Kreative Artikel zum Thema Quilten

Riga 2

Der eigentliche Anlass für die Reise in die Hauptstadt Lettlands:

… was übersetzt heisst: Riga Quiltfestival 2012. Von der lettischen Gilde veranstaltet, finden die Ausstellungen und Kurse im Kulturzentrum Ilguciems statt. Hier zunächst ein Blick in den Saal …

… in dem die Arbeiten präsentiert werden, die zum Wettbewerb mit dem Thema “Blumentango” eingereicht wurden.

Links: Quilt von Anita Gulane (Lettland), unten ein Ausschnitt:

… und hier ein Detail aus dem rechten Quilt von Santa Kamaldina und Ingas Plehnevicas, Lettland:

Nicht nur die Mitglieder der lettischen Gilde konnten teilnehmen …

… sondern es wurden z.B. auch aus Estland, Litauen und der Ukraine Arbeiten eingereicht.

Das obere Foto zeigt einen Quilt von Irina Krivonos, Ukraine.

Aus Estland kommt die obere Arbeit, vom Club Patchwork plus.

Die Ausstellungsbesucher waren dazu eingeladen, für die jeweilige Lieblingsarbeit abzustimmen.

Nicht nur Quilts im herkömmlichen Sinn wurden gezeigt. Im oberen Bild: Iris als Fensterdekoration von Dzintra Upatniece aus Lettland.

Die lettische Gilde hat sich erst vor ein paar Jahren (2009) gegründet, wurde 2011 in die EQA aufgenommen und zählt bisher ca. 60 Mitglieder.

Diese Rose stammt von Inese Bara, Lettland …

… während die Eulen von Aija Mendzule (Lettland) in Cathedral Windows gesetzt wurden.

Aus Litauen kommt diese Arbeit von Lilija Zadeikite …

… die die Zentren der Log Cabins mit Bändchenstickerei dekoriert.

Lettland ist das einzige Land im Baltikum, das es bisher geschafft hat, eine Gilde mit den entsprechenden Statuten zu gründen. In den Nachbarstaaten finden sich Quilterinnen in Clubs von unterschiedlicher Grösse und Ausrichtung zusammen.

Aus Litauen kommen die drei folgenden Werke:

Oberes Foto: Arbeit von Birute Mickjaviecene …

… das zweite Werk wurde von Donata Dumciuviene geschaffen (oben) …

… und das dritte von Zivile Rameliene.

Die Mitglieder der lettischen Gilde sind überwiegend Amateure. Jedoch haben alle Stilrichtungen dort Platz.

Hier die Rückansicht des Mantels von Lolita Simane, einem auch international erfolgreichen Vorstandsmitglied.

Der professionellen Textilkünstlerin Aina Muze ist zu verdanken, dass sie Mitte der 1990er Jahre auch das Art Quilting in Lettland bekannt machte. Sie unterrichtete in der Folge bis vor zwei Jahren an der Lettischen Kunstakademie im Fachbereich Textil. Heute, im Ruhestand, ist sie Mitglied im Vorstand der lettischen Gilde und stellt weiterhin international aus.

Elina Lusis-Grinberga, wie Aina Muze mit einer fundierten textilen (Weben) Ausbildung an der Kunstakademie und einem Master-Abschluss, ist die Internationale Repräsentantin der Gilde und professionelle Textilkünstlerin. Im oberen Foto: “Blumen im Tal”, Elinas Beitrag zum Wettbewerb.

Detail aus dem Art Quilt von Elina Lusis-Grinberga, einer durchbrochenen Arbeit aus verschiedenen Materialien, mit Applikationen, Maschinen- und Handquilting.

Oberes Foto: links ein Quilt von Inara Dalbina und rechts “Der blaue Punkt” von Aina Muze, beide aus Lettland. Der blaue Punkt – ein aus dem Bouquet fallender Wassertropfen.

Oberes Foto: ganz recht eine weitere Arbeit von Aina Muze …

… und “Tango mit Georg” von Gunta Skeltona, Lettland, ebenfalls Vorstandsmitglied.

