Kreative Artikel zum Thema Quilten

Fashion sans Frontieres – Englisch-russische Quilt-Modenschau

Kürzlich flatterten mir die Flyer für das Festival of Quilt 2011 ins Haus. So wie Pia durch ihr Birmingham-Tagebuch möchte auch ich versuchen, Sie auf das Festival einzustimmen, und zwar durch einen Rückblick auf das letzte Jahr. Erstmalig wurde 2010 eine englisch-russische Quilt-Modenschau veranstaltet und in diesem Jahr wird auch Irland daran beteiligt sein. Lesen Sie, wie vier der russischen Künstlerinnen dies ganz persönlich erlebten.

Sieben russische Quilt-Künstlerinnen reisten zum ersten Mal nach England, zum Festival of Quilts 2010, mit jeweils einer eigenen Kollektion von Quilt-Mode im Gepäck und wurden dort zum ersten Mal zu Teilnehmerinnen an einer Quilt Fashion Show. Keine hatte damit gerechnet, dass – mit Hüftschwung und einem Gang über den Laufsteg vor den Augen aller – die Modelle von ihnen selbst präsentiert werden sollten. Auch die englischen Gastgeber schickten Quilt-Künstlerinnen in ihren Kreationen über den Catwalk. Besonders reizvoll wurde das Ganze dadurch, dass der Auftritt des russischen und englischen Teams sowohl von einer internationalen Jury von Fachleuten als auch von den Zuschauern beurteilt werden sollte.

Markante Eindrücke, unvergessliche Begegnungen, grosse Emotionen bei den russischen Künstlerinnen, die darüber in der russischen Patchwork-Zeitschrift „Wundervolle Momente“ Nr. 11/12 – 2010 ganz persönlich berichteten.

Xenia Dmitrijewa favorisiert denCity-Quilt-Stil”. “Ich entwerfe und nähe eigene Kleidung, die gut in das moderne städtische Ambiente passt. Als ich mich auf die Reise nach England vorbereitet habe, habe ich viel über dieses Land und seine Kunstgeschichte nachgedacht. Im Ergebnis entstand die Kollektion „Rubine der Zeit“ – das sind meine Fantasien zum Thema Historismus in der modernen Damenbekleidung.“

Bald wusste Xenia das professionelle Niveau der Veranstalter zu schätzen. „Zwei Profi-Mannequins haben uns gezeigt, wie wir auf der Bühne zur Musik laufen sollten. Auf einer grossen Leinwand konnte man sich dabei selbst beobachten und seine Fehler korrigieren.“ Und so gelang es dann, „die Kollektion so vorteilhaft vorzustellen, wie man es sich nur hatte erträumen können!“

Auch das Interesse des Publikums war einfach überwältigend und traumhaft: anerkennend, herzlich – ganz im Kontrast zur Realität im eigenen Land. „Ich nehme zweimal im Jahr am Defilée der Künstlervereinigung Russlands in der Manege teil und habe noch nie besonderen Rummel erlebt. Es sind meist Freunde, Verwandte und Kollegen, die unsere Fangemeinde bilden. Aber hier wurden über 400 Eintrittskarten verkauft! Vor dem Beginn der Show habe ich mit eigenen Augen eine lange Schlange gesehen: Unzählige Menschen in Abendgarderobe drängten in den grossen Saal. Dort fanden alle an runden Tischen Platz. Auf die Gäste wartete ein festliches Abendessen und ein Unterhaltungsprogramm, dessen Höhepunkt unsere englisch-russische Quilt-Modenschau war!“

Mit der Art ihrer Präsentation gelang es den Engländerinnen, ihre russischen Partnerinnen zu überraschen: „Das Team der Engländerinnen war durch seinen lockeren und spielerischen Auftritt – egal, welchen Alters die Ladies waren – einfach umwerfend. Wie sie uns angefeuert, applaudiert und gefeiert haben! Wie lieb sie sich selbst auf die Schippe genommen haben, indem sie auch für unseren Geschmack etwas kuriose Modelle gezeigt haben!“

Beeindruckt von ihrem grossen Humor schildert Xenia, wie die Ladies, während sie über die Bühne gehen, kokett den Rock heben und ihre Unterhöschen im Patchwork-Stil zeigen können – spielerisch leicht und ungezwungen. „Diese Leichtigkeit und Ungezwungenheit, das ist etwas, was wir von ihnen lernen können.“

Fortsetzung folgt!

