Gabi Faerber

Geboren wurde sie in der Mitte der 50-er Jahre. 1968 war sie 14 und pubertierend, und als in den Siebzigern die Hippies auch die kleine Stadt an der Limmat erreichten, wollte sie dazugehören.
Die entsprechenden Klamotten zu kaufen, dazu fehlte ihr als Schülerin das Geld. Also musste Mamis Nähmaschine her, und es entstanden: ein viel zu kurzer Pullover (aus alter Sockenwolle), ein gelbes Zigeunerkleid, und die Lederhotpants, aus hundert kleinen Fitzelchen.
Eine Handarbeitslehrerin half ihr beim ersten Jupe, beim ersten Mantel. Dann kamen Kostüme dazu, sei's für die Fasnacht oder fürs Theater – und wäre sie schliesslich nicht Schauspielerin geworden, dann Kostümbildnerin.
Jedes Stück Stoff war ein Lehrblätz, es kribbelte in den Fingern, bis es verwandelt war. Quilts wurden auf Bestellung angefertigt und entlasteten das Familienbudget.
Das Stofflager wuchs. Zum Beispiel durch die Liquidation von Abraham-Seide, wo sie schliesslich zwei Kofferraumladungen voll Stoffmuster erstand und daraus Foulards verfertigte. Damit die Nähmaschinen (mittlerweile auch die erste Overlock) stehen bleiben konnten, wurde ein Atelier eingerichtet – ein wunderbarer Ort zum kreativen Schaffen. Die letzte ganz grosse Herausforderung war schliesslich ein Hochzeitskleid – und sie meisterte sie. Zwei mal vier Meter Seide… Mittlerweile hat sie vor gar nichts mehr Respekt, wenn es ums Nähen geht.

Nähfavoriten

Verarbeitung von alten Stoffen zu Damenkleidern und Accessoires

Beruf

Werkstattleiterin im Quartiertreff Enge, Zürich

Maschine

aurora 430 und Overlock 1300 MDC

mantel silvia (8)

Sommermantel

Das Foto auf dem Handy machte mich neugierig. B meinte, das sei ein Leinenvorhang aus der Wohnung ihrer Mutter, aus […]