Kreative Artikel zum Thema Quilten

Berlin 2013

Am 8. und 9. Juni 2013 fand in Berlin zum neunten Mal die Veranstaltung TEXTILE ART BERLIN, aber diesmal zusammen mit den Patchworktagen der Patchwork Gilde Deutschland e.V. statt. Keine Frage, ein MUSS in meinem Terminkalender.

Nachdem seit Herbst 2012 feststand, dass die jährlich an einem anderen Ort in Deutschland stattfindenden Patchworktage der Patchwork Gilde Deutschland e.V. mit Mitgliederversammlung und den üblicherweise dazugehörenden Angeboten wie weiteren Ausstellungen, Präsentation eines Gastlandes, Werkstatt der Patch-Kids, Kursen und Workshops zusammen mit der TEXTILE ART BERLIN veranstaltet werden würden, war klar, dass den Besucher eine aussergewöhnliche Vielfalt an textilem Schaffen erwarten würde.

Laut Angaben des Veranstalters unfasste dies 110 Verkaufs- und Präsentationsstände, 38 Ausstellungen, Workshops, Mitmachaktionen, Vorträge, Filme und Modenschauen.  Alles untergebracht in der Carl-von-Ossietzky Schule in Berlin-Kreuzberg. Dass dieses attraktive Angebot die Textilkunstbegeisterten in Scharen anziehen würde, war ebenso vorhersehbar wie die Bildung langer Schlangen beim Einlass vor den Kassen.

Nachdem dieses Nadelöhr einmal passiert war, stürmten sofort die ersten Eindrücke auf die Besucher ein. In langen Gängen und Fluren wurden vor allem Ausstellungen präsentiert, während in Klassenräumen ein umfassendes Verkaufsangebot oder etwa Mitmachaktionen offeriert wurden. Ein erstes Highlight war die Ausstellung der Gruppe Art Quilt Fusion.

Anwesende Mitglieder der Gruppe Art Quilt Fusion: Grace Meijer (UK), Brigitte Kopp (D), Susan Chapman (UK) (v.l.n.r.)

Im Moment sind es 12 international bekannte Textilkünstlerinnen aus verschiedenen europäischen Ländern, die sich 2011 mit dem Ziel zusammengeschlossen haben, Art Quilts zu mehr Anerkennung als Kunstform zu verhelfen. Mit Erlaubnis der Gruppe hier ein Überblick:

Susan Chapman (UK): A Walk in the Park

Susan Chapman (UK): A Walk in the Park, Detail

Irina Voronina (RUS): Houses

Monique Gilbert-Oversteyns (B): Red Samourai

Sophie Furbeyre (F): Bubbles

Adelheid Gubser (CH): Alles wird gut

Adelheid Gubser (CH): Alles wird gut, Detail

Elly van Steenbeek (NL): Crossing the Lines

Hilde van Schaardenburg (NL): Lava

Hilde van Schaardenburg (NL): Lava, Detail

Isabelle Wiessler (D): Baton Rouge Louisiana

Brigitte Kopp (D): Monoculture


Gastland waren die Niederlande, hier der Stand der Quiltersgilde:

Blick in die Ausstellung der Quiltersgilde (NL)


“Wide Horizons III” lautet der Titel der von der amerikanischen Organisation SAQA Europe für das Europäische Patchwork Meeting in Ste Marie-aux-Mines (F) organisierten Ausstellung, über die ich schon mehrfach ausführlich berichtet habe. (Bericht 1 und Bericht 2)

Auch SAQA verfolgt das Ziel, Art Quilts in der Kunstwelt zu etablieren. Ob man sich allerdings einen Gefallen damit tut, wenn eine Ausstellung, wie hier, in engen räumlichen Verhältnissen mit problematischer Beleuchtung präsentiert wird, ist die Frage.

Janet Twinn (UK): Prelude

Blick in die Ausstellung “Wide Horizons III”


Unter dem Titel “Das Freundschaftsband” organisiert die Textilkünstlerin Ursula Brenner (D) seit Jahren Mitmach-Aktionen, die immer wieder viele Quilterinnen begeistern. Unter wechselnden Themen bleibt immer ein Gestaltungsmerkmal gleich: das sich durch die Hängung wie durch die einzelnen Arbeiten hindurchziehend erscheinende Band:

Blick in die Ausstellung “Das Freundschaftsband”

“Das Freundschaftsband” ist ein Gemeinschaftswerk aus vielen ganz individuellen Einzelwerken, hergestellt von einzelnen Quilterinnen, aber auch Gruppen und Kursteilnehmerinnen beteiligten sich daran. Das Band soll Sinnbild sein für die Interessen und Bemühungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am textilen Gestalten und dessen vielfältigen Aspekten.