Das Wettbewerbsthema kommt nicht von ungefähr. In Lettland sind Blumen sehr beliebt. An jeder Strassenecke gibt es Blumenstände, in jedem Bus sah ich mindestens einen Fahrgast mit einem Strauss und die Parks und Anlagen sind sehr gepflegt.

Oberes Foto: Arbeit von Svetlana Fedosejeva, Lettland …

… und ebenfalls aus Lettland: die Arbeit von Austra Celmina (oben).

Die lettische Gilde hat auch Mitglieder, die im Ausland leben, zum Quiltfestival jedoch anreisen …

… wie z.B. Iveta Ozolina, die in Südschweden lebt …

… und eine komplett von Hand gequiltete grosse Arbeit eingericht hat. Auch die Applikationen sind mit winzigsten Stichen von Hand über Schablonen aufgenäht.

Zur Eröffnung am Samstag, den 11. August 2012, strömten die Besucher ins Kulturzentrum. Nicht nur im Saal …

… sondern auch im Foyer, wo Aija Racenaja, die Vorsitzende der lettischen Gilde, die Begrüssungsansprache hielt, gab es viel zu sehen. Im Hintergrund an den Wänden hängend …

… und hier etwas deutlicher zu sehen, sind Mini-Quilts von Schülern im Alter von 8 – 18 Jahren ausgestellt. Gesponsert von Coats stand für den Unterricht das gesamte Material zur Verfügung. Liegend: Arbeiten, die für den EQA-Wettbewerb “Crossroads” angefertigt wurden.

Nochmals ein Blick in den Saal …

… hervorstechend: der Quilt “Anemone” von Lolita Simane, Lettland.

In der anderen Richtung ist im Hintergrund meine eigene Ausstellung zu erkennen. An den Stellwänden rechts hängen die Einreichungen zu einem weiteren Wettbewerb mit dem Thema “Traumgarten” …

… hier eine frontale Aufnahme. Als eine von vier Jurorinnen hatte ich die Ehre und Aufgabe, die kleinfomartigen Arbeiten nach den Kriterien “Interpretation des Themas”, “Komposition” und “technische Ausführung” zu beurteilen. Anonym, versteht sich, daher waren die Werke zunächst nur mit Zahlen gekennzeichnet.

Irina Krivonos (Ukraine), Anita Zobens (Canada), Aina Muze (Lettland) und ich bildeten die Jury und hatten schliesslich folgende Preisträger ermittelt:

1. Preis

2. Preis – die Schöpferin ist 14 Jahre alt! –

3. Preis – zu gewinnen gab es Materialpakete.

Gudrun Heinz :: Perspektiven …

… weckte Interesse – und ich erklärte gerne meine Sicht der Dinge. Hier eine Gruppe von Besucherinnen, vorne in der Mitte das Multisprachtalent Elina Lusis-Grinberga. Ohne ihre Übersetzungshilfe …

… wäre es auch in meinem Kurz-Workshop zum Thema “Momigami” mit der Verständigung schwierig geworden. So einigten wir uns auf den kleinsten gemeinsamen Nenner: Unterrichtssprache Englisch, Übersetzung ins Russische, da Vertreter aller Nachbarstaaten einschliesslich Canada anwesend waren.

Unter “Momigami” versteht man eine aus Japan stammende Methode der Papierbearbeitung, die dem Papier einen textilähnlichen Charakter verleiht. In Kombination mit experimenteller Handstickerei …

… lassen sich in kurzer Zeit Studien anfertigen, bei denen das Augenmerk auf Elementen des Designs liegt …

… Entwurfsprozesse für Quilts …

… in lockerer Atmosphäre und mit neuen Sichtweisen.

Infos:

Fotos: Gudrun und Valerie Heinz mit freundlicher Erlaubnis des Veranstalters

Elina Lusis-Grinberga stellt aus beim 18. Europäischen Patchwork Treffen, Ste Marie-aux-Mines, Elsass (F), in der Eglise Ste Rosalie in Rombach-le-Franc, 13. – 16. September 2012.

