Kreative Artikel zum Thema Nähen

Teil 3 Drucktechniken/ Monoprint

So, und schon geht’s weiter mit dem Drucken.

Heute zeige ich Euch eine weitere Möglichkeit des Druckens, die vollkommen unkompliziert und ohne grossartige technische Hilfsmittel funktioniert:

Der Monoprint

Der Begriff Monoprint verdeutlicht schon, um was es hier geht:

Mono = einmalig /Print = Druck / ein einmaliger, einzigartiger Druck, ein Unikat, wenn man so will.

Den allerersten Monoprint haben sicher viele von Euch bereits im Kindergarten, spätestens in der Grundschule gemacht. Wir haben Kartoffeln halbiert, mit dem Messer ein Muster hineingeritzt, Wasserfarbe darüber gestrichen und auf Papier gedruckt. Und schon da merkten wir, dass niemals ein Druckergebnis dem anderen gleicht.

Der Monoprint wird in der Stoffgestaltung gerne als Kombinationselement mit anderen Drucktechniken verwendet, da er, im Gegensatz zum Thermofaxsiebdruck, der zumeist sehr filigrane Muster aufweist, einen grossflächigen Farbauftrag hat.

Es gibt diverse Möglichkeiten hier zu arbeiten – zweierlei möchte ich Euch heute vorstellen: Stempeldruck und Aufmaldruck.

Moosgummiplatten eignen sich sehr gut zum Erstellen von Druckvorlagen. Hier wird am besten mit dem Teppichmesser/Cutter geschnitten. Anschliessend wird die zerschnittene Moosgummiplatte auf einen druckfesten ebenen Untergrund geklebt. Doppelseitiges Klebeband eignet sich sehr gut dazu. Mit einer einfachen Schaumgummirolle aus dem Baumarkt kann nun die Farbe aufgetragen werden. Ich arbeite mit denselben Farben, die ich auch für den Siebdruck verwende. Stofffarbe auf Acrylbasis. Hier kann man die Farbintensität recht gut beeinflussen, indem man die Farbe vor dem Auftrag verdünnt oder verdickt – oder auch gleich mit mehreren Farben arbeitet.

Das Druckergebnis ist ausserdem vom Kraftaufwand beim Andruck abhängig. So entstehen hauchzarte Drucke, wenn die Platte nur aufgelegt und leicht angedrückt wird und sehr kräftige, mit dickeren Farbkanten am Rand des Musters, wenn man mit einer Kunststoffrolle darüberfährt. Dieses Druckverfahren ist relativ „statisch“.

Daher zeige ich nun eine zweite Variante, die viel individueller ist. Hier zeigt das erste Bild den Farbauftrag mit dem Pinsel, die Aufmalspuren sind im Druckergebnisse zu sehen:

Farbauftrag mit der Schaumstoffrolle und das entsprechend anders ausschauende Druckergebnis:

Der direkte Farbauftrag  erfolgt wieder mit Schaumstoffrolle oder Pinsel auf eine feste Kunststofffolie oder beispielsweise eine kleine Acrylglasplatte. Auch hier kann die Farbe in unterschiedlicher Intensität aufgetragen werden. Anschliessend bringt man die Muster direkt in den Farbauftrag. Dies kann beispielsweise mit der Fingerspitze, den Zinken einer Gabel oder grazil fein mit einer Stiftspitze gemacht werden. Pinsel eignen sich ebenfalls, sowie viele andere Gegenstände.

Wenn mit kleinen Stoffstücken gearbeitet wird, ist es möglich den Stoff nun von oben auf die bemalte Fläche aufzulegen und anzudrücken; bei grösseren Flächen sollte die Platte wie zuvor vorgestellt auf den Stoff aufgedrückt werden. Ich mag diese Form des Farbauftrags besonders gern, da die herausgemalten Flächen sich sehr schön mit der Maschine freihandquilten und ausgestalten lassen.

Dann kam mir während des Vorbereitens dieses Artikels die Idee, meine neuen Acryltinten ebenfalls zum Druck auszuprobieren. Und siehe da: es klappt.  Der Farbauftrag geschieht direkt von Pipette zur  Druckplatte. Und es gibt interessante Ergebnisse.

Zum Schluss noch ein Foto einer Kombination von Monoprint und Thermofaxsiebdruck. Hier ist schon andeutungsweise zu sehen, wie gut sich diese Techniken miteinander kombinieren lassen. Dazu gibt es mehr im nächsten und abschliessenden Bericht zum Druckverfahren.

Es gibt selbstverständlich noch viele andere Möglichkeiten des Monoprints, doch möchte ich hier neugierig machen und auch Eure eigenen gestalterischen Fantasien wecken.

Übrigens: diese tollen neuen Acryltinten gibt es in vielen Farben bei dem netten holländischen Team, welches seit 3 Jahren auf vielen Kreativmessen zu finden ist und auch einen EShop hat: www.mijn-eigen.nl

Viele Grüße,

Jutta

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Kommentare zu diesem Artikel

2 Responses

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  • Jutta Hellbach

    Hallo Getrud,
    danke für den Hinweis; habe es korrigiert und nun funktioniert die Direktverlinkung.

    Jutta

  • Gertrud

    Hallo Jutta
    deine Druckartikel sind prima .Leider funktioniert der Link bei mir nicht (www.mijn-eigen.nl)
    Gruss Gertrud

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