Kreative Artikel zum Thema Nähen

Geschickt eingefädelt – Interview mit Céline Voigt

Heute Abend um 20.15 Uhr läuft bei VOX die finale Folge von “Geschickt eingefädelt – Wer näht am besten?”. Drei Kandidaten kämpfen um den Sieg: Céline, Ella und Tobias. In den vergangenen Wochen haben wir bereits Interviews von Ella und Florian publiziert. Mit Céline setzen wir die Interview-Reihe der BERNINA Fans aus der Sendung fort.

Die 26-jährige Céline hat vor drei Jahren mit dem Nähen begonnen. Trotz der vergleichsweise wenigen “Nähkilometern” konnte sie in der Sendung immer wieder mit ihren technisch stark umgesetzten Nähprojekten punkten. Am liebsten näht Céline Kleider nach Schnittmuster. Gerne teilt sie ihre Projekte mit anderen auf der Burda Style Community.

Bild: ©VOX/ Andreas Friese

Bild: ©VOX/ Andreas Friese

Liebe Céline, Glückwunsch zu deiner Teilnahme an „Geschickt eingefädelt – Wer näht am besten?“ und zum bisher sehr erfolgreichen Abschneiden. Wie lief das Casting ab? Wer war dabei, was wurde geprüft/gefragt? Wann hast Du erfahren, dass Du mit von der Partie bist?

Ich bin in der Burda Style Community recht aktiv. Dort habe ich von der bevorstehenden Näh-Sendung erfahren. Na klar mache ich mit, habe ich mir gedacht. Ich habe mich also beworben, verschiedene Gespräche und ein Casting durchlaufen. Wir mussten einen Bleistiftrock vor laufenden Kameras nähen. So konnten sie unser Auftreten und auch gleich unsere Nähfertigkeiten testen. Ich musste auch einige selbstgenähte Kleidungsstücke mitbringen.

Mit welchem Ziel und welchen Erwartungen bist Du an die Aufnahmen gegangen?

Eigentlich keine. Ich wollte einfach mal schauen, wie das ist, und herausfinden, wer sonst noch so näht. Auch wollte ich wissen, wie es ist, unter Zeitdruck zu nähen. Ich habe nicht teilgenommen, um mich zu präsentieren, sondern um das Nähen in den Vordergrund zu stellen. Ich möchte anderen Leuten zeigen, was einem das Hobby alles geben kann.

Bubikragenbluse

Bubikragen-Bluse aus der Sendung

Du nähst viele Kleider und am liebsten nach Schnittmuster. Deshalb habe ich Dir auch ein paar „inspiration“ Magazine mit Schnittmustern mitgebracht. Hast Du vor den Aufnahmen andere Techniken/Kleidungsstücke eingeübt?

Ich habe für mich noch Sachen genäht. Auch damit ich die selbstgenähten Kleider für die Sendung mitbringen konnte. Ach ja, Hosen habe ich noch geübt. Ich nähe normalerweise keine Hosen.

Deshalb hast Du dich freiwillig beim Vorhang-Projekt für eine Hose entschieden?

Man muss auch mal etwas Risiko eingehen. Zudem haben sich alle anderen schon für Oberbekleidung in Form von Cape oder Pulli entschieden.

Bequem zum Tragen wäre die wohl nicht gewesen. Das knistert dann so beim Gehen.

Das stimmt, aber das war auch nicht die Aufgabe 😉 Evtl. wäre es eine gute Regenhose, um mit Kindern im Matsch zu spielen.

Gerne arbeitest Du mit Seide, Spitze und dicken Wollstoffen – also schwierigen Stoffen. Liebst Du die Herausforderung?

Die Seide ist sehr glitschig. Sie ist für mich einer der anspruchsvollsten Stoffe. Er gefällt mir einfach gut. Zudem liebe ich die Herausforderung, und auf das Ergebnis bin ich dann umso stolzer.

Woher nimmst du frische Ideen für deine Kreationen? Muss dein Freund jeweils als Versuchskaninchen und Büste hinhalten, wenn Du neue Kleider entwirfst?

