Kreative Artikel zum Thema Quilten

Ausstellungstipps Mai 2017

NADELWELT

NW_Logo klWieder ein Grund zu besonderer Freude für mich: Die NADELWELT Karlsruhe steht bevor! Hier bei diesem internationalen Grossevent eine Ausstellung zeigen zu dürfen, ist einfach super cool. ‘MÄNNER’, das Ausstellungsprojekt von Gudrun Heinz & Sarah Schultz, das wir im September 2016 beim Europäischen Patchwork Meeting in Ste Marie-aux-Mines im Elsass eröffnet haben (hier geht’s zu meinem Bericht), werden wir hier zum ersten Mal in Deutschland mit freundlicher Unterstützung von BERNINA präsentieren.

Gudrun Heinz und Sarah Schultz: Let’s Pump Iron, Detail Foto: Fabian Heinz

Gudrun Heinz und Sarah Schultz: Let’s Pump Iron, Detail
Foto: Fabian Heinz

Und alle, die am BERNINA-Blog-Projekt ‘Red & White’ teilgenommen haben sowie alle LeserInnen des Blogs sind bestimmt genauso gespannt wie meine Blogkollegin Wiebke, wie sich diese tollen Quilts in natura ausnehmen – eine Auswahl wird hier ausgestellt – mit Wiebke in Person!

BERNINA Red & Whites Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

BERNINA Red & Whites
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Sie sollten sich Freitag, Samstag und Sonntag, 5. – 7. Mai 2017 notieren, denn dann öffnet die NADELWELT wieder in der Messe Karlsruhe ihre Pforten und bietet Handarbeitsfreaks alles, was das Herz begehrt: ein umfassendes Angebot …

Geknüpftes Objekt in Margaretenspitze von Heike Becker Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Geknüpftes Objekt in Margaretenspitze von Heike Becker
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

… an Produkten und Informationen aus allen Handarbeitsbereichen, zahlreiche Kurse und Workshops sowie einen Ausstellungsbereich, der sich sehen lassen kann: die NADELWELT präsentiert eine Vielzahl internationaler Textilkünstler in über 30 verschiedenen Ausstellungen. Beispielhaft seien an dieser Stelle nur ein paar weitere angedeutet:

Ausstellung 'TISCHLEIN, DECK DICH !' organisiert von Deutsch-Afghanische Initiative e.V. und Beckericher Mühle, Luxemburg Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Ausstellung ‘TISCHLEIN, DECK DICH !’ organisiert von Deutsch-Afghanische Initiative e.V. und Beckericher Mühle, Luxemburg
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Jacqueline Heinz (D), Sheena Norquay (UK), Monika Schiwy-Jessen (D), QuilTirol (A), Ramona Conconi (CH), Jana Sterbova (CZ), Haus 18 (D), Catherine Bihl (F), Leni Wiener (USA), 1001 Nacht (D), Pia Welsch und die Network Quilters (D) und, und, und. Unmöglich, sie alle hier zu nennen …

Jana Sterbova mit ihrer neuen Collection 'BARS' Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Jana Sterbova mit ihrer neuen Art-Quilt-Collection ‘BARS’
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

… werfen Sie bitte unbedingt einen Blick auf die Website und lassen es sich auf der Zunge zergehen!

Wladimir Telnych (RUS) Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Wladimir Telnych (RUS)
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Wenn Sie vor Ort sind, zögern Sie bitte nicht, die KünstlerInnen anzusprechen – ich jedenfalls freue mich schon sehr auf Besucher und interessante Gespräche – sehen wir uns?

Info:

5. – 7. Mai 2017

NADELWELT 2017

Messe Karlsruhe
Messeallee 1
76287 Rheinstetten
Deutschland

www.nadel-welt.de

Öffnungszeiten:
Fr / Sa: 10 – 18 Uhr
So: 10 – 17 Uhr

Kostenloser Bus-Shuttle zwischen Hbf. Karlsruhe und der Messe.

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Peter Lindbergh. From Fashion to Reality

Peter Lindbergh (*1944 in Lissa) ist einer der einlussreichsten Modefotografen der letzten 40 Jahre. Die derzeitige spektakuläre Ausstellung ‘Peter Lindbergh. From Fashion to Reality’ in der Kunsthalle München zeigt über 220 seiner Fotografien. Neben seinen ikonischen Bildern, mit denen Lindbergh das Supermodel-Phänomen der 1990er Jahre begründete, werden bisher unveröffentlichte Fotografien und weiteres, nie gezeigtes Material präsentiert; darunter persönliche Notizen, Storyboards, Requisiten, Polaroids, Kontakt-Abzüge, Filme und grossformatige Drucke.

Plakat

Plakat

In einer Welt mit fest etablierten ästhetischen Codes bezog Lindbergh mit seinen wegweisenden Bildern klare Position zu gesellschaftlichen Themen: Er war der Erste, der den Fokus auf den einzigartigen Charakter seiner Modelle legte und so der oberflächlichen Künstlichkeit der Modefotograie eine Abfuhr erteilte. Anstatt hübsch ausstaffierter menschlicher ‘Kleiderständer’ zeigt er selbstbewusste, ausdrucksstarke Frauenfiguren, von der Femme Fatale bis zur Heldin; aber auch Tänzerinnen und Schauspielerinnen. Für sein Werk sind Porträts bestimmend, die Unbefangenheit und körperliche Anmut ausstrahlen. Lindbergh revolutionierte damit die Bildsprache der bekannten Magazine und Mode-Labels und führte mit seinen meist schwarz-weissen, den flüchtigen Moment einfangenden Fotografien einen neuen Realismus in die Modefotografie ein, deren Entwicklung er seit den 1980er Jahren massgeblich mitbestimmte.

Kurator Thierry-Maxime Loriot erklärt: ‘Diese Ausstellung bietet keinen chronologischen, sondern einen thematischen Überblick. Die Besucher können die Welt von Peter Lindbergh erkunden, seinen einmaligen Blick auf jene Themen kennenlernen, zu denen er immer wieder zurückkehrt, aber auch solche Werke entdecken, die zusammen mit anderen Künstlern wie Pina Bausch oder Jenny Holzer entstanden. Zudem beleuchtet die Ausstellung die Bedeutung des Menschlichen in Lindberghs Werk. Sie verrät viel über seine Werte und über seine Einstellung zu Alter, Schönheit und Weiblichkeit sowie zu grossen gesellschaftlichen Fragen. Dabei wird auch Lindberghs grenzenlose Kreativität und Imaginationskraft in seinen Fotos offensichtlich.’

White Shirts: Estelle Léfebure, Karen Alexander, Rachel Williams, Linda Evangelista, Tatjana Patitz & Christy Turlington, Malibu, 1988 © Peter Lindbergh (Courtesy of Peter Lindbergh, Paris / Gagosian Gallery) Foto freundlicherweise von der Kunsthalle München zur Verfügung gestellt

White Shirts: Estelle Léfebure, Karen Alexander, Rachel Williams, Linda Evangelista, Tatjana Patitz & Christy Turlington, Malibu, 1988
© Peter Lindbergh (Courtesy of Peter Lindbergh, Paris / Gagosian Gallery)
Foto freundlicherweise von der Kunsthalle München zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung ‘From Fashion to Reality’ ist eine Hommage an Lindberghs facettenreiches Œuvre von 1978 bis heute. Sie zeigt seine künstlerische Entwicklung anhand der Themen, die er über die Jahre mit besonderer Leidenschaft verfolgte: ‘Supermodels’, ‘Couturiers’, ‘Zeitgeist’, ‘Tanz’, ‘Die Dunkelkammer’, ‘Das Unbekannte’, ‘Silver Screen’ und ‘Ikonen’.

Models wie Naomi Campbell, Linda Evangelista, Kate Moss, Christy Turlington und Tatjana Patitz waren jung und unbekannt, als Lindbergh sie in den späten 1970ern und den 1980ern fotografierte; danach reichte es, ihre Vornamen zu nennen, um zu wissen, von wem die Rede war. Stand bis dato in den einlussreichen Modemagazinen wie Harper’s Bazaar oder Vogue die Kleidung im Vordergrund, ging es nun um die Frauen, die diese Mode präsentierten. Neben den Kultfotos der 1990er Jahre werden auch Interviews und Fotografien von der Wiedervereinigung der Supermodels (veröffentlicht in der italienischen Vogue im September 2015) gezeigt, die deutlich machen, dass sie auch 25 Jahre später nichts von ihrer Schönheit und ihrer ausdrucksstarken Persönlichkeit verloren haben.

1978 nahm Lindbergh einen Auftrag des Stern-Magazins an und porträtierte bekannte Couturiers wie Yves Saint Laurent, aber auch junge angesagte Designer wie Giorgio Armani oder Thierry Mugler. Seitdem arbeitet er immer wieder mit wichtigen Personen der Modewelt zusammen: mit deutschen Grössen wie Karl Lagerfeld, Jil Sander und Thomas Maier oder mit Azzedine Alaïa, Jean Paul Gaultier und Rei Kawakubo von Comme des Garçons. Lindbergh gelang es, mit den starren Codes der Modeindustrie zu brechen und das Bild dieser Marken zu prägen. Es wird seine Zusammenarbeit mit 25 Designern aus vier Jahrzehnten vorgestellt, denen Lindbergh half, das Image ihrer Modehäuser zu formen.

John Galliano, Paris, France, 1996 Harper’s Bazaar © Peter Lindbergh (Courtesy of Peter Lindbergh, Paris / Gagosian Gallery) Foto freundlicherweise von der Kunsthalle München zur Verfügung gestellt

John Galliano, Paris, France, 1996
Harper’s Bazaar
© Peter Lindbergh (Courtesy of Peter Lindbergh, Paris / Gagosian Gallery)
Foto freundlicherweise von der Kunsthalle München zur Verfügung gestellt

Immer wieder lässt Lindbergh seine Leidenschaft für den Tanz, eine seiner Hauptinspirationsquellen, in seine Modefotograie einfliessen. In mehreren Serien arbeitete er an einer visuellen Geschichte des Tanzes, die auf der Auseinandersetzung mit berühmten Choreografen und Tänzern basiert.

Lindbergh unterlief die rigiden Konventionen des Mode-Business: Seine Werke zeugen von einer humanistischen Haltung und einem spielerischen Umgang mit Männlichkeit und Weiblichkeit. Diese Auseinandersetzung mit geschlechtlichen und politischen Fragen wird im Kapitel ‘Zeitgeist’ versammelt.

