Kreative Artikel zum Thema Sticken

Adventskalender 2017 – das 16. Türchen

Es ist fast soweit: nur noch etwas mehr als eine Woche und es ist Weihnachten. Seit Wochen hängen Baumkugeln und anderer Schmuck im Baum, die Weihnachtsquilts sind aufgehangen, Weihnachtsdekoration und Weihnachtshäuschen sind mit gemütlichem Licht erleuchtet… kurz gesagt: Das Haus hat sich in ein Weihnachtshaus verwandelt. Hier und da fehlt noch eine Dekoration, ein letzter Ausflug zum Gartenzentrum ist geplant… aber es fehlt immer noch etwas. Einmal umgeschaut und tatsächlich: Die Lampe über dem großen Tisch sieht nackt aus.

Nun kann man da auch fertige Baumkugeln hinhängen, aber ich finde es schön, noch etwas selbst anzufertigen. Es werden kleine Anhänger, die ich mithilfe der Sticksoftware 8 DesignerPlus anfertige*. Ich beschäftige mich seit Monaten umfassend mit der BERNINA Sticksoftware 8.

Ich werde festliche Federn anfertigen.

Was wird hierfür benötigt?

  • Die genannte BERNINA Sticksoftware 8 für das Erstellen von Applikationen (oder die Datei dafür, siehe Punkt 2)
  • Eine Stickmaschine oder eine Nähmaschine mit Stickmodul
  • Wasserlösliche Verstärkung, z. B. Madeira Avalon Film, zwei Lagen
  • BSR oder Quiltfuß für freihändiges Quilten und dazu die Nähmaschine
  • Weißer Stickfilz*
  • Applikationsschere oder kleine gebogene Schere
  • Silberfarbenes Metallgarn für die Maschine, z. B. Madeira Metallic Wt. 40*
  • Weißes oder graues Untergarn, z. B. DecoBob/Wonderfil*
  • Nadel und Faden/Fingerhut
  • Schmales weißes Satinband (3 mm breit)
  • Silberfarbene Perlen

1. Stickmotiv anfertigen

Habt Ihr die Sticksoftware? In diesem Teil erfahrt Ihr, wie Ihr selbst eine Feder anfertigt. Habt Ihr die Software nicht, überspringt diesen Teil und geht direkt weiter zu Punkt 2.

Ich  nutzen die niederländische Version der BERNINA Sticksoftware, entsprechend sind auch die Printscreens niederländisch. Sicher kommt Ihr auch so klar.

In der Stick-Arbeitsfläche in der linken Spalte (Digitalisieren) auf Applikation klicken: Der Hintergrund wird gelb angezeigt, das bedeutet, dass die Option aktiv ist.

appliqueren
Anschließend wird die Form der Applikation erstellt. Dazu werden durch Klicken auf das Raster Punkte angebracht, beispielsweise in Form einer Feder.  veer1
Ich arbeite mit der rechten Maustaste (klicken), um runde Linien zu zeichnen. An jedem Eckpunkt der Feder klicke ich mit der linken Maustaste auf den letzten Punkt, um den Eckpunkt festzulegen. Ich fange oben an, bewege mich mit einigen Mausklicks auf der rechten Seite herunter. Dann klicke ich zum Festlegen des Eckpunkts, bewege mich mit einigen Klicks wieder nach oben, klicke wieder für den Eckpunkt, gehe wieder nach unten usw. Das mache ich, bis die Feder auf der rechten Seite lang genug ist. Dann bewege ich mich auf der linken Seite nach oben, bis ich wieder am Anfang angelangt bin. Anschließend klicke ich auf „Enter“, wodurch das Motiv/die Feder geschlossen wird.

Danach schaue ich unten auf die Statusleiste. Links in der Leiste werden Meldungen angezeigt: Wenn die Einstellung für das Erstellen von Applikationen „manuell“ ist, wird „Startpunkt angeben“ angezeigt. Dazu klicke ich mit der rechten Maustaste an der Stelle auf die gezogene Linie, an der ich den Startpunkt haben möchte.

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Anschließend wird „Endpunkt angeben“ angezeigt. Nach erneutem Klicken wird „Rahmenposition angeben“ angezeigt und ich klicke rechts oben außerhalb der Feder. Nach diesem letzten Klick wird die Feder mit fertigem Rand angezeigt. Wenn ich auf das Andockfeld „Übersichtsfenster“ schaue (in der Abbildung oben rechts), sehe ich die festgelegten Punkte.

Ich speichere das Motiv in dieser Phase als veer1.ART80. Beim Erstellen eines Motivs speichere ich öfters zwischen den Phasen. Geht etwas schief, kann ich die vorherige Version wiederherstellen und muss nicht noch einmal von vorne anfangen.

