die Rückreise gehen darf (Hust).

Am nächsten Tag geht es dann richtig los, dann wird der Quilt Market eröffnet und ganz ehrlich… für mich ist das Netteste an der ganzen Veranstaltung – neben dem Einkauf schöner Stöffchen natürlich – dass man dort ganz viele neue und bekannte Gesichter trifft, überall ein Schwätzchen hält, Ideen austauscht, networkt, Geschäftsverbindungen schließt und/oder verbessert und alles in allem einfach ziemlich viel Spaß hat.

Eine meiner ersten Stationen war natürlich der riesige BERNINA Stand, wo ich dann auch gleich die Q24 in der erweiterten Ausführung mit dem automatischen Quiltprogram bewundern konnte.

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Bernina Stand 2

Bernina Stand 2

Und natürlich hat man auch dort so einige liebe Bekannte gesehen – wie die Aggy, die bei BERNINA in Steckborn die Expertin für die Q24 ist und bei der ich ja auch schon einen Kurs mitgemacht hatte.

Aggy und Grete

Aggy und Grete

Bernina Stand 1

Mit Regina und Svetlana von BERNINA

Ein paar Meter weiter gab es einen Hersteller für Nähmöbel – und der hatte einen Tisch der für MEINE Nähmaschine gebaut war. Okay, das Holz war jetzt nicht so meins – aber alles andere? Da konnte man die Maschine per Knopfdruck hoch und runter fahren, es gabe eine Ausziehschublade für das Stickmodul….

Bernina Nähmaschinentisch

BERNINA Nähmaschinentisch

…von vorne gab es noch reichlich Stauraum – humpf… leider liefern die nur innerhalb der USA, sonst hätte ich zugeschlagen.

Bernina Nähmaschinentisch 2

BERNINA Nähmaschinentisch 2

Dann waren wir natürlich am Stand von Tula Pink….

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…. haben uns die wunderhübschen Kleider angeschaut, die aus Ihren “Free Fall”-Stoffen genäht worden waren…

Free Fall Kleid 2

Free Fall Kleid 2

Free Fall Kleid 1

Free Fall Kleid 1

….und ihren – wie immer – wunderschönen Stand bewundert.

Tula Pink Stand

Tula Pink Stand

Dann waren wir noch bei Janet Clare und ihrem Ehemann und haben uns ihre neue Stoffserie “The Wordsmith” angeschaut (sie trägt übrigens ein Kleid aus einem der Stoffe). Mit dabei ist auch Brigitte Heitland, von der ich ja vorher schon berichtet hatte.

Janet Clare mit Ehemann und Brigitte Heitland

Janet Clare mit Ehemann und Brigitte Heitland

Das Mutter/Tochter Gespann von Bonnie & Camille…. die dort ihre neue Stoffserie “Vintage Picnic” vorgestellt haben….

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Helen Robinson – eine von drei Schwestern die zusammen das Label “Sewkindofwonderful” bilden – von diesem Stand hätte ich am liebsten jeden einzelnen Quilt und Tischläufer unauffällig entwendet!

Helen von SewKindOfWonderful

Helen von SewKindOfWonderful

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Hier die Barbara mit Sarah Jane von Michael Miller – in deren neuer Stoffserie “Sommer” gleich eine ganze Ladung von Bubble Gauze enthalten ist. Wir kennen das eigentlich nur als fertige Spucktücher, aber das gibt es jetzt in reizenden Designs als Meterware und wir waren gleich ganz hin und weg.

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Sweetwater

Sweetwater

Ein besonderes Highlight für mich: die neue Stoffserie “Volume 2” von Sweetwater für Moda. Vor Monaten hatten die Sweetwater-Mädels auf ihrem Blog darum gebeten, dass ihnen ihre Leserinnen die Namen Ihre Lieblings-Quilt-Shops mitteilen sollten. Und natürlich musste ich jetzt mal als erstes wie ein Geier diesen Stoff absuchen, ob der Name “Stoffsalat” auch darauf vermerkt war. Er war. Hah!

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Und schließlich noch ein Besuch bei Tim Holtz, einem Designer von Free Spirit – wirklich ein ausgesprochen sympathischer Mensch.

Dieser Beitrag geht schon wieder gefährlich in die Überlänge, und von den ca. 3000 Bildern, die Barbara gemacht hat (kein Witz), wird sicherlich noch ganz vieles auf ihrem Blog landen. All die verschiedenen Stoffserien, Bänder und Neuheiten, die es dort so zu sehen gab. Das würde hier wirklich den Rahmen komplett sprengen.