In Zeiten exzessiven Retuschierens bevorzugt Lindbergh natürliche Schönheit. Er betont die Persönlichkeit seiner Modelle anstatt sie auf ihr äusseres Erscheinungsbild zu reduzieren. Durch diesen Ansatz veränderte er die Standards der Modefotografie nachhaltig. Er feiert die Eleganz und Sinnlichkeit reiferer Frauen. In einem Interview erklärte er 2014: ‘Darin sollte heute die Verantwortung der Fotografen liegen: Frauen und letztlich jedermann vom Terror des Jugend- und Perfektionswahns zu erlösen.’ Lindbergh ist der festen Überzeugung, dass es mehr gibt, was eine Person interessant macht, als die Standardvorstellungen von Schönheit und Jugend.

Als Erster nutzte Lindbergh Modefotograie, um Geschichten zu erzählen. Oftmals gleichen seine Fotografien Film-Stills, die mit ihrer Momenthaftigkeit den Betrachter dazu anregen, sich eine Story vorzustellen, die hinter dem Dargestellten liegt. Lindbergh fand stilistische Inspirationen u.a. in der Ästhetik der internationalen Filmavantgarden der 1920er bis 1950er Jahre: Seine Kulissen zitieren die Maschinenräume aus Fritz Langs ‘Metropolis’ ebenso wie das Kabarett aus Josef von Sternbergs ‘Der Blaue Engel’ und die Filmsets von Alfred Hitchcocks ‘Die Vögel’ oder ‘Psycho’. Ausserdem nutzt er immer wieder schroffe Industriearchitektur als Setting, wie er sie in seiner Kindheit und Jugend in Duisburg erlebt hatte, und setzt diese in ein spannungsvolles Verhältnis zu seinen Modellen.

Michaela Bercu, Linda Evangelista & Kirsten Owen, Nancy, 1988 Comme des Garçons advertising campaign, S/S 1988 © Peter Lindbergh (Courtesy of Peter Lindbergh, Paris / Gagosian Gallery) Foto freundlicherweise von der Kunsthalle München zur Verfügung gestellt

Michaela Bercu, Linda Evangelista & Kirsten Owen, Nancy, 1988
Comme des Garçons advertising campaign, S/S 1988
© Peter Lindbergh (Courtesy of Peter Lindbergh, Paris / Gagosian Gallery)
Foto freundlicherweise von der Kunsthalle München zur Verfügung gestellt

Oft wird Lindbergh als ‘Fotograf der Wahrheit’, aber auch als ‘Poet des Glamour’ bezeichnet. Da er in seinen Bildern alle Anzeichen von sozialem Status vermeidet, empfindet er seine Arbeit selber eher als anti-glamourös. Er setzt keinerlei Hierarchien ins Bild, wodurch es ihm gelingt, wahrhaftige Momente einzufangen und die natürliche Schönheit und Eleganz der Person vor seiner Kamera zu zeigen. Das Kapitel ‘Ikonen’ nimmt die Besucher mit auf eine Reise durch vierzig Jahre zeitloser Bilder: Lindbergh lichtete Grössen der Popkultur ab: von Kate Winslet bis Charlotte Rampling, von Eddie Redmayne bis Christoph Waltz, von Tina Turner bis Pharrell Williams.

Bedingt durch die Veröffentlichung in flüchtigen Printmedien, wie monatlich erscheinenden Mode-Zeitschriften, ist ein Teil von Lindberghs Werk trotz seiner historischen Bedeutung heute in Vergessenheit geraten; weitere Arbeiten wurden niemals der Öffentlichkeit gezeigt. Lindbergh gestattete Thierry-Maxime Loriot uneingeschränkten Zutritt zu seinem Archiv: Mit Objekten aus diesem riesigen Fundus konnte der Kurator das ofizielle Werk Lindberghs z. B. um Making-of- und Behind-the-Scenes-Material ergänzen und gewährt damit einen neuen Einblick in die Geschichte der Fotograie der letzten Jahrzehnte.

Peter Lindbergh, London, 2016 © Stefan Rappo Foto freundlicherweise von der Kunsthalle München zur Verfügung gestellt

Peter Lindbergh, London, 2016
© Stefan Rappo
Foto freundlicherweise von der Kunsthalle München zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung ‘Peter Lindbergh. From Fashion to Reality’ wurde von der Kunsthal Rotterdam in Zusammenarbeit mit dem Kurator Thierry-Maxime Loriot und Peter Lindbergh unter dem Titel ‘Peter Lindbergh. A Different Vision on Fashion Photography’ entwickelt. Im Taschen-Verlag erschien begleitend ein hochwertiges Buch mit 472 Seiten.

Info:

13. April – 27. August 2017

Peter Lindbergh.  From Fashion to Reality

Kunsthalle München
Theatinerstrasse 8
80333 München
Deutschland

www.kunsthalle-muc.de

Öffnungszeiten:
täglich: 10 – 20 Uhr

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Rijswijk Textile Biennial 2017

Plakat

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Die vom Museum Rijswijk organisierten Textil-Biennalen haben sich international einen Namen in der Szene gemacht (hier gehts zu meinem Bericht über die Biennale 2015).

Alice Kettle (England): Loukanikos the Dog and the Cat’s Cradle 2015, Fäden, Stoffe, Glas, Kupferdraht, Farbe und Feder auf Leinwand 520 x 217 cm Foto: Joe Low freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Alice Kettle (England): Loukanikos the Dog and the Cat’s Cradle
2015, Fäden, Stoffe, Glas, Kupferdraht, Farbe und Feder auf Leinwand
520 x 217 cm
Foto: Joe Low
freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ab dem 16. Mai 2017 findet die fünfte Ausstellung in dem holländischen Museum statt, bei der 24 internationale ausgewählte Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten zeigen können.

Kate Just (Australien): Feminist Fan: Yayoi Kusama 2016, Wolle 60 x 40 cm Foto: © Kate Just freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Kate Just (Australien): Feminist Fan: Yayoi Kusama
2016, Wolle
60 x 40 cm
Foto: © Kate Just
freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Dabei kamen nicht nur bewährte Textiltechniken wie Weben, Stricken oder Sticken zum Einsatz, sondern auch innovative Kombinationen, z. B. mit Fotografie und digitalen Verfahren.

Agnès Sébyleau (Frankreich): La Ligne 2015-2016, Baumwolle gehäkelt ca. 200 x 200 cm Foto: ©Agnès Sébyleau freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Agnès Sébyleau (Frankreich): La Ligne
2015-2016, Baumwolle gehäkelt
ca. 200 x 200 cm
Foto: ©Agnès Sébyleau
freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Man setzte sich mit sozialen und politischen Themen auseinander, erzählt aber auch persönliche Geschichten.

Susanna Bauer (England): Connect, Detail 2015, Magnolienblätter, Baumwollgarn 52 x 52 x 7 cm Foto: art-photographers.co.uk freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Susanna Bauer (England): Connect, Detail
2015, Magnolienblätter, Baumwollgarn
52 x 52 x 7 cm
Foto: art-photographers.co.uk
freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Starke Aussagen zu Unterdrückung, Terrorismus, Alter und Geschlecht wurden in weiche Textilien verpackt.

Cristiàn Velasco (Chile): País Soñado (Country Dream) 2013, Stickerei auf Baumwolle 500 x 150 cm Foto: Cristiàn Velasco freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Cristiàn Velasco (Chile): País Soñado (Country Dream)
2013, Stickerei auf Baumwolle
500 x 150 cm
Foto: Cristiàn Velasco
freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Kunst, die Fragen stellt. Fragen, die nicht sofort beantwortet werden müssen. ‘Stoff’ zum Nachdenken. Unbedingt einen Besuch wert!

Ji Seon Yoon (Korea): Rag face #16020-1 2016, auf Stoff und Fotografie genäht 141 x 97 cm Foto: © Ji Seon Yoon freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ji Seon Yoon (Korea): Rag face #16020-1
2016, auf Stoff und Fotografie genäht
141 x 97 cm
Foto: © Ji Seon Yoon
freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ein Katalog ist erhältlich.

Info:

16. Mai – 24. September 2017

Rijswijk Textile Biennial 2017

Museum Rijswijk
Herenstraat 67
2282 BR Rijswijk
Niederlande

www.museumrijswijk.nl

Öffnungszeiten:
Di – So: 11 – 17 Uhr

Am Sonntag, 10. September 2017 findet begleitend ein Textilmarkt im Hof des Museums (11 – 17 Uhr) und in der gegenüberliegenden Oude Kerk (12.30 – 17 Uhr) statt.

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unheimlich heimelig

Eine Verwirrung des Vertrauten, einen Knacks im Erwarteten, eine schräge Perspektive bieten die textilen Objekte und Installationen von sieben Künstlerinnen der Gruppe tx o2, die das Tuchmacher Museum Bramsche vom 21. Mai bis 3. September 2017 in der Kornmühle zeigt. Die Arbeiten spielen mit dem ersten Blick und muten den textilen doppelten Boden zu: Was vordergründig erscheint, wird tiefgründig, was angenehm-schmeichelnd anmutet, zeigt sich doch spitz und sperrig; das In-sich-Ruhende wird bewegt, das Verschämte wird aufreizend, das Gefährlich-Kalte ist zugleich warmherzig und charmant. Die Parallelität der Gegensätze wird textil offenbar!

Einladungskarte

Einladungskarte

Ingrid Fähmel, Marianne Herbrich, Mechthild Jülicher, Susanne Klinke, Ulrike Lindner, Birgit Reinken und Christiane Winz-Völkert bilden zusammen die Gruppe tx o2 und realisieren seit 2002 nationale und internationale Ausstellungen (hier gehts z. B. zu meinem Bericht über ihre Ausstellung ‘st!chproben‘). Die verbindende Nahtstelle ihrer Zusammenarbeit war zunächst das Institut für Textilgestaltung der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, an dem sie Studierende oder Lehrende waren.

In Bramsche haben sich die Künstlerinnen von der besonderen Atmosphäre und der Architektur der historischen Tuchfabrik inspirieren lassen. In ihre Installationen beziehen sie unter anderem die riesigen Antriebsräder ein, um bildhaft zu machen, wie ein Unter-die-Räder-Kommen aussehen kann. – Unheimlich!

Für eine andere Arbeit liegen in den geöffneten Fenstern Plumeaus. Gesprächsfetzen dringen ins Foyer und wecken Erinnerungen. – Heimelig! Oder?

Ein Blick auf die Website der Gruppe lohnt sich!

