Kreative Artikel zum Thema Nähen

Freihandsticken – mein Jahresprojekt

Ich sammle seit Jahren die tollen Bilder meiner Tochter. Schon letztes Jahr wollte ich einige der Bilder auf 30 x 30 cm grossen Quadraten sticken und diese später zu einer Decke zusammennähen. Eigentlich habe ich noch nie einen Quilt genäht, aber mit den vielen Anleitungen hier im Blog und meinem neuen Fuss 97D wird es bestimmt gelingen.

Das bin ich! Man achte auf die Schuhe:-)

Ist das vielleicht auch eine Idee für einige von Euch? Also wenn ihr noch nie Freihandgestickt und vielleicht auch, wie ich, noch nie eine Patchworkdecke genäht habt, würde ich Euch gerne hiermit Mut machen und hoffe, einige zu inspirieren.

Hier eine kleine Anleitung zum Thema Freihandsticken:

Beim Freihandsticken wird der Transporteur versenkt. Man kann sich das so vorstellen, dass die Nadel der Stift ist, und das Nähgut das Papier. Der Stift ist stationär, und wir bewegen das Nähgut und malen mit Faden. Es dauert ein wenig, bis man einen Rhythmus entwickelt hat, aber die Technik selbst ist überhaupt nicht schwer. Im Prinzip kann es jeder lernen.

Es gibt Leute, die den Stoff zum Freihandsticken einspannen – das ist ok. Ich sticke ohne Rahmen, weil ich es nicht mag andauernd umzuspannen. Ich lege meine Hände immer flach auf den Stoff und habe so volle Kontrolle über das Nähgut.

Was man braucht:

  • Einen Stopffuss oder den BSR-Fuss. Ich sticke seit Jahren mit einem Stopffuss, aber ein BSR Fuss ist für Anfänger von Vorteil.

hier könnt Ihr sehen wie der BSR Fuss funktioniert:

Hier könnt Ihr sehen, welche andere Füsse für diese Arbeiten geeignet sind. Ich benutze am liebsten den Fuss Nr. 24

  • Stickvlies – je nach Material zum Abreissen (Stärke 50 – 80) oder zum Abschneiden. Ich benutze in aller Regel ein abreissbares Vlies.
  • Vliesofix für Applikationen
  • Trickmarker
  • Sticknadel 75/80 oder Microtex-Nadel 75/80
  • Stickgarne Stärke 40, bei dickeren Garnen wird eine dickere Nadel benötigt
  • Unterfaden, z.B. Bobbinfill von Madeira Stärke 60 oder 70

Dieser Faden ist in der Regel nur in Schwarz und Weiss erhältlich. Wer farbigen Unterfaden braucht, kann Aerostitch 60 von Madeira nehmen. Das Polyester-Garn hat die richtige Stärke und ist für diese Arbeiten perfekt.

Dann braucht man noch natürlich Stoff und Motive. Viele kostenlose Motive findet man auch hier im Blog. Dazu einfach durch meine Projekte hier im Blog durchstöbern. Ich benutze heute die Bilder meiner Tochter.

So geht es:

Zuerst schaue ich mir das Bild an und entscheide, welche Teile appliziert und welche skizziert werden. Sollte das Bild genau so sein wie gemalt, muss es für die Applikationsteile gespiegelt werden.

Zunächst übertrage ich mir die Applikationsteile auf die glatte Seite des Vliesofix. Dabei achte ich darauf, dass die Teile, die übereinander liegen, ein wenig länger sind. Diese Teile schneide ich grob aus und bügle sie auf die linke Seite der entsprechenden Stoffe. Hier kann man prima die kleinsten Reste verwenden. Die Applikationsteile werden dann exakt ausgeschnitten, das Papier entfernt und die Teile auf den Hintergrundstoff aufgebügelt. Hier habe ich nur ein Applikationsteil und werde den Rest mit Faden “malen”.

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Um die anderen Teile des Designs  zu übertragen, welche nur mit Garn gestickt werden, brauchen wir das nicht gespiegelte Bild. Zum Übertragen eignet sich ein Fenster bei Tageslicht prima.

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Ist das Bild fertig auf dem Stoff aufgebügelt und die Details übertragen, legt man Stickvlies unter den Hintergrundstoff, bringt den Stopffuss oder den BSR-Fuss an der Maschine an, und versenkt den Transporteur.

An den meisten BERNINA Maschinen muss man nichts umstellen. Es ist am besten, eine Stickprobe zu machen und zu schauen, ob die Ober- und Unterfadenspannung schöne Stiche erzielt. Ist das nicht der Fall, sollte man die Oberfadenspannung lockern. Grundsätzlich möchten wir unten eine höhere Spannung haben. Hat man die perfekte Einstellung für seine Maschine gefunden, kann es losgehen.

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Mein Tipp: Garn, Untergarn und Nadelstärke immer aneinander anpassen. Bei Standard-Stickgarnen Stärke 40 braucht man eine 75/80 Nadel, bei dickeren Garnen wie z.B. Cotona 30 (Stärke 30) benötigt man eine Nadel der Stärke 90.

Los geht’s!

Die Hände flach auf dem Nähgut halten, Gas geben und das Nähgut bewegen, um die Applikationsteile oder die gezeichneten Linien nachzunähen. Hier ist es ok, wenn man ein wenig abrutscht, da diese Technik wie eine Zeichnung aussehen sollte. In der Regel näht man 2 bis 3 Mal über die gleiche Stelle. Fängt der Stoff an, sich zusammenzuziehen und Wellen zu schlagen, hat man zu oft an einer Stelle genäht, oder die Stabilisierung ist nicht ausreichend. Kleine Wellen lassen sich aber prima mit Dampf ausbügeln. (Das ist mein Mann)

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Mit der Zeit wird man immer besser und schneller. Ich kann so ein Bild, wenn alles aufgebügelt und gezeichnet ist, in 5 bis 10 Minuten sticken. Anfänger brauchen sicherlich 20 bis 30 Minuten. Nur Mut! Übung macht den Meister.

In meinen Bildern hier habe ich MixMedia- und 3D-Techniken integriert.

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Wer einige diese Techniken lernen möchte, ist in meinen Kursen im Creative Center bei BERNINA in Steckborn herzlich willkommen. Im April arbeiten wir in 3 verschiedenen Kursen alle Techniken durch.

Am 4 April lernen wir alle Grundlagen und arbeiten Fransenapplikationen und Skizziertechniken.

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Am 5 April lernen wir viele MixMedia- und kreative 3D-Techniken,

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und am 6 April arbeiten wir ein Bild der Perfektion, das alle Techniken vereint. In diesem Kurs arbeiten wir mit einem weissen Stück Stoff, welches bemalt und mit der Siebdrucktechnik bedruckt wird. Anschliessend arbeiten wir mit Heissprägefolien und der Trapuntotechnik, um die fantastischen Texturen und Oberflächen zu kreieren.

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Ich gehe mal noch paar Kinderbilder sticken…

Liebe Grüsse

Kasia

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