Kreative Artikel zum Thema Nähen

Anleitung: Cut outs mit Spitze nähen

Vor ein paar Wochen habe ich auf meinem Nähblog dieses Oberteil präsentiert. Es ist ein schlichtes Top nach dem Schnitt “Odette” aus der Zeitschrift La Maison Victor.
Da ich es gerne besonders mag, habe ich hinten eine Knopfleiste hinzugefügt und ein Spitzendeckchen aufgenäht. Den Stoff dahinter habe ich weggeschnitten, so dass ein Cut Out entstanden ist.

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Mehr Fotos findet Ihr in dem Beitrag auf meinem Blog.

Ich habe mir schon gedacht, dass dieses Detail gut ankommt. Solche Cut Outs mit Spitze sieht man nicht so oft und viele waren neugierig auf die Verarbeitung.
Beim Nähen habe ich meinen Prozess mit Bildern dokumentiert, so dass Ihr dieses Detail ganz einfach nachmachen könnt.

Cut Outs mit Spitze: das braucht Ihr

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Zunächst braucht Ihr natürlich Spitze, die auf den Stoff aufgenäht wird.
Ich habe ein Spitzendeckchen vom Flohmarkt verwendet. Den gleichen Effekt habe ich auch schon mit einem Spitzentischläufer erzielt, den ich auf die komplette Rückseite eines Kleides genäht habe.

Ihr könnt auch einen Spitzenstoff nehmen und die gewünschten Umrisse ausschneiden. Eine Nahtzugabe braucht Ihr nicht. Je “flacher” die Spitze, desto besser – mein Spitzendeckchen war relativ grob und durch die handwerkliche Erstellung an einigen Stellen dicker als an anderen. Das hat mir das Nähen teilweise schwer gemacht. Fangt am besten mit einer feineren, gleichmäßigen Spitze an.

Wichtig ist noch, dass eure Stoffe, sowohl Spitze als auch der Grundstoff, nicht elastisch sind. Das würde dazu führen, dass sich beim Aufnähen alles verzieht.
Als Grundstoff eignet sich nur Webware, mit Jersey werdet Ihr aus genannten Gründen Probleme bekommen.

Außerdem braucht Ihr Garn in der Farbe eurer Spitze.

Schritt 1: Stecken

Steckt die Spitze an eure gewünschte Stelle. Stellt sicher, dass die Spitze schön glatt liegt, beziehungsweise sich der Form des Kleidungsstücks gut anpasst, falls Ihr sie an einer Rundung anbringt.

Ich habe die Spitze in der hinteren Mitte meines Oberteils angebracht. Da noch eine Knopfleiste dazu kommt, habe ich die Spitze auseinander geschnitten.

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Schritt 2: Fixieren (optional)

Anschließend habe ich die Spitze auf dem Grundstoff fixiert. Dazu habe ich mit Geradstich und kleiner Stichlänge (1,5) rundherum die Kante des Deckchens festgenäht.

Dieser Schritt ist optional. Ich verzichte aber nicht darauf, da diese Naht nochmal für zusätzliche Stabilität und Schutz vor Ausfransen des Grundstoffes sorgt. Außerdem kann ich beim nächsten Schritt auf die Nadeln verzichten und muss nicht mehr aufpassen, nicht aus Versehen eine beim Nähen zu erwischen.

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Schritt 3: Mit Zickzackstich annähen

Ich würde euch empfehlen, zuerst auf einem Stück Reststoff die ideale Einstellung des Zickzackstichs auszuprobieren: Die Stichlänge sollte gering sein, so dass die Stiche recht dicht aneinander liegen. Andererseits sollten die Stiche auch nicht genau nebeneinander sein, so dass eine “Raupe” an Stichen entsteht – das wäre nicht gut für den Stoff, der dadurch ja geradezu perforiert werden würde. 😉 Da ist die Gefahr, dass der Stoff ausfranst, dann doch zu hoch.

Die Stichbreite sollte auch eher klein sein, so dass Ihr nur einen kleinen Rand an der Spitze näht.

Für mich waren die Einstellungen 2,0 (Breite) und 0,4 (Länge) ideal.

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Näht jetzt direkt an der Kante der Spitze entlang.
Bei meiner etwas groberen Spitze musste ich manchmal beim Schieben etwas nachhelfen.
Wenn Ihr das Gefühl habt, dass Ihr immer auf der gleichen Stelle näht und der Stoff sich nicht bewegt, dreht am Handraht und befreit so den Stoff. Schiebt ihn von Hand und näht vorsichtig weiter, bis Ihr an dem groben Teil vorbei seid.

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Auf der linken Seite solltet Ihr dann den Umriss der Spitze erkennen.

Im unteren Bild habe ich versucht, die Naht auf der rechten Seite festzuhalten – gar nicht so einfach, da sie sich perfekt in die Spitze fügt.

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Schritt 4: Stoff herausschneiden

Der letzte Schritt besteht daraus, den Grundstoff, mit dem die Spitze noch hinterlegt ist, heraus zu schneiden. Verwendet dafür eine scharfe, Spitze Schere, mit der Ihr auch gut in Ecken kommt.

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Auf dem Bild könnt Ihr erkennen, dass ich wirklich keinen Stoff stehen lasse, sondern der Stoff direkt neben der Naht weggeschnitten wird.

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Fertig!

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Tipps, Tricks und Varianten

Je größer das Spitzenmotiv ist, desto größer wird euer Cut Out, wenn Ihr diese Variante wählt und den hinterlegten Stoff komplett entfernt.

Ihr könnt natürlich auch, statt am Rand entlang zu nähen, nur bestimmte Teile der Spitze auf diese Weise mit einem Cut Out versehen. Ich hätte z.B. auch nur den inneren Kreis des Spitzendeckchens ausschneiden können; dementsprechend hätte ich dann im Muster der Spitze eine zweite Naht unterbringen müssen, die das Cut Out eingrenzt.

Schön stelle ich mir auch einen Effekt mit hinterlegtem Stoff vor, der dann durchscheint.
Dafür würde ich den Grundstoff bereits nach Schritt 2 vorsichtig wegschneiden. Im nächsten Schritt, also bei der Zickzack-Naht, würde ich einen Kontraststoff hinterlegen und den direkt mit annähen. Wenn Ihr fertig seid, kann der überschüssige Kontraststoff auf der linken Seite gestutzt werden, wieder bis knapp an die Naht.

Ist eure Spitze sehr fein, könnt Ihr sie mit Bügelstärke für das Aufnähen etwas stabiler machen.

Ich hoffe, die Anleitung gefällt euch! Viel Spaß beim Nachmachen.

Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Zeitaufwand: einen Abend
Verwendete Materialien: Spitze
Verwendete Produkte:
bernette 38
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