Info:

21. Mai – 3. September 2017

unheimlich heimelig
Textile Objekte und Installationen

Tuchmacher Museum Bramsche
Mühlenort 6
49565 Bramsche
Deutschland

www.tuchmachermuseum.de
www.textil-kunst.com

Eröffnung:
So, 21. Mai 2017, 11 Uhr

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Must-haves – Schmuck grosser Juweliere
Must-sees – Schmuck in der Kunst

‘Must-haves’ und ‘Must-sees’ – das Schmuckmuseum Pforzheim zeigt in zwei Ausstellungen sowohl hohe Juwelierskunst als auch den Dialog zwischen Schmuckstücken und Bildender Kunst.

Kaum ein Porträt, auf dem nicht auch ein Schmuckstück funkelt! Schmuck ist in der Bildenden Kunst immer wieder ein beliebtes Motiv: Nicht selten sind besondere Schmuckstücke auf Gemälden die eigentlichen Stars der Komposition. Ob auf Porträts oder an Skulpturen, in allen Epochen wurde Schmuck in der Bildenden Kunst abgebildet. Die Ausstellung ‘Must-sees’ zeigt solche Gemälde oder Skulpturen und stellt jeweils eine dem abgebildeten Schmuck ähnliche Preziose dazu. ‘Sehr wichtig war uns, keine Repliken der Kunstwerke zu zeigen, sondern die Originalgemälde oder  -skulpturen auszustellen’, erläutert Cornelie Holzach, die Leiterin des Schmuckmuseums Pforzheim und Kuratorin der Doppelausstellung.

‘Must-haves’ dagegen präsentiert Juwelierskunst grosser Marken. Die Exponate kommen sowohl von Leihgebern aus Japan, den USA und Europa als auch aus der eigenen Sammlung. ‘Must-haves – Schmuck grosser Juweliere’ und ‘Must-sees – Schmuck in der Kunst’ sind im Rahmen des Jubiläumsfestivals 2017 ‘250 Jahre Goldstadt Pforzheim’ vom 21. Mai bis zum 10. September im Schmuckmuseum zu sehen.

Plakat

Plakat

Schmuck in der Kunst

‘Im Grunde sind es zwei vollkommen unterschiedliche Ausstellungen, die wir jedoch über den Titel miteinander verknüpfen’, erläutert die Hausherrin. Schon lange hatte Cornelie Holzach die Idee, den auf Kunstwerken dargestellten Schmuck mit tatsächlichen Schmuckstücken in Dialog zu setzen und freut sich daher, dieses aufwendige Vorhaben nun zum Jubiläum realisieren zu können. Zu sehen sein wird beispielsweise ein Gemälde von Franz Xaver Winterhalter, einem der gefragtesten deutschen Porträt-Maler des 19. Jahrhunderts, das eine Dame mit Diamantmonogramm abbildet. ‘Hier können wir sehr schön den dazu passenden Diamantschmuck zeigen’, erläutert Holzach.

Franz Xaver Winterhalter: Die Tochter des Botschafters (Carolina Johanna von Stackelberg (?) Öl auf Leinwand, 1863 Eesti Kunstimuuseum/Art Museum of Estonia, Tallinn Foto freundlicherweise vom Schmuckmuseum Pforzheim zur Verfügung gestellt

Franz Xaver Winterhalter: Die Tochter des Botschafters (Carolina Johanna von Stackelberg (?)
Öl auf Leinwand, 1863
Eesti Kunstimuuseum/Art Museum of Estonia, Tallinn
Foto freundlicherweise vom Schmuckmuseum Pforzheim zur Verfügung gestellt

Kleine antike Terrakotten, auf denen Schmuck der Zeit angedeutet ist, kommen aus der Antikensammlung der Universität Tübingen und werden in Pforzheim gemeinsam mit traubenförmigem Ohrschmuck und Halsketten aus der eigenen Sammlung präsentiert. ‘Es wird sicher ein besonderes Erlebnis, den abgebildeten Schmuck und die tatsächlichen Stücke zu sehen’, erklärt Holzach.

Es geht bei dieser Ausstellung, die sowohl in der Halle des Kunstvereins als auch in einem Teil der Dauerausstellung gezeigt wird, weniger um Epochen, als vielmehr um die Korrespondenz von Porträt und Schmuckstücken. ‘Wir haben Porträts ausgewählt, die einen besonderen Ausdruck haben und durch ihre Haltung bestechen’, berichtet die Museumsleiterin. Die Zeitspanne der Exponate reicht von etwa 400 vor Christus bis in die Gegenwart.

Auch Arbeiten zeitgenössischer Künstler sind zu sehen. In der Halle des Kunstvereins werden Bilder der in London lebenden Künstlerin Maisie Broadhead gezeigt. Die Arbeiten der Britin sind oft ein Dialog zwischen einem handgemachten Objekt und einem fotografierten Bild. Schmuckstücke, die sie auf Fotos ablichtet, finden skulptural ihren Weg aus dem Bild heraus, indem beispielsweise eine ‘echte’ Perlenkette in Verlängerung des Fotos zu Boden hängt. In der Serie ‘Pearls’ scheinen die Halsketten ein Eigenleben zu führen. Maisie Broadhead fotografiert dazu junge Frauen von heute in historischen Gewändern und adligen Posen, sie zeigt auch die Zweideutigkeit des Begriffs ‘Kette’, mal als Schmuck, mal als Fessel.

Maisie Broadhead: 'Ball and Chain' aus der Serie 'Pearls' Digitale Farbfotografie und Glasperlen Grossbritannien, 2016 © Maisie Maud Broadhead Foto freundlicherweise vom Schmuckmuseum Pforzheim zur Verfügung gestellt

Maisie Broadhead: ‘Ball and Chain’ aus der Serie ‘Pearls’
Digitale Farbfotografie und Glasperlen
Grossbritannien, 2016
© Maisie Maud Broadhead
Foto freundlicherweise vom Schmuckmuseum Pforzheim zur Verfügung gestellt

Eine weitere Facette sind Aufnahmen der Fotografin Isa Planck. Sie hat eigens für ‘Must-sees’ Stücke aus der Sammlung des Schmuckmuseums an Models fotografiert.

Schmuck grosser Juweliere

‘Must-haves’ zeigt in der Sonderausstellungsfläche des Schmuckmuseums hochwertigen Juwelierschmuck. Grosse Marken wie Boucheron und Chopard, Hemmerle und Wellendorff oder Tiffany und Van Cleef & Arpels stehen im Mittelpunkt. Hier verführt die Aura der Objekte den Betrachter. Ein Beispiel ist eine Blütenbrosche von Van Cleef & Arpels aus dem Jahr 1964 mit Diamanten und Rubinen in unsichtbarer Fassung. Bei dieser Technik, die der Pariser Juwelier 1933 patentieren liess, werden die Steine so gefasst, dass sie frei zu schweben scheinen und das Trägermetall nicht sichtbar ist. In einer einzigen Brosche dieser Art stecken um die 300 Arbeitsstunden. Darum entstehen bei der seit 1906 an der Place Vendȏme ansässigen Maison Van Cleef & Arpels nur einige wenige ‘MysterySetTM’-Stücke pro Jahr.

Blütenbrosche Platin, Rubine in unsichtbarer Fassung, Diamanten Van Cleef & Arpels Paris, 1964 Van Cleef & Arpels Collection Foto freundlicherweise vom Schmuckmuseum Pforzheim zur Verfügung gestellt

Blütenbrosche
Platin, Rubine in unsichtbarer Fassung, Diamanten
Van Cleef & Arpels
Paris, 1964
Van Cleef & Arpels Collection
Foto freundlicherweise vom Schmuckmuseum Pforzheim zur Verfügung gestellt

Auch der Münchner Juwelier Hemmerle, einst königlich bayerischer Hoflieferant, steuert exquisite Schmuckstücke bei. Seit rund 20 Jahren geht das 1893 gegründete und mit Medaillen und Orden berühmt gewordene Familienunternehmen neue Wege: Mutig und mit kraftvoller Ästhetik fertigt Hemmerle Schmuckstücke mit ungewöhnlichen Materialkombinationen. Eine Granatapfelbrosche der Serie ‘Nature’s Jewels’ etwa besteht neben Rubelliten, Diamanten, Silber und Gold auch aus Kupfer.

Spinnenbrosche Conchperle, Saphire, Diamanten, Gold Hemmerle München, 1994 Hemmerle Foto freundlicherweise vom Schmuckmuseum Pforzheim zur Verfügung gestellt

Spinnenbrosche
Conchperle, Saphire, Diamanten, Gold
Hemmerle
München, 1994
Hemmerle
Foto freundlicherweise vom Schmuckmuseum Pforzheim zur Verfügung gestellt

Den Wunsch danach, gesehen zu werden, im Mittelpunkt zu stehen, zu leuchten, sich durch ein prachtvolles Schmuckstück abzuheben, diese Sehnsucht thematisieren beide Ausstellungen. In ‘Must-haves – Schmuck grosser Juweliere’ sind hochwertige Einzelstücke hoher Juwelierskunst zu bewundern. In ‘Must-sees’ geht es um den Dialog der Kunst mit dem Schmuck. Menschen lieben Schmuck und lassen sich mit all seiner Pracht auf Bildern verewigen. Am Ende der Ausstellung können sich Besucher in Bildbände und Bücher vertiefen oder selbst mit bereitstehendem Modeschmuck in Szene setzen und sich in Spiegeln betrachten. Eine Interaktion, die das Bedürfnis, sich zu schmücken, spielerisch erlebbar macht.

Kuratiert wurden beide Ausstellungen von Museumsleiterin Cornelie Holzach. Co-Kuratorin für ‘Must-sees’ ist Martina Eberspächer, verantwortlich für die Ausstellungsarchitektur ist Cornelia Wehle.

Info:

21. Mai – 10. September 2017

Must-haves – Schmuck grosser Juweliere
Must-sees – Schmuck in der Kunst

Schmuckmuseum Pforzheim
Jahnstrasse 42
75173 Pforzheim
Deutschland

www.schmuckmuseum-pforzheim.de

Öffnungszeiten:
Di – So und feiertags: 10 – 17 Uhr

Eröffnung:
Sa, 20. Mai 2017, 19 Uhr

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iigfädlet

Die Ostschweiz war über Jahrhunderte die führende Region der schweizerischen Textilindustrie. Auf dem Land wurden in Heimarbeit oder in Fabriken Stoffe für den Weltmarkt hergestellt, in den Zentren wurden sie gehandelt. Und auch heute noch werden hier für eine internationale Kundschaft hochwertige Gewebe verarbeitet.