Zum ersten Teil meines Reiseberichts geht es hier

Zu meinem Beitrag über Jugendstilmode und -architektur in Riga

 

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Kommentare zu diesem Artikel

12 Responses

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  • Gudrun Heinz

    hallo britta,
    vielen dank für diese freundliche anfrage! die lettischen quilterinnen würden sich bestimmt sehr freuen, wenn eine gruppe aus norwegen zu besuch kommt!
    ich selbst habe elina lusis-grinberga und aina muze heute noch getroffen. wir waren alle in ste marie-aux-mines in frankreich beim 18. europäischen patchwork treffen (bericht folgt!). wenn die beiden wieder in riga sind, werden sie deine frage sicher bald beantworten.
    übrigens, kennst du die website der lettischen gilde? hier ist der link: http://www.latviaquilting.lv/
    beste grüsse nach norwegen!
    gudrun

  • Britta av Quiltekunst

    Ich plane eine Gruppenreise für norwegische Quilter zum nächsten Quiltfestival in Riga 2013. Ich hoffe, das Datum für nächstes Jahr steht bald fest. 🙂

  • Elke Heege

    Liebe Gudrun, danke für deine Eindrücke aus Riga. Die Stadt ist wunderschön, und am Engagement der lettischen Gilde können wir uns ein Beispiel nehmen. Danke, dass du uns auf diese Weise am Quilt Festival hast teilnehmen lassen.
    Viele liebe Grüße aus Einbeck
    Elke

  • Wolfgang Eibisch

    Ich war ja vor einer Woche geschäftlich in Riga und konnte mir die Ausstellung ebenfalls ansehen. Meine Vision erblüht Schritt für Schritt, erfolgreiche und inzwischen europaweit anerkannte Künstlerinnen zur Gründung einer Gilde ermutigen, Bernina und ihr Distributor Burda Riga sind feste Partner, das jährliche Festival wächst in der Qualität und Regionalität zum Baltischen Festival, wir werden die Teilnahme Polens, Belarus, Tschechiens und Slowakei anregen. Dank an Aina, Elina und Raja!

  • Gudrun Heinz

    ja, lorchen, wenn mein göttergatte, ermüdet vom operativen tagesgeschäft oder durch den genuss von ‘rigas balzams’ in die federn sinkt, hab ich freie bahn, um eine nachtschicht einzulegen – im moment ist teil 1 des festival of quilts in arbeit. und das, nachdem ich mich heute im büro den ganzen tag durch wahre aktenberge durchgewühlt und gefühlte 1000 buchungen vorgenommen habe. nennt sich enthusiasmus oder wahnsinn 🙂

  • Lorchen

    Hallo Gudrun! Ich weiss gar nicht, wie du es immer schaffst, solche zeitaufwendigen, detaillierten und ungemein inspirierenden Berichte zusammenzustellen. Vielen Dank, dass du dir wieder die Mühe gemacht hast.
    Ich hatte in Birmingham Glück und konnte mir Elina Lüsis Grinberga’s arbeiten ansehen, als nicht so viel los war und ein Gesprüch ging sehr munter zwischen Englisch und Deutsch hin und her. Ich kann zwar nicht nach Ste. Marie fahren, aber ich habe Elinas DVD, denn es lohnt sich immer solche künstlerischen Arbeiten mehr als einmal auf sich wirken zu lassen.
    Wolfgang, ich kann es mir gut vorstellen: Du, glücklich lächelnd, mit Filzpantoffeln im bequemsten Sessel sitzend und ein Gläschen Black Balsam in der Hand….. 🙂

  • Wolfgang Heinz

    Riga’s Black Balsam heißt der 45%ige Gruss mit “mystery and delicious taste”, der seit 1752 in Riga hergestellt wird. Auf diesem Wege an Aina und Elina ein herzliches Dankeschön. Eure Grüße wurden alle ausgerichtet.
    Demnächst in Ste. Marie bin ich dann auch wieder dabei.
    Euer Wolfgang

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