Nun verkleinere ich die Feder, denn sie war etwas groß geraten. Dazu wähle ich das Motiv aus und gebe in der Statusleiste „Anpassen unter > Höhe“ die Zahl 100.00 ein. Anschließend klicke ich auf „Enter“ (ich lasse das Feld daneben frei, sodass die Breite auch sofort im richtigen Verhältnis geändert wird).

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Das Motiv ist nun 101,41 x 49,42 mm groß. Dabei handelt es sich um den Abstand vom untersten Punkt der Feder bis zur Rahmenposition. Das Motiv selbst ist ca. 8 cm lang geworden.

Ihr könnt die Feder größer machen und natürlich auch verschiedene Versionen erstellen, beispielsweise ein gespiegeltes Motiv. Dazu die Größe ändern und die Versionen separat speichern.

Es ist wichtig zu sehen, in welchen Stickrahmen diese Feder passt. Ich klicke auf das Symbol „Rahmen anzeigen“ und klicke dann auf den Rahmen Medium und auf „Automatisch zentrieren“, sodass das Federmotiv in die Mitte des gewählten Rahmens gesetzt wird.

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Man denkt vielleicht „Aber es passt doch gut hinein?“. Dabei ist zu bedenken, dass die Rahmenposition rechts oben außerhalb der Feder festgelegt wurde und dass dieser Punkt IN den roten Rand/die sichere Marge des Stickrahmens passen muss. Um dies richtig anzuzeigen, das Symbol „Künstlerisch“ deaktivieren, damit Ihr die Anwendung nicht mehr so seht, als wäre sie bereits gestickt, sondern mit den wichtigen Punkten. Dann erscheint oben rechts ein Dreieck mit Linien dazu: Das ist die Rahmenposition. Es liegt innerhalb des roten Rands, was gut ist. Ich speichere in dieser Phase wieder, jetzt als veer2.ART80.

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Wenn Ihr den Ring nicht im Voraus auswählt und die Datei dann speichert, kann es sein, dass die Rahmenposition außerhalb des roten Rands liegt (das seht Ihr, wenn Ihr die Ansicht „Künstlerisch“ aktiviert habt). Wenn Ihr die Applikation dann auf Eure Speicherkarte oder Euren USB-Stick übertragen wollt, erscheint eine Fehlermeldung „Objekt nicht inbegriffen“. Ist noch kein Rahmen ausgewählt oder das Motiv zu groß für den Rahmen (z. B. wenn die Rahmenposition außerhalb der roten Sicherheitslinie liegt), den Bildschirm schließen, zum Motiv zurückkehren, den Rahmen auswählen und darauf achten, dass alles innerhalb der roten Sicherheitslinie liegt.

Über „Datei“ oben im Menübalken klicke ich auf „Zur Karte/Maschine schreiben“ und auf „.exp“, wenn ich einen USB-Stick am Computer eingesteckt habe. So übertrage ich das Motiv (wenn es richtig gespeichert wurde). Ich stecke den USB-Stick in meine Stickmaschine und bereite den Stickvorgang vor (siehe Punkt 3).

Wenn Ihr eine Feder ohne zu scharfe Kerben machen wollt, könnt Ihr das auch: Das ist möglicherweise einfacher für das Abschneiden des weißen Stickfilzes. Mit der Funktion für handgezeichnete Stickerei ist später noch eine Änderung möglich.

2. Stickmotiv herunterladen

Ihr habt die Sticksoftware nicht? Aber Ihr besitzt eine BERNINA Stickmaschine oder Nähmaschine mit Stickmodul? Dann könnt Ihr das von mir entworfene Motiv nachfolgend herunterladen:

Download Stickmuster Feder

3b3standen

Das Stickmusterpaket enthält zahlreiche Dateiversionen. Für BERNINA Maschinen benötigt Ihr die oben abgebildeten drei Files.

Datei 1 = .bmp = Abbildung der Applikation = veer2.bmp
Datei 2 = .exp = Das Stickmotiv der Applikation = veer2.exp. Es kann sein, dass die Feder tatsächlich angezeigt wird oder es wird das Logo von BERNINA (rot mit weiß) angezeigt.
Datei 3 = .inf = Die erforderlichen Informationen der Applikation = veer2.inf

Diese Dateien alle im gleichen Ordner auf der Festplatte speichern und gemeinsam auf den USB-Stick übertragen, wenn mit der BERNINA Stickmaschine gestickt werden soll. Wird eine der drei Dateien nicht übertragen, kann die Maschine nicht alles lesen und es erfolgt kein Stickvorgang.