Acht Museen aus der Region gehen dieses Thema gemeinsam an. Jedes erzählt aus seiner Perspektive. Aber überall stehen Menschen und ihre Geschichten im Vordergrund.

 

Flyer

Flyer

Kettenstich und Kinderarbeit, katholischer Drill und kreative Köpfe … . Dies sind nur einige von vielen Schlagworten, welche die wechselvolle und spannende Geschichte der Ostschweizer Textilgeschichte charakterisieren und Themen der aussergewöhnlichen Ausstellung ‘iigfädlet’ sind.

Von schöpferischen Höchstleistungen und wirtschaftlichen Erfolgen, von technischen Erfindungen und herrschaftlichen Gebäuden, aber auch von tragischen Schicksalen und menschlichen Dramen handelt die Gemeinschaftsausstellung ‘iigfädlet’. Dank der einzigartigen Mitwirkung von acht Museen aus dem Appenzellerland, dem Toggenburg, dem Rheintal und der Stadt St. Gallen wird die Ostschweizer Textilgeschichte so umfassend wie noch nie dargestellt.

Appenzeller Volkskunde-Museum Stein Blick in den Ausstellungsraum, wo die grundlegenden Verarbeitungsschritte Spinnen, Spulen, Zwirnen sowie Weben und Veredeln erläutert werden. Foto: Jürg Zürcher, St. Gallen

Appenzeller Volkskunde-Museum Stein
Blick in den Ausstellungsraum, wo die grundlegenden Verarbeitungsschritte Spinnen, Spulen, Zwirnen sowie Weben und Veredeln erläutert werden.
Foto: Jürg Zürcher, St. Gallen

Die Häuser stellen einzelne Aspekte vor, welche mit den Eigenheiten der jeweiligen Gegend und der Bevölkerung eng in Verbindung stehen. Der Blick liegt dabei vor allem auf den Menschen, die hinter den schönen Stoffen stehen und standen, auf ihrem Leben, ihrem Alltag, ihren Hoffnungen und Träumen. Und fast überall spielt die Gegenwart hinein.

Beteiligt an dieser historischen Zusammenarbeit über institutionelle, geografische und politische Grenzen hinweg sind das Appenzeller Volkskunde-Museum Stein, das Appenzeller Brauchtumsmuseum Urnäsch, das Museum Herisau, das Museum Heiden, das Zeughaus Teufen, das Textilmuseum St. Gallen, das Museum Prestegg Altstätten sowie das Museum Ackerhus Ebnat-Kappel. Sie treten für dieses Projekt zusammen auf, geben miteinander eine Begleitpublikation heraus und bieten ein gemeinsames Rahmenprogramm an.

Appenzeller Volkskunde-Museum Stein Ausserrhoder Textilien werden bis nach Indien exportiert; der dortige Geschmack bestimmt die farbenrohe Gestaltung. Vor dem Fenster ein Kartenschlagtisch, auf welchem die Löcher in die Punch-Rollen zur Steuerung des Jacquardwebstuhls geschlagen wurden. Foto: Jürg Zürcher, St. Gallen

Appenzeller Volkskunde-Museum Stein
Ausserrhoder Textilien werden bis nach Indien exportiert; der dortige Geschmack bestimmt die farbenrohe Gestaltung. Vor dem Fenster ein Kartenschlagtisch, auf welchem die Löcher in die Punch-Rollen zur Steuerung des Jacquardwebstuhls geschlagen wurden.
Foto: Jürg Zürcher, St. Gallen

Das heute als ländlich-beschaulich geltende Ausserrhoden und Teile des St. Gallerlands gehörten ab dem 18. Jahrhundert zu den am stärksten industrialisierten Regionen Europas: Mancherorts stand in jedem zweiten Haus ein Webstuhl oder eine Stickmaschine.Stets grossen Wechseln ausgesetzt, begann kurz vor dem Ersten Weltkrieg der unaufhaltsame Niedergang der Textilindustrie, die jahrhundertelang die ganze Region dominiert hatte. Geblieben sind heute vom einstigen wirtschaftlichen Stolz der Ostschweiz nur einige wenige, aber hoch spezialisierte Textilfirmen von Weltruf.

Die Textilindustrie hat die hiesige Bevölkerung über einen langen Zeitraum geprägt – und bis heute Spuren hinterlassen. Während deren Einfluss an Gebäuden noch gut ablesbar ist und auch noch viele hier fabrizierten Stoffe erhalten sind, drohen andere vorwiegend soziale Aspekte wie die Eigenheiten der Heim- und Fabrikarbeit, die weit verbreitete Kinderarbeit, die Wohn- und Lebensverhältnisse der Arbeiterschaft, die gesellschaftlichen Auswirkungen der zahlreichen Konkurse, aber auch spezifische textile Fertigkeiten und Berufe in Vergessenheit zu geraten. Die acht acht kulturhistorischen Museen haben sich zusammengeschlossen, um diese Themen gemeinsam zu veranschaulichen und zu dokumentieren.

Appenzeller Brauchtumsmuseum Urnäsch Blick in den Bereich der Firma Walser AG mit Fotoarbeit der Künstlerin Barbara Davatz 'Portrait einer Schweizer Firma' (1972) sowie links Arrangement von Schablonen der Firma Walser AG für den Stoffdruck. Foto: Jürg Zürcher, St. Gallen

Appenzeller Brauchtumsmuseum Urnäsch
Blick in den Bereich der Firma Walser AG mit Fotoarbeit der Künstlerin Barbara Davatz ‘Portrait einer Schweizer Firma’ (1972) sowie links Arrangement von Schablonen der Firma Walser AG für den Stoffdruck.
Foto: Jürg Zürcher, St. Gallen

Das Volkskunde-Museum Stein stellt Forschungen zu den vielen längst verschwundenen textilen Berufen an – Seidenspitzenstreicher, Fluderstickerin, Puncher – und beleuchtet zugleich die heutige textile Berufsbildung.

Der industriellen Prägung des Ortes entsprechend beschäftigt sich das Museum Herisau mit den ersten hiesigen ‘Fabriques’ aus dem 18. Jahrhundert und dem Arbeiten in dieser neuen Betriebsform. Es spannt den Bogen zur Gegenwart, indem es auf die heute noch tätigen Firmen in Ausserrhoden und auf deren erstaunlichen Erzeugnisse eingeht.

Die Museen in Urnäsch und in Heiden stellen Textilarbeitende von ehemaligen und heutigen Firmen ins Zentrum und damit auch die vielen Gastarbeiter und Gastarbeiterinnen und ihre Schicksale. Es sind berührende Zeugnisse zum Leben und Arbeiten in der Ostschweiz entstanden.

Das Zeughaus Teufen präsentiert sich als textiles Laboratorium und lässt aufstrebende Modelabels, Lernende der Couture-Ateliers der Gewerbeschule St. Gallen und eine Schar leidenschaftlicher Selfmade-Schneider wirken.

Die Textilindustrie hat der Architektur in der Region ihr typisches Gepräge verliehen: Das alleinstehende Weberhöckli oder die feinsinnig ausgestattete Fabrikantenvilla werden unter anderem vom Museum Ackerhus Ebnat-Kappel vorgestellt. Vom Umgang mit diesem Erbe erzählen die heutigen Bewohnerinnen und Bewohner.

Das Rheintal als Grenzland und starke Textilregion ist Thema im Museum Prestegg Altstätten. Die Schwerpunkte liegen einerseits auf der lange Zeit dominanten, katholisch-konservativen Textilfamilie Rohner-Manser-Geser, andererseits auf den prekären Lebensverhältnissen der Stickerfamilien und der Frauen im Besonderen.

Das Textilmuseum St. Gallen schliesslich nimmt dieses gemeinsame Projekt zum Anlass, das für die Ostschweizer Textilindustrie typische engmaschige Zusammenspiel von Entwerfern, technischen Tüftlern, Arbeiterinnen und Konsumenten auszuleuchten.

Museum Prestegg Altstätten Die originalen Puppen von Cécile und Melanie Geser (Töchter von Jacob Rohner), vor der Reproduktion mit ihren Kinderfrauen und ihrem Bruder Jakob, 1917. Foto: Jürg Zürcher, St. Gallen

Museum Prestegg Altstätten
Die originalen Puppen von Cécile und Melanie Geser (Töchter von Jacob Rohner), vor der Reproduktion mit ihren Kinderfrauen und ihrem Bruder Jakob, 1917.
Foto: Jürg Zürcher, St. Gallen

Die Ostschweizer Textilien wurden zwar gewinnbringend an einigen zentralen Orten und insbesondere in der Stadt St. Gallen gehandelt. Die Produktion aber fand zum grossen Teil im Umland und unter oft schwierigen Bedingungen statt. Die Ausstellungen greifen auf, was in die Bevölkerung der Region, ihre Entwicklung, Kultur und Architektur bis heute eingebrannt ist und bei zahlreichen Menschen, die direkt oder indirekt mit dem Textilgewerbe zu tun hatten oder noch haben, weiterlebt. Stoff also, der die Besucherinnen und Besucher von ‘iigfädlet’ dazu anregen könnte, nachzufragen, wie er oder sie selbst mit dieser Geschichte verstrickt ist.

Museum Ackerhus Ebnat-Kappel Die Eigenheiten des Fabrikantenhauses werden erläutert. Foto: Jürg Zürcher, St. Gallen

Museum Ackerhus Ebnat-Kappel
Die Eigenheiten des Fabrikantenhauses werden erläutert.
Foto: Jürg Zürcher, St. Gallen

Die Ausstellungen verweisen inhaltlich und grafisch aufeinander; sie lassen sich aber unabhängig voneinander besuchen. Es gelten die Eintrittspreise der einzelnen Museen. Der 5. Eintritt ist mit der Stempelkarte kostenlos.

Die Webseite www.iigfädlet.ch, aber auch der Ausstellungsprospekt (Links siehe unten) geben Aufschluss über die zahlreichen Veranstaltungen des Rahmenprogramms: vom Familienworkshop über Konzerte, einem textilen Pop-up Store bis hin zum wissenschaftlichen Vortrag über zukunftsweisende Textiltechnologien.

Die Begleitpublikation geht sowohl auf die Ausstellungen als auch auf zusätzliche Themen wie den Erfolg der Textilhandelsfamilie Zellweger, die Rolle der Frau in den verschiedenen Stickereibereichen oder noch gebräuchliche textile Redewendungen ein. Ebenfalls zu Wort kommen heutige Textilunternehmer. Die Publikation ist darüber hinaus ein ‘Musterbuch’ und vereint eine Auswahl an Gewebeproben aus der gegenwärtigen Produktion. In den Museen für CHF 15.- erhältlich (ohne Stoffmüsterchen), über den Verlag für CHF 30.- (www.appenzellerverlag.ch).

