Kreative Artikel zum Thema Quilten

Tunnel annähen

Damit ein Quilt schön hängen kann, muss auf der Rückseite ein Tunnel festgenäht werden.

Das geht am besten vor dem Annähen des Bindings. Dann wird die obere Kante des Tunnels gleichzeitig mit dem Binding angenäht.

Bei einem schon fertigen Quilt geht das natürlich auch noch, aber etwas anders. Ich zeige Euch hier beide Möglichkeiten.

Die Red and White Quilts, die zur Ausstellung nach Karlsruhe ausgesucht werden, müssen einen Tunnel für die Aufhängung auf der Rückseite haben.

Tunnel annähen bei einem fertigen Quilt:

Zunächst die Breite des Quilts an der oberen Kante ausmessen:

Nähanleitung für einen Tunnel

Der Streifen kann gerne 4-5 cm kürzer sein als der Quilt – dann sieht man später keine überstehenden Enden der Stange und die Aufhängung liegt hinter dem Quilt.

Bei sehr breiten Quilts, die auch noch schwerer sind, teile ich diesen Tunnel in mehrere Abschnitte. So kann das Gewicht auf mehrere Aufhänger verteilt werden. Auf dem Foto seht Ihr einen kleinen Quilt von mir mit dem geteilten Tunnel für das Aufhängen auf meine beiden Nägel in der Wand. Das mache ich bei allen Quilts so, die dort hängen sollen, dann ist das Wechseln sehr einfach:

Nähanleitung für einen Tunnel

Der Streifen sollte recht breit sein, ich schneide mindestens 20cm breite Streifen, die dann doppelt gelegt werden:

Nähanleitung für einen Tunnel

Rechts auf rechts liegend wird dieser Streifen zusammengenäht, die Wendeöffnung nicht vergessen. Dann auf rechts umdrehen und die Öffnung schließen. Dieser Streifen wird jetzt direkt unter dem Binding festgesteckt und mit Handstichen an der oberen Kante festgenäht:

Nähanleitung für einen Tunnel

Nähanleitung für einen Tunnel

Nähanleitung für einen Tunnel

Vor dem Festnähen der unteren Kante wird ein Aufhängestab eingeschoben. Dann auch diese untere Seite mit Handstichen festnähen.

Jetzt hat dieser Tunnel etwas Spielraum für die Stange. Dabei aber aufpassen, dass dieser Spielraum nicht über das Binding nach oben ragt:

Nähanleitung für einen Tunnel

Nähanleitung für einen Tunnel

Nähanleitung für einen Tunnel

Nähanleitung für einen Tunnel

Mit diesem Spielraum liegt die Aufhängestange nach hinten und drückt den Quilt nicht nach vorne. Der Quilt hängt jetzt ganz glatt – ohne diese obere Kante, auf der der Staub immer so unschön liegen bleibt:

Nähanleitung für einen Tunnel

Nähanleitung für einen Tunnel

Nähanleitung für einen Tunnel

Tunnel annähen vor dem Binding:

Bei meinem Quilt Feuerwerk der Farben habe ich es Euch schon gezeigt:

Die Streifen für den Tunnel sind auch hier mindestens 10-15cm breit (doppelte Breite zuschneiden) – dann hängt der Quilt besser.

Ich teile den oberen Tunnel zum Durchschieben der Stange in 3 Teile. Ein breiterer Streifen für die Mitte und 2 schmale auf jeder Seite. Die Teile liegen zur unteren Kante im Stoffbruch, die Seiten sind versäubert. Vor dem Annähen der Einfassung werden diese 3 Teile mit der offenen Seite am oberen Rand angenäht:

Nähanleitung für einen Tunnel

Ganz zum Schluss wird die untere Kante der 3 Teile mit Handstichen festgenäht. Dabei wird schon eine Stange durchgeschoben, damit der Tunnel den Spielraum für die Stange auf der Rückseite bekommt. So liegt die Stange hinten und drückt sich nicht auf die Vorderseite des Quilts.

Nähanleitung für einen Tunnel

Der Quilt wird dann in den Zwischenräumen oder an den freien Enden über die Nägel o.ä. gehängt.