Wenn Ihr da File in der Sticksoftware weiterbearbeiten möchtet, nutzt das ART-Format, welches die höchstmögliche Qualität bietet.

3. Das Sticken der Feder/Applikation

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Jetzt spanne ich die wasserlösliche Verstärkung ein: Hierfür verwende ich Maderia Avalon Film, zwei Lagen. Beide sind größer zurecht geschnitten als der Rahmen. Ich lege zwei Lagen aufeinander: Die erste horizontal, die zweite vertikal. So kann die Applikation während des Stickens nicht weg- oder herausgezogen werden. Mit einer Lage des Materials kann sich zudem bei der letzten Reihe Stiche/Satinstich die eingespannte Verstärkung lösen. Bei zwei Lagen passiert das nicht (allerdings können entlang der letzten Reihe mitunter Löchlein entstehen).

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Diese Lagen spanne ich in den Stickrahmen (Rahmen Medium).

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Ich setze den Rahmen auf die Maschine, wähle das Motiv aus und sticke die erste Reihe – die Platzierungslinie. Ich habe silberfarbenes Metallgarn für die Oberseite verwendet und hellgraues DecoBob als Untergarn. Die Platzierungslinie zieht die Verstärkung leicht nach innen (wodurch das Motiv etwas kleiner ausfallen kann). Wollt Ihr das nicht, verwendet eine dickere wasserlösliche Verstärkung, zwei Schichten, oder vergrößert das Motiv.

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Nach der ersten Stichreihe ein Stück weißen Stickfilz über alles legen. Das Stück sollte größer sein als das Motiv selbst. Dann die Maschine die zweite Reihe sticken lassen.

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Oben seht Ihr die zweite Reihe: Die Schnittlinie.

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Anschließend den Stickrahmen von der Maschine nehmen und mit der Applikationsschere oder einer kleinen abgerundeten Schere alles an der Außenkante der Stiche abschneiden. Bitte Beachten: Einen kleinen Rand für den Satinstich lassen. Die Reihe Stiche gibt die Mitte dieser Satinstiche an. Zusätzlich darauf achten, nicht in die wasserlösliche Verstärkung zu schneiden. Wenn die Feder fertig ist, kann bei Bedarf noch etwas vom Stickfilz weggeschnitten werden. Den Rahmen wieder auf die Maschine setzen und folgende Stichreihe sticken: Die Reihe zum Festheften. Damit werden die Ränder richtig festgeheftet.

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Zuletzt erfolgt der Satinstich: Bei der Arbeit mit Metallgarn kann die Maschine jetzt langsamer eingestellt werden, um Störungen zu vermeiden. Auf der Abbildung oben seht Ihr, dass ich tatsächlich noch etwas vom Filz außerhalb der letzten Stiche wegschneiden muss.

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Vorsichtig das Motiv aus der Verstärkung lösen, nachdem alles aus dem Rahmen genommen wurde. Diese Verstärkung lässt sich gut abreißen, aufgrund der vielen Nadelstiche, besonders entlang der Statinstiche. Links in der Abbildung sind die Löcher in der Verstärkung zu sehen, rechts die daraus entnommene Applikation.

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Auch an der Rückseite der Applikation/Feder muss die Verstärkung (zwei Lagen) entfernt werden. Auch hier geht das einfach. So sieht die Feder auf der Rückseite aus: Das silberfarbene Garn ist auch an der Rückseite gut zu sehen, der Schmuck ist beidseitig aufhängbar.

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Anschließend habe ich den Stichregulator an der Maschine verwendet, um freihändig Details zu quilten.

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Eine solche Feder lässt sich damit auf allerlei Art verzieren. Ich habe ein schmales weißes Band verwendet, 30 cm lang, doppelt gefaltet und an der Oberseite der Feder zusammen mit einer silberfarbenen runden Perle angebracht. So kann die Feder aufgehangen werden. Es ist ganz einfach, so kurz vor den Feiertagen möchte man schließlich auch nicht mehr tagelang an Ornamenten arbeiten.

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In dieser Dekoration sieht man das Blatt zusammen mit anderen Ornamenten: Weiße Häuser und Kugeln, ich hänge sie alle in die Lampe, wofür ich noch mehr solcher Federn anfertigen werde.

Übrigens kann man mit einer solchen Feder auch persönliche Weihnachtskarten gestalten, sie auf einen Quilt oder in einen Rahmen setzen. Es gibt mehr als genug Möglichkeiten, etwas Schönes zu gestalten.

Ich wünsche Euch frohe Weihnachten!

Stickereigrüße
Sylvia Kaptein
Sylvia’s Art Quilts Studio

*Farben sind von der gewählten Basisfarbe des Filzes abhängig. Die Ornamente können in allerlei Farben hergestellt werden.

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