Info:

30. April – 29. Oktober 2017

iigfädlet – Ostschweizer Textilgeschichten

Eine Gemeinschaftsausstellung folgender Museen:
Appenzeller Volkskunde-Museum Stein
Appenzeller Brauchtumsmuseum Urnäsch
Museum Herisau
Museum Heiden
Zeughaus Teufen
Textilmuseum St. Gallen
Museum Prestegg Altstätten
Museum Ackerhus Ebnat-Kappel

www.iigfaedlet.ch

Prospekt zur Ausstellung

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Der Stoff, aus dem meine Träume sind
Luitgard Möschle

Noch bis zum 30. Juni 2017 zeigt Luitgard Möschle unter dem Titel ‘Der Stoff, aus dem meine Träume sind’ eine kleine, aber feine Ausstellung in der Rathausgalerie Schutterwald …

Luitgard Möschle: Rabenkönigin (re) Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Luitgard Möschle: Rabenkönigin (re)
Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

… in der Nähe von Offenburg, auf etwa halbem Weg zwischen Karlsruhe und Freiburg gelegen. Ausgestellt hat sie insgesamt zwölf Quilts und diverse Kästchen, auch Collagen in Kästchen.

Luitgard Möschle: Sammy I Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Luitgard Möschle: Sammy I
Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Egal, ob grössere oder kleinere Arbeiten, Luitgards Werke sind immer sehenswert und zeichnen sich durch den Einsatz vielfältiger Techniken aus, die sie virtuos und einfallsreich handhabt. Luitgard sagt von sich selbst: ‘Ich bin ja ein ziemlich fleissiges Mädchen’ und man möchte hinzufügen: ‘und schreckt vor (fast) nichts zurück’. Ebenso nimmt sie Herausforderungen an und interpretiert auch ‘schwierige’ Themen meisterlich.

Luitgard Möschle: Krieger Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Luitgard Möschle: Krieger
Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Eine Empfehlung vor allem für diejenigen, die gerade des Wegs sind, keinen Bogen um die Rathausgalerie zu machen.

Info:

1. April – 30. Juni 2017

Der Stoff, aus dem meine Träume sind
Luitgard Möschle

Rathausgalerie Schutterwald
Kirchstrasse 2
77749 Schutterwald
Deutschland

www.schutterwald.de

Öffnungszeiten:
Mo – Do: 8.30 – 12 Uhr
Mi: 15.30 – 18 Uhr
Fr: 8.30 – 13 Uhr

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Rei Kawakubo / Comme des Garçons:
Art of the In-Between

Rei Kawakubo (Japanese, born 1942) for Comme des Garçons (Japanese, founded 1969); Courtesy of Comme des Garçons. Photograph by © Paolo Roversi; Courtesy of The Metropolitan Museum of Art Foto freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Rei Kawakubo
(Japanese, born 1942) for Comme des Garçons (Japanese, founded 1969); Courtesy of Comme des Garçons.
Photograph by © Paolo Roversi; Courtesy of The Metropolitan Museum of Art
Foto freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Vom 4. Mai – 4. September 2017 zeigt das Costume Institute des Metropolitan Museum of Art in New York die Ausstellung ‘Rei Kawakubo / Comme des Garçons: Art of the In-Between’, die Kawakubos Faszination für ‘den Raum zwischen den Grenzen’ thematisiert. Dieser Zwischenraum in Kawakubos Werk kann als ästhetische Sensibilität begriffen werden, die eine beunruhigende Zone von oszillierender visueller Unklarheit schafft, die konventionelle Vorstellungen von Schönheit, gutem Geschmack und Mode herausfordert.

Rei Kawakubo (Japanese, born 1942) for Comme des Garçons (Japanese, founded 1969) Body Meets Dress–Dress Meets Body, spring/summer 1997 Courtesy of Comme des Garçons. Photograph by © Paolo Roversi; Courtesy of The Metropolitan Museum of Art Foto freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Rei Kawakubo
(Japanese, born 1942) for Comme des Garçons (Japanese, founded 1969)
Body Meets Dress–Dress Meets Body, spring/summer 1997
Courtesy of Comme des Garçons.
Photograph by © Paolo Roversi; Courtesy of The Metropolitan Museum of Art
Foto freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Die japanische Modedesignerin, die als eine der bedeutendsten und einflussreichsten Designer der letzten 40 Jahre gilt, ist bekannt für ihre unkonventionellen, avantgardistischen Entwürfe, die wegen der vielen Interpretationsmöglichkeiten oft auch als intellektuell anspruchsvoll gesehen werden. Rei Kawakubo wurde 1942 in Tokio geboren und studierte zunächst Kunst, wurde später Stylistin und begann in den 1960er Jahren eigene Mode zu entwerfen – ein Bruch mit den Traditionen Japans. 1973 gründete sie in Japan ihre eigene Firma mit dem französischen Namen ‘Comme des Garçons’ und zeigte erstmals 1981 ihre hochpreisige Damenkollektion in Paris – ein Skandal. Die in dunklen Farben gehaltenen Kleider waren mit Löchern übersät und sahen aus wie von der weiblichen Silhouette gelöste, unförmige Kutten, die von Tauen anstatt Gürteln gehalten wurden, Röcke bestanden aus zerfetzten Stoffstreifen, die Haare der Models waren zerzaust.

Rei Kawakubo (Japanese, born 1942) for Comme des Garçons (Japanese, founded 1969) Body Meets Dress–Dress Meets Body, spring/summer 1997 Courtesy of Comme des Garçons. Photograph by © Paolo Roversi; Courtesy of The Metropolitan Museum of Art Foto freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Rei Kawakubo
(Japanese, born 1942) for Comme des Garçons (Japanese, founded 1969)
Body Meets Dress–Dress Meets Body, spring/summer 1997
Courtesy of Comme des Garçons.
Photograph by © Paolo Roversi; Courtesy of The Metropolitan Museum of Art
Foto freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Ihre innovativen Ideen, wie z.B. das dekonstruktivistische Sichtbarmachen von Nähten und Säumen, mehrere aufeinander folgende Stofflagen, asymmetrische Jackenlängen, ausgepolsterte einzelne Partien, mit Flicken oder Schnittteilen versetzte Kleidungsstücke, absichtlich alt bzw. gebraucht erscheinende Stoffe oder eine der japanischen Bescheidenheit entsprechende Kargheit der Entwürfe beeinflussten jedoch die westlichen Designer und verwischte die Kluft zwischen Kunst und Mode.

Rei Kawakubo (Japanese, born 1942) for Comme des Garçons (Japanese, founded 1969) Blood and Roses, spring/summer 2015 Courtesy of Comme des Garçons. Photograph by © Paolo Roversi; Courtesy of The Metropolitan Museum of Art Foto freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Rei Kawakubo
(Japanese, born 1942) for Comme des Garçons (Japanese, founded 1969)
Blood and Roses, spring/summer 2015
Courtesy of Comme des Garçons.
Photograph by © Paolo Roversi; Courtesy of The Metropolitan Museum of Art
Foto freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Rei Kawakubo sagte: ‘Ich habe immer eine neue Art des Denkens über Design verfolgt … durch die Verweigerung von etablierten Werten, Konventionen und was allgemein als Norm akzeptiert wird. Und die Ausdrucksformen, die mir schon immer am wichtigsten waren, sind Fusion … Ungleichgewicht … unvollendet … Beseitigung … und die Abwesenheit von Absicht.’

Rei Kawakubo (Japanese, born 1942) for Comme des Garçons (Japanese, founded 1969) Blue Witch, spring/summer 2016 Courtesy of Comme des Garçons. Photograph by © Paolo Roversi; Courtesy of The Metropolitan Museum of Art Foto freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Rei Kawakubo
(Japanese, born 1942) for Comme des Garçons (Japanese, founded 1969)
Blue Witch, spring/summer 2016
Courtesy of Comme des Garçons.
Photograph by © Paolo Roversi; Courtesy of The Metropolitan Museum of Art
Foto freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung präsentiert etwa 150 Beispiele für Kawakubos Damenmode-Designs für Comme des Garçons, von den frühen 1980er Jahren bis zu ihrer neuesten Kollektion, die in Gegensatzpaaren wie z.B: Mode / Anti-Mode, Design / Nicht-Design, Hoch / Niedrig, Selbst / Andere, Objekt / Subjekt und Kleidung / Nicht-Kleidung dargestellt werden. Kawakubo zerbricht die imaginären Mauern zwischen diesen Dualismen, indem sie ihre Künstlichkeit und Willkür enthüllt. Ihre Mode zeigt, dass Zwischenräume Orte von sinnvoller Verbindung und Koexistenz sowie revolutionärer Innovation und Transformation sind. Unendliche Möglichkeiten um den weiblichen Körper und die weibliche Identität zu überdenken.

Rei Kawakubo (Japanese, born 1942) for Comme des Garçons (Japanese, founded 1969) Blue Witch, spring/summer 2016 Courtesy of Comme des Garçons. Photograph by © Paolo Roversi; Courtesy of The Metropolitan Museum of Art Foto freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Rei Kawakubo
(Japanese, born 1942) for Comme des Garçons (Japanese, founded 1969)
Blue Witch, spring/summer 2016
Courtesy of Comme des Garçons.
Photograph by © Paolo Roversi; Courtesy of The Metropolitan Museum of Art
Foto freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Auf das Ausstellungs-Video auf der Website des Museums sei besonders hingewiesen – tolle Bilder!

Am Montag, 1. Mai 2017 findet die berühmte Met Gala in Anwesenheit der Designerin statt.

Info:

4. Mai – 4. September 2017

Rei Kawakubo / Comme des Garçons:
Art of the In-Between

The Met Fifth Avenue
Gallery 999
1000 Fifth Avenue
New York, NY 10028
USA

www.metmuseum.org

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Kunstwege – Seite an Seite

Helene Fischer und Heidemarie Mönkemeyer präsentieren ihre unterschiedlichen Arbeitsweisen in einer gemeinsamen Ausstellung: Grosszügige Quilts neben filigranen Miniaturen – ein Spannungsfeld, das zu Entdeckungen der Kunstwege einlädt.