So sieht der fertige Quilt von hinten aus. An der unteren Kante ist ein schmaler durchgehender Tunnel, da kann dann auch eine Stange zum besseren Hängen durchgeschoben werden.

Nähanleitung für einen Tunnel

Der Tunnel an der unteren Kante kann auf der rechten Seite (die rechte, untere Ecke von vorn) die notwenige Beschriftung erhalten. Hier könnt Ihr vorher mit den Buchstaben aus der Nähmaschine, mit dem Stickmodul oder frei geschrieben den Titel, Euren Namen und das Herstellungsjahr einsetzen. Das geht auch etwas einfacher mit einem wasserfesten Stift. Ich nähe mir häufig ein Label und befestige dieses Label dann auf dem unteren Streifen.

Hier einige Möglichkeiten:

Mit der Maschine geschrieben direkt auf dem Streifen – mit Stickvlies drunter! :

Nähanleitung für einen Tunnel

Nähanleitung für einen Tunnel

Nähanleitung für einen Tunnel

Mit einem vorher genähten Label:

Nähanleitung für einen Tunnel

Nähanleitung für einen Tunnel

Oder frei geschrieben:

Nähanleitung für einen Tunnel

So, jetzt sind Eure Quilts fertig für eine Ausstellung – ob zu Hause oder bei  einer Veranstaltung – und hängen profimäßig und perfekt.

Fröhliches Tunnelnähen und viele Grüße

Eure Wiebke

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Kommentare zu diesem Artikel

7 Responses

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  • kabla49

    Vielen Dank für die sehr gute Anleitung. Für mich als Anfängerin ist sie sehr hilreich.

    • Wiebke Maschitzki

      Hallo kabla!
      Willkommen im Kreis der Patchworker. Ich wünsche Dir viel Spass und Freude mit Deiner neuen “Sucht”
      Liebe Grüße
      Wiebke

  • Wiebke Maschitzki

    Vielen Dank Ihr Lieben!
    Ja, die gute alte Ir.Bettwäsche kann man auch heute noch bestens für unsere Quilts verwenden.
    Liebe Grüße
    Wiebke

  • costurera

    Liebe Wiebke, … wie passend… zum einen eine so brauchbare Anleitung (wie immer von Dir!) Applaus Applaus …. zum anderen … das Labeling ist wirklich das Tüpfelchen auf dem i … und macht einen Quilt wirklich unique ….. ich hab mich inzwischen mit meiner Maschine auch angefreundet und sie macht ein wenig was ich möchte, wenn es um’s Schreiben geht (meine Maschine fängt auch mit einem großen B an ist aber keine Bernina….) U N D .. ja auch ich kenne diese Bettbezüge!!! Herrrrlich!!!
    kleine Frage – vielleicht kann man das mal in die Schweiz an Herrn Fluri weitergeben, gäbe es die Anleitungen auch als pdf zum ausdrucken, wäre es noch praktischer für den Anwender des Blogs, um von Deinen Anleitungen zu lernen…. Gruß in den Norden aus dem heute sonnigen Hessen! :-))

  • Gudrun Heinz

    halli hallo wiebke,
    vielen dank für diesen lehrreichen post – man lernt doch nie aus! meiner erfahrung nach hängen vor allem grosse schwere quilts besser, wenn am unteren ende ebenfalls eine leiste eingeschoben wird. und wenn es ein ganz leichter quilt, z.b. aus organza ist, dann hat sich bei mir ein bleiband (wie bei gardinen) an der unterseite bewährt.
    beste grüsse
    gudrun

    • Wiebke Maschitzki

      Liebe Gudrun!
      Dein Tipp mit dem Bleiband finde ich super! Vielen Dank!
      Liebe Grüße
      Wiebke

  • Moga

    Danke für den Tip mit dem geteilten Tunnel, da hätte Frau doch schon längst selber darauf kommen können.
    Und der gestreifte Tunnelstoff, genau damit waren früher immer unsere Betten bezogen wenn wir bei unserer Oma (die leider früh verstorben ist) übernachten durften. Erst neulich habe ich die Bezüge bei meiner Mutter wieder entdeckt und gleich mitgenommen, wird eine Rückseite für meinen Enkelquilt (also den UrUrEnkel meiner Oma). So schließt sich der Kreis.

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