Aber ein bisschen was über das Erlebnis “Quilt Market/Houston und Texas an sich” muss ich Euch trotzdem noch erzählen.

Das ist ja schon ein bisschen anders als in Havixbeck. Ein bisschen. Die Straßen sind größer.

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Die Autos sind größer (kommt bloß nicht auf die Idee, Euch dort einen Smart zu mieten – wenn das überhaupt geht!)

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Die Häuser sind größer….

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Es stehen absonderliche Werbeschilder am Wegesrand (leider kann man das nicht so gut sehen, aber auf dem großen Schild dort links steht: www.webuyuglyhouses.com)

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Die Hamburger sind größer…

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… und auch die Teller mit den Hummerschwänzen und den Krebsbeinchen – hmmmmmmmm

Und wenn es denn mal schlechtes Wetter in Texas gibt, dann so richtig. Den Montag mussten wir leider komplett ausfallen lassen, weil am Sonntag Abend ein Hurricane die Gegend heimgesucht hat. Alles überflutet, Highways gesperrt, und die Barbara und ich hatten keine andere Wahl, als einfach einen Tag im Gammellook alle Folgen von “Jane the Virgin” hintereinander weg zu gucken und sämtliche Vorräte aus dem Kühlschrank zu vernichten. Ein hartes Los.

Aber das interessanteste Erlebnis hatte ich am letzten Tag vor unserer Abreise. Wie schon beim letzten Mal wollten wir irgendeine Mall finden, um für sämtliche Lieben ein paar Mitbringsel zu kaufen. Lasst mich vorwegschicken: Barbara liebt shoppen. Für mich ist das die Höchststrafe. Ich mache eine Liste, suche mir die Läden, in denen ich vermutlich fündig werde, husche rein und raus und bin mit etwas Glück in maximal einer Stunde mit dem Einkauf von ca. 20 Geschenken durch. Nachdem wir im letzten Jahr diesen Unterschied in unserer Einstellung zum Shoppen erst am entsprechenden Tag der Wahrheit in der Mall herausgefunden hatten (schmutzige Details erspare ich Euch), habe ich dieses Mal gesagt: Okay, ich brauche eine Stunde, sag mir einfach, wie lange du brauchst, ich warte dann irgendwo in einem Starbucks, und wir treffen uns zu einer vereinbarten Zeit wieder am Auto.

Gesagt getan, rein in die Mall, getrennt, ich war nach 40 Minuten durch und bin dann mit meinen schweren Tüten beladen raus auf den Parkplatz, um alles ins Auto zu packen. Das einzige Problem – das Auto war nicht da. Muttern also (bei sehr warmem Wetter) mit all den Tüten (ein weiterer Beitrag zum Übergepäck) die endlosen Reihen der Autos abgeschritten. Nach ca. 25 Minuten wurden die Arme sehr lang, mir sehr warm, und ich musste zu dem Schluss kommen: Entweder das Auto war geklaut worden – oder ich hatte mir nicht richtig gemerkt, wo wir geparkt hatten.

Und wie ich da so stehe und mich nochmal umgucke, steht plötzlich ein Pferd vor mir. Jupp. Ein Pferd. Keine Halluzination. Direkt vor meiner Nase. Auf dem Pferd eine ältere Dame in Uniform.

“Have you lost your car, ma’am?”

“Ummmm, yeah, kinda.”

“No problem, one moment please.” Worauf sie in ihr Walkie-Talkie spricht, kurz darauf hält neben mir ein Auto – eine weitere uniformierte ältere Dame steigt aus, öffnet mir die Autotür und sagt: “Let’s go find your car, okay ma’am?”

Jupp, das gehört da zum Kundenservice. Für all die Trottel wie mich, die nicht mehr wissen, wo sie geparkt haben, gibt es ca. 10 Pferde und einige Autos, die dann mit einem die gigantischen Parkplätze abfahren, bis man sein Auto wiederfindet. (Ich bitte jetzt darum, dass Ihr Euch Kommentare wie: Du hast doch ein i-phone, da könntest du doch einfach …. zu verkneifen, die habe ich nämlich schon von meinen Kindern bekommen :o)

Für alle, die bis hierhin durchgehalten haben – danke fürs Lesen, ich hoffe Ihr habt einen Eindruck von unserer Reise bekommen,

Eure Grete

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