Kreative Artikel zum Thema Quilten

Vom Stoffrest zum Artquilt

Liebe Leserinnen und Leser,

vermutlich besitzen Sie auch einen verstellbaren Tortenring. Heute habe ich meinen zur Hilfe genommen, um eine Kreislinie auf ein Stück Thermolam zu bringen. Das Tolle an dem Tortenring ist, dass er sich beliebig einstellen lässt und man die unterschiedlichsten Kreisgrößen erzielen kann.

Kreislinie auf Thermolam.

Die Stoffreste präpariere ich mit Vliesofix und ziehe vorsichtig das Trägerpapier ab.

Nach diesen vorbereitenden Maßnahmen beginnt nun der gestalterische Teil des Projekts. Probeweise lege ich Stoffreste auf das Thermolam und prüfe mit dem Tortenring die Wirkung des Arrangements.

Tipp:

Der Gesamteindruck wird gefälliger, wenn die Stoffreste möglichst geschwungene Linien aufweisen. Wiederholungen der verwendeten Stoffmuster sorgen für ein ausgewogenes Bild.

Die rote Linie ist die äußere Begrenzung des später runden Quilts.

Mit Metallicgarn und einem Zickzackstich nähe ich über die offenen Kanten der Stoffreste. Die Pfeilspitze zeigt auf den Orientierungspunkt beim Nähen.

Alle offenen Kanten sind nun mit dem Zickzackstich übernäht. Mit der Schere schneide ich auf der roten Linie entlang.

Der Quilt bekommt eine weiße Rückseite. Freihand schneide ich mit dem Rollschneider an der Kreislinie entlang. Drei Gewichte verhindern das Verrutschen der Stofflagen.

Eingefasst wird der Quilt mit einer selbst gedrehten, goldenen Kordel.

Gesamtansicht.

Die oben beschriebene Methode lässt sich auf Vliesstücke jeder Form anwenden. In meinem letzten Artikel zeigte ich Ihnen diese beiden Deckchen:

 

Natürlich können Sie so auch Kissenhüllen gestalten. Hier zwei Beispiele:

 

Die Rückseiten der Kissenhüllen sind so gestaltet, dass ich sie auch als Vorderseite zeigen kann, wenn ich möchte.

Vielleicht bevorzugen Sie ja doch eher traditionelle Quiltmuster. Dann könnten die beiden folgenden Kissenhüllen für Sie als Anregung dienen.

 

Viel Spaß beim Kreieren Ihrer Quilts und

herzliche Grüße

Susanne

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Kommentare zu diesem Artikel

27 Responses

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  • Gudrun Heinz

    Um die Art Quilt-Diskussion auf einem sachlichen Niveau zu führen, hier ein paar Fakten, zu finden beim International Quilt Study Center & Museum der University of Nebraska-Lincoln (USA). http://www.quiltstudy.org/

    Wir wissen alle, was ein Quilt ist: nämlich verschiedene, meist drei Lagen miteinander versteppter Stoffe. Denkbar als wärmende Decke oder auch denkbar als Wandbehang, dessen möglicherweise in Patchworkmuster gearbeitete Schauseite den Betrachter erfreut. Ursprünglich also ein mehr oder weniger kunstvoll gestalteter Gebrauchsgegenstand oder auch eine Erinnerung an ein bestimmtes Ereignis.

    Quilts sind kein auf Amerika beschränktes textiles Phänomen. Seit Jahrhunderten vernäht man in allen Teilen der Welt Textilien miteinander, um wärmende oder schützende Effekte zu erzielen. Der Begriff „Quilt“ kommt jedoch aus dem Englischen und hat sich auch bei uns eingebürgert.

    Dass Quilts ein künstlerisches Potenzial haben können, diese Idee gewann in den 1970ern und 80ern in USA an Boden.

    1971 stellt das Whitney Museum of American Art im New Yorker Stadtbezirk Manhattan 60 amerikanische Quilts aus dem 19. und frühen 20. Jh. aus der Sammlung von Jonathan Holstein unter dem Ausstellungstitel „Abstract Design in American Quilts“ aus. Die künstlerische Qualität dieser Quilts und die
    Ausstellung in diesem renommierten Kunstmuseum hebt den Status dieser Quilts an. Heutzutage sind diese Quilts in den USA ganz selbstverständlich Bestandteil der Bildenden Kunst.