Blick in die Ausstellung “Das Freundschaftsband”


“Vom Garn befreit, vom Stoff erlöst” lautet der Titel der Ausstellung von Petra Studer-Daubek (D):

Blick in die Ausstellung “Vom Garn befreit, vom Stoff erlöst” von Petra Studer-Daubek (D)

Petra Studer-Daubek, die eine Ausbildung zur Steinbildhauerin und ein Studium der Bildhauerei an der AdK Stuttgart vorweisen kann, lebt und arbeitet in Kirchberg a. d. Jagst. Sie schreibt auf ihrer Website: “Ein biographischer Einschnitt, Erkrankung an Arthritis, war Ausgang für die Suche nach einem neuen Material – und der Beginn experimentellen Arbeitens mit Textilien”.

Petra Studer-Daubek (D) vor ihrer Arbeit “Kopf”

In einem kurzen, aber um so interessanteren Gespräch über diese Arbeit, erläuterte mir die Künstlerin ihre Herangehensweise an das Thema “Kopf”. Faszinierend, die dahinter stehenden Gedanken und die Art der Umsetzung aus erster Hand erfahren zu können. Souverän und frei gestaltet sie mit textilen Materialien im Stil von Collagen oder Assemblagen, wobei sie das Material nicht mehr nur als Träger einer Aussage, sondern als Teil der Aussage versteht. Durch die Bearbeitung wird das Material in einen neuen reizvollen Kontext gestellt, verweist aber zugleich auf seine Herkunft.

Petra Studer-Daubek und Gudrun Heinz im Gespräch


“Textilogien” – unter diesem Begriff verstehen die Veranstalter der TEXTILE ART BERLIN Ausstellungen zeitgenössischer Kunst wie zum Beispiel die Werke der Berlinerin Ingrid Wieland, einem Urgestein in der Patchwork- / Quiltszene:

Blick in die Ausstellung “Kinderbücher, Märchen, Mythen, Legenden, Sagen …” von Ingrid Wieland (D)

Ingrid Wieland (D): Die Geschichte vom Ebenholzpferd

Ingrid Wieland (D)


Ingrid Wieland beteiligte sich auch am “Jahressampler-Wettbewerb”:

Arbeit von Ingrid Wieland (D)

Bei diesem Wettbewerb geht es nicht nur um Textilkunst, sondern auch darum, die Vorlagen für die Werbung für die Veranstaltung zu generieren: die Fotos auf dem Programmheft, den Plakaten, den Anzeigen der Website, auf Broschüren, Karten und Flyern. Die Farbe wechselt jedes Jahr. Gleichzeitig werben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer so für sich selbst.

Arbeiten von Anke Pradel (D)

Arbeit von Anke Pradel (D)

Arbeit von Gabi Mett (D)

Arbeit von Petra Studer-Daubek (D)

Arbeit von Brigitte Lüdtke (D)

Arbeit von Rita Zepf (D)

Arbeit von Pia Fischer (D)


Weitere “Textilogien” sind die Papierarbeiten von Beate Remest. Papierschmuck, aber auch zauberhafte Objekte wie Schalen, Licht- und Windspiele präsentierte die Künstlerin in einer Verkaufsausstellung:

Blick in die Ausstellung “Mit Papier – auf Papier – aus Papier” von Beate Remest (D)


“Die Ostsee” – Thema der Ausstellung von  Gundula Schaumburg-Lever (D), die eine schöne Serie von gefärbten und entfärbten Seiden in Shibori-Technik und Siebdruck umfasste:

Blick in die Ausstellung “Die Ostsee” von Gundula Schaumburg-Lever (D)


Farben, Formen und Strukturen von Wegen, über die wir täglich gehen, hat die Gröbenzeller Quiltgruppe zu diesem gemeinsamen Projekt inspiriert. Verwendet wurden gebrauchte, für diesen Zweck neu überfärbte Stoffe:

Blick in die Ausstellung “Wege” der Gröbenzeller Quiltgruppe

Blick in die Ausstellung “Wege” der Gröbenzeller Quiltgruppe


Die japanische Quiltgruppe “Patchwork Tsushin” sandte “Reise-Erinnerungen” als Ausstellung nach Berlin. “Patchwork Tsuchin” ist nicht nur der Name eines japanischen Patchwork Magazins, sondern auch eine wichtige Organisation für Quilter, die im November jeden Jahres die „International Quilt Week“ in Yokohama organisiert. Chefredakteurin des Magazins ist Naomi Ichikawa, die uns hier im Blog schon 2011 bei der Hilfsaktion für Japan begegnete:

Blick in die Ausstellung “Reise-Erinnerungen” der Gruppe Patchwork Tsushin (JAP) und K-Line Travel


Stichwort “Textilogien”: Batik, Collage, Druck, Ausbrennung sind die Techniken von Kissa Tindal (DK):

Blick in die Ausstellung von Kissa Tindal (DK): “Listen to me” (li) und “Passage to Civilisation” (re)


Jutta Briehn gab ihrer Einzelausstellung den Titel “Der Faszination der textilen Arbeit erliegen” und sagt: “Dies könnte als Motto über meiner Motivation als Art Quilter stehen. In meinen Quilts möchte ich einen Gedanken oder eine Idee „greifbar” (fühlbar im Sinne des Metiers Stoff) machen.” Themen aus Natur und Mythologie, Reiseeindrücke, die Auseinandersetzung mit zeitkritischen und politischen Themen – das alles gewinnt mehr und mehr an Bedeutung für die Künstlerin:

 

Blick in die Ausstellung “Der Faszination der textilen Arbeit erliegen” von Jutta Briehn (D): “Colors of India”, “Im goldenen Käfig” und “Frauen und Göttinnen: OPHELIA” (v.l.n.r.)


BERNINA Blog-Leser wissen es längst: Das Gemeinschaftsprojekt “Kunstkubus: Schrift – Bild – Sinne”, initiiert und organisiert von Jutta Hellbach, hatte als Teil der Patchworktage 2013 Ausstellungspremiere:

Uta Hanson (D) mit “ihrem” Kubus

27 Kuben, deren Außenseiten von verschiedenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit handgeschöpften Papieren und Ausrissen aus Zeitungen collagiert, bemalt und gequiltet wurden, bildeten ein mobiles Kunstobjekt, hier in Berlin als freischwebende spiralförmige Installation:

Blick in die Gruppenausstellung “Kunstkubus”, Gemeinschaftsprojekt des BERNINA Blog

Uta Hanson (D) betreut gerade die Ausstellung “Kunstkubus”


Die Mitglieder des Vorstands, die Regionalvertreterinnen und Ressortinhaberinnen zeigten ihre schönsten Arbeiten im Rahmen der Gruppenausstellung unter dem Titel “Quilts der Amtsinhaberinnen der Patchwork Gilde”. Beginnen wir mit dem Quilt der internationalen Repräsentantin und derzeit Vorsitzenden der EQA, Birgit Kaller (D):

Birgit Kaller (D): Vitamin C

Bärbl Vollertsen (D): Sommer, Detail (li), Dr. Elke Heege (D): Flic Flac, Detail (re)

Ulla Ringsdorf (D): Vögel (li), Ursula Münzner (D): Money – die helle und die dunkle Seite des Geldes (re)

Sabine Frank (D) vor ihrer fünfteiligen Serie “ohne Titel”

Gesche Leinweber (D): Dynamit unter Tüll (li), Claudia Eichert-Schäfer (D): Kudamm, Kreuzberg, Wannsee (re)


Die Patchwork Gilde betreibt auch eine Kursleiterausbildung, deren Absolventinnen zum Abschluss Quilts zum Thema “Verbindungen” in der Grösse 80 cm x 120 cm anfertigten. Diese Gruppenausstellung begleiteten die dazugehörigen Entwurfsmappen, wo man Einblick in Planung und einzelne Arbeitsschritte nehmen konnte:

Rebecca Roth (D): Verbindungen (li), Uta Siebert (D): Filzvariationen (Mitte), Biggi Irion (D): Verbindungen (re)