Plakat

Plakat

Info:

31. Mai – 29. Juni 2017

Kunstwege – Seite an Seite
Helene Fischer, Wittmund und Heidemarie Mönkemeyer, Ottersberg
Textilkunst-Ausstellung

Sparkasse Leer/Wittmund
Mühlenstrasse 93
26789 Leer
Deutschland

www.heide-moenkemeyer.de

Öffnungszeiten:
Mo – Fr: 9 – 12 und 14 – 17 Uhr
(ausser Mi)

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Auf gute Nachbarschaft

Einladungskarte

Einladungskarte

Unter diesem Titel zeigt Ulla Hoppe, Köln, ihre neuesten textilen Arbeiten aus Flora und Fauna in der Flora, einem grossen Park in Köln.

Ulla Hoppe: Floras Hampelvögel Foto freundlicherweise von Ulla Hoppe zur Verfügung gestellt

Ulla Hoppe: Floras Hampelvögel
Foto freundlicherweise von Ulla Hoppe zur Verfügung gestellt

In einem der beiden Torhäuser am Eingang ist zu sehen, wie mit Nadel und Faden gemalt werden kann. Lassen Sie sich davon überzeugen …

Ulla Hoppe: Ups, da sind ja Leute! Foto freundlicherweise von Ulla Hoppe zur Verfügung gestellt

Ulla Hoppe: Ups, da sind ja Leute!
Foto freundlicherweise von Ulla Hoppe zur Verfügung gestellt

… dass Sticken nicht nur langweilig und von gestern ist! Ulla Hoppe freut sich sehr über Ihren Besuch!

Ulla Hoppe: Wie denn, wo denn, was denn? Foto freundlicherweise von Ulla Hoppe zur Verfügung gestellt

Ulla Hoppe: Wie denn, wo denn, was denn?
Foto freundlicherweise von Ulla Hoppe zur Verfügung gestellt

Info:

4. – 8. Mai 2017

Auf gute Nachbarschaft
Textile Arbeiten von Ulla Hoppe

Torhaus der Flora (Park)
Alter Stammheimer Weg
50735 Köln
Deutschland

www.freundeskreis-flora-koeln.de
www.die.drei-textil.de

Öffnungszeiten:
täglich: 11 – 18 Uhr

Vernissage:
Mi, 3. Mai 2017, 19 Uhr
Laudatio: Dr. Brigitte Jacobsen, Textilkünstlerin

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Kalender
Arbeiten von Franҫoise Rouby

Warum das Thema Kalender aufgreifen? Der Kalender setzt zeitliche Merkmale in eine Welt, wo sich alles um Zeit dreht. Der Kalender bestimmt den Rhythmus der Zeit und eine Wiederholung von Jahreszeiten, Tagesabläufen, Festen etc. Es gibt viele Sprichwörter wie z.B. ‘mit der Zeit gehen’ – davon liess sich Franҫoise Rouby inspirieren.

Arbeit von Franҫoise Rouby Foto freundlicherweise von quiltstar zur Verfügung gestellt.

Arbeit von Franҫoise Rouby
Foto freundlicherweise von quiltstar zur Verfügung gestellt.

Die Textilkünstlerin aus dem Elsass arbeitet gerne mit verschiedenen Drucktechniken, wie z.B. Siebdruck, und integriert gerne alte Spitzen, strapazierte und beschädigte Stickereien sowie Schriften und Papier in ihre Arbeiten.

Info:

24. April – 30. Juni 2017

Kalender
Arbeiten von Franҫoise Rouby

Galerie quilt star
Basler Strasse 61
79100 Freiburg
Deutschland

www.quiltstar.de

Öffnungszeiten:
Di – Fr: 9.30 – 12.30 Uhr
Mo – Fr: 14.30 – 18.30 Uhr

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Equation – Faig Ahmed

Das Textilmuseet / Textilmuseum von Schweden widmet seine Sommerausstellung Faig Ahmed, einem Künstler aus Aserbaidschan, der unter dem Titel ‘Equation’ (Gleichung) erstmals in Skandinavien seine höchst bemerkenswerten Arbeiten und Installationen zeigt.

Der in Baku geborene Künstler, der von 1999 bis 2004 an der Azerbaijan State Academy of Fine Art in Baku Bildhauerei studierte, zählt gegenwärtig zu den zehn interessantesten internationalen Textilkünstlern und fand in den letzten Jahren viel Beachtung, vor allem als er Aserbaidschan 2007 bei der Biennale von Venedig repräsentierte und dort auch 2013 vertreten war.

Faig Ahmed: Singularity 2016 © Faig Ahmed, 2016. Foto: Image Courtesy of Faig Ahmed Studio freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Faig Ahmed: Singularity
2016
© Faig Ahmed, 2016. Foto: Image Courtesy of Faig Ahmed Studio
freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In erster Linie haben es ihm traditionelle Teppiche aus seinem Heimatland angetan, die es dort in jeder Familie gibt und überall in den Wohnungen zu finden sind. Seit 2003 beschäftigen sich seine Arbeiten damit. Er zerlegt die konventionellen Strukturen der Teppiche und überführt sie in zeitgenössische Formen.  Zunächst fertigt Ahmed dazu  Skizzen am Computer an und überträgt die Zeichung dann Punkt für Punkt auf ein spezielles Entwurfspapier, mit dessen Hilfe ein Teppichweber mit den alten regionalen Techniken aus mit Naturfarben gefärbter Wolle oder Seide den neuen Teppich herstellt. Der Webvorgang ist dabei der gleiche wie vor 300 Jahren.

Faig Ahmed 2017 Foto: Image Courtesy of Faig Ahmed Studio freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Faig Ahmed 2017
Foto: Image Courtesy of Faig Ahmed Studio
freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellungskuratorin Medeia Ekner meint, dass Faig Ahmed keine Fragen beantworte. Sondern: ‘Er stellt sie.’ Sie spielt damit auf seine Methode an, die althergebrachten Muster und Symbole der Teppiche zu zerstören und ihnen durch seine neuen Kompositionen einen neuen, dramatischen Ausdruck und Inhalt zu verleihen.

Faig Ahmed: Virgin 2016 © YARAT. Foto von Fakhriyya Mammadova freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Faig Ahmed: Virgin
2016
© YARAT. Foto von Fakhriyya Mammadova
freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Orientalische Teppiche sind Träger vieler Symbole und ihre überlieferten Muster erzählen Geschichten, die im kollektiven Gedächtnis gut verankert sind. Diese Muster sind buddhistischen und muslimischen Ursprungs und beeinflussten auch die europäische Mythologie. Faig Ahmed spielt gekonnt mit diesen Traditionen und verbindet in seinen spektakulären dreidimensionalen Arbeiten Kunst mit Wissenschaft und Metaphysik. Muster werden zerstört, aufgebrochen, anders angeordnet oder anders übernommen, wodurch sie neue Geschichten erzählen. ‘Die Ausstellungsbesucher können auf diese Weise nicht nur die Innenwelt des Künstlers verstehen, sondern sie sollten auch beginnen, sich über die eigene Gedanken zu machen’, wünscht sich die Kuratorin.

Faig Ahmed: Coherency © Faig Ahmed. Foto: Image Courtesy of Faig Ahmed Studio freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Faig Ahmed: Coherency
© Faig Ahmed. Foto: Image Courtesy of Faig Ahmed Studio
freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das Museum verfolgt mit dieser Ausstellung auch die Absicht, textile Kunst in den Mittelpunkt zu rücken und will ihr damit mehr Geltung verschaffen. Die Ausstellung wird ausserdem Teil des internationalen Textilkunst Festivals und der European Textile Network-Konferenz ‘Crossover’ sein, die in Borås vom 12. – 19. September 2017 stattfinden.

Auf die Website des Künstlers sei besonders hingewiesen.

Info:

6. Mai – 24. September 2017

Equation – Faig Ahmed

Textilmuseet / Textile Museum of Sweden
Skaraborgsvägen 3A
506 30 Borås
Schweden

www.textilmuseet.se
www.faigahmed.com

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Fr: 12 – 17 Uhr
Do: 12 – 19 Uhr
Sa/So: 12 – 16 Uhr

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Anke Pradel-Schönknecht
Bilder 3D

Anke Pradel-Schönknechts Ausstellung ‘Bilder 3D’, die ich hier angekündigt hatte, wurde inzwischen verlängert.

Anke Pradel-Schönknechts Ausstellung 'Bilder 3D' bei Carqueville Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Anke Pradel-Schönknechts Ausstellung ‘Bilder 3D’ bei Carqueville
Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Bis zum 18. Mai 2017 kann man 46 Mixed Media-Arbeiten und eine Handvoll Quilts und Kostüme in den grossen schönen Galerieräumen bei Carqueville noch live und in Farbe bewundern.

Anke Pradel-Schönknechts Ausstellung 'Bilder 3D' bei Carqueville Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Anke Pradel-Schönknechts Ausstellung ‘Bilder 3D’ bei Carqueville
Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Anke hat mir diese Fotos geschickt, auf denen man dies sehr schön erkennen kann.

Anke Pradel-Schönknechts Ausstellung 'Bilder 3D' bei Carqueville Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Anke Pradel-Schönknechts Ausstellung ‘Bilder 3D’ bei Carqueville
Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Und gleichzeitig sandte sie eine Einladung zur Finissage mit, die für Do, 18. Mai 2017 um 18.30 Uhr angesetzt ist und die ich hier gern weiterreichen möchte (siehe unten).

Anke Pradel-Schönknechts Ausstellung 'Bilder 3D' bei Carqueville Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Anke Pradel-Schönknechts Ausstellung ‘Bilder 3D’ bei Carqueville
Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Also auf nach Gera, in die Galerie des Sanitäts- und Gesundheitshauses Carqueville in Kraftsdorf, Ortsteil Töppeln.

Anke Pradel-Schönknechts Ausstellung 'Bilder 3D' bei Carqueville Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Anke Pradel-Schönknechts Ausstellung ‘Bilder 3D’ bei Carqueville
Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Info:

23. Februar – 18. Mai 2017

Anke Pradel-Schönknecht
Bilder 3D

Sanitäts- und Gesundheitshaus Carqueville GmbH
Flurstrasse 6
07586 Kraftsdorf OT Töppeln
Deutschland

www.carqueville-online.de

Einladung zur Finissage

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Glanz und Grauen – Mode im ‘Dritten Reich’

Die braunen Uniformen der Nationalsozialisten oder die fliessenden Roben einer Zarah Leander – sie gelten als typisch für die Zeit des Hitler-Regimes. Die Ausstellung ‘Glanz und Grauen – Mode im Dritten Reich’ stellt Klischees wie diese in Frage. Das tim zeigt deshalb nicht nur elegante Abendkleider, Dirndl oder Uniformen. Im Mittelpunkt stehen vielmehr Alltagskleidung und Notgarderobe im Nationalsozialismus. Dabei erlangen vermeintlich banale Kleidungsstücke wie Hosen oder Jacken unerwartete politische Bedeutung.

