Kreative Artikel zum Thema Sticken

Projekt Doppelbettquilt (1): Design mit der V7 Software

Die Zeit vergeht und die Kinder werden gross. Sie verlassen irgendwann das Haus um das eigene Leben weiterzugestalten. Bei uns geschah dies schon vor einigen Jahren, dass unsere Kinder zum Studium nach Konstanz umzogen. Dann wurden Quilts für die WG-Zimmer oder kleinen Appartements genäht und irgendwann ist es dann so, dass der nächste Schritt folgt. Sobald der richtige Partner gefunden ist, wird das nächste neue Zuhause in Form einer grösseren Wohnung “für 2” gemietet. Auch das ist nun schon so weit. Ende des Monats beziehen meine Tochter und ihr Freund am schönen Bodensee neue vier Wände. Und zum Einzug bekommen sie von uns einen grossen Doppelbettquilt.

Die Stoffe sind eine Kombination aus Parson Grays die in ein zeitloses und nicht verspieltes Muster umgesetzt werden sollen. Und da die BERNINA Sticksoftware V7 auch ein tolles Quiltprogramm beinhaltet (hier berichtet ganz regelmässig und insbesondere nun wegen der rot-weissen-Quilts, meine liebe Blogkollegin Wiebke Maschitzki) haben meine Tochter und ich den Quilt am Wochenende gemeinsam damit am Computer entworfen.

Gerne zeige ich die Arbeitsschritte, wie ein Quilt mit den zur Verfügung stehenden Stoffen 1:1 entworfen und später abgerufen werden kann.

Zunächst öffnen Sie die BERNINA Sticksoftware. In der oberen Menüleiste klicken Sie auf das Symbol “Anwendungsstartprogramm” und öffnen das Programm Quilter.

Um den Quilt zu erstellen müssen wir zuerst einige Vorbereitungen treffen:

 

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1. Einen neuen Block anlegen

Wählen Sie: „Datei“ → „Blöcke verwalten“

 

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Wählen Sie die „MainBlocks“ aus und machen Sie dann einen Rechtsklick und wählen „Neue Kategorie“.

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Öffnen Sie die neue Kategorie mit einem Doppelklick und Erstellen durch einen weiteren Rechtsklick einen Neuen Ordner.

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In diesem können Sie, ebenfalls nach einem Rechtsklick, einen Neuen Block anlegen.

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2. Einen Block bearbeiten

Bild 6: Im Hauptbildschirm können Sie die Blöcke, Stoffe und Farben im rechten Infofenster aufrufen. Klicken Sie auf den Reiter „Blöcke“. Wählen Sie Ihre soeben erstellte Kategorie aus der Liste aus und öffnen den Reiter über das kleine „+“. Klicken Sie auf den Block, den Sie bearbeiten wollen. Anschließend klicken Sie ganz oben auf „Bearbeiten“.

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Es öffnet sich ein neues Fenster in dem Sie Ihren Block bearbeiten können. Als erstes legen Sie über „Bearbeiten“ → „Blockgröße“ die Größe fest. Falls Sie im Quilt eine kleinere/größere Blockgröße verwenden, wird Ihr Block später automatisch skaliert.

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Unter „Ansicht“ können Sie ein „Raster“ einblenden und auswählen ob die Formen, mit denen Sie Ihren Block gestalten, an der Kontur oder dem Raster ausgerichtet werden sollen.

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Für unseren Block benötigen wir fünf gleich breite, parallele, schräge Streifen. Wir wählen aus den Werkzeugen die “solide Form” aus. Mit einem Klick setzen sie einen neuen Ankerpunkt. Mit der ENTER-Taste schließen Sie die Form.

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Für unseren Block sitzen die Ankerpunkte auf den 4 Eckpunkt, mittig auf dem linken und rechten Rand, und bei jeweils 1/3 auf dem oberen und unteren Rand. Für jeden Streifen müssen jeweils 4 Ankerpunkte angewählt und die Kurve dann mit ENTER geschlossen werden. Um die Punkte exakter zu setzen, kann man die Koordinaten verwenden, die unten rechts angezeigt werden. Speichern Sie den Block und schließen das Fenster.

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Im Hauptfenster wird der Block nun aktualisiert und Sie sehen oben rechts eine größere Vorschau.

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3. Stoffe anlegen

Gehen Sie zu „Datei“ → „Stoffe verwalten“

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Machen Sie einen Rechtsklick auf den Bibliotheken Manager und erstellen ein „Neues Archiv“

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In diesem Archiv erstellen Sie über einen Rechtsklick eine „Neue Kategorie“

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Öffnen Sie diesen Ordner. Sie haben nun 2 Möglichkeiten:

1. Sie haben bereits Bilder von Ihren Stoffen, dann müssen Sie diese nur importieren. Dazu klicken Sie auf die Schaltfläche „Importieren“.

