Kreative Artikel zum Thema Quilten

Gerade Linien zeichnen mit der BERNINA Q 20

Vor ein paar Tagen berichtete Dorthe Niemann hier im Blog über das Straight Line Quilting mit der Bernina Longarm Q 24 und ihrem fantastischen Paperpiecing Quilt. Als ich diesen Bericht las, sass ich bereits seit einiger Zeit über einer neuen Arbeit zur kommenden Ausstellung “reFUGEes” für die ich ebenfalls mit relativ aufwändigem Linien Quilten beschäftigt war. Nun verfügt die Bernina Q 20 als Tischversion nicht über den fahrbaren Maschinenschlitten, statt dessen wird der Stoff unter der Nadel bewegt. Das bedeutet, dass hier zum Linien quilten mit Lineal gearbeitet werden muss. Es ist etwas mühsamer, doch funktioniert es schlussendlich auch sehr gut.

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Zuerst wählte ich die Funktion BSR 2 und stellte eine Stichlänge von 8 Stichen/Inch ein, damit die Stiche nicht zu klein würden. Dann zeichnete ich auf den schwarzen Stoff, den ich mit einem stabilen Vlies unterlegt hatte, eine erste gerade Querlinie als Orientierungslinie. Das Portrait, das unten rechts in der Arbeit zu sehen ist, quiltete ich vorab mit der Q 20 aus.

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Nun griff ich zum Quiltlineal und begann Stück für Stück die ersten Linien auf den Stoff aufzubringen. Das Lineal fasste ich beidseitig (leider hatte ich zum Fotografieren diesesmal keine Hilfe im Haus, daher gibt es keine “Fingerbilder”) drückte es fest auf den Stoff auf und schob gleichzeitig Lineal und Stoff unter der Nadel hindurch. Der BSR 2 quiltete mir zuverlässige gleichmässige Stiche.

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Die Markierungslinien auf dem Lineal sind hierbei sehr hilfreich. Der Rulerfuss liegt an der Kante des Lineals an, fährt die Kunststoffkante entlang und ermöglicht eine gerade Linienführung.

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Es braucht einiges an Übung um die Querlinien auch wirklich gerade aufzubringen und ich habe mich irgendwann auch nicht mehr über das Auftrennen geärgert, schliesslich soll das Ergebnis stimmen. Das Lineal verrutscht schonmal, wer Rulerwork kennt, wird ein Lied davon singen können. Ganze Arien sehr wahrscheinlich……

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Nichtsdestotrotz genoss ich das Schnurren der Maschine, die Exaktheit und Sauberkeit des Stichbilds. Die erste Hälfte der Arbeit war geschafft und ich ging zum zweiten Teilnstück über. Um eine noch bessere Struktur zu erreichen, verwendete ich das dickere Baumwollgarn Cotona 30 von Maderia, was ausserdem ganz matt ist und mir daher schon passend erschien.

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Lineal auflegen, festhalten, Stoff schieben und die Q20 nähen lassen, Lineal versetzen, festhalten, Stoff schieben und die Q20 quilten lassen usw usw usw…. endlos wie es schien. Eine fast meditative Arbeit und die Gedanken fliessen dabei oft genug zum eigentlichen Thema dieses Exponats.

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Nach unzähligen Stunden des Quiltens und ca 500 Meter MADEIRA Cotona 30 später ist die Arbeit fast fertig. Es galt die Ränder zu kürzen und zu säubern und auf einen Rahmen zu spannen. Die Arbeit misst 100cm x 100cm. Nun hängt sie erstmal an der Wand und fängt mich in seiner Wirkung ganz ein. Berührt.

“Forlorn” lautet der Titel, was “verlassen, einsam, hilflos” bedeutet.

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Herzliche Grüße,

Jutta Hellbach

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Kommentare zu diesem Artikel

4 Responses

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  • Dorthe Niemann

    Hallo liebe Jutta!
    Was für ein toller Quilt und was für eine berührende Wirkung er hat!
    Eine kleine Arie zum Rulerwork kann ich mitsingen, es braucht in der Tat sehr viel Übung!
    Liebe Grüße
    Dorthe

  • Wiebke Maschitzki

    Hallo Jutta!
    Meisterlich gelungen – eine sehr zum Nachdenken angeregte Arbeit.
    Meisterlich gelungen – Dein Quilten trotz der Trennereien.

    Liebe Grüße aus dem Urlaub
    Wiebke

  • Kasia

    Liebe Jutta

    Viele Sachen sehen manchmal so einfach… Sind sie aber nicht. Ich freue mich extrem auf diese Ausstellung! Alles was ich bisher gesehen habe hat mich sehr berürht. Ich bin fasziniert wie Du die Emotionen in diesen Arbeiten eingefangen hast. Alle Details von Komposition ,Farbe durch Linie bis zur Form wecken viele Emotionen in mir. Sehr, sehr gelungen diese Arbeiten!

    Beste Grüsse
    Kasia

  • Gudrun Heinz

    halli hallo jutta,
    was für ein imposanter eindruck!
    man denkt so ganz unbefangen zunächst: gerade linien, nichts besonderes. aber das täuscht, wie man jetzt in deinem artikel lesen kann, gewaltig. ist schon ganz schön aufwendig, aber der effekt lohnt.
    beste grüsse
    gudrun

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