Kreative Artikel zum Thema Quilten

100 Kelims

Vom 6. bis 30. November 2014 zeigt die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle in Zusammenarbeit mit dem SEPIA Institut für Textile Künste e.V. die Ausstellung ‘100 Kelims’ im Grossen Saal des Volkspark Halle.

Kelim, Ghaschghai, Süd-Persien, Region Fars, 19. Jahrhundert, 148 x 294 cm Foto: Markus Baumann

Kelim, Ghaschghai, Süd-Persien, Region Fars, 19. Jahrhundert, 148 x 294 cm
Foto: Markus Baumann

‘Die Moderne in der Kunst hat vielleicht gar nicht in Europa begonnen’, so sieht es der bekannte Berliner Kunstsammler Hamid S. Neiriz. Die beeindruckendsten Stücke seiner in vier Jahrzehnten zusammengetragenen Textilkunst-Sammlung werden nun erstmalig im Grossen Saal des Volkspark Halle gezeigt.

Kelim der Shasavan, um 1800, Nordwestpersien, ca. 80 x 268 Foto: Markus Baumann

Kelim der Shasavan, um 1800, Nordwestpersien, ca. 80 x 268 cm
Foto: Markus Baumann

Die grossen Flachgewebe aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen aus Anatolien, dem Kaukasus und Persien und sind keineswegs als Folklore, sondern als Teil einer globalen Kunstgeschichtsschreibung zu betrachten. In ihren Farbflächen und grosszügigen Musterungen verweisen sie auf die Frage nach dem Ursprung der künstlerischen Moderne. ‘Junge Menschen haben unverbrauchte Augen’, sagt Hamid S. Neiriz und hofft, dass vor allem die Studierenden der Kunsthochschule in die Farbwelten der Kelims eintauchen und diesen Fragen nachgehen werden.

Kelim aus Westanatolien, Mitte 19. Jahrhundert, ca. 147 x 347 Foto: Markus Baumann

Kelim aus Westanatolien, Mitte 19. Jahrhundert, ca. 147 x 347 cm
Foto: Markus Baumann

Die Ausstellung schliesst an die lange Tradition und Förderung der Textilen Künste an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (BURG) an, die sich u.a. in der diesjährigen Integration der Staatlichen Gobelin- und Textilmanufaktur in die BURG gezeigt hat. Sie ordnet sich darüber hinaus in eine Reihe von Ausstellungen an der BURG ein, die in Zusammenarbeit mit dem SEPIA-Institut entstanden sind. Damit zeugen die ‘100 Kelims’ von der besonderen Stellung, die Halle als Ort der modernen Textilkunst einnimmt.

Kelim, Konya, Zentral-Anatolien, 19. Jahrhundert, 163 x 447 cm Foto: Markus Baumann

Kelim, Konya, Zentral-Anatolien, 19. Jahrhundert, 163 x 447 cm
Foto: Markus Baumann

Die Ausstellung wird von einem Rahmenprogramm, das die Textiltradition der BURG und die Kultur der Flachgewebe in Vorträgen und Diskussionen behandelt, begleitet:

Am 26. November 2014: ‘Die ganze Abstraktion kommt vom Textil’ – Diskussion mit Bettina Göttke-Krogmann, Professorin für Textildesign, und Ulrich Reimkasten, Professor für Malerei/Textile Künste

Am 30. November 2014: ‘Die Aktualität des Textilen in der zeitgenössischen Kunst’ – Podiumsgespräch mit Dr. Friedrich Meschede, Direktor der Kunsthalle Bielefeld, und Dr. Nike Bätzner, Professorin für Kunstgeschichte der BURG

Kelim, Shahsavan, West-Persien, Kurdistan, Umgebung von Bidjar, Ende 19. Jahrhundert, 160 x 388 cm Foto: Markus Baumann

Kelim, Shahsavan, West-Persien, Kurdistan, Umgebung von Bidjar, Ende 19. Jahrhundert, 160 x 388 cm
Foto: Markus Baumann

Zur Ausstellung ist ein Katalog erhältlich.

***

Info:

6. – 30. November 2014

100 Kelims. Die Sammlung Neiriz im Volkspark Halle

Volkspark Halle
Grosser Saal
Schleifweg 8a
06114 Halle

www.burg-halle.de
www.sepia-institut.eu

Öffnungszeiten:
Di – Fr: 14 – 19 Uhr
Sa – So + Feiertage: 11 –1 8 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Nähere Info im web

Infos und Fotos vom Veranstalter zur Verfügung gestellt – herzlichen Dank!

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Kommentare zu diesem Artikel

2 Responses

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  • Gudrun Heinz

    halli hallo,
    danke sehr, liebe annettte. … und? schon fündig geworden?
    die antiken quilts aus der ausstellung zeigen tolle geometrische motive, wie man auch auf dem kurz-video (siehe oben unter ‘nähere info im web’) ganz aus der nähe sehen kann. patchwork-inspirationen pur … unterlegt mit toller percussion 🙂
    beste grüsse
    gudrun

  • Annette

    Hallo Gudrun
    Dankeschön für diesen Beitrag! Er erinnert mich an meine Kindheit; mir scheint, dass damals Kelims mehr in Mode waren. Muss mal eruieren, wo der “KInderkelim” (so nannte ihn meine Mutter) mit Menschen und Tieren abgeblieben ist, der in meinem Kinderzimmer hing…
    Liebe Grüße Annette.

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