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Sie öffnen den Ordner in dem Ihre Bilder gespeichert sind. Als Dateityp wählen Sie „Alle Dateien (*.*)“ um die Bilder Ihrer Stoffe zu sehen. Sie klicken die Bilder einzeln an und importieren Sie.

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2. Möglichkeit:

Sie haben noch keine Bilder von Ihrem Stoff. In diesem Fall klicken Sie auf die Schaltfläche „Scannen“ und es öffnet sich ein neues Fenster.

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Ich habe nur den „Automatischen Scanmodus“ benutzt. Da mir ein einfaches Bild der Stoffe genügt hat. Dazu legen Sie den Stoff in den Scanner und drücken auf „Scannen“. Anschließend legen Sie einen Bildausschnitt fest und klicken auf „Importieren“.

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In Ihrer neuen Kategorie befinden sich nun alle Stoffe.

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4. Quilt anlegen

Folgende Schaltflächen sind wichtig:

 

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Pfeil: Auswählen eines Blocks im Quilt

Pinsel: Einfügen eines/r Blocks/Stoffs/Farbe in den Quilt

Quilt-Layout: Basisinformationen des Quilts bearbeiten

Pipette: Block/Stoff/Farbe eines Elements im Quilt herausfinden

Sowohl der Pinsel als auch die Pipette beziehen sich immer auf das Element, dessen Gruppe Sie im rechten Menü ausgewählt haben. Mit dem Pinsel fügen sie immer das Element ein, das Sie in der Vorschau sehen. Klicken Sie mit der Pipette auf einen Block im Quilt wird Ihnen im Rechten Menü der Block angezeigt sofern das Feld „Blöcke“ aktiviert ist. Analog die Farbe oder den Stoff der für ein bestimmtes Element verwendet wurde.

SPEICHERN SIE ALS ERSTES DIE DATEI!

Klicken Sie auf die Schaltflächen „Quilt-Layout“.

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In diesem Fenster können Sie Format und Größe der Blöcke festlegen, Zwischenstreifen oder Umrandungen einfügen. Für diesen Quilt möchten wir 10 x 12 Quadrate mit 20cm, entsprechend 7.87 Zoll.

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Gerade zu Beginn der Gestaltung bietet es sich an, über die Schaltfläche „Alles zeigen“ immer den gesamten Quilt auf dem Monitor zu betrachten.

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Sie wählen im rechten Menü die Schaltfläche „Blöcke“ aus, öffnen Ihre Kategorie und wählen den gewünschten Block. Wählen Sie den Pinsel aus und setzen die ersten beiden Blöcke in die freien Felder. Wählen sie nun den PFEIL aus und klicken Sie den unteren Block an. Mit den linken Werkzeugen lässt sich der Block drehen, spiegeln, verzerren und vieles mehr.

 

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Wir spiegeln den Block mehrfach und setzen ihn zu einer Raute zusammen. Halten Sie nun die Steuerungstaste (STRG) gedrückt und klicken sie alle vier Elemente an.

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Lassen Sie die STRG-Taste los, kopieren Sie die Felder und fügen sie über den gesamten Quilt verteilt ein. Sie können natürlich auch Felder frei lassen und mit anderen Blöcken füllen.

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Wir beginnen nun den Quilt mit unseren Stoffen zu gestalten. Für die Unistoffe wählen wir hierbei keine extra Scans sondern einfache Farben. Dazu wählen Sie im rechten Menü „Farben“ aus und klicken die gewünschte Farbe an. Links muss als Werkzeug der Pinsel ausgewählt sein. Nun klicken Sie auf die Elemente, die Sie in der jeweiligen Farbe färben möchten. Achten Sie darauf: Wenn Sie Ihre Maus über den Quilt bewegen erscheint das Symbol um die Elemente zu färben. Es enthält an der unteren Kante ein kleines „+“. Es wird nur das Element im Quilt gefärbt, auf dem beim Klicken das „+“ liegt. Wir haben zunächst einen Farbverlauf mit vier Unistoffen gefärbt.

 

 

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Nun bin ich, nachdem das grafische Layout beendet ist am Original mit meinen ausgewählten Stoffen interessiert. Dazu geht es weiter:

Wir wählen im rechten Menü „Stoffe“ aus. Über das kleine „+“ öffnen wir unsere Bibliothek und unsere Kategorie. Darin befinden sich alle importierten Stoffe. Sie wählen wieder das Pinselwerkzeug und den jeweiligen Stoff und füllen die Elemente Ihres Quilts. Wenn Sie manche Stoffe nicht mehr zuordnen können oder schnell und einfach nochmal auswählen möchten wählen Sie das Pipettenwerkzeug und klicken auf den Stoff oder die Farbe. Dieser wird dann ausgewählt.

