Kreative Artikel zum Thema Quilten

18. EPM 4

Ebenfalls in Ste Croix-aux-Mines, nur wenige Schritte vom Espace exposition entfernt, befindet sich die Villa Burrus …

… in deren Garten Skulpturen von Gaby Kretz ausgestellt waren.

Locker zwischen die “Patchworkbeete” verteilt, zogen sie die Blicke der Besucher auf sich, die auf dem Weg in die Villa waren …

… um dort die Ausstellung “Quilts aus Japan – die japanische Sensibilität” zu betrachten. Die Japan Handicrafts Instructors’ Association hatte Exponate aller Grössen, Stilrichtungen und Themen zusammengestellt und bot auch Mini-Workshops an.

Dies nahm sich dann z.B. so aus wie auf dem oberen Foto. Die Quilts von links nach rechts:

Kuroda Machiko: Scale of Lotus (80 x 120 cm), Yasuko Saito: Movement (Japan) (50 x 50 cm), Noriko Kido: Mai (Dance) (80 x 120 cm)

Junko Sawada: Genroku 1690’s, Days of Festive (203 x 203 cm)

Junko Sawada: Genroku 1690’s, Days of Festive (Detail)

Yoko Ueda: Wishes (220 x 220 cm)

Yoko Ueda: Wishes (Detail)

Naomi Honikita: time after time (80 x 120 cm)

Naomi Honikita: time after time (Detail)

Mihoko Tanaka: Celebration of Japan “Nandin” (80 x 120 cm)

Yoko Ueda: Autumn Flower (50 x 50 cm)

***

An zentraler Stelle in der Ortsmitte liegt die Verrière, ein Glashaus, das die deutsche Textilkünstlerin Elsbeth Nusser-Lampe in ein Gewächshaus verwandelte. Lassen wir dem Besucherandrang noch den Vortritt und …

… werfen mal einen Blick von aussen nach innen:

Der Titel dieser Ausstellung, ein Zitat von Heinrich-Heine “Es schauen die Blumen alle …” macht ebenfalls neugierig, also einen Moment abwarten, in dem der Andrang etwas nachgelassen hatte ….

… und wir können im Glashaus auch etwas sehen. Ein Reich der Blütenphantasien entfaltet sich!

Ganz typisch für das Schaffen von Elsbeth Nusser-Lampe sind …

… luftig-leichte, sehr ästhetische Variationen von immer neuen Blüten …

… die den Betrachter durch ihre Formenvielfalt und Eleganz verzaubern.

Es geht der Künstlerin nicht um die naturgetreue Nachbildung botanischer Vorbilder …

… die Biologin lässt sich vielmehr davon inspirieren und spiegelt die Schönheit der Natur wider.

Elsbeth Nusser-Lampe: Magnolie (35 x 225 cm)

Elsbeth Nusser-Lampe: Magnolie (Detail)

Die von der Decke herab gehängten transparenten Werke korrespondieren perfekt mit der durch die grossen Scheiben sichtbaren Aussenwelt.

Elsbeth Nusser-Lampe: Struggle (100 x 100 cm)

Elsbeth Nusser-Lampe: Zeitlos (140 x 140 cm)

Elsbeth Nusser-Lampe: Violette Blüten (70 x 183 cm)

Die Ausstellung ist nun abgeschlossen, aber, wer sich für weitere Werke der Künstlerin interessiert, dem sei ein Buch ans Herz gelegt: Unter dem Titel “Textile Natur – textile nature” liegt ein 145 Seiten umfassender kleinformatiger Bildband ihrer Werke vor. Eine Rezension finden Sie auf meiner Website in der Rubrik BUCHTIPPS: www.quiltsundmehr.de/NUSSERLAMPE.htm

Zum ersten Bericht über das 18. Europäische Patchwork Meeting: www.blog.bernina.com/de/2012/09/18-epm-1

Zum zweiten Bericht über das 18. Europäische Patchwork Meeting: www.blog.bernina.com/de/2012/09/18-epm-2

Zum dritten Bericht über das 18. Europäische Patchwork Meeting: www.blog.bernina.com/de/2012/09/18-epm-3

Zum fünften Bericht über das 18. Europäische Patchwork Meeting: www.blog.bernina.com/de/2012/11/18-epm-5

Fortsetzung folgt!

