Kreative Artikel zum Thema Nähen

Cosplay: Von Actionhelden und Elfen

BERNINA Schweiz ist an der diesjährigen Fantasy Messe in Basel, wo sich lebensechte Comicfiguren, Actionhelden und Fantasy-Freaks die Klinke in die Hand geben. Zusammen mit der Cosplay-Schmiede betreuen wir das „Cospital“, wo sogenannte “Cosplayer” (zusammengesetzt aus “Costume” und “Play”) ihre Kostüme auf BERNINA Maschinen flicken, ändern oder ausbauen können. Der Cosplay-Trend, wo sich Menschen in reale Figuren aus Comic, Film, TV-Serie oder Manga verwandeln, kommt ursprünglich aus Japan und findet nun auch in Europa grossen Anklang.

BERNINA Schweiz sponsert den Hauptpreis für die grossen Cosplay-Shows, welche täglich von 18:00 – 19:00 Uhr auf der Main Stage stattfinden. Während der Shows präsentieren die Copslayer ihre aufwendigen Kostüme in fantasiereichen Performances. Die Messe zu besuchen, ist also für Kreativfans absolut empfehlenswert!

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Wer will schon nicht ein Action-Held sein und mit neuen Gadgets von Hochhausdächern springen, um anschliessend in futuristischen Autos Verbrechern nachzujagen? Vielleicht nicht gerade so, aber dennoch macht ein Stück Fantasie das Leben bunt. So traf ich Sarah Schembri, eine der engagiertesten Cosplayer der Schweiz und wollte mehr über die aufregende Welt des Cosplays erfahren.

Interview mit Sarah Schembri

Hallo Sarah, was reizt dich besonders an Cosplay?

Cosplay verbindet meine liebsten Hobbies. Es ist die Mischung aus Schauspielerei und kreativem Handwerk. Das Nachbilden eines Kostüms und damit die kleinsten Details umzusetzen, macht riesigen Spass. Als Laiendarstellerin liebe ich es aber auch, auf der Bühne zu stehen und immer wieder in neue Charaktere zu schlüpfen oder diese sogar neu zu erschaffen.

Tauriel Mirkwood aus "Hobbit"

Tauriel Mirkwood aus “Hobbit”

Welches sind deine Lieblingsfiguren?

Ich bin schon seit 15 Jahren dabei und seit Beginn faszinieren mich die Charaktere von Lord of the Rings. Zurzeit gehören zu meinen Lieblings-Figuren Tauriel aus “The Hobbit”, Elsa aus “Frozen” und Rey aus “Star Wars”, da kommen aber immer wieder neue dazu. Mein absoluter Lieblingscharakter ist aber nach wie vor Lúthien Tinúviel aus dem Tolkien-Universum. Von ihr gibt es allerdings keine Film- oder Comicvorlage. Da ist meine Eigenkreation gefragt.

Lutvien Collage

Die Eigenkreation Lutvien Tinivuel aus der Welt Tolkiens

Gerade deine Lord of the Rings Figuren tragen unglaublich schöne Kleider und Stoffe. Ist da alles selbstgemacht?

Ja klar, ich mache alles selber. Ich bin gelernte Damen- und Theaterschneiderin, was natürlich eine gute Basis ist, wenn es ums Nähen von Kostümen geht. Man muss aber nicht zwingend Schneiderin sein, um ein Cosplay herstellen zu können. Mit etwas Geduld kann man sich alles selbst beibringen. Ein Cosplay muss nicht immer perfekt sein, jeder fängt mal klein an, und steigern kann man sich immer. In erster Line geht es um die Freude am kreativen Werken und um den Spass im Kostüm aufzutreten.

Wie gehst du vor, wenn du ein Kostüm selber entwirfst?