Das Thema der EQA-Ausschreibung für das Festival of Quilts in Birmingham 2012 lautete “Crossroads” (Kreuzungen) (vgl. meinen Bericht). Jeweils 10 Quilts aus 17 Ländern reisten nun nach Berlin, wo sie sich in Gesellschaft mit den Ergebnissen aus dem Wettbewerb “Karierter Fisch” präsentierten:

Ausstellung “Crossroads” (EQA) und …

… Ausstellung der Arbeiten aus dem gildeinternen Wettbewerb “Karierter Fisch”

Die Herausforderung bestand darin, ein etwa 25 cm x 35 cm grosses Stück eines roten Batik-Stoffes mit kleinen weissen Fischen und ein etwa 25 cm x 30 grosses Stück von einem grauen bzw. blauen karierten Sarong-Stoff in einem 70 cm x 70 cm grossen Quilt zu verarbeiten. Beide Stoffe stammten aus Malaysia.

Jochen Hüttemann (D): Sonntagsfisch

Petra Jakob (D): Frühlingsmelodie



“20 x 90” – Die Masse des Quilts wurden zum Titel. Gildemitgliedern aus den Regionen Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt Nord sollte eine Möglichkeit geboten werden, ihr Können unzensiert bei dem gemeinsamen Regionaltreffen zu zeigen. 126 Quilts entstanden in den unterschiedlichsten Patchworktechniken bis hin zur Oberflächengestaltung:

“20 x 90” – Gruppenausstellung: Karola Rose (D): Blumen 1, 2, 3, 4 (li), Ellen Walter (D): Perlenblüten-Etüden (Mitte), Susanne Welz (D): Maske 1 – 3 (re)



Um am diesjährigen Kinderwettbewerb der Patchwork Gilde mit dem Titel “Eine Decke für Franz” teilzunehmen, mussten verschlüsselte Vorgaben in einer Geschichte aufgespürt und umgesetzt werden. Reichlich 65 Kinder machten sich an die Arbeit:

Blick in die Ausstellung der Patch-Kids: “Eine Decke für Franz”


Isabelle Wiessler konzentriert sich in ihrer Einzelausstellung auf das Thema “Spuren” – Spuren, die durch den Ablauf der Zeit verblieben sind, Spuren, die der Mensch in seiner Umwelt hinterlässt: Zerstörung ganzer Regionen für den Wohlstand, Veränderung der Natur durch menschliches Handeln.
Isabelle Wiessler experimentiert mit flexiblen Materialien wie Stoff und Lutradur und kombiniert dies mit traditionellen textilen Techniken wie Sticken und Quilten. Sie sagt: “Es ist eine permanente Auseinandersetzung mit Material, Technik und Inhalten”:

Isabelle Wiessler (D) vor ihren Arbeiten “Urban IV”, Detail (li), “Golf von Mexico” (Mitte links), “Reise am Ende der Nacht”, Detail (Mitte re)


Die Mitglieder der 1996 gegründeten dänischen Künstlergruppe “Trådens Gang” (In der Folge des Fadens) sind alle Weber und zeigen ihre Werke unter dem Titel “Ausdruck und Können”:

Hanne Kold / Ullrich Rössing (DK): Gospel

Mette Lise Rössing (DK): Talisman

Mette Lise Rössing (DK): Talisman

Hanne Kold (DK): Japanische Blume


Längliche braune Briefumschläge, aussortiert, weil nicht mehr zeitgemäss, waren das Material, aus dem ganz frei eine Arbeit gestaltet werden sollte – eine Recycling – Upcycling Aufgabe, zu der Monika Schiwy neun Künstlerinnen eingeladen hatte:

Blick in die Gruppenausstellung “Envelope Art”, Arbeiten von Gabi Mett (D), Judith Mundwiler (CH) und Els van Baarle (NL) (v.l.n.r.)