Fotos: Gudrun, Wolfgang und Valerie Heinz

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Kommentare zu diesem Artikel

12 Responses

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  • Jutta Hellbach

    Hallo Gudrun,
    den Zauber der Ausstellung von Frau Nusser-Lampe hast du fotografisch wirklich gut einfangen. Es ist gut nachzuvollziehen, wie diese so filigranen und durchscheinenden Arbeiten die Besucherin und Betrachterin gefangennehmen und mit einem Netz aus Blüten ummanteln.
    Und alles andere in meinen Kommentare angesprochene hatte direkt mit der Ausstellung nichts zu tun, sondern nur mit bestimmten “Betrachtungsweisen” und “Ansichten”.
    In diesem Sinne, gute Reise nach St.Petersburg!
    Jutta

  • Gudrun Heinz

    … und dennoch stehe ich gelegentlich vor einem rembrandt und frage mich: wie hat er das gemacht?
    und finde heraus, dass der meister durch die besondere lichtführung einen starken hell-dunkel-kontrast erzeugt. dieses sog. chiaroscuro ist ein “trick”, durch den der gesamte ausdruck des gemäldes gesteigert wird, indem ein teil des gemäldes besonders betont wird.

    die frage “wie hat er das gemacht?” ist hier ein ausdruck der bewunderung und die analyse eines werkes muss erlaubt sein. wie sonst könnte ich ein werk verstehen oder mich fortentwickeln? dies hat weder mit kopieren noch damit zu tun, dass ich eine anleitung dafür geliefert bekommen wollte. die betrachtung eines werkes eröffnet für mich einen subjektiven spielraum, in dem meine gedanken anfangen zu fliessen, ich der aussage der werkes nachspüre, in dem das werk zu mir spricht. und auch da spielt zuweilen die frage nach der technik eine rolle. auch die technik ist bestandteil der gestaltungsmittel, die ein künstler einsetzt, um eine bestimmte aussage, vielleicht auch effekte zu erreichen.

    … und dennoch wirkt der zauber einer ausstellung wie gerade der von elsbeth nusser-lampe sehr nachhaltig auf mich und ich denke, dass nicht nur ich dies gespürt habe. leider scheint es mir aber nicht gelungen zu sein, diese atmosphäre einzufangen und rüberzubringen. sehr bedauerlich.

    beste grüsse
    gudrun

  • Jutta Hellbach

    Hallo Luitgard, hallo Herr Heinz,

    ich sprach auch gestern nochmals mit einer Freundin über diese Thematik, die selbst gar nicht näht, die es aber noch viel besser auf den Punkt brachte:

    Man geht doch auch nicht in die Oper, ausgestattet mit dem Libretto, den Regieanweisungen, den Schnitten der Kostümbildner, der Zubehörliste der Maske und auch der Partitur. Man hört doch einfach nur zu und schaut. Denn sonst sieht man vor lauter anderem die Aufführung nicht mehr.

    Viele Grüße,
    Jutta

  • Luitgard

    Lieber Wolfgang,

    ich schließe mich Deinem letzten Kommentar vorbehaltlos an!

    Das war nämlich auch gemeint!

    Es gibt doch so wunderbare Kataloge – und die müßten doch eigentlich reichen – als Gedankenstütze, einmal die eigene Kreativität in Gang zu setzen!

    Liebe Grüße Luitgard

  • Wolfgang Heinz

    Hallo Frau Hellbach,
    mit dieser Beobachtung sind wir ganz und gar auf einer Wellenlänge.
    Mehr die eigenen Eindrücke genießen und sich von einer Arbeit verzaubern lassen und die Gedanken mit nach Hause nehmen, das fördert die eigene Kreativität.
    In diesem Sinne
    Ihr Wolfgang Heinz

  • Jutta Hellbach

    Hallo Herr Heinz,
    ich denke, da ist etwas grundsätzlich falsch verstanden worden. Weder wollte ich irgendwelche Fotoberichte von Gudrun kritisieren, noch die künstlerischen Fähigkeiten von Frau Nusser Lampe in Frage stellen. Dies war überhaupt nicht meine Absicht. Mir fällt einfach nur in der letzten Zeit auf, dass ein Teil des Publikums in dieser Szene sich selbst keine Gedanken mehr um das Verstehen von Arbeiten macht, sondern alles zerkaut und die Machart auf dem Tablett serviert zum Nacharbeiten bekommen möchte.

    Ich hoffe, ich konnte Ihre Bedenken zerstreuen,
    freundliche Grüße,
    Jutta Hellbach