Zuerst recherchiere ich im Internet und mache eigene Entwürfe. Danach suche ich nach den perfekten Stoffen und Materialien, was sehr zeitintensiv ist. Die Schnittmuster zeichne ich selber, wobei mir wieder meine Ausbildung als Damen- und Theaterschneiderin zu Gute kommt. So kann ich meine Kostüme genauso kreieren, wie ich es mir vorstelle. Für diejenigen, die (noch) keine Schnittmuster zeichnen können, finden sich aber auch viele Schnitte zum Kaufen. Diese kann man dann je nach Wunsch anpassen und individualisieren. Es sollte also kein Hindernis sein, nicht sein eigenes Cosplay zu fertigen.
Ein wichtiger Schritt im Erstellen eines Cosplays ist das Erstellen eines Probemodells aus günstigem Stoff. Damit teste ich vorab, ob der Schnitt wirklich passt oder ob ich noch Änderungen vornehmen muss. Erst wenn ich zu 100 Prozent zufrieden bin, schneide ich den richtigen Stoff passend zu. Ich kann es jedem empfehlen, da dieses Probemodell nicht nur Geld spart, sondern auch die Nerven schont.
Ist der Grundschnitt fertig, so mache ich mich an die Detailarbeiten. Diese bereiten mir immer speziell Freude. Hier kommen Techniken des Stickens, des Bemalens und des Verzierens aller Art zum Einsatz.
Zu einem richtigen Cosplay gehört aber auch die Frisur und das richtige Make-up. Hierzu mache ich eigene Perücken und schminke das Gesicht so charakternah wie möglich. Das kann man alles mit „learning by doing“ aneignen. Die vielen Youtube-Anleitungen sind eine gute Hilfe dafür.

Elsa aus Frozen Collage

Elsa aus “Frozen”

Kostüm, Frisur und Make-up sind das eine, kommen da aber noch andere Materialien zum Einsatz?

Ich verwende auch Leder und taste mich gerne an andere Materialien heran. Gerade im Bereich Rüstungen, Waffen und Zubehör habe ich angefangen, thermoplastische Materialien zu verwenden, die ich mit Heissluftföhn in die gewünschte Form bringen kann. Aber auch Holz ist hilfreich. Sogar Kreationen aus dem 3D-Drucker sind möglich. Diese befestige ich dann mit Heissleim oder bearbeite sie mit einem Dremel. Gerade der 3D-Drucker eröffnet wieder ein neues Feld für die Kreativität, was unglaublichen Spass macht.

Galadrwen Collage

Elfenkönigin. Inspiriert von Arwen und Galadriel aus “Herr der Ringe”

Kann man mit Cosplay seinen Lebensunterhalt verdienen? 

Ich denke, bis jetzt gibt es nur wenige Cosplayer, die tatsächlich ihren Lebensunterhalt damit verdienen. Es gibt Promis in der Szene, die Gagen für ihre Auftritte an Conventions erhalten und mit dem Verkauf von Produkten wie Büchern, Schnittmustern oder Merchandise-Artikeln etc. genügend Geld verdienen. Es ist ähnlich wie bei anderen Künstlern: Um davon leben zu können, muss man einen gewissen Bekannheitsgrad erreichen und natürlich hochwertige Arbeit leisten.
Für mich ist Cosplay beides. Einerseits ein spannendes und kreatives Hobby und andererseits eine berufliche Tätigkeit. Neben den Cosplays fertige ich auch massgeschneiderte Kostüme und Accessoires auf Kundenwunsch an. Zudem vermiete ich nebenbei Outfits aus meinem Fundus. Davon leben kann ich aber bis jetzt noch nicht.

Was sind deine nächsten Projekte?

Aktuell bin ich gerade an einem „Rey“- und „Obi Wan Kenobi“-Kostüm, beide aus “Star Wars”. Sobald ich mit diesen fertig bin, werde ich mit einem “Daenerys Targaryen”-Cosplay aus der TV-Serie “Game of Thrones” beginnen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Vielen Dank für das Interview!


Sarah Schembri ist an der Fantasy Basel am Freitag, 6. Mai als Elsa zu sehen. Aber auch auf ihrer Homepage, sowie auf Facebook und Instagram teilt sie ihre Werke und Arbeitsschritte.

Ausführliche Beschreibungen für Kostüme findet ihr auf ihrem Blog:
http://filmkostueme.blogspot.ch/

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Kommentare zu diesem Artikel

One Response

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  • draechin

    Endlich mal ein Beitrag nach meinem Geschmack. Vielen Dank für das Interview und die schönen Bilder.

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