Cas Holmes (UK): Fenland (oben), Kentish Weald (unten)

Beatrice Lanter (CH): eingetütet


Das Ergebnis einer mehrjährigen Mitmachaktion des Fachverbandes Textilunterricht e.V.:

… der 10.000-Blüten-Teppich


Bevorzugtes Material der aus Litauen stammenden Textilkünstlerin Almyra Weigel in ihrer Ausstellung “Plastiken Bilder” ist Heisskleber. Verblüffend, oder? :


Almyra Weigel (LT / D): Tea time


Textilkunst-Studenten der VDA Kunstfakultät Kaunas (Litauen) präsentierten in ihrer Gruppenausstellung unter dem Thema “Schwarz, Weiß + Metallic” ihre neueste Kollektion, bestehend aus traditionellen und innovativen Textilfasern. Kuratorin: Almyra Weigel:

Blick in die Ausstellung “Schwarz, Weiß + Metallic”, Studenten der VDA Kunstfakultät Kaunas (LT)

Blick in die Ausstellung “Schwarz, Weiß + Metallic”, Studenten der VDA Kunstfakultät Kaunas (LT)


In ihrer Einzelausstellung setzte die litauische Künstlerin Inga Liksaite eine Serie fort “O – wie ein leuchtender Kreis” auf Bildern, Objekten und modischen Accessoires:

Blick in die Ausstellung “O … O” von Inga Liksaite (LT / D)


Entgegen allen Vorurteilen nichtstrickender Menschen ist Stricken schon immer Leidenschaft und künstlerisches Ausdruckmittel der Textilkünstlerin Alrun Wegener. Sie nutzt das skulpturale Potenzial der Technik und sagt: “Durch die eigenwillige Willkür und Formbarkeit der Objekte wird der Zufall zu meinem künstlerischen Komplizen”:

Blick in die Ausstellung “Skulpturales Stricken” von Alrun D. Wegener (D)

Alrun D. Wegener (D): “Skulpturales Stricken”, Detail


Gabi Mett (D) und Judith Mundwiler (CH) zeigten in der Reihe der Textilogien neue Arbeiten:

Gabi Mett (D): Platz der Ahninnen

Judith Mundwiler (CH): Zeitspuren, Detail


Ein Challenge des Patchworktreffs Berlin-Brandenburg mit Stoffen aus Tschechien forderte die Teilnehmerinnen dazu auf, mit Stoffen eines Herstellers aus Prag einen 90 cm x 70 cm grossen Quilt zu nähen. Die Ausstellung trug den Titel “Besuch aus Prag”:

Jutta Rausch (D): Rosenzeitung (Ausstellung “Besuch aus Prag”)


“Gewebte Bilder” lautet der Titel der Einzelausstellung von Eva Lippert (D). Die Arbeiten sind inspiriert von persönlichen Erlebnissen, Reisen in fremden Kulturen und der Natur. Umgesetzt mit Techniken wie Weben, Sticken, Einarbeiten von Fundstücken, Collagen, Drucken und Malerei erzählen ihre Werke spannende Geschichten. Gut gefallen hat mir:

Eva Lippert (D): Waldboden


Grosse Quilts in traditionellen Mustern, durch Farbe, Material und Anordnung modern gestaltet und meist reich handgequiltet sind das Markenzeichen von Brigitte Morgenroth (D):

Blick in die Ausstellung von Brigitte Morgenroth (D)


Ausstellung polnischer Quilterinnen, zusammengestellt von Anna Slawinska aus Warschau, Bozena Wojtaszek aus Lodź und Danka Kruszewska (D / PL):

Anna Slawinska (PL): Die Sonne (li), Die Erde (re)

Marzenna Lew (PL): Buddhas Kopf zwischen Wurzeln des Bodhi-Baumes


“Idées Detournées” – ein 2007 in Lorient (F) gegründeter Verein zeigte eine Ausstellung von phantasievollen Werken, meist Kleidungsstücken aus Abfall – Recycling als Kunst. Einerseits beflügelt man die Kreativität durch die Kunst der Improvisation, andererseits bietet der Verein Möglichkeiten des Austauschs, indem jeder seine Fähigkeiten einbringt und auch weitergibt:

Idées Detournées (F): Installation im Lichthof

Nadine Thouvenin, die den Verein leitet, schreibt: “Es ist für uns wichtig, den Prozess zu zeigen, wie man aus wiedergewonnenen Gegenständen Kleider und Accessoires zaubern kann.” Egal, ob Filtertüten, Regenschirme, Eisschirmchen, Flaschenverschlüsse, Luftpolsterfolie … es kommt alles zum Einsatz und wird kreativ verwandelt.

