Kreative Artikel zum Thema Nähen

Aufgeräumt | Nähanleitung für einen Stoffkorb zum verschließen

Liebe Bernina-Leser(innen),

es ist tatsächlich nun schon ein paar Monate her, seit ich mich das letzte Mal hier zu Wort gemeldet habe – es wird also allerhöchste Zeit für einen neuen Beitrag! Und bevor es wieder fröhlich durch’s Schnittmuster testen geht, sozusagen meine liebste Beschäftigung hier auf dem Blog *lach*, habe ich heute eine Idee für ein schönes Zuhause mitgebracht.

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Vor mittlerweile anderthalb Monaten bin ich mit meiner Familie umgezogen, nicht nur in eine andere Stadt, sondern vor allem auch in ein größeres Zuhause (auf meinem Blog the blogbook. habe ich ausführlich darüber geschrieben). Und wie das bei Umzügen meistens so ist: überall fehlt noch das ein oder andere passende Möbel- bzw. Einrichtungsstück und es ist gar nicht so leicht, für all die Dinge ein passendes neues Plätzchen zu finden. Aus diesem Grund liebe ich Körbe aller Art und Größe: Holzkisten, Drahtkörbe, geflochtene Körbe aus Naturmaterialien und Stoffkörbe. Vor allem für Kinderzimmer finde ich letztere hervorragend geeignet, aber auch sonst kann man sie eigentlich überall gebrauchen, zum Beispiel für Wäsche, Stoffe, Wolle, Decken oder was einem eben so einfällt.

Ich habe ein Modell genäht, welches man durch einen Einsatz mit Kordelzug verschließen kann und für Euch eine Anleitung dazu geschrieben. So ein Stoffkorb lässt sich in vielerlei Weise variieren und ist auch ein perfektes Übungsstück für Nähanfänger. Ich wünsche Euch viel Freude damit!

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Vorbereitungen

Benötigte Materialien

*Stoffe nach Wahl, möglichst mit festem Stand; ich habe hier GOTS-zertifizierten Canvas verwendet

*Volumenvlies, evtl. Bügeleinlage

*passendes Garn, Maßband, Handmaß und Markierstift bzw. Schneiderkreide, Sicherheitsnadel, Stecknadeln

*evtl. Kordel und passendes Material für die Henkel (Leder, Gurtband etc.)

*evtl. Kordelstopper

Benötigte Schnittteile

theblogbook Stoffkorb Nähanleitung Schnittteile

Für das von mir verwendete Modell habe ich folgende Maße verwendet:

*Boden: Durchmesser 33,5 cm/Umfang 105,2 cm

*Unterteil: 40 cm x 52,6 cm im Bruch

*Oberteil: 20 cm x 52,6 cm im Bruch

*Einsatz: 30 cm x 52,6 cm im Bruch (bzw. 60 cm x 52,6 cm, wenn der obere Bruch weggelassen wird). ACHTUNG: an der schmalen Seite die Nahtzugabe verdoppeln!

Das Volumenvlies wie folgt zuschneiden: wenn Ihr eins zum aufbügeln verwendet, könnt Ihr jeweils ein Unterteil und ein Oberteil zuschneiden und es auf die linke Seite des Außenstoffes aufbügeln, dasselbe gilt für den Boden. Bei allen anderen Vliesen schneidet Ihr Unter- und Oberteil in einem Stück zu, sowie einmal den Boden. Je nach Stärke des Vlieses könnt Ihr es auch verdoppeln: dafür bügelt Ihr entweder auch auf die Futterteile Vlies auf oder schneidet eben alles zweimal zu und näht es zusammen als ein Futter.

Die Menge der Schnittteile entnehmt Ihr der oberen Skizze. Zu allen Schnittteilen kommt noch eine Nahtzugabe hinzu, ich nehme meistens zwischen 0,5 und 0,7 cm.

Die Kordel und Griffe habe ich aus den passenden Stoffen genäht, hierfür jedoch kein festes Maß genommen, sondern einfach nach Gefühl zugeschnitten. Dafür habe ich jeweils lange Rechtecke erst zur Hälfte und dann in Viertel gebügelt (wie bei einem Schrägstreifen) und dann auf beiden Seiten den Streifen knappkantig gesteppt.

