Kreative Artikel zum Thema Nähen

Geschenke verpacken mit Furoshiki

Heute stelle ich euch eine spannende Verpackungsidee vor, die aus dem traditionellen Japan des 17. und 18. Jahrhunderts stammt.

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Was kommt drum herum? Die Technik!

Furoshiki ist eine Falttechnik, bei der mit einem quadratischen Stück Stoff Dinge eingewickelt oder verpackt werden; nicht nur Geschenke, auch Essen oder Kleidungsstücke werden in diesen, meist aus Seide, heutzutage auch aus Baumwolle oder Kunstfasern bestehenden Tüchern eingeschlagen. Der Vorteil liegt auf der Hand: die Umwelt wird geschont, Papier, welches nach dem Geschenke auspacken im Müll landen würde, spart man sich von vornherein und die Verpackung selbst kann zu einem weiteren Nutzen verwendet werden; bei Essen beispielsweise als Tischtuch oder Serviette, bei Kleidung als Teil derselben und bei Geschenken? Nun, ich zeige heute, wie die Verpackung gleichzeitig zum Inhalt werden kann – 100% Wiederverwertung sozusagen!

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Die Idee, dass die Verpackung gleichzeitig Teil des Geschenkes sein soll und am Ende nicht ein Stück dem Müll zuzuführen ist oder keine weitere Verwendung finden kann, fand ich sehr spannend. Gleichzeitig fragte ich mich, inwieweit man dem Ganzen noch die Krone des kreativen Selbermachens aufsetzen könne, so dass jedes Teil der Verpackung am Ende gemeinsam mit dem, was sie enthält, das eigentliche Geschenk ergäbe. Die Lösung: ein kreatives Nähset. Material, Verpackung, die Anregung zum Nähen und das fertige Produkt – alles miteinander verwoben ergibt ein einzigartiges, kreatives und dabei noch umweltschonendes Geschenk.

Was kommt in die Geschenkverpackung hinein? Die Idee

Der Einfachheit halber – aber natürlich durch jedes beliebige Projekt ersetzbar! – habe ich mich für eine praktische, leicht zu nähenden und dennoch stylishe Beuteltasche als Geschenk entschieden. So eine Tasche benötigt folgende Materialien:

  • Stoff für Futter und Außentasche, jeweils 2x, in den Maßen 50x35cm. Der Futterstoff wird im Bruch zugeschnitten und bleibt zunächst auch so!
  • Gurtband, dieses ist aus 100% Baumwolle, in beliebiger Breite, 2m lang. Dieses kann bereits in je 1m lange Stücke geschnitten werden.
  • Dekorationsartikel nach Wunsch, beispielsweise Holzkugeln, Web- oder Dekoband, Perlen, Knöpfe, etc…
  • Eine Nähanleitung. Die Anleitung für diese Tasche kann als Datei auf meinem Blog www.theblogbook.eu zum Ausdrucken heruntergeladen werden. Aber natürlich kann man auch eine eigene erstellen.

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Nun werden alle “Zutaten” bis auf einen der Stoffe (ich habe den rosa Futterstoff genommen, damit das Geschenk so schön neutral wirkt und gleichzeitig ein bisschen spannend für den Beschenkten bleibt) zusammengepackt. Man kann dies in einer kleinen Schachtel tun, das macht das einpacken etwas einfacher, aber natürlich geht es auch so. Der Stoff, der die Verpackung bildet, muss deswegen im Bruch bleiben, damit er zum einschlagen groß genug ist. Traditionellerweise sind Furoshiki-Tücher quadratisch. Wenn man dem gern Rechnung tragen möchte, kann man natürlich entweder den Stoff erst hinterher zuschneiden lassen (dann sollte das aber auf der Anleitung vermerkt werden) oder man wählt ein entsprechendes Nähprojekt. Ich habe einfach die rechteckige Verpackung genommen und alles ein bisschen zurecht gezupft ;-). Übrigens: viele Ideen, wie so ein Tuch angewendet werden kann, findet man zum Beispiel auf der Seite des japanischen Umweltministeriums.

Was ist noch möglich? Die Tipps

Dekorationsartikel müssen natürlich nicht in der Verpackung landen, sondern können zunächst als Dekoration angebracht werden (wie auf den Fotos beispielsweise das Sisalband mit den Holzkugeln) und sind anschließend genau wie der Stoff Teil des Nähprojektes.

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Vielleicht will der ein oder andere einen ganz besonderen Stoff verschenken, der nicht nur eine schöne Verpackung ergibt, sondern auch anschließend ein einzigartiges Nähprojekt zaubert? Wie wäre es in diesem Fall zum Beispiel mit folgenden Ideen: bestempeln eines einfarbigen Stoffes; oder auch besticken oder mit der Nähmaschine frei Hand bemalen; oder das Aufbringen einer Applikation (hierbei muss nur auf die richtige Wickeltechnik geachtet werden, damit das Applikationsmotiv bereits als Verpackung wirken kann)?

Ich wünsche ganz viel Spaß beim Wickeln, Verpacken, Beschenken und Nähen,

Carolin

Geschenke verpacken mit Furoshiki

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Kommentare zu diesem Artikel

8 Responses

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  • Daniela Dillschneider

    Es ist eine tolle Idee, Geschenke in Tücher zu verpacken. Das habe ich auch letztens gemacht. Ein Babygeschenk in Mulltücher eingepackt. Zu meiner Überraschung sind die nicht mehr einfach nur weiss mit Aufdruck, nein schön pink und mit Flamingos drauf. Da hat das einpacken schon alleine Spass gemacht.

  • M.Tenam

    Liebe Carolin, ich freue mich gerade sehr, da ich die selbe Idee hatte 🙂 Ich liebe den japanischen Stil und die Möglichkeit wiederverwendbar zu verpacken!
    Liebe Grüße Claudia

  • Pia René Schmitt

    Das ist ja eine wunderbare Idee!
    Sie ist schon im Hinterstübchen gespeichert!!!
    Vielen Dank und herzliche Grüße
    Pia René

    • Carolin Schubert

      Ich freu mich sehr, dass es Dir gefällt – viel Freude beim Umsetzen!

      Liebe Grüße,
      Carolin

  • Gudrun Heinz

    halli hallo carolin,
    vielen dank, dass du diese schöne idee – furoshiki ist dem einen oder anderen vielleicht grundsätzlich schon bekannt – hier vorstellst und noch weitergedacht hast. die japaner sind doch immer wieder sehr findig und die von dir verlinkte seite ist der hit!
    jetzt denke ich nochmals einen schritt weiter: wie wäre die verwendung von bereits gebrauchten stoffen (im japanischen sinne von ‘boro’), um die nachhaltigkeit noch weiter zu steigern? 🙂
    beste grüsse
    gudrun

    • Carolin Schubert

      Auf alle Fälle eine spannende Idee! Alte Hemden, Bettlaken etc. lassen sich sicherlich hervorragend in die entsprechende Größe schneiden und dann weiter verarbeiten! 🙂 Vielen Dank für Deine Anregung!

      Liebe grüße,
      Carolin

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