Kreative Artikel zum Thema Sticken

Arbeiten mit der Sticksoftware V7 – Teil 10: Linienobjekte kombinieren und verbinden

Im letzten Post habe ich Euch gezeigt, wie man verschiedene Linienobjekte erstellen und bearbeiten kann.

Heute schauen wir uns an, wie man Linienobjekte kombinieren und verbinden kann. Dazu benutzen wir die Befehle “Gruppieren”, “Zerlegen”, “Spiegeln und Verbinden ” und die “Schwarzstickerei-Optimierung”.

Gruppieren, zerlegen und sortieren

Grundsätzlich verbindet  die Software automatisch alle Objekte, die in der selben Farbe direkt nacheinander angeordnet sind. Dies gilt für Linien, aber auch für Flächen. Hier werden auch direkte “Verbindungsstiche” erstellt, die zu viele Spannfäden vermeiden. Allerdings bleibt hier die Reihenfolge der Objekte so erhalten, wie wir sie erstellt bzw. sortiert haben. Solche schon verbundenen Objektgruppen kann man über den Befehl “zerlegen” bzw. “entgruppieren” wieder voneinander trennen, sodass man die Einzelobjekte markieren und bearbeiten kann. Ebenso kann man sie dann in der Stickreihenfolge verschieben oder sie anders einfärben.

Eine gute Übersicht, wie die Elemente sortiert sind, gibt es im “Farbfilm” (obere Leiste, Filmstreifen-Symbol neben dem Stempel), den ich fast immer als Ansicht beim Digitalisieren nutze. Hier kann man auch direkt die Stickreihenfolge verschieben (Kasten mit der Maus greifen und nach oben oder unten sortieren) oder umfärben (markieren und neue Farbe anklicken).

Hier habe ich das Objekt mal in die Einzelteile zerlegt und jedes Teil in einer anderen Farbe eingefärbt. Mit diesem Objekt arbeiten wir jetzt weiter.

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Ich möchte ein einfarbiges Objekt daraus machen, dessen Einzelteile mit Verbindungsstichen verbunden sind, so dass keine Spannfäden entstehen, bzw. möglichst wenige. Dazu färbe ich zunächst alle Elemente in einer Farbe ein.

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Die Funktion “Schwarzstickerei optimieren”

Schwarzstickerei ist in der ursprünglichen Bedeutung im Wesentlichen eine linienorientierte, einfarbige Hand-Stickart, die in verschiedenen Stichen ausgeführt werden kann. Beim Maschinensticken bezeichnet man so meist Stickereien, die in einer Farbe zumeist nur aus Linienobjekten kombiniert wird. Ähnlich ist die Stickart Redwork. In feinen Stielstichen werden die Konturen der einfachen Linienzeichnungen mit (ursprünglich) rotem Garn auf weißem Stoff nachgestickt. In der Maschinenstickerei werden die Begriffe “Schwarzstickerei” und “Redwork” allgemein für Linienstickereien ohne Flächen verwendet.

In der BERNINA-Sticksoftware ist diese Funktion ein kleines Zauberwerkzeug, da sie wirklich dort optimierte Verbindungsstiche einsetzt, wo es nicht zu sehen ist und Spannstiche auf den kürzesten Weg optimiert. Um die Funktion auszuführen, müssen die Einzelelemente “zerlegt” sein und eine gemeinsame Farbe haben. Nun markieren wir alles, drücken die Funktion und dann das Objekt und die Software rechnet sowohl die optimale Reihenfolge der Elemente, als auch deren optimale Verbindungen aus.

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Sehen kann man dies gut, wenn man die Ansicht wechselt. Hier muß man die “Stickansicht” verlassen und die Ansicht “Verbindungsstiche anzeigen” auswählen. Der schwarze Pfeil zeigt den einzigen Spannstich dieses Objektes nach der “Schwarzstickerei-Optimierung”. Müsste man all diese Optimierungen der Reihenfolge und die Verbindungen per Hand einzeln machen, würde eine solche Stickerei ein Riesenprojekt. So geht das ganz einfach und schnell.

Spiegeln und Anordnen

Weiter nutzen kann man solch ein Objekt mit der Funktion “Spiegeln und Anordnen”, die wir ja schon kennengelernt haben bei der Flächenbearbeitung. Hier kann man ganz zügig so wunderschöne Rosetten erstellen.

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Ist man zufrieden mit der Anordnung, kann man dieses neue Gesamtobjekt noch weiter optimieren. Dazu muss man die Elemente des ersten, kleinen Objektes “zerlegen” (alles markieren und “zerlegen) und wendet die “Schwarzstickerei-Optimierung” erneut an, dann für das gesamte Objekt. Hier sieht man einmal das gesamte Objekt vor der “Optimierung”, das wären die Spannstiche…..

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…und nach der Optimierung mit ganz wenigen Spannstichen.

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Die Funktion der Schwarzstickerei-Optimierung kann immer dann eingesetzt werden, wenn mehrere Linienobjekte einer Farbe miteinander kombiniert werden soll, auch mit Umrandungen von Flächen ist dies möglich. Benutzt man die Optimierung nicht, sondern läßt “nur” Linienobjekte” hintereinander abfolgen, können lange Spannstiche entstehen. Ich verwende die Funktion daher sehr oft. Auch wenn ich Umrandungen von Flächen erstelle.

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Hier ein Beispiel eines Stickmotives aus der BERNINA-software (mydesign-animals-WP090). Auch hier kann man die gelbe Umrandung der Flächen optimieren.

Viel Spaß beim Ausprobieren

Nette

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