Kreative Artikel zum Thema Nähen

Eine zweite Chance für den Mantel

So manches Kleidungsstück wurde von mir schon ins Klamottenexil geschickt, nur um dann Jahre später wieder herausgeholt zu werden und doch noch eine Chance zu bekommen. Bei der letzten Entrümpelungsaktion kam mir dieser schlichte Steppmantel in die Hände.

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Zwar ist der Mantel an sich garnicht so verkehrt, aber erstens waren mir Ärmel und der Saum viel zu lang und zweitens war er mir dann doch etwas zu schlicht. Und wenn ich schon bei der Länge ran muss, kann ich ja gleich noch ein paar mehr Details ändern 😉 So war von Anfang an klar, dass ich andere Knöpfe haben möchte. Hier wurde ich kreativ. Da ich keine Knöpfe in der passenden Größe und Anzahl auf Lager hatte, habe ich mich weiter umgeschaut und einige alte Broschen mit großen Perlen gefunden, die einen Steg haben. Die Größe war für die Knopflöcher perfekt. Zufällig hatte ich noch ein farblich passendes Satin-Schrägband auf Lager. Damit konnte ich dann einiges anfangen.

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Zuerst habe ich die weißen Perlen von den Broschen abgetrennt.

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Dann habe ich mich direkt an den Mantel rangewagt und erst einmal die Länge gekürzt.

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An den Ärmeln habe ich die Patten entfernt. Diese habe ich später weiterverwendet. Und schließlich auch die Länge der Ärmel angepasst.

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Anschließend ging es weiter mit den Taschenpatten. Diese habe ich aus der Teilungsnaht herausgetrennt. Knöpfe wollte ich danach keine mehr verwenden, also habe ich die Knopflöcher aufgetrennt und mit Handstich geschlossen.

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Ebenso wollte ich die Patten zu rechteckigen Leisten machen. Also habe ich die Naht begradigt und mir einen Steppstich ausgesucht, der die Knopflöcher zierend verdeckt. Mit dem Zierstich Nr. 449 bin ich auch fündig geworden.

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Nun kam auch schon das Satin-Schrägband zum Einsatz. Dies wurde einmal um die sichtbaren Kanten der Tasche herum genäht.

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Dann wurden die Leisten wieder am Tascheneingriff befestigt.

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Da ich ja noch zwei Patten von den Ärmeln übrig hatte, habe ich diese ebenfalls mit dem Satinband eingefasst…

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…und schließlich als Schulterpatten in die Armlochnaht eingenäht.

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Am Revers waren noch einige Knopflöcher, für die ich keine Verwendung sah. Also habe ich diese ebenfalls aufgetrennt, per Hand zugenäht und mit einem Zierstich verdeckt.

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Mit dem Satinband ging es dann weiter. Hier habe ich als nächstes die Ärmelsäume eingefasst.

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TIPP: Bei den dickeren Stofflagen, war es auch schon schwieriger das Band auf der Vorder- und Rückseite gleichmäßig einzufassen. Also habe ich das Band zuerst mit den Nadeln festgesteckt, dann mit einem Heftfaden per Hand vorgenäht und schließlich mit der Maschine nachgenäht.

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Schließlich waren auch der Saum, die vordere Kante, sowie Kragen und Revers gleichmäßig eingefasst.

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Für den letzten Schliff habe ich dann die Knopflöcher mit einer aufgenähten Fake-Patte im Uniformlook umrahmt. Hierfür habe ich das Satinschrägband gefaltet, per Blindstich zusammengenäht und in Pattenform ans Vorderteil angenäht.

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Nun haben nur noch die richtigen Knöpfe gefehlt. Die alten Knöpfe wurden abgetrennt und durch die Perlenknöpfe ersetzt. Und schon hatte ich ein neues Lieblingsstück erschaffen 🙂

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