Das Motto könnte lauten: “Man wirft nichts weg, man kauft nichts, man verwendet alles wieder” – eine Arbeitsweise zwischen spielerischer Phantasie und aktueller Problematik.

Die Verarbeitung von alltäglichen nichttextilen Abfällen führt auf einen neuen kreativen Weg, wobei die Materialien in ihrem abgenutzten Zustand zu neuen Gestaltungen inspirieren.

Idées Detournées (F): Kleidungsstücke aus Recyclingmaterialien

Idées Detournées (F): Kleidungsstücke aus Recyclingmaterialien –

eben noch auf dem Bügel dekoriert …

… am Abend der gelungene Auftakt der Modenschauen – eine schwungvolle Gute-Laune-Präsentation …

… die vom Publikum …

… mit viel Beifall belohnt wurde.

Gleich, ob jung oder älter, klein oder gross …

… ob weiblich oder männlich …

… die Gäste aus Frankreich hatten sichtlich viel Spass. Und das Publikum liess sich davon anstecken.

Nacheinander präsentierten verschiedene Aussteller der TEXTILE ART BERLIN ihre Creationen …

… Naturfasern im ungewöhnlichen Look …

… Kleider für jede Gelegenheit …

… für jede Jahreszeit …

… ein prächtiger Sari aus Indien wechselt sich ab mit …

… handgefilzten Accessoires oder …

… Tragbar-witziges aus Industriefilzabfällen oder …

… wie wär’s mit den Ideen junger Modedesigner?

Eine Anzahl verschiedener Materialien und Techniken …

… kamen bei diesem Ensemble zum Einsatz.

Im zweiten Teil der Fashion Show stellte Pia Fischer ihre eigenen, höchst kreativen Collectionen vor:

Pia Fischer

Pia Fischer ist eine freischaffende Textilkünstlerin, die unter dem Label “Creation Pia Fischer” Art Couture und Unikat Design herstellt.


Dabei verwendet sie keine Stoffe im klassischen Sinn, sondern die eher nebensächlichen Utensilien aus der Couture: Etiketten, Reissverschlüsse, Knöpfe, Bänder …

… sind die von ihr bevorzugten Materialien, die zweckentfremdet zu tragbaren Kunstwerken umgeformt werden.

Dabei lässt sie ihrer Fantasie freien Lauf und …

… es entstehen in experimenteller Weise kleine und grosse Roben …

… aber auch Accessoires – das Tüpfelchen auf dem i.


Pia Fischer, die ihre Ausbildung in der Schweiz und Österreich absolvierte, betreibt ein Ladengeschäft in Berlin.

Damit niemand mehr behaupten kann, es fehle ein passendes Kleidungsstück im Schrank, liess sich die Künstlerin etwas Neues und ganz Einfaches einfallen: Aus den voluminösen blauen Einkaufstaschen des schwedischen Möbelhauses zauberte sie jedem ihrer Mannequins ein anderes Modell auf den Leib – zur Nachahmung empfohlen!

Damit ist mein – zugegeben ganz ausführlicher – Rundgang durch die Ausstellungen in der Carl-von-Ossietzky-Schule zu Ende. Alles konnte ich nicht im Bild vorstellen, denn die Zeit reichte nicht aus, um wirklich alles zu besuchen. Aber dank der Fotoerlaubnis des Veranstalters konnte ich doch einiges festhalten, um es hier weiterzugeben. Ein langer Tag ging nach den Modenschauen zu Ende …

… und in bester Stimmung sehe ich über manche organisatorische und aus Sicht des Besuchers unverständliche Mängel hinweg und sage …

… tschüss Berlin!

***

Infos:

Die 10. TEXTILE ART BERLIN 2014 findet am 28. / 29. Juni 2014 statt.

www.textile-art-berlin.de

Die Patchworktage der Patchwork Gilde Deutschland e.V. finden vom 1. – 3. Mai 2014 in Einbeck statt.

www.patchworkgilde.de

Fotos: © Gudrun Heinz mit freundlicher Erlaubnis des Veranstalters

***

Ergänzung:

Ein hochinteressanter Beitrag ist gerade auf dem Blog des Textile Art Forum.ch erschienen – Judith Mundwiler schreibt über die TEXTILE ART BERLIN und “BRUCH” und zeigt eine Reihe von Fotos.


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