Mein Freund ist ein armer Teufel, er muss dann jeweils helfen, die Stoffe an mir abzustecken. Manchmal nimmt er das zu wörtlich und steckt den Stoff tatsächlich an mir bzw. meinem T-Shirt fest. Aber auch er kommt mal zum Zug und kriegt ein neues Kleidungsstück. Keine Zwangsgeschenke, die er nicht tragen möchte. Er darf sich etwas aussuchen. Zum Beispiel habe ich ihm eine Trainerhose genäht. Er hat viel Verständnis für mein Hobby und ich merke ihm an, wenn er keine Lust mehr hat, über das Nähen zu sprechen.

Wie war das Zusammensein mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Sendung? Bestand Konkurrenzkampf?

Nein, der Konkurrenzkampf war eigentlich gar nicht vorhanden. Wir waren einfach so begeistert, Leute um uns zu haben, mit denen man 24 Stunden am Tag übers Nähen fachsimpeln konnte, ohne dass es langweilig wurde. Auch glaube ich, dass wir, weil alle Kandidaten so unterschiedlich waren, gar nicht so stark konkurrierten. Wir haben uns nicht so stark verglichen und uns für die anderen gefreut, wenn sie gewonnen haben. Das hat mir sehr gut gefallen. Wir stehen auch heute alle noch in regem Kontakt und schreiben uns täglich Nachrichten.

Céline mit Kandidat Frank Brügers. Bild: ©VOX/ Andreas Friese

Céline mit Kandidat Frank Brügers. Bild: ©VOX/ Andreas Friese

Du machst immer einen sehr ruhigen Eindruck in der Sendung. In der letzten Sendung mit der Duschvorhang-Hose hast Du aber etwas Pech gehabt, weil sie nicht auf die Büste passte. Wurdest Du da doch etwas nervös?

Es war zwei Minuten vor Schluss, als ich den zu engen Schnitt resp. den zu wenig dehnbaren Bund bemerkt habe. Ich dachte, dass ich jetzt nichts mehr ändern kann und habe es so hingenommen. Natürlich habe ich mich geärgert und habe mich selber genervt. Im Endeffekt gehört es dazu, Fehler zu machen und sich beim nächsten Mal zu verbessern.

Wie hast Du die Juroren erlebt? Waren sie streng oder locker? Konntest Du einen guten Draht zu ihnen entwickeln?

Auch zu den Juroren habe ich noch Kontakt. Vor allem zu Inge. Auch wenn sie so streng ist, habe ich ihre Kritik immer als beflügelnd wahrgenommen. Ihre Inputs haben mich weiter gebracht. Sie kam manchmal in der Pause zu uns Kandidaten und hat noch kleine Tipps gegeben. Sie ist sehr herzlich. Wir schicken auch jetzt noch des Öfteren Sprachnachrichten hin und her.

Wie war das Drumherum wie Hotel, Essen, Freizeit? Was ist hinter den Kulissen gelaufen?

Wir haben oft am Set gegessen, weil die Tage lang waren. Am Weekend waren wir Kandidaten meist zusammen unterwegs zum Essen oder auf einen Besuch an einem Stoffmarkt. Die Stoffmärkte in Deutschland gefallen mir sehr. Wie bei uns der Gemüsemarkt, einfach mit Stoffen. Da habe ich zugeschlagen und einen ganzen Koffer voll Stoff mit nachhause genommen.

Du arbeitest ja im digitalen Marketing und bist BWL Studentin. Wie hast Du die Aufnahmen zeitlich an Deinen übrigen Verpflichtungen vorbeigebracht?

Ich war während der Drehzeit gerade in der Schlussphase meines Studiums. Zum Glück hatte ich keine Präsenzpflicht und gerade keine Prüfungen. Natürlich gab es danach viel aufzuarbeiten. Bei der Arbeit konnte ich frei nehmen und Überstunden abbauen. Es ging bestens auf.

Zu den Sendungen, die bereits erschienen sind: Kannst Du für uns kurz zusammenfassen, wie diese für Dich liefen, was Deine Highlights waren und was ist Dir weniger gut geglückt?