  • Wolfgang Heinz

    Hallo Frau Hellbach, liebe Luitgard,
    ich finde, die Frage, wie etwas hergestellt wurde, muss durchaus erlaubt sein. Ich stelle sie nämlich als häufiger Ausstellungsbesucher auch gelegentlich, sicher auch deshalb, weil ich keine technischen Fachkenntnisse habe. Sie ist dann oft auch ein Ausdruck der Bewunderung der Leistung einer Künstlerin. Frau Nusser-Lampe, die mit einer viel bestaunten Arbeit an „Zeichen der Zeit“ teilnimmt, hat uns besucht und es war ein beeindruckendes Gespräch.
    Und auch beim Fotografieren ist mein Statement zweigespalten.
    Beobachtet man, dass viele Besucher die Arbeiten nur noch unter dem Blickwinkel sehen, wie kann ich in kurzer Zeit alle Arbeiten möglichst ohne andere Besucher auf dem Bild ablichten, so ist dies eine ungute Entwicklung. In der Tat wollen diese Besucher als Sammler und Jäger nur noch Schnappschüsse mitnehmen, schon das Lesen der Schilder ist ihnen zu viel.
    Aber: Ich schaue mir die Berichte und die Bilder hier im Blog auch gern an, besonders, wenn wie in Ste Marie ich im Wesentlichen nur die Ausstellung „Zeichen der Zeit“ und den Espace exposition gesehen habe. Da sind mir ein paar fotografische Eindrücke schon willkommen, aber aus Respekt vor den Künstlern mit Namen des Künstlers und Titel der Arbeit.
    Ein eindeutiges „ No go“, da stimme ich gern überein, ist das „Untersuchen“ der Arbeiten.
    In diesem Sinne werde ich gern auch in Prag beim PPM über deine Arbeit, liebe Luitgard, wachen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Heinz

  • Luitgard

    Liebe Jutta,

    Du sprichst mir aus dem Herzen!

    Noch dazu: Meistens gibt es gute Kataloge zu den ausgestellten Arbeiten – genügen diese nicht als “Gedankenstütze” – zu den Arbeiten, die einem gefallen ?

    Und die eigene Kreativität dürfte sich doch auch dann entwickeln ?

    In diesem Sinne – liebe Grüße Luitgard

  • Jutta Hellbach

    Hallo,

    muss man immer wissen, wie etwas “gemacht” ist? Wie die technische Umsetzung stattgefunden hat? Welche Materialien verarbeitet wurden? Ich stelle in Ausstellungen immer häufiger fest, dass das Publikum sich an solchen Details verkrampft, statt etwas in seiner Gesamtheit und Schönheit auf sich wirken zu lassen und somit auch zu verstehen. Hinzu kommt, dass zwischenzeitlich mehr als die Hälfte der Betrachter Arbeiten nur noch durch das Ojektiv der jeweiligen Kamera anschauen – sei es (Gott sei Dank wenn:) ein Fotoapparat oder (schlechtenfalls) ein Handy – egal ob das Fotografieren erlaubt ist oder nicht. Ausserdem gibt es für gute Ausstellungen gut gemachte Kataloge, die käuflich zu erwerben sind.
    Besonders toll sind dann noch die Blicke “hinter die Kulissen” wenn mit Fingerspitzen eine Arbeit angefasst und gedreht wird, damit man auch sehen kann, wie das Werkstück von hinten ausschaut – und ob es von hinten auch ordentlich gearbeitet ist.
    Es scheint fast unmöglich zu sein, zwischenzeitlich Dinge einfach schön und interessant zu finden – ständig muss das Projekt hinterfragt werden.

    Freundliche Grüsse,
    Jutta Hellbach

  • Gudrun Heinz

    halli hallo,
    vielen dank für die freundlichen kommentare – freue mich ungemein! besonders, dass es mir gelungen ist, speziell den zauber der ausstellung im “gewächshaus” von elsbeth nusser-lampe rüberzubringen. ja, die frage “wie hat sie das gemacht?” stellt man sich, wenn man vor den zarten gebilden steht. idee, maschine, ausführung – alles perfekt. ich könnte – mit bestem gewissen – empfehlen, einen kurs bei elsbeth zu belegen, auch wenn die plätze sehr begehrt und daher schnell vergeben sind. allerdings sehr lohnend!
    beste grüsse
    gudrun

  • Adelheid

    Liebe Frau heinz,

    ich danke sehr für die wunderschönen Berichte vom heurigen EPM. Mein Herz, meine Gedanken waren so sehr bei euch, die dort sein konnten. Voriges Jahr hatte ich wunderschöne Tage beim 17. EPM verlebt. ein wunderbarer Event. Nochmals ganz herzlichen Dank für die Bilder und Beschreibungen, damit wir auch informiert sind.
    Viele Grüße
    Adelheid

  • Evmarie

    Hallo Frau Heinz,
    wunderschöne Fotos und superschöne Arbeiten stellen Sie hier vor. Der Quilt von Mihoko Tanaka Celebration of Japan “Nandin” gefällt mir sehr gut.

    Die Bilder vom Glashaus haben mich wirklich umgehauen :-). Diese filigranen Meisterwerke verzaubern einen. Sie gehen wirklich eine Verbindung mit dem Blick nach draußen ein…sozusagen Traum und Wirklichkeit. Auch das Licht und Schattenspiel ist sehr gelungen.
    Ich frage mich die ganze Zeit, wie hat die Künstlerin diese Kostbarkeiten gefertigt?

    Danke für diesen tollen Einblick
    und liebe Grüße
    Evmarie

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