Kreative Artikel zum Thema Nähen

Perfekte Knopflöcher Teil 3

Hallo ihr Lieben,

in dem dritten Teil „Perfekte Knopflöcher“ möchte ich Euch nun zeigen, wie man die, in der Software zusammengestellten, Knopflöcher ausstickt. Im Anschluss gehe ich noch auf den Knopfannähfuss ein.

Den USB-Stick mit den abgespeicherten Dateien steckt man in den Port der Maschine und ruft die erste Datei auf.
Dann zeichnet man das erste Knopfloch an. Man erstellt sich eine Schablone von dem Knopf und legt diese so auf die Vorderkante, wie er sitzen soll. Rundherum zieht man eine Linie mit Kreide. Dann geht man hin und zeichnet sich den Mittelpunkt der Schablone an. An dem Mittelpunkt sollte das Knopfloch enden.

Den Rahmen bespannt man mit wegreissbarem Stickvlies und besprüht das Vlies mit Sprühzeitkleber.

In der Maschine ruft man die erste Knopflochdatei auf. Lässt sich die Schablone mit darstellen und zoomt dann auf die Schnittlinie des ersten Knopfloches. Man ermittelt nun anhand des Rasters die Position.

Nun legt man die Schablone des Stickrahmens genauso auf die Vorderkante, dass die ermittelte Position aus der Maschine genau mit dem Mittelpunkt des Knopfes übereinstimmt.

Dann legt man das Stickgut mit der Schablone in den Rahmen und befestigt den Rahmen an dem Stickmodul.

Jetzt überprüft man die Position. Sollte sie nicht stimmen, so kann man dies in der Maschine noch korrigieren, indem man das Motiv verschiebt. An der Maschine befindet sich jetzt schon der CutWork Fuss und man hat passendes Stickgarn als Unter- und Oberfaden zu dem Material eingefädelt.

Jetzt geht man auf Aussticken und aktiviert noch den Heftrahmen rund um das Motiv. So läuft man nicht Gefahr, dass sich das Stickgut im Rahmen verschieben kann.

Danach entfernt man Ober- und Unterfaden und setzt das CutWork Tool ein. Bei dem waagerechten Schnitt dreht man das CutWork-Messer auf die Position 3. Dies wird aber auch an der Maschine angezeigt.
Wenn alle Schnitte fertig sind, tauscht man CutWork Tool mit der Sticknadel wieder aus. Fädelt den Oberfaden wieder ein und setzt die Spulenkapsel in den Greifer.
Man lässt die Knopflöcher sticken und wechselt die Farbe von dem Oberfaden. Welche Farbe ist egal, sie sollte sich nur von dem Stickgut absetzen, damit man die jetzt zu stickenden Passkreuze gut erkennen kann.
Ist alles fertig gestickt, nimmt man den Rahmen von dem Stickmodul ab, entfernt den Heftfaden und zieht das Stickgut vorsichtig vom Stickvlies.

Nun bestückt man den Rahmen wieder mit Stickvlies und lässt die ersten beiden Passkreuze auf das Stickvlies sticken. Bei diesem Vorgang muss man, da wir bei der Stickdatei den Schnitt an den Anfang gesetzt haben, bis zu den Passkreuzen vorscrollen. Wir entfernen den Rahmen von dem Stickmodul und stecken genau in die Mitte von den Passkreuzen jeweils eine Stecknadel. Stickvlies mit Sprühzeitkleber besprühen und die Stecknadeln passgenau durch die Passkreuze von unserem Stickgut stecken. Material ausrichten und andrücken.

Den Rahmen an das Stickmodul bringen und die Position überprüfen.

Stimmt jetzt alles, dann genauso verfahren wie bei der ersten Datei. Heftrand sticken, Schlitze cutten, jedoch die ersten Passkreuze auslassen und Knopflöcher sticken. Zum Schluss Faden wechseln und letzten Passkreuze arbeiten lassen. Und das dritte Teil ebenso arbeiten, wie das zweite.

Hat man die Knopflöcher an der Maschine generiert, fällt die Schnittoption weg. Aber wählt man diesen Weg, ist die Ausführung auch genial einfach. Im Prinzip verfährt man, wie oben beschrieben. Man stickt den ersten Teil, richtet den zweiten Teil an den Passkreuzen aus und lässt die Maschine wieder sticken. Auf dieser Art und Weise kann man endlos Knopflöcher arbeiten. Zum Aufschneiden der Knopflöcher ist der Knopflochstecher ein ideales Werkzeug. Beim Aufschneiden der Knopflöcher mit einem Pfeiltrenner oder einer Schere läuft man Gefahr, die Raupe zu verletzen. Dies wird mit dem Knopflochstecher vermieden. Den Stecher leicht schräg an der Querraupe anlegen und in Richtung Mitte runterdrücken. So lange den Vorgang wiederholen, bis man das ganze Knopfloch aufgeschnitten hat.

So einfach und perfekt lassen sich Knopflöcher herstellen.

Ich hoffe sehr, dass mein Beitrag „Perfekte Knopflöcher Teil 1-3“, in das ansonsten zum Teil heikle Thema Knopflöcher, Licht ins Dunkle gebracht hat.

