Kreative Artikel zum Thema Nähen

“Das bin ja wohl nicht ich!”

Doch doch: Dieses rote Etwas ist eine ziemlich naturgetreue Abbildung meines Oberkörpers.

Überhaupt hat mich das Nähen Dinge über meinen Körper gelehrt, die ich vielleicht lieber nicht gewusst hätte.

Dass ich mit meinen 1,63 m kleiner bin als die für die Schnittmuster angenommenen 1,68 m war mir klar, seit ich in der 7. Klasse unerwartet aufgehört hatte zu wachsen. Nach seiner Köpergröße wird man immer mal wieder gefragt, daher ist es im sonstigen Leben sicher nützlich, sie zu kennen.

Es gibt aber auch Informationen, ohne die ich mein weiteres Leben auch gut hätte führen können – so müsste ich zum Beispiel jedes Oberteil, das ich nähe, an meine unterdurchschnittliche Oberweite (Stichwort Small Bust Adjustment oder kurz SBA) sowie meine zwei Größen größere Taille anpassen (man beachte den riesigen Spalt in der Mitte meiner Puppe).

Wie wichtig es ist, seine genauen Maße zu kennen, zeigt sich wenn man bedenkt, dass die Standardgrößen der großen Schnittmusterfirmen weitgehend konstant geblieben und vor allem einheitlich sind, während im Handel jeder Hersteller seine Größen nach Belieben selbst festlegen kann – beim Nähen kommt man also mit der Maxime “Bei H&M nehme ich immer 38”  nicht besonders weit. Nicht wenige Hobbynäherinnen und -näher haben ihr Hobby gefunden als sie auf der verzweifelten Suche nach gut sitzender Kleidung waren.

So unangenehm es auch sein mag, sich mit den eigenen Körpermaßen und deren Proportionen auseinanderzusetzen, so hilfreich ist es auch, Kleidungsstücke bzw. Schnittmuster nach der eigenen Körperform auszuwählen: Wie oben erwähnt habe ich eine vergleichsweise breite, wenig geschwungene Taille. Also suche ich bewusst nach Schnitten, die durch Kurven in diesem Bereich eine gewisse Rundung vortäuschen; ich habe eine recht kleine Oberweite – also versuche ich, mich mit Raffungen und Rüschen ein bisschen “aufzuplustern”, und so weiter und so weiter.

Anstatt bestehende Schnitte entsprechend zu verändern eröffnet sich mit modernen Computerprogrammen wie der BERNINA My Label-Software auch die Möglichkeit, eigene Schnitte auf Basis der eigenen Körpermaße aufzustellen  – bzw. aufstellen zu lassen! Denn was bisher zeitaufwendig war und geometrische Zeichenkünste verlangte, erledigt heute bequem der Computer.

Wer Lust hat, sich mit der eigenen Körperform und passenden Kleidungsstücken auseinanderzusetzen, sollte sich einmal die Seite MyShape.com ansehen, die verschiedene Körperformen Buchstaben zugeordnet hat (ich schätze, ich bin ein H), wer sich mit Schnittmusteranpassungen beschäftigen möchte, dem sei “Fit for real people” von Pati Palmer und Marta Pletsch sehr ans Herz gelegt. Jeder hat seine Schokoladenseite – der Trick ist nur, sie ins rechte Licht zu rücken!

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