Kreative Artikel zum Thema Nähen

Das gibt mir den Rest!

Wenn ich eine Idee habe, dann begebe ich mich in einen Zustand, den man mit Fug und Recht Nähwahn nennen könnte: Meist ohne groß vorauszuplanen und recht skrupellos setze ich meine Schere an und höre und sehe zumeist für zwei bis drei Stunden wenig von dem, was um mich herum passiert (Telefone, Sturmgewitter und Backöfen eingeschlossen).

Genau dieser Zustand der mentalen Einbahnstraße ist es auch, der mich am Nähen so entspannt: In dieser Zeit gibt es in meinem Kopf nur eine sehr übersichtliche Anzahl von Gedanken und vor allem ein Gefühl, das ich mit dem Aussehen des fertigen Projekts verbinde – und To-Do-Listen, Sorgen und unangenehme Verpflichtungen haben für ein paar Momente Sendepause.

Mit dieser Polyvore-Collage habe ich zum Beispiel versucht, dieses Gefühl für mein gestreiftes Sommertop darzustellen:

Nautical Top

So kreativ diese Anfälle auch sein mögen – hinterher sitze ich nicht selten mit einer ganzen Menge mehr oder weniger unbrauchbarer Stoffschnipsel da, denn auch für stoffsparendes Zuschneiden habe ich meist keine Kapazität mehr übrig. Wie ich Näherinnen bewundere, die eine Restekiste („scrap box“) besitzen und daraus die schönsten kleinen Projekte zaubern!

Doch zumindest bei dem wunderschönen Baumwolljersey, in den ich mich (übrigens in einem ähnlichen Wahnzustand) vergangene Woche so verliebt habe, kann ich mir zufrieden auf die Schulter klopfen: Endlich habe auch ich ein bisschen Resteverwertung betrieben!

Projekt 1: Ein Jerseyschal

Natürlich kommt es mir ein wenig wie Schummeln vor, hier ein einfaches Stoffrechteck als eigenständiges Projekt zu präsentieren – denn um nichts anderes handelt es sich hierbei. Ich bin mir sicher, dass ich es hier schon öfter erwähnt habe: Ohne Schal um den Hals fühle ich mich nicht ordentlich angezogen! Und mit einem weißen Shirt sieht so ein gestreifter Schal doch richtig schick aus, oder?


Projekt 2: Eine Stoffkette

Und wieder komme ich mir wie ein Hochstapler vor: Für diese Kette habe ich sechs 1 Inch breite Stoffstreifen geschnitten, in regelmäßigen Abständen geknotet und jeweils zwei Streifen verknotet. Hierbei habe ich es mir zur Nutze gemacht, dass sich Jersey an den Rändern auf die rechte Seite einrollt. Dadurch entstanden aus den flachen Streifen runde  Röhren, die sich perfekt für das Experimentieren eignen.

(Bitte entschuldigen Sie die etwas asymmetrische Position der Kette – unsere Terrasse hat einen eingebauten Windkanal…)

Projekt 3: PS – dieses Armband ist nicht von Cartier!

Hier habe ich eine Idee aufgegriffen, die ich auf einem meiner Lieblingsblogs gefunden habe: Bei PS – I made this finden Sie ständig einfach nachzuarbeitende Projekte, die sich an aktuellen High-Fashion-Trends orientieren. So auch das Tutorial für die Cartier Charity Armbänder, eigentlich gedacht für Satinkordeln, aber auch für Jerseystreifen bestens geeignet! Der Ring in der Mitte war übrigens mal eine Unterlegscheibe aus der Werkstatt meines Vaters…

Ob es morgen wohl schönes Wetter gibt, weil ich meinen Stoff aufgegessen aufgebraucht habe…?

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