Key visual

Key visual

Trug die typische Frau in der Zeit des Nationalsozialismus Dirndl, am besten mit Gretchenzopf? Oder kleidete sie sich elegant wie deutsche Leinwandstars? Wie sah die Kleidung der 1930er und 1940er Jahre aus? Die NS-Zeit ist so gut wie keine andere historische Epoche erforscht, aber mit der Frage nach der Kleidung hat sich bislang kaum jemand befasst. Aus diesem Grund sind viele Mythen entstanden, die die Ausstellung ideologiekritisch entlarvt.

Das tim übernimmt die Ausstellung ‘Glanz und Grauen’ vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) – hier gehts zu meinem damaligen Bericht – und erweitert sie um zahlreiche Exponate aus ganz Bayern.

Info:

13. Mai -22. Oktober 2017

Glanz und Grauen – Mode im ‘Dritten Reich’

tim | Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg
Augsburger Kammgarnspinnerei (AKS)
Provinostrasse 46
86153 Augsburg
Deutschland

www.timbayern.de

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EUNIQUE

Ausgefeilte Formen, kreative Ideen und qualitativ hochwertige Verarbeitung – das sind die Merkmale der handgearbeiteten Objekte, mit denen die Aussteller auf der EUNIQUE  vom 19. bis 21. Mai 2017 aufwarten. Welche Künstler 2017 ihre Objekte präsentieren werden, legte die Jury auf der ersten Sitzung Mitte Oktober 2016 fest.

Kathi Halama: Tasche Foto: DIRK HANUS Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Kathi Halama: Tasche
Foto: DIRK HANUS
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Objekte, die durch ihre Einzigartigkeit faszinieren – die Internationale Messe für Angewandte Kunst & Design steht für Unikate und limitierte Kleinserien. Internationale Aussteller präsentieren fein gearbeiteten Schmuck, individuell geschneiderte Mode und liebevoll gestaltete Möbel sowie Wohnaccessoires. Mehrmals täglich führen professionelle Models die ausgefallensten Stücke der Aussteller auf dem Laufsteg vor.

EUNIQUE Fashionshow Foto:KMK Jürgen Rösner Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

EUNIQUE Fashionshow
Foto:KMK Jürgen Rösner
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Zeitgleich zur EUNIQUE findet die Messe ‘LOFT – Das Designkaufhaus’ in der Messe Karlsruhe statt. Design-Professionals, Labels, Newcomer und Hochschulen präsentieren auf der LOFT neue oder erst vor kurzem eingeführte Produkte aus den Bereichen Möbel, Wohnaccessoires, Mode und Schmuck auch mit Potenzial für höhere Stückzahlen. Das Format feierte 2015 Premiere und steht für junges sowie innovatives Design.

Christiane Oexl: Ring Pergament Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Christiane Oexl: Ring
Pergament
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

In einer Sonderschau zeigt die EUNIQUE 2017 erneut ein spannendes Material der Handwerkskunst: Leder. Kuratorin Dr. Rosita Nenno (Kunsthistorikerin, stellvertretende Direktorin und Kuratorin für die Europa-Abteilungen des Deutschen Leder Museums) konzipiert für die EUNIQUE eine Ausstellung, die Leder aus den unterschiedlichsten Perspektiven präsentiert.

Karin Häcker/Michael Treiber: Industrierelikt - Tasche Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Karin Häcker/Michael Treiber: Industrierelikt – Tasche
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Italien ist nicht nur bekannt für Metropolen wie Rom, Mailand, Bologna oder Venedig, die auf eine Historie von weltberühmten Modeschöpfern, traditionellen Handwerkstechniken oder auch landestypischen Materialien zurückblicken können, sondern auch für sein Design. Das Land trägt die DNA angewandter Kunst in sich und so geht die EUNIQUE eine Partnerschaft ein, die sich hervorragend in die vorangegangenen Länderpräsentationen, beispielsweise von Slowenien, Portugal oder Finnland, einreiht.

Chiara Pizzinato Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Chiara Pizzinato
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Besucher können die handwerklichen Traditionen Italiens und ihre trendsetzenden Tendenzen auf einer gesonderten Fläche betrachten. Neben einer Auswahl italienischer Keramiken, zeigt die Sonderschau ebenfalls zeitgenössischen italienischen Schmuck.

Info:

19. – 21. Mai 2017

EUNIQUE

Messe Karlsruhe
Messeallee 1
76287 Rheinstetten
Deutschland

www.eunique.eu

Öffnungszeiten:
täglich: 11 – 19 Uhr

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Gardens Around the World

Die Ausstellung ‘Gardens Around the World’ (hier gehts zu meinem Bericht) wird derzeit im Museum Voswinckelshof im Stadthistorischen Zentrum in Dinslaken ausgestellt. Eintritt frei!

Plakat

Plakat

Info:

12. April – 12. Mai 2017

Gardens Around the World

Museum Voswinckelshof im Stadthistorischen Zentrum
Elmar-Sierp-Platz 6
46535 Dinslaken
Deutschland

www.dinslaken.de

Öffnungszeiten:
Do – So: 14 – 18 Uhr

Zur Ausstellung werden museumspädagogische Workshops im Museum Voswinckelshof angeboten – Filzen, Nähen und Färben für Kinder ab 10 Jahren stehen auf dem Programm!

Am 12. und 13. Mai wird Pascale Goldenberg Workshops in der VHS Dinslaken anbieten. Mehr Info auf der Website oder im Event-Kalender von guldusi.com

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Grüner Teppich für Afghanistan

Der ‘rote Teppich’ wird für die Prominenz dieser Welt ausgerollt. Der ‘grüne Teppich’, der aus vielen kleinen Stoffteilen besteht, wird für die arme Bevölkerung Afghanistans in Form von Ausstellungen in Europa ausgelegt und präsentiert. Der durch die freiwillige Mitarbeit von Hunderten von Frauen, Männern und Kindern ständig grösser werdende Teppich unterstützt Frauenprojekte in Afghanistan.

Flyer

Flyer

Die Privatinitiative ‘Grüner Teppich für Afghanistan’, 2006 von Pascale Goldenberg und Gudrun Seng (Freiburg im Breisgau) gegründet, ist ein zeitlich nicht begrenztes Projekt, bei dem jede/r mitmachen kann. Wer mitmacht, stiftet seine Arbeit und erlaubt den Frauen von der Organisation, das grüne Stoffteil so anzunähen, wie sie es für geeignet halten.

Erträge und Spenden kommen Frauenprojekten in Afghanistan zugute.

Info:

2. Mai – 17. Juni 2017

Präsentation des Grünen Teppichs für Afghanistan

Offene Kirche
Böcklinstrasse 2
9000 St. Gallen
Schweiz

www.wirkraumkirche.ch

Ausstellungszeiten:
Dienstags 14 – 18 Uhr

Vernissage:
2. Mai 2017, 17 Uhr
mit Tanz, Musik und Apéro in Anwesenheit der Gründerin der Initiative, Pascale Goldenberg (Freiburg/Brsg.).
Tanz und Musik: Daniela Schläpfer, Hassan Ben Gharbia, Didine Stauffer

Finissage:
17. Juni 2017, 17 Uhr
mit Tanz, Musik und Apéro
Tanzperformance ‘Hope’ des Panorama Dance Theater
Musik: Claude Diallo und Linus Wyrsch

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Quilt en Sud

Bereits zum 11. Mal findet das Festival ‘Quilt en Sud’ im französischen Baskenland statt. Neben der von Pascale Goldenberg betreuten Ausstellung ‘Gardens Around the World’ werden eine Reihe weiterer internationaler Ausstellungen präsentiert. Das umfangreiche Programm mit vielen Fotos finden Sie auf der unten angegebenen Website.

Plakat

Plakat

Info:

18. – 20. Mai 2017

Quilt en Sud

Halle d’Iraty
Rue de Pitchot
64200 BIARRITZ
Frankreich

www.quiltensud.com

Öffnungszeiten:
Do, Fr, Sa: 10 – 18 Uhr

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Workshopangebote und Mit-mach-Aktionen:

Internationaler Museumstag 2017

Am Internationalen Museumstag 2017, der am Sonntag, den 21. Mai 2017 stattfindet, haben viele Museen nicht nur geöffnet, sondern offerieren auch verschiedenste Angebote. Vom Blick hinter die Kulissen und Mit-mach-Aktionen bis hin zu Führungen ist für jeden etwas dabei! Nähere Informationen finden Sie unter www.museumstag.de

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Shibori
Vom Meister lernen

Das Museum der Kulturen holt mit Hiroyuki Murase einen international bekannten Designer nach Basel. Der Shibori-Künstler der fünften Generation – der in Düsseldorf und Japan lebt und arbeitet – gibt Mitte Mai einen zweitägigen Workshop.

Hiroyuki Murase Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Hiroyuki Murase
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Shibori ist eine ganz spezielle Färbetechnik, bei der die Muster durch Abbinden, Falten und Knoten erzeugt werden. Einst für traditionelle japanische Bekleidung bestimmt, setzt Hiroyuki Murase die Technik heute in neue Kontexte, ohne die Tradition dabei aus den Augen zu verlieren.

Beispiel aus einem shibori-Workshop Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Beispiel aus einem shibori-Workshop
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Er wendet Shibori auf moderne Materialien wie Polyester, Seide oder Cashmere an. Zudem hat er neue Verfahren wie eine Wärmebehandlung entwickelt, um die Technik auch dreidimensional umsetzen zu können. Aus seiner Experimentierfreude sind zum Beispiel exklusive Lampenschirme entstanden.

Beispiel aus einem shibori-Workshop Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Beispiel aus einem shibori-Workshop
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Workshopteilnehmenden können also vom Meister lernen – und sich von wunderschönen Beispielen aus dem Depot des Museums inspirieren lassen. Murase wird ihnen die Grundlagen von Shibori beibringen sowie verschiedene Techniken vermitteln.

Tuchprobe mit shibori-Musterung aus der Museumssammlung: Das Spinnennetzmuster gibt es in zahlreichen Variationen. Der Stoff wird in langen Kegeln gefaltet und anschliessend mit Hilfe einer Hakennadel abgebunden. Das Ergebnis ist ein filigranes Muster, das an Spinnennetze erinnert. Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Tuchprobe mit shibori-Musterung aus der Museumssammlung:
Das Spinnennetzmuster gibt es in zahlreichen Variationen. Der Stoff wird in langen Kegeln gefaltet und anschliessend mit Hilfe einer Hakennadel abgebunden. Das Ergebnis ist ein filigranes Muster, das an Spinnennetze erinnert.
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Info:

13. und 14. Mai 2017

Museum der Kulturen Basel
Münsterplatz 20
4001 Basel
Schweiz

www.mkb.ch/de

Um Anmeldung wird bis Montag, 8. Mai 2017 gebeten.