    1976 ist das Jahr, in dem die USA 200 Jahre Unabhängigkeit von der Britischen Krone feiern. Diese Mitte der 1970er Jahre ist in den USA gekennzeichnet von vielen sozialen und kulturellen Ereignissen und Umbrüchen.

    Die 200-Jahr-Feier war aber auch der Anlass für den „Great Quilt Contest“, der u.a. von der Zeitschrift Good Housekeeping und dem New Yorker Museum of American Folk Art durchgeführt wird. Es werden nahezu 10.000 Quilts aus allen Landesteilen eingereicht, patriotische Quilts, aber auch andere, z.B. solche, die Symbole des Feminismus darstellen.

    Während der 1970er und 80er Jahre wird das Potenzial entdeckt, das dieses „Medium“ in sich trägt, die Grenzen zwischen Kunst, Kunsthandwerk und Quilting sind nicht mehr starr, sondern beginnen, ineinander überzugehen.

    Ende der 1970er Jahre gibt es in Ohio eine Gruppe talentierter Künstlerinnen, die Quilts nähen, die von ihrer Struktur her zwar Quilts sind. Jedoch näht man nach eigenen Designs, benutzt innovative Techniken und neue Farbkombinationen. Dies entspricht nicht mehr den schönen Bettdecken mit den wiedererkennbaren, geometrischen, traditionellen Patchworkmustern.
    Unter diesen Künstlern ist Nancy Crow, deren unbestrittenes Verdienst es ist,
    Quilts so weiter zu entwickeln, dass sie als Kunst Anerkennung finden.

    Diese Entwicklungen bleiben in Europa nicht verborgen, sondern fassen auch hier Fuss oder werden weiterentwickelt.

    Das Stichwort „Art Quilt“ kommt 1986, als Penny McMorris und Michael Kile eine bahnbrechende Ausstellung mit „The Art Quilt“ betiteln. Das Essay über die Art und Weise, wie sich der Wandel vom traditionellen hin zum Quilt mit künstlerischer Aussage (durch Experimentieren mit Prozessen, Formen und Materialien) ist immer noch relevant. Dieser Ausstellung folgen weitere, z.B. 2011 “Revisiting the Art Quilt.“.

    Sind Quilts Kunst? Diese Frage ist nicht einfach mit Ja oder Nein zu beantworten und die Debatte geht schon lange. Für Art Quilter ist es mehr als ein Quilt, es geht auch um die Absicht und die Bedeutung hinter dem Werk. Es finden heute nach eigenen Ideen künstlerische Auseinandersetzungen statt, die mit textilen, aber auch mit Mitteln aus dem Bereich der Bildenden Kunst individuell und frei umgesetzt werden.

    Auf der Seite des Künstlers ist es ein Akt der subjektiven Auseinandersetzung mit Inhalten, Themen, Gedanken und Emotionen, die während des Machens wieder neue Gedanken zum Laufen bringen. Dabei werden traditionelle Grenzen überschritten, es werden nicht-textile Materialien verwendet, die Regelmässigkeit von äusserer Form aufgehoben oder auch die dritte Dimension, das Raumgreifende einbezogen. Es gibt eigentlich auf der material- und textiltechnischen Ebene keine vorstellbaren Grenzen – diese Gedanken formulierte Dr. Anna Sophie Müller, Dozentin am Institut für Ästhetisch- Kulturelle Bildung an der Universität Flensburg.

    Frau Dr. Müller nimmt auch den Betrachter in den Blick:
    Auf der Seite des Betrachters entsteht ein interpretativer Spielraum zum sich Hineindenken und Hineinfühlen. Wie kann der Betrachter das Kunstwerk verstehen? Er kann die Künstlerinnen befragen, die Kommentare lesen oder an einer Führung teilnehmen. Er kann aber auch den interpretativen Spielraum, den die Künstlerin mit ihrem Werk bietet, zu seinem eigenen Raum der Rezeption, der Wahrnehmung machen und sich selbst befragen. Beim Betrachten der Arbeiten kann man sich nicht ausschalten, die subjektiven Empfindungen kommen in Bewegung, es blitzt hier und da etwas auf. Man sollte also ein Werk auf sich wirken lassen und beobachten, was in einem selbst geschieht.