Das Grundprinzip des Korbes ist natürlich recht einfach und besteht im wesentlichen aus einem Außen- und einem Futterteil, die ineinander genäht werden:

theblogbook Stoffkorb Nähanleitung Skizze bernina

Da ich nun aber sowohl Henkel außen, als auch einen Einsatz zum Schließen des Korbes innen mit einbauen wollte, habe ich die Schnittteile geteilt. Zwischen die äußeren Schnittteile werden die Henkel gefasst, zwischen die Futterteile der Einsatz.

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Nähen

Solltet Ihr Kordel und Henkel aus passenden Stoffen nähen, bereitet Ihr diese zunächst vor und legt sie dann beiseite. Je nach Stoff, kann es von Vorteil sein, die Teile mit einer Bügeleinlage zu verstärken.

Nun nehmt Ihr die Ober- und Unterteile zur Hand, sowie alle Teile des Volumenvlieses, insofern diese extra zugeschnitten sind (s.o.). Ihr versäubert alle Kanten der Stoffrechtecke entweder mit der Overlockmaschine oder einem Zickzackstich der normalen Nähmaschine. Anschließend schließt Ihr die Rechtecke auf den schmalen Seiten, rechts auf rechts.

theblogbook Stoffkorb Nähanleitung Skizze bernina 2

Die vier so entstandenen Teile legt Ihr nun ebenfalls zur Seite. Solltet Ihr das Vlies separat zugeschnitten haben, näht Ihr dieses nun zusammen: das Hauptteile rechts auf rechts schließen und anschließend den Boden einnähen. Der erste Korb steht vor Euch ;-).

Jetzt kommt der Einsatz an die Reihe.

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Ihr versäubert zunächst ebenfalls alle Kanten. Dann bügelt Ihr die Nahtzugaben der schmalen Kanten um und steppt sie fest. Legt die eben umgenähten Kanten rechts auf rechts aufeinander. Nun markiert Ihr Euch die Mitte. Diese Stelle wird anschließend die obere Kante des Tunnelzuges. Von dieser Mitte aus setzt Ihr Euch zwei Markierungen im gleich Abstand: eine links, eine rechts. Mit dem Handmaß geht das ganz fix. Nun näht Ihr die Kanten vom Rand bis zu diesen Markierungen zusammen.

Bügelt die Nahtzugaben auseinander und dreht das genähte Stück auf rechts. Ihr steppt die entstandene Öffnung ringsherum einmal ab und legt anschließend die Nähte links auf links (klappt also die eine Hälfte auf die andere). Nun liegt der Tunnelzug oben und die Öffnungen schauen einander an. Jetzt wird noch mal alles genau gebügelt und der Tunnelzug auf der Höhe der vorher genähten Riegel ringsherum gesteppt.

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Jetzt wird es Zeit, alle Teile zusammen zu fügen. Fangen wir mit der äußeren Schicht an: Unter- und Oberteil werden rechts auf rechts ineinander gesteckt, dafür am besten vier Nadeln als Markierung stecken. An zwei gegenüberliegenden Seiten werden die Griffe dazwischen geschoben. Ich habe mir von je einer Markierungsnadel rechts und links fünf Zentimeter abgemessen und dort die Enden der Griffe angesteckt. Nähen!

Auch das Futter wird so ineinander gesteckt: Ober- und Unterteil rechts auf rechts legen und den Einsatz dazwischen schieben. Das Ganze sieht dann aus wie ein Sandwich :-). Ebenfalls zusammen nähen.

Jetzt wird alles auf die richtige Seite gewendet und der Innen- in den Außensack gesteckt. Nun fehlt noch die obere Kante. Diese habe ich zunächst zusammen versäubert, so dass nichts mehr davon rutschen kann. Anschließend die obere Kante zweimal (damit keine offene Kante zu sehen ist!) nach innen umschlagen und fest steppen. Der so entstandene dicke Rand gibt gleich zusätzlich Stabilität. Zu guter Letzt wird noch die Kordel durch den Tunnelzug gezogen.

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Geschafft! Und nun kann das gute Stück befüllt werden :-).

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