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Die Welt der Farben

Am 10. und 11. Juni 2017 findet im Rahmen der aktuellen Ausstellung ‘Color Improvisations 2’ (hier geht es zu meinem Ausstellungstipp) ein zweitägiger Workshop der Schweizerin Michèle G. Samter zum Thema ‘Die Welt der Farben’ in der Textilsammlung Max Berk in Heidelberg-Ziegelhausen statt.

Michèle Samter: Piece by piece Photo Credit Kuhnle + Knodler Fotodesign Germany Ausstellung 'Color Improvisations 2' Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Michèle Samter: Piece by piece
Photo Credit: Kuhnle + Knodler Fotodesign Germany
Ausstellung ‘Color Improvisations 2’
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In diesem Kurs tauchen Sie in die wunderbare und magische Welt der Farben ein. Anhand von etwas Theorie (Farbenlehre) und viel Praxis (Experimentieren mit Stoff und Papier) erarbeiten Sie eigene Farbkonzepte. Sie entdecken die Aussagekraft der Farben und lernen, die Farben entsprechend dem, was Sie ausdrücken möchten, einzusetzen. Ziel ist, mehr Sicherheit und Vertrauen im Umgang mit Farben zu gewinnen und gleichzeitig mutiger zu werden. Auf spielerische Art erweitern Sie Ihren Farbhorizont und entdecken neue Möglichkeiten und Farbkombinationen. Am Ende verfügen Sie über eigene Farbkonzepte für die nächsten Quilts.

Info:

10. und 11. Juni 2017

Textilsammlung Max Berk / Kurpfälzisches Museum
Brahmsstrasse 8
69118 Heidelberg-Ziegelhausen
Deutschland

www.museum-heidelberg.de

Um Anmeldung wird bis spätestens Freitag. 12. Mai 2017 gebeten.

Flyer

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Virtuelles Wasser

11.000 Liter – so viel Wasser steckt in der Produktion einer einzigen Jeans. Weil es aber für den Verbraucher unsichtbar bleibt, ist auch vom ‘virtuellen Wasser’ die Rede.

Grafik freundlicherweise vom tim zur Verfügung gestellt

Grafik freundlicherweise vom tim zur Verfügung gestellt

Zu diesem Thema ‘Virtuelles Wasser’ hat das Staatliche Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) ab sofort eine neue, spannende interaktive Führung für Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse im Angebot. Sie erleben Geschichte und Gegenwart am Originalschauplatz. Die Mit-mach-Führung durch das Museum und über das Gelände der ehemaligen Augsburger Kammgarnspinnerei zeigt die wichtige Bedeutung der Lebensader Wasser – virtuell, damals und heute. Sie dauert insgesamt zwei Stunden und beinhaltet einen Upcycling-Workshop in der Druckwerkstatt des tim, wo Mädchen und Jungs mitgebrachte alte T-Shirts in bunte Unikate verwandeln können.

Grafik freundlicherweise vom tim zur Verfügung gestellt

Grafik freundlicherweise vom tim zur Verfügung gestellt

Die Führung ist entstanden durch eine Kooperation mit der Umweltstation Augsburg.

Info:

tim | Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg
Augsburger Kammgarnspinnerei (AKS)
Provinostrasse 46
86153 Augsburg
Deutschland

www.timbayern.de

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Fast Fashion

Plakat

Plakat

Rund um das Thema ‘Mode’ und im Besonderen um ‘Fast Fashion’ – der so erfolgreichen aktuellen und daher noch bis zum 30. Juli 2017 verlängerten Sonderausstellung (hier mein Ausstellungstipp) – dreht sich der Veranstaltungskalender des Textilmuseums St. Gallen im Mai:

Vom Museumsgespräch ‘Lieblingskind? Schmuddelkind!’ mit Tansy Hoskins über Mode, über den Vortrag ‘Menschenwürde als Wegwerfware’ von Florian Wettstein, der ‘Fast Fashion’ unter die wirtschaftliche Lupe nimmt, bis hin zur ‘T-Shirt-Party’, einem Familienworkshop, bei dem aus alten T-Shirts auf kreative Weise Neues entsteht und weiteren Angeboten, rankt sich das Programm. Näheres findet man im Flyer und auf der Website des Museums.

Info:

26. Oktober 2016 – 30. Juli 2017

Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode

Textilmuseum St. Gallen
Vadianstrasse 2
9000 St. Gallen
Schweiz

www.textilmuseum.ch

Öffnungszeiten:
Täglich 10 – 17 Uhr
Extra-Öffnung und Gruppenbesuche auf Anfrage

Flyer

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Internationales Kinder- und Familienfest am 1. Mai in Bocholt

Ein kunterbuntes Ausflugsziel stellt das Internationale Kinder- und Familienfest am 1. Mai 2017 dar, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Bocholter Industriemuseum in Kooperation mit dem Integrationsrat der Stadt Bocholt, dem Fachbereich Kultur und Bildung und dem Europe-Direct Informationszentrum Bocholt veranstaltet.

Die Spiele-Rallye erfordert Geschicklichkeit und Kreativität. Foto: LWL, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Spiele-Rallye erfordert Geschicklichkeit und Kreativität.
Foto: LWL, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Über 20 Vereine bieten von 10 bis 18 Uhr auf dem Weberei-Gelände des TextilWerks ein vielfältiges Programm für die ganze Familie. Zwischen Märchenstunden im Arbeiterhaus, Tai-Chi-Übungen und …

Spannende Rundfahrten können mit dem Dampftraktor Feflo gemacht werden. Foto: LWL, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Spannende Rundfahrten können mit dem Dampftraktor Feflo gemacht werden.
Foto: LWL, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… kreativen Mit-mach-Aktionen gibt es auch ein grosses kulinarisches Angebot. Der Eintritt zum Fest ist frei.

Spinn-Workshop

Fingerfertigkeit ist bei der Arbeit am Handspinnrad gefragt. Foto: LWL / Hudemann, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Fingerfertigkeit ist bei der Arbeit am Handspinnrad gefragt.
Foto: LWL / Hudemann, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Am Sa und So, 13. und 14. Mai 2017 bietet das Museum den Workshop ‘Ich glaub’, ich spinne’ an. In dem zweitägigen Kurs mit Magdalena Allbrink, Angelika Beßling und Hannelore Hemingway können Interessierte erste Erfahrungen am Handspinnrad sammeln und die Technik des Spinnens erlernen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Spinnräder und Material werden gestellt. Es können auch eigene Spinnräder mitgebracht werden. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Info:

1. Mai 2017
Internationales Kinder- und Familienfest
10 – 18 Uhr
Der Eintritt zum Fest ist frei.

13. und 14. Mai 2017
Spinn-Workshop
Sa, 10 – 17 Uhr; So, 10 – 16 Uhr
Eine Anmeldung ist erforderlich.

LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt
Weberei
Uhlandstrasse 50
46397 Bocholt
Deutschland

www.lwl.org

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Ausschreibungen:

Ricky Tims: International Miniature Quilt Exchange

Die bekannten US-Quiltstars Ricky Tims und Alex Anderson, Betreiber der Website The Quilt Show.com, laden zum Mitmachen bei einem internationalen Miniaturquilttausch (IMQE) ein, um das Quilten über Grenzen und Kulturen hinweg bekannter zu machen. Als Teilnehmer lernt man andere Quilter kennen und tauscht sich mit diesen aus. Im Januar / Februar 2018 können die Quilts für das International Quilt Festival in Houston eingereicht werden, so dass eine Ausstellung in den USA winkt.

Logo

Logo

Die Veranstalter suchen international, d.h. in unserem Fall europäische Quilterinnen, die zusammen mit einer Amerikanerin ein Team bilden. In USA gibt es derzeit noch viele ‘Ladies in waiting’! Dieses Team arbeitet Miniaturquilts in einer Grösse zwischen 18 und 24 Inches und kann sich auf ein gemeinsames Muster, gemeinsame Farben oder Stoffe oder andere Gemeinsamkeiten einigen. Es ist sind aber auch individuelle Lösungen möglich.

Um an dem Projekt teilzunehmen, muss man sich zuerst über die Website ‘The Quilt Show’ anmelden, wobei sich alles auf Englisch abspielt, man also über ausreichende Sprachkenntnisse verfügen muss. Die Anmeldung zum Projekt ist kostenlos, zur Ausstellung kostenpflichtig.

Zu den näheren Einzelheiten geht es hier

www.thequiltshow.com

PS: Ricky Tims kommt demnächst in insere Nähe. Er ist Gast bei den Patchworktagen der Patchwork Gilde Deutschland e.V., die vom 9. – 11. Juni 2017 in Fürth stattfinden werden, und bietet dort vier Workshops und einen Musikabend an.

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Pascale Goldenberg und DAI: Keep Your Eye on the Planet

Pascale Goldenberg, Initiatorin und Betreuerin des Stickprogramms der DAI, bat die afghanischen Stickerinnen im Jahr 2016 Augen zu sticken. Die Stickereien in Augenform kann man auf Messen oder über die Website www.guldusi.com erwerben.

Key visual

Key visual

Um am Wettbewerb teilzunehmen, muss mindestens ein gesticktes Auge aus Afghanistan in eine nach eigenem Entwurf zu fertigende künstlerische Textilarbeit in der Grösse von 60 x 60 cm zum Thema ‘Keep Your Eye on the Planet’ integriert werden. Die vielfältigen Aspekte des Themas – sowohl menschlich als auch ökologisch – sollen dabei berücksichtigt werden. Alle textilen Techniken sind zugelassen und es können auch nicht-textile Materialien hinzugefügt werden.

Das Projekt ist für jeden aus der EU und der Schweiz offen.

Erste Präsentation der Wanderausstellung: September 2018 in Sainte Marie-aux-Mines, Frankreich, im Rahmen des 24. Europäischen Patchworktreffens.

Bewerbungsfrist: 30. Juni 2018

Ausschreibungsunterlagen

www.guldusi.com

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Bitte informieren Sie sich vor einem Ausstellungsbesuch auf der jeweiligen Website besonders über die genauen Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Den verschiedenen Beteiligten herzlichen Dank für das Zur-Verfügung-Stellen von Informationen und Bildmaterial!

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