Kreative Artikel zum Thema Nähen

Pyjamahose

Ich produziere grad Pyjamahosen. Für die Wintermärkte. Aus alter Bettwäsche. Macht ziemlich viel Spass.

Als Vorlage reicht dazu jene Sommerhose, die ich nach Jahren des ausgiebigen Tragens schweren Herzens zerschnitt, um daraus wenigstens ein brauchbares Hosenmuster zu erhalten.  Seither dümpeln diese Stoffstücke in meinem Schnittmusterbuch “Hose & so” unter “Italien” vor sich hin, wenn sie auch ab und zu zur Unterstützung eines Hosenprojektes herangezogen wurden.

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Jetzt also Pyjamahosen. Stoffe sind genug da, Spitzen auch (Forster-Rohner sei dank!) – und Zeit… Naja, wenn’s draussen herbstlich dauerregnet und der Garten einem graugrün anstarrt, hat man schon wenig Lust, in die Gummistiefel zu steigen.

Man nehme ein Stück alte Bettwäsche, für schlanke Menschen reicht sogar ein sogenannter Pfulmen, 60 mal 90 cm. Grössere Menschen brauchen mehr Stoff, also Bettdeckenbezug. Hierzu wundervoll geeignet jene Bettdeckenbezüge aus Prä-Nordischschlafen-Zeit, jene, die so zwischen 120 und 130 cm breit sind. Da finden sich im übrigen auch hübsche Muster für dieses Vorhaben.

Kleiner Exkurs: Lustigerweise finden sich in der Grösse von Bettwäsche kulturelle Unterschiede der ganz besonderen Art. Wie gross sind “grosse Kissen” in Deutschland, der Schweiz und, was sagen Franzosen dazu? Wieso schläft der Mensch in Paris auf einer Rolle? Und was halten die Engländer für “gross”? Nylonkissen? Oder sind das nur die Iren? Wie gross sind die verschiedenen Bettdecken – und wie warm? Was bedeutet den nordisch schlafen? Kennen Italiener die Federdecke? Und die Spanier?….

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Man lege also das Hosenmuster auf den Stoff.

Mit Bleistift wird das Muster vergrössert. Achtung: Dickere Menschen brauchen im Rücken auch in der Länge mehr Stoff.

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Auf Bundstege und weiteren Klimbim verzichten wir grosszügig, wir brauchen höchstens einen Umschlag oben, um das Bindeband durch zu ziehen, also genug Rand einplanen. Vorsicht: Man muss ohne öffnen in die Hose schlüpfen können – wer schläft denn  schon gerne mit Reissverschluss? Deshalb Hosengrösse weit genug wählen. Tja, mein Italienmuster!

Dann kommt die Overlock zu ihrem einfachsten Auftritt: 4-Faden-Overlock, beide Beine und Schritt zusammennähen. Dann sieht’s dann etwa so aus.

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Für das Bindeband ein kleines Loch machen und den Umschlag umnähen.

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Das Bindeband braucht in der Mitte ein Stück  Gummilitze wegen der Bequemlichkeit:

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Ja und dann bleibt da noch der Saum. In diesem speziellen Fall ist die Hose etwas kurz geraten mangels Material, also denke ich an ein breites Spitzenband als Abschluss. Unterlegt mit etwas gelbem Band, wegen der Freude an Farben…

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Ich gestehe hier reumütig, dieses spezielle Stück Stoff ist keine Bettwäsche, sondern ein alter Vorhang. Tut aber dem Ergebnis keinen Abbruch.

Da liegen sie und warten auf die nächsten Märkte: bezaubernde, variantenreiche Pyjamahosen, von ganz schmal bis Grösse 42, 3/4-kurz oder lang, Baumwolle oder Halbleinen. Bitte sehr!

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Ich hab mir übrigens eine neue Art der Etikettierung meiner Sachen ausgedacht: alte Postkarten mit Stempel und einer Doppelkarte, für genaue Information. Hübsch nicht?

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Kommentare zu diesem Artikel

4 Responses

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  • Gabi Faerber

    Du machst mich ja schon neidisch, wenn du von einem “Stapel alter Bauernbettwäsche” redest. Ich wünsche dir schlicht “eine schöne Hose”!

  • Tatjana Hobrlant

    Liebe Gabi, die Hose sieht fantastisch und super gemütlich aus. Ich stehe ja sonst schon auf enge Jeans, aber abends auf dem Sofa oder im Bett muss es unbedingt bequem sein und jetzt weiß ich auch wozu ich meinen Stapel alter Bauernbettwäsche verarbeiten werde.
    Liebe Grüße
    Tatjana

  • Schlafmütze

    Danke Danke Danke für die tolle Idee! Endlich weiß ich, was ich aus meiner alten, heißgeliebten Bettwäsche mache!

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