Brigitte Heitland

Das Nähen an der Maschine lernte ich schon als kleines Mädchen von meiner Oma: Erst Puppenkleider, dann meine ausgefallenen Teenagerklamotten. Also musste ich auch etwas Kreatives studieren: Ich habe mit Innenarchitektur angefangen, bin dann aber schnell zum Textildesign gewechselt.

Aber ich war auch irgendwie ein bisschen ein Rebell, so was wie ein Robin Hood in meinem Studiengang. Und da ich meine Klappe in einer brenzligen Situation nicht halten konnte, endete ich nach einigen Jahren Studium ohne ein Diplom. Tja, da hatte ich all das Wissen, nur hatte ich kein Papier, auf dem das draufstand. Also hab ich halt den nächstbesten Job angenommen und geschaut, wie's weitergeht. Der nächstbeste Job war in einem Möbeldesigngeschäft, wo ich Kunden für ihre Einrichtung beraten habe. Und weil man da auch mal Aufträge schreiben und Buchungen machen muss, hab ich im Abendstudium noch ein Papier gemacht. Auf dem Papier war ich dann Sekretärin und Buchhalterin.

Dann kam der Tag, der mein ganzes Leben in eine neue Richtung gelenkt hat: In einem Buchladen habe ich ein Buch von Kaffe Fassett entdeckt. Bis zu diesem Tag hatte ich noch nicht mal das Wort Quilt gehört, geschweige denn einen genäht. Aber ich war sofort gefesselt. Und das Quilten wurde meine ganz große Liebe.

Irgendwann begann ich mein altes Wissen über Stoffentwürfe auszukramen und wieder meine eigenen Stoffe zu entwerfen.
Ich habe meine Stoffentwürfe in kleinen Mengen auf eigene Kosten drucken lassen, bin damit in die USA geflogen auf den Internationalen Quilt Market, habe einen Messestand gebucht, und meine Sachen gezeigt – und Moda hat mich als ihre Designerin angenommen.

Seit 2012 entwerfe ich jetzt Stoffkollektionen für Moda und habe auch meine eigene Firma für moderne Quiltschnittmuster, Zen Chic.

Nationality

German