Kreative Artikel zum Thema Sticken

Vom Bild zum Stickmuster – Teil 10 Nadelmalerei mit der Nähmaschine

Hallo Ihr Lieben,

ich hoffe Ihr habt am Wochenende fleißig gemalt. Wie Ihr seht, auch ich und Emma waren fleißig. Dies ist mein zweiter Probestick mit der Blüte in Lachstönen. Ich hatte vorher einen Versuch in Rottönen gemacht, allerdings war die Abstufung nicht so ganz gelungen. Mir fehlen manchmal noch die passenden Farben und hier in Ulm gibt es nicht immer die passende Auswahl. Ich habe schon einen Wunschzettel an meinen “Weihnachts(ehe)mann” geschickt. Einen Stickgarnkoffer mit allen Farben – träum! Doch nun geht es weiter mit unserem Workshop.

Zuerst erkläre ich Euch den Aufbau der Stickerei.

Zunächst laden wir über Bildansicht unsere ausgemalte Vorlage in unsere BERNINA Sticksoftware V6 und skalieren diese passend für den Stickrahmen Artista oval 145 x 255. Danach wechseln wir in die Stickansicht. Ich stelle Euch hier wieder meine Vorlage als Download zur Verfügung (rechte Maustaste, Fenster öffnet sich, Bild abspeichern unter…).

Normalerweise würden wir jetzt anfangen, die einzelnen Blütenblätter zu digitalisieren. Das machen wir nicht! Warum?

In meinem Beitrag Teil 9 hatte ich geschrieben, wir schalten die Unterlagstiche beim Digitalisieren aus. Unterlagstiche sind aber wichtig. Sie stabilisieren meine Stickerei und geben halt. Wir digitalisieren uns eigene Unterlagstiche. Da ich ein sehr stickintensives Muster mit vielen verschiedenen Winkeln habe, möchte ich meinen Stoff vorher so gut wie möglich „ruhig“ stellen. Ich bin keine Profi-Puncherin, sondern wie Ihr Hobby-Stickerin. Ich habe mir sehr viel nach dem Motto „try and error“ beigebracht. Bei meinen diversen Stickversuchen in dieser Technik, habe ich festgestellt, wenn ich die Unterlagstiche als Fläche vorher definiere, ist die Fältchenbildung im Stoff geringer. Es mag also ein wenig unorthodox sein, aber ich habe so die besten Ergebnisse erzielt.

Ein weiterer Tipp: Die BERNINA 830 Besitzerinnen kennen es bereits, digitalisiert Euch eine rechteckige oder ovale einfache Kontur mit Stichabstand 6-7 eng um Euer Stickmuster. Wenn der Stoff es erlaubt, stickt Ihr diese Kontur als erste Farbe. Sie verbindet Vlies und Stoff und gibt zusätzlichen Halt. Bei der BERNINA 830 kann ich das automatisch einstellen und muß es in der Software nicht zusätzlich digitalisieren.

Aber nun zurück zu unserem Muster. Wir umfahren mit dem Werkzeug „Geschlossenes Objekt“ als erstes den Stiel und die Blätter, füllen über Objekteigenschaften die Fläche mit einem Steppstich, Muster 1, Stichlänge 2,5, Stichabstand 3,5, Kantentransportstiche einschalten und weisen der Fläche ein mittleres Grün zu. Das Gleiche machen wir mit der Rosenblüte in einem mittleren Rosa. Das wären meine selbst erstellten Unterlagstiche

Danach digitalisieren wir, in der bereits in Teil 9 beschriebenen Technik, den Stiel und die Blätter. Wir arbeiten wieder mit dem Werkzeug “Blockdigitalisierer” und orientieren uns an unsere gemalten Schattierungen. Deshalb solltet Ihr auch das Schattieren üben, damit Ihr jetzt ungefähr wisst, wie Ihr Eure Farben setzen müsst.  Hier eine Schnellübersicht der vier Grüntöne. Wir fangen mit dem dunklen Grün an,

 

setzen Tiefen mit Blaugrün,

gehen weiter zu Mittelgrün 

und setzen die Lichter mit Hellgrün.

 

Nun zur Blüte. Wir digitalisieren alle Farben grundsätzlich von der Mitte nach Außen. Ich habe es im Uhrzeigersinn gemacht, damit ich so wenig Spannfäden wie möglich habe. Wir fangen in der Mitte wieder mit der dunkelsten Farbe an.

Die nächste Runde ist der mittlere Farbton,

dann der hellere Farbton,

ein noch hellerer Farbton

und schließlich, an vereinzelten Stellen, die Highlights mit der hellsten Farbe.

Das wäre das Stickmuster im Schnelldurchlauf. Ich habe insgesamt vier verschiedene Grüntöne und fünf Blütentöne, z.B. violett, benötigt. Am Sonntag sehen wir uns die einzelnen Farben genauer an. Ich erkläre dann, wie ich vorgegangen bin und gebe Euch noch ein paar Sticktipps.

Bis bald

Andrea

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Kommentare zu diesem Artikel

2 Antworten

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  • Barbara

    Hallo Andrea,
    nochmal vielen Dank für die tollen Tipps. Ich war auch ganz fleißig und habe versucht sie umzusetzen. Ein Bild vom gestickten Ergebnis stelle ich in die Galerie ein. Meine Rose hat insgesamt noch einige Lücken, an denen der Stoff durchscheint. Hier werde ich wohl noch etwas nacharbeiten, obgleich es dadurch auch irgendwie an Leichtigkeit behält. Mal sehen. Die Technik gefällt mir jedenfalls sehr gut, man bekommt tatsächlich etwas Tiefe in das Stickmuster und es wirkt dadurch viel realistischer.
    LG Barbara

  • pralinette

    Hallo Andrea,
    Super toll!!! Sie ist so lebendig!!!!!
    Ich habe auch nie alle richtigen Farben! Eine fehlt immer!!!
    Aber der Laden Bernina in Lausanne ist wirklich super!!!! Deshalb, gehe ich sehr sehr oft!!! Das letzte mal: Gestern Nachmittag!!!
    Bis bald, bisous

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