    • Susanne Menne

      Vielen Dank für die Informationen, Gudrun.
      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag

      Susanne

    • Annette

      Hallo Gudrun,
      so eindeutig scheint mir der Begriff leider immer noch nicht. Um advocatus diaboli zu spielen: Ich denke, jeder, der etwas fertigt und dabei nicht exakt nach einer Anleitung vorgeht, macht sich Gedanken darüber, warum er etwas wie und womit macht. Dass dabei jedes Mal etwas entsteht, was auch nur im Entferntesten den Begriff Kunst verdient (gemäß dem alten Spruch “Kunst kommt von Können”) werde beispielsweise ich angesichts der Ergebnisse meiner Experimente wirklich nicht behaupten.
      Den Ansatz von Frau Dr. Müller, den Betrachter mit ins Boot zu nehmen, finde ich wirklich interessant. Letztlich entscheidet er doch, was Kunst und was Blödsinn ist. Dass man “den Betrachter” oftmals für Neues erst öffnen muss, steht auf einem anderen Blatt. Dafür sind die Ausführungen der KünstlerInnen zu ihren Arbeiten sehr hilfreich.
      Liebe Grüße Annette.

  • Susanne Menne

    Hallo Frau Adam,
    vielen Dank für die Information. Betrachten Sie meinen kleinen Artquilt gerne als eine Ansammlung von Stoffen. Ich habe nichts dagegen einzuwenden. Was mir persönlich jedoch nicht so ganz gefällt, ist der etwas unhöfliche Ton Ihres Kommentars.
    Liebe Grüße
    Susanne

  • K.Adam

    Artquilts kann man nicht backen, F. Menne. Egal welche Kuchenform man als Umrandung auswählt. Was Sie hier zeigen, ist eine Ansammlung weihnachtlicher glitzernder Stoffe, die lediglich mit Vliesofix fixiert und mit einem Verbindungsstich und Glanz- Metallicgarn zusammengefügt wurden. Von vorbereitenden und gestalterischen Schritten für einen Artquilt zu sprechen und das Endergebnis so zu benennen ist hanebüchen.
    Gruss,
    K.Adam

    • Matthias Fluri

      Grüezi K. Adam

      Vielen Dank für Ihren Beitrag.

      Es ist offensichtlich, dass Sie den Begriff “ArtQuilt” strenger auslegen und möglicherweise einen allgemein strengeren Kunstbegriff haben als Frau Menne. Die Diskussion, was Kunst sei und soll, darf hier sehr gerne geführt werden. Ebenso darf selbstverständlich dargelegt und diskutiert werden, was als “ArtQuilt” zu bezeichnen sei. Ich bin sicher, es gibt hierzu verschiedene Meinungen. Insofern könnte sich eine spannende Diskussion ergeben.

      Der Tonfall Ihres Kommentars oben ist jedoch verletzend und bildet daher leider keine Basis für eine sachliche Auseinandersetzung. Als Moderator des Blogs möchte ich Sie bitten, zukünftig von Kommentaren dieser Art abzusehen.

      Freundliche Grüsse,
      Matthias Fluri

    • Annette

      Guten Tag K.Adam,
      vorab: Ich maße mir, da fachfremd, nicht an zu beurteilen, ob Susannes Quilt ein Artquilt ist oder nicht. Jedenfalls bin ich sehr überrascht ob Ihres verletzten/verletzenden Kommentars.
      Die Definition “Artquilt” beschäftigt mich immer wieder, wenn ich den Begriff lese. Ich habe bereits wiederholt gegoogelt und konnte leider nichts finden, das ihn mir eindeutig definiert. Mir ist noch nicht einmal klar, ob “Artquilt” und “Art Quilt” das gleiche meint.
      Beim Lesen Ihres Kommentars werde ich leider auch nicht schlauer. Ich habe in dem, was ich im I-net unter dem Begriff “Artquilt” gesehen habe, sowohl die Verwendung von Vliesofix, fertigen Stoffen, Zierstichen und Garnen aller Arten gesehen. Zudem vermute ich, dass jeder textilen Arbeit vorbereitende Arbeiten vorausgehen müssen, da sich z.B. die Stoffe nicht von alleine zusammenfinden, schneiden und legen. Auch eine politische/gesellschaftskritische/erlebnisverarbeitende Aussage finde ich nicht in allem, was im I-net unter dem Begriff “Artquilt” zu sehen ist. Manches soll offenbar einfach nur schön sein (was mich persönlich nicht stört). So ist es ja auch sonst in der Kunst.
      Ich würde mich freuen, wenn ich zum Begriff “Artquilt” Klarheit bekäme.
      Freundliche Grüße
      Annette.