Fabienne bat mich darum, zu beschreiben, wie man den Knopfannähfuss verwendet.

An dem Knopfannähfuss # 18 befindet sich seitlich eine Schraube, löst man diese, hat man die Möglichkeit den Steg nach oben oder unten einzustellen. Verarbeitet man ein dickes Material, sollte man den Steg nach oben einstellen, damit man einen langen Stil erhält. Würde man den Knopf plan annähen, so würde er nicht richtig knöpfbar sein und unter Umständen aus dem Knopfloch heraus rutschen. Der Nähfuss zeichnet sich auch durch seine rutschfeste Sohle aus. Selbst extrem glatte Knöpfe werden mit dieser Sohle perfekt gehalten.

Zuerst positionieren wir den Knopf dahin, wo er festgenäht werden soll. Dann wählt man das Knopfannähprogramm an. Sollte auf der Maschine, mit der ihr näht, kein solches Programm vorhanden sein, wählt ihr den Zickzackstich an und versenkt den Transporteur. Das Knopfannähprogramm hat eine voreingestellte Breite von 4 mm. Diese Breite passt auf 95% aller Knöpfe. Sollte der Lochabstand breiter sein, kann man sie noch auf maximal 5.5 mm erhöhen.
Der Knopfannähfuss wird exakt auf den Knopf gesetzt, so dass die Löcher rechts und links neben dem Steg liegen.
Nun bewegt man mit dem Handrad vorsichtig die Nadel runter. Der Stich ist vom Aufbau so, dass die Nadel dreimal auf der linken Seite einsticht und dann nach rechts rüber schwingt. Bis die Nadel das erste Mal auf der rechten Seite einsticht, bewegt ihr bitte die Nadel bitte über das Handrad. So geht ihr sicher, dass die Nadel auch in das Loch trifft.
Ab da könnt ihr entweder mit dem Fusspedal oder mit der Start/Stopptaste weiter arbeiten.

Restfaden bitte nicht direkt am Knopf abschneiden. Lasst ungefähr 15 cm Fadenlänge stehen. Diesen Fadenrest fädelt man in eine Handnähnadel ein. Sticht durch ein Loch des Knopfes, so dass man unter dem Knopf auskommt.
Dann wickelt man den Restfaden mehrmals um den sogenannten Stiel. So fixiert man den Knopf und er hat nicht mehr die Möglichkeit zu „flattern“. Hat man dieses fertig gestellt, sticht man auf die Unterseite des Stoffes und nimmt dort noch die beiden Unterfäden mit in die Nadel auf, führt einen Handvernähstich aus und macht einen Knoten.

So einfach ist das Knopfannähen mit dem entsprechend Fuss. Ihr werdet jetzt sicher fragen „und wie geht das mit einem Knopf der vier Löcher hat?“ Auch nicht viel anders! Zuerst werden die vorderen Löcher genäht, dann zieht man den Knopf zu sich hin und näht die hinteren Löcher.

Sogar überkreuz nähen ist möglich. Klasse sieht das auch aus, wenn man ein anders farbiges Näh- oder Stickgarn verwendet. Ein ganz tollen Effekt erziehlt man, wenn das Knopfloch mit dem gleichen kontrastfarbenen Garn näht, wie der Knopf angenäht wird.

Aber nicht nur Knöpfe lassen sich hervorragend mit dem Knopfannähfuss annähen. Man kann ihn auch verwenden, um Druckknöpfe, Schliessen, Haken und Ösen anzunähen. Dafür muss ich ihn nur ein wenig modifizieren. Der Steg, der mir beim Knopfannähen den perfekten Abstand garantiert, ist nun im Weg. Aber auch das ist kein Problem, dass sich nicht lösen lässt. Man dreht die seitlich befindliche Schraube heraus, so lässt sich der Steg einfach nach oben drehen. Den Steg fixiert man mit einem Gummi an dem Nähfussschaft. Damit erreicht man, dass der Annähstich plan, z.B. auf dem Druckknopf, liegt.

Hier seht ihr, wie man eine Schliesse an die Stoffkante näht. Lasst das Annähprogram ruhig zweimal durchlaufen.

Haken und Ösen sind auch kein Problem! Legt den Haken und auch die Öse unter den Nähfuss, so werden diese sicher gehalten.

Druckknöpfe mit der Hand anzunähen ist auch nicht gerade der Hit. Aber wozu hat man denn den Knopfannähfuss?
Setzt auch hierbei den Nähfuss auf den Knopf und näht zuerst die vorderen Löcher. Dann dreht man das Material (den Druckknopf) und näht in der gleichen Weise.

Noch ein Tipp: Falls ihr ein kleines oder auch grosses Knopflager besitzt, könnt ihr auf dieser Art und Weise eine super schöne Stoffgestaltung kreieren. Mit dieser Technik lassen sich Kragen, Passen und Manschetten wunderbar gestalten.

So, nun hoffe ich, dass ich Euch alles gezeigt habe, was das Thema Knopflöcher und Annähen von Knöpfen umfasst.
Falls ihr noch Fragen haben solltet, so meldet Euch bitte.

Ich wünsche Euch eine schöne Zeit!

Herzliche Grüsse,

Eure Birgit

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