Fotos und Übersetzung freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Wolfgang Eibisch, BERNINA

Fashion sans Frontieres 2. Teil:

https://blog.bernina.com/de/2011/05/fashion-sans-frontieres-englisch-russische-quilt-modenschau-–-2-teil/

Fashion sans Frontieres 3. Teil:

https://blog.bernina.com/de/2011/06/fashion-sans-frontieres-englisch-russische-quilt-modenschau-–-3-teil/

Kommentare zu diesem Artikel

21 Responses

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  • Pia Welsch

    … Und wie ich mich erst freue auf Moskau und St. Petersburg, das wird sicher ein Abenteuer!

  • Gudrun Heinz

    privet gospodin eibisch,
    hallo wolfgang,
    aus gutem roh-material lassen sich auch ansprechende blog-beiträge machen! ohne deine vorleistung und den schubs “mach mal!” wäre daraus nix geworden. mal sehen, wie es weitergeht.
    ich bin jetzt gespannt, ob der krawatten-aufruf gehört wird … vielleicht nimmst du ja auch das eine oder andere neue modell entgegen?
    eine gute neue woche und
    beste grüsse
    gudrun

  • Gudrun Heinz

    hallo wiebke,
    wir wünschen dir einen schönen segeltörn – das wetter scheint ja in der nächsten zeit auch mitzumachen. auch wenn es nun mit einer begegnung bei der nadelwelt nicht klappt, so gibt es ja noch andere möglichkeiten. wir laufen uns bestimmt mal irgendwo über den weg.
    eine gute reise wünschen
    gudrun und wolfgang heinz

  • Wolfgang Eibisch

    Hallo miteinand,
    vor allem einen lieben Gruß an Lorchen, uns verbindet eine nette Begegnung im letzten Jahr.

    Drei Tage war ich ohne PC im schönen Thüringen auf dem Rennsteig wandern. Dort bin ich schon 20mal den Marathon gelaufen.

    Zum Thema Schlipskollektion Eibsch wird es im Sommer eine Fortsetzung geben: Wieder von einer russischen Künstlerin, aber diesmal nicht Vera. Hat denn in Europa niemand Erbarmen mit Wolfgang Heinz? Dann werden wir den russischen Weg gehen müssen …
    Meldefrist 30.05.

    Die Fortsetzung des Modeschau-Berichtes wird noch manche anrührende Schilderung bringen. Als ich die Berichte las, musste ich jemand für diese Arbeit im Blog finden. Jetzt schon einen großen Dank an Gudrun.

    Ich freue mich immer mehr auf die verrückte Quilttruppe (mit Pia, Gudrun, Wolfgang u.a.), die im September mit den Birmingham-Ausstellungen mit mir nach Moskau und Petersburg aufbrechen werden. Da wird es im Blog nur so sprudeln, fast online….

  • Wiebke

    Hallo Familie Heinz !
    In den nächsten Wochen gibt es ein Leben ohne Computer und ohne Nähmaschine, auf dem Segelboot ist das für uns nicht nötig (aber man könnte) – und die Berichte gucke ich dann eben im Juli ! Da wird dann alles nachgeholt .
    Freue mich immer über die tollen Berichte. Wiebke

  • Wolfgang Heinz

    Da bin ich aber gespannt. Rot steht mir ganz gut (http://www.rechtsanwalt-dr-heinz.de) und mit einem vornehmen Dunkelblau kann Mann einen guten Eindruck machen, ich will aber auf keinen Fall Herrn Eibisch ausstechen (https://blog.bernina.com/de/2010/08/krawatten-ratsel/).
    Heute wäre eine Kravatte aber nur im Wege gewesen, ich stand auf einem Hocker, um im richtigen Licht Gudrun’s Quilts für Moskau zu fotografieren, nur gut, dass unser Nachbar keinen Einblick hat. Ich wünsche viel Spaß an der Ostsee, hoffentlich haben Sie dort Web, meine Frau hat nämlich schon 2 weitere Teile des Berichts über die Modenschau in Birmingham fertig…coming soon

  • Wiebke

    Karlsruhe klappt bei mir leider doch nicht . Da hätt ich sonst die selbstgenähten Seidenkrawatten mitgebracht – ganz vornehm in dunkelblau mit kleinen Motiven oder frech rot mit Crazymuster.

    Aber jetzt geht es endlich los auf die Ostsee, es wird endlich wärmer.
    Einen schönen Sommer uns allen !! Wiebke

  • Pia Welsch

    Ich wollte nur sagen, ich habe gestern Birmingham durchgebucht : Modenschau, Bollywood Abend, Designer Abend …wir können uns also alle gemeinsam amüsieren!!