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Über die Symbole +/- in der oberen Symbolleiste kann das Quiltmuster nun vergrössert werden. Die ausgewählten Stoffe werden deutlich sichtbar und machen die Zuordnung für den nachfolgenden Zuschnitt, bzw die Stoffberechnung erheblich einfacher.

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Im zweiten Teil dieser Artikelreihe berichte ich von der Stoffmengenberechnung, dem Zuschnitt, stelle das Template zum Paperpiecing-Nähen ein und zeige detailliert das Anfertigen der Blöcke und das Zusammensetzen des Quilttops. Bis dahin wird meine BERNINA 880 noch einiges zu tun bekommen. 120 Blöcke für eine Gesamtabmessung von 200cm x 240cm.

Und wer sich die Wartezeit verkürzen mag und die BERNINA Sticksoftware V7, oder das Update besitzt, kann sich damit halbe Nächte um die Ohren schlagen. Meine Tochter tat dies nämlich ;-).

Herzliche Grüße,

Jutta Hellbach

 

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Kommentare zu diesem Artikel

4 Responses

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  • Karla Roeken

    Seit langem denke ich darüber nach, ob es nicht ein “Entwurfsprogramm” gibt, was die Arbeit leichter macht. Zu dem Vorgestellten habe ich einige Basisfragen:
    1. Das Programm muss ich kaufen und auf meinen PC laden?
    2. Ist die Bedienung anwenderfreundlich, so dass man damit arbeiten kann, ohne vorher einen Kurs zu belegen?
    3. An Stickprogramme bin ich nicht interessiert, gibt es eine Version nur für Quilts?
    4. Gibt es auch Entwurfsprogramme von anderen Herstellern für Quiltmuster, die gut sind?
    Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

    • Jutta Hellbach

      Hallo Frau Roeken,

      gerne beantworte ich mit meinen Möglichkeiten Ihre Fragen:

      1. Ja, das Programm müssen Sie kaufen und auf Ihren PC laden.

      2. Die Bedienung ist so anwenderfreundlich, dass sogar ich mit ein paar Übungen und der daraus gewonnenen Erfahrung nun umgehen kann. Einen Extrakurs benötigte ich nicht. Die Software bietet ein sehr ausführliches Handbuch, mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, in deutscher Sprache.

      3. Es gibt das Quiltprogramm nicht ganz ohne Sticksoftware, doch ist es als komplette Ausführung in der Light-Version Editor Plus 7 erhältlich. So muss nicht die grosse und umfangreiche Designer Plus Software V7 angeschafft werden, wenn vornehmlich mit dem Quiltprogramm gearbeitet werden soll.
      Hier finden Sie weitere Infos zur Light-Version:
      http://www.bernina.com/de/Resources-de/bernina-products/software/V7/PDFs-V7/BERNINA_Brochure_Software7_DE_low-res.pdf

      4. Es gibt sicherlich noch andere Entwurfsprogramme anderer Hersteller, mir selbst ist vom Hörensagen die EQ Software ein Begriff, allerdings kann ich über Inhalte etc nichts sagen.
      Die Bernina Quiltsoftware ist schon sehr umfangreich mit vielen tollen Werkzeugen und Möglichkeiten, die jede Quilterin einfach nur begeistern können.

      Schauen Sie sich doch einfach mal die Quiltentwürfe, die meine liebe Blogkollegin Wiebke Maschitzki für ihre “Rot-Weiss-Quilt-Aktion” mit dem Bernina Quiltprogramm entworfen hat an.

      https://blog.bernina.com/de/author/wiebke/

      Klicken Sie im beigefügten Link auf Wiebkes Profil, scrollen Sie ein wenig hinab und schon finden Sie alle Beiträge von Wiebke, die rot-weiss-Entwürfe mit der BERNINA V7 werden Ihnen sicher sofort ins Auge springen.

      Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig weiterhelfen.

      Liebe Grüße,
      Jutta Hellbach

  • Sabine Guhl

    Das hört sich alles so spannend an, was ihr mit der Software macht?Danke dafür? Aber eine Frage: welche Version muss man denn kaufen, wenn man nur die Quiltanwendungen nutzen möchte? Stickdateien selber digitalisieren will ich defintiv nicht, da gibt es deutlich kreativere Köpfe? Aber endlich mit dem Malen auf Karopapier aufzuhören, das würde mich schon sehr reizen?

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