Kreative Artikel zum Thema Quilten

“Multi-Faden-Quilten” für plastische Strukturen

Sagen wir mal so: manchmal kann man es sich ja einfach machen und Vorgänge so gestalten, dass sie zeitsparend sind. Nicht ganz so dachte ich, als ich mit meiner letzten Arbeit beschäftigt war und es mir um das Quilten von Strukturen ging. Diese sollten möglichst plastisch ausfallen und nur aus Garn bestehen. Man könnte nun ja einfach, wenn man mit drei Garnen arbeiten möchte, diese nacheinander und übereinander liegend verarbeiten. Doch ich wollte gerne einen anderen Effekt erreichen, nämlich, dass sich die Garnfarben untereinander “mischen” und so eine Art “Melange” Effekt entsteht. Dieser Effekt ist ganz anders, als man beispielsweise mit dem Quilten von Multicolorgarn erreicht.

Also fädelte ich sorgsam drei Stickgarne (Isacord/Mettler) in meine BERNINA 880 ein. Sicherheitshalber habe ich die vordere Klappe geöffnet um zu prüfen, dass auch alle drei Garne perfekt in der Fadenführung liegen und mitgezogen werden.

 

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Alle drei Garne liegen paralell zueinander fertig zum vollautomatischen Einfädeln.

Ebenfalls muss beachtet werden, dass man eine Nadel verwendet, deren Öhr gross genug ist, um auch mehrere Garne mit etwas Spiel durchzulassen. Bestens dazu geeignet sind die Topstichnadeln mit extra langem Öhr.

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Sollte die Maschine nicht selbständig alle drei Fäden auf einmal einfädeln, muss man von Hand die restlichen Fäden nachziehen. Das klappt ganz einfach, indem man die bereits fertigen Fäden nach oben ans Öhr zieht und im darunterliegenden schmalen Raum des Öhrs die restlichen Fäden durchzieht.

Zum Quilten montiere ich den Echo-Quilt und Patchworkfuss # 44, der sich keinesfalls in den hohen Strukturen der gequilteten Garne verheddern kann.

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Dann quilte ich langsam die ersten Strukturen auf meine Arbeit auf. Es ist faszinierend zu beobachten, wie sich die Lage der drei Garne wieder und wieder abwechselt und dadurch der Melange-Effekt entsteht. Ausserdem braucht es nur 2-3 Wiederholungen und schon entsteht eine schöne Struktur auf der Oberfläche der Leinwand.

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Es ist sehr wichtig langsam zu arbeiten. Sobald man zu schnell quiltet, biegt sich die Nadel, da sie mehr Material ziehen muss und bricht. Bis ich das richtige Arbeitstempo erreicht hatte, gingen mir bereits ein paar Nadeln zu Bruch.

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Hier sind nun ein paar Eindrücke, wie die Strukturen auf der neuen Arbeit wirken.

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Anderes wurde ganz fein als Schraffur gequiltet, so dass es im Bild selbst fast verschwindet

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Anderes blieb ganz unbelassen

 

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wieder anderes gestaltete sich plötzlich dominanter

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und in seiner Gesamtheit ist es dann doch wieder stimmig:

“Integration I”

Integration_1.1

Vielleicht experimentiert Ihr auch einmal?

Viele Grüße,

Jutta Hellbach

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Kommentare zu diesem Artikel

8 Antworten

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  • Monika

    Wieder ein wunderschönes Projekt zum staunen. Sehr expressiver Stil, gefallt mir ausgezeichnet.
    Fuss 44 – hurra dachte ich… im Sortiment habe aber Füsschen Nr. 43.
    Wenn ich es richtig erkenne, besitzt Fuss Nr. 44 einen Sensor, jedoch keine Führung für einen Zulaufführung für ein anderes Garn.
    Kann auch Fuss 43 statt der Nr. 44 verwendet werden?
    Viele Grüsse,
    Monika

    • Jutta Hellbach

      Hallo Monika,
      freut mich sehr, dass Ihnen meine neue Arbeit gefällt.
      Meines Erachtens können Sie auch den Fuss Nr. 43 verwenden. Bitte einfach ausprobieren. Eine Garantie kann leider nicht gegeben werden.
      Viele Grüße,
      Jutta

  • IngridL

    Ziet sehr schön aus, nemen Sie eine Topstitch Nadel oder eine andere Nadel (mit grosses Auge)?

  • Gudrun Heinz

    halli hallo jutta,
    wieder eine eigentlich naheliegende idee, an die sich aber ansonsten keiner rantraut (oder es für sich behält ?) mit einem sehr ausdrucksvollen effekt. das ganze jetzt noch auf der longarm … ich bin auf weiteres jedenfalls gespannt. weiter so!
    beste grüsse
    gudrun

    • Annette

      … oder ein solches Vorgehen nicht explizit erwähnt, eben weil es so naheliegend ist… Habe beim Nähen/Quilten mit mehreren Fäden seit Jahren immer wieder experimentiert, wobei sich meine Garne nicht so gut gemischt hatten, egal, ob ich sie durch eine Spannungsscheibe oder mehrere geführt hatte.Habe auch schon eine Nadel mit 2 übereinanderliegenden Ören dazu verwendet; ergab bei meinen Experimenten keinen Unterschied.
      Liebes Grüßle Annette.

    • Jutta Hellbach

      Liebe Gudrun,
      schaun wir mal, wie es weitergeht und was mit der Longarm so möglich ist.
      Viele Grüße,
      Jutta

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