  • Regina Langbein

    Hallo Frau Menne, wieder eine tolle Anregung, genau richtig vor Weihnachten. Ich mache so ähnlich aus den kleinsten Schnipselchen von schönen Weihnachtsstoffen meine Weihnachtskarten. Bei mir geht kein schöner Stoff , besonders die mit Golddruck, verloren. Viele Grüße von Regina Langbein

    • Susanne Menne

      Hallo Frau Langbein, dankeschön. 🙂 Ach bitte zeigen Sie doch Ihre Weihnachtskarten im Community Bereich. Das wäre echt toll. Ich möchte sehr gerne mal gucken. 🙂
      Liebe Grüße
      Susanne

  • Anna K.

    Guten Morgen Susanne,
    das sind wieder wunderschöne Anregungen! Vielen Dank dafür.
    Gab es zu der gedrehten, angenähten Kordel nicht schon eine Anleitung von Ihnen? Ich meine, mich zu erinnern, finde sie aber auf Anhieb nicht.
    Es ist jedenfalls eine tolle Idee für einen edlen Abschluss.
    Liebe Grüße
    Anna

  • roesmart

    Hallo Susanne,
    herzlichen Dank für´s zeigen.
    Das sind ja wieder Superideen.
    Mit freundlichen Grüßen
    roesmart

  • Annette

    Guten Morgen Susanne,
    bisher wusste ich nicht, wozu ich einen verstellbaren Tortenring brauchen sollte 🙂
    Liebe Grüße Annette

    • Susanne Menne

      Guten Morgen, Annette,
      das erstaunt mich jetzt aber ein bißchen. 😉 Gerade Du bist doch eine Meisterin im Zweck entfremden, wie Dein Engel, konstruiert aus einer Gartenfackel, im Community Bereich ganz eindeutig zeigt. 🙂
      Liebe Grüße
      Susanne

      • Annette

        Hallo Susanne,
        Danke für die Blumen 🙂
        Vermutlich bin ich das einzige weibliche Wesen weit und breit, das tatsächlich keinen verstellbaren Tortenring besitzt 🙂
        Liebe Grüße Annette.

  • uwk

    Liebe Susanne,
    vielen Dank für Deine Ideen und Anregungen, Du hast sehr schöne Deckchen und Kissenhüllen genäht, sie gefallen mir sehr gut, und würden auch sehr gut in mein Wohnzimmer passen.

    Liebe Grüße Ulrike

    • Susanne Menne

      Liebe Ulrike,
      gern geschehen und vielen Dank für Dein Lob. 🙂 Jetzt weiß ich ja schon, was Du am kommenden Wochenende nähen wirst. 😉
      Liebe Grüße
      Susanne

    • Susanne Menne

      Vielen Dank, naehfan. 🙂 Mit allen möglichen Hilfsmitteln habe ich schon versucht, große Kreise auf den Stoff zu bringen, als da wären:Tortenplatten, Teller, Schüsseln und Töpfe. Am variabelsten ist der verstellbare Tortenring.
      Liebe Grüße
      Susanne

    • Susanne Menne

      Dankeschön. 🙂 Es freut mich, dass Dir die Projekte gefallen.
      Liebe Grüße
      Susanne

  • Pia René Schmitt

    Hallo Susanne,
    da zeigst Du uns aber wieder ausgesprochen feine Sachen!
    DANKE und herzliche Grüße
    Pia René

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