  • Gudrun Heinz

    hallo lorchen,
    gute idee, sofern man eine solche krawatte hat! birmingham findet zeitlich vor moskau statt, wo wir erst dann mit vera zusammentreffen werden … und bisher sind nach meinem kenntnisstand nur die bernina-herren eibisch und dreyer im besitz von original-schlipsen …
    beste grüsse
    gudrun

  • Lorchen

    Sehr geehrter Herr Heinz! So eine Krawatte könnte man doch auf der Reise einfach umbinden. Dann wird sie nicht gewogen und die Flugbegleiter(innen) haben etwas zum Angucken.

    Lorchen

  • Wolfgang Heinz

    …..aber ich muss erst in Moskau einmal den besonderen Charme von Herr Eibisch anwenden, damit ich vielleicht auch einmal so ein wunderschönes – fast nichts wiegendes- Teil von Frau Vera Sherbakova um meinen Hals legen kann.
    Übrigens ihr war ich erst vor einigen Tagen beim Fotografieren geistig verbunden, weil sie eine ebenso schöne wie besondere Arbeit zum Wettbewerb “Freiheit” eingereicht hat, die ich fotografieren durfte. Das Fotografieren ist meine erste Annäherung an die Wettbewerbsarbeiten, nachdem die Jurorinnen getagt hatten. Die Arbeiten werden uns beginnend in Birmingham für die nächsten 2 bis 3 Jahre begleiten oder wir sie?
    Ob mit oder ohne Kravatte, das wird sicher ein schöner Abend in Birmingham, wenn Ihre Ausstellung wie auch die Textile News hängen und die ersten Tausend Besucher sich hoffentlich lobend geäußert haben.

  • Wolfgang Heinz

    Wolfgang Eibisch war schon zum Fotografieren mit der ganzen bemerkenswerten Kollektion bei uns, also eine tolle Idee… aber die Ausstellung mit 169 ausgewählten Arbeiten, ein paar CD’s, damit die Textilkunst auch jenseits des “Kanals” bekannt wird und natürlich alles, was Frau so braucht, da sind 20 kg Freigepäck pro Person schnell erreicht….. doch wie heißt es bei Dinner for one:
    I’ll do my very best!!

  • Lorchen

    Herr Heinz, wie wäre es mit einer Krawatte vom Typ ‘Textilkunst für Mutige’ für Sie, damit sie an dem Abend so richtig stilgerecht auftreten. Sie können sich ja von Herrn Eibisch beraten lassen. 🙂

    Lorchen

  • Wolfgang Heinz

    Update:
    1. In Birmingham nimmt man auch Kreditkarten und ein paar Eintrittskarten sind auch noch da, wer also nicht auf den Schwarzmarkt will, muss jetzt zuschlagen.Danke Frau Welsch für die Erinnerung, ich habe gleich gebucht.
    2. Nach den Bildern ist das ja auch mal ein Ereignis für uns Männer….es wird also nicht nur ans Essen gedacht.
    3. Ob man aber dort für die Show auch Ihre Bauarbeiter engagiert hat liebe Frau Welsch, das konnte ich am späten Nachmittag nicht mehr in Erfahrung bringen.
    See you in Brum (wer’s nicht weiß, einfach einmal googeln)

  • Pia Welsch

    Hallo Herr Heinz,
    endlich einer, der uns Saarländer richtig versteht…das wird sicherlich ein sehr amüsanter Abend!

  • Wolfgang Heinz

    Hallo Frau Welsch, hallo Gudrun,
    also ich bin dabei, wie war doch der saarländische Spruch? Hauptsach gudd gess….
    Gudrun ist ja mit der Vorbereitung der Textilen News: Freiheit beschäftigt, da sage ich ‘mal übers Netz zu, das wird bestimmt gelesen.
    Allseits frohes Schaffen

  • Ursula Gottschall

    Da haben die Damen ja mal Glück gehabt, dass sie die Modelle in der eigenen Größe geschneidert haben ;-). Toll natürlich, wenn so erfrischend “normale” Frauen die Modelle tragen – wie man am Vergleich mit den schwerelosen Feen, aka Profi-Mannequins, in der Mitte gut erkennen kann.

    Ich sehe da eigentlich weniger Quiltkunst als ganz großartige Kostümschneiderei. Aber das ist halt Auslegungssache, die Grenzen sind fließend.

    Gruß
    Ursula

  • Pia Welsch

    Hui, das sieht ja richtig witzig aus! Ich habe gerade mal nachgesehen, es gibt ja sogar ein italienisches Abendessen dazu in diesem Jahr und Karten gibt es auch noch. Wie wär’s Frau Heinz? Russisch-Englisch-Irische Mode und italienisches Essen mit einer Saarländerin am Tisch….

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