Generell lief es meist recht gut, ausser bei der Hose. Das Upcycling hat mir zuerst etwas Mühe bereitet. Bei der ersten Aufgabe bin ich bei Guido etwas drunter gekommen. Er hat mein Projekt als Horror bezeichnet. Trotzdem habe ich mit einem Upcycling-Projekt ein Meisterstück der Woche gelandet. Es war das schwarz-weiss gestreifte Bustier. Das hat mich besonders gefreut. Für mich war immer wichtig, ein fertiges Stück zu haben. Lieber etwas einfacher, dafür sauber fertiggestellt. Das hat auch Inge immer wieder betont.

Upcycling Projekt "Bustier" von Céline

Upcycling-Projekt “Bustier” von Céline

Wir vermuten mal, dass Du auch ein Fan der Sendung „The Great British Sewing Bee“ bist. Was gefällt Dir an dieser Sendung besonders gut? Wie siehst Du die deutsche Version im Vergleich dazu?

Ja, ich kenne und liebe das britische Original. „Sewing Bee“ wird durch die Hintergrundbeiträge zu der Stoffherstellung geprägt, „Geschickt eingefädelt“ durch Guidos Persönlichkeit. Ich mag beide Sendungen.

Wenn wir davon ausgehen würden, dass nächstes Jahr eine zweite Staffel ausgestrahlt wird: Welche Tipps gibst Du den Leserinnen und Lesern, die teilnehmen möchten, fürs Casting und den Dreh mit auf den Weg?

Ruhig bleiben und Nerven behalten ist das A und O. Wertvolle Tipps der Juroren annehmen und umsetzen, dabei sich selber aber treu bleiben und authentisch sein.

Unabhängig von der Sendung „Geschickt eingefädelt“: Wie willst Du dich als Näherin privat weiterentwickeln? Oder strebst Du gar eine berufliche Entwicklung im Nähbereich an?

Eine Zusammenarbeit mit BERNINA ;-). Ich werde sicher weiterhin nähen, genau wie bisher. Ich habe begonnen, auf Facebook meine Projekte zu posten. Ich möchte Anfängern helfen und Nähanleitungen zur Verfügung stellen. Mit Fotos und Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Ich finde, das fehlt oft oder hat es zumindest bei mir, als ich mit dem Nähen begonnen habe. Die Fachbegriffe bereiten Anfängern oft Mühe. Schnelle Erfolgserlebnisse sind wichtig, um die Freude nicht zu verlieren.

Ich fände es schön, wenn sich mein Hobby später auch mit meinem Beruf verbinden liesse. Ich möchte gerne selber kreativ sein. Evtl. eigene Kollektionen entwerfen. Mein Chef weiss von meiner Liebe zum Nähen und nimmt das gelassen. Meine „Bürogspändli“ schauen auch immer brav die Sendung.

Du nähst mit BERNINA. Wie bist Du auf uns/zu uns gekommen und was magst Du besonders an BERNINA?

Ich habe eine B 215 und eine Overlock. Ich habe schon in der Schule auf BERNINA genäht.

„Handsgi“?

Ja, „Handsgi“. Dort konnte ich für Fr. 50. – eine Maschine kaufen. Sie haben die Schulmaschinen ausgetauscht. Sie ist dann lange rumgestanden. Vor drei Jahren hatte ich dann am Kiosk eine Burdastyle in den Händen. Ich habe dort drin eine Jacke entdeckt, die ich unbedingt haben wollte. Ich musste also die alte BERNINA wieder hervorholen. Die war aber nicht mehr so befriedigend und so habe ich mir eine neue B 215 gekauft. Im Nachhinein betrachtet war die Jacke jedoch ein sehr ehrgeiziges erstes Projekt, an dem ich fast verzweifelt bin.

Was müssen wir tun, dass bei der nächsten Staffel BERNINA Maschinen eingesetzt werden?

Ich weiss es nicht. Schneller sein?!

Am Dienstag, den 8. Dezember wird das Finale ausgestrahlt. Du weisst ja schon wie es ausgeht. Wirst du einen kleinen „Event“ daraus machen? Mit Freunden und Verwandten – zuhause oder auswärts?

Ich werde das Finale mit meiner Familie und mit Freunden schauen, begleitet durch einen Fondueplausch. Das Wohnzimmer meiner Eltern muss dafür herhalten.

Danke für das spannende Interview. Wir freuen uns auf weitere Nähprojekte von Dir.

Céline und Lück mitten im Gespräch

Interview von Céline Voigt und Fabian Lück im spheres in Zürich

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