Kreative Artikel zum Thema Nähen

Anleitung: Nähmaschinenhülle für die B 580 nähen

Genähte Hülle für die Nähmaschine B580 mit Einschubfach für den Anschneidetisch

Wenn man das Nähen neu für sich entdeckt hat, möchte man am liebsten alles und jeden benähen und mit Stoff umhüllen. Nur so kann ich es mir jedenfalls erklären, dass es Anleitungen für Hüllen von Taschentüchern, WC-Rollen und Einkaufswagenchips gibt. Versteht mich nicht falsch, ich habe das eine oder andere auch schon genäht (TaTüTa!) und hatte riesige Freude daran, aber die meisten dieser Schnitte halte ich für Spielerei. Allerdings nur genau so lange bis ich sie selbst benötige. 😉
Und so stellte ich Ende letzten Jahres mit Entsetzen fest, dass meine Nähmaschine trotz intensiver Nutzung ständig bedenkliche Mengen an Schmutz ansetzte.

Zu meiner Verteidigung weise ich darauf hin, dass es am hier lebenden Kleinkind, den zwei Katzen und der feinstaubbelasteten Innenstadtlage unseres Zuhauses liegen muss. Keinesfalls an meinen unzureichenden Fähigkeiten als Hausfrau. Keinesfalls!

Es muss wohl auch an den harten Wintermonaten liegen, dass gerade vermehrt Nähmaschinen schützend verpackt werden und man sich im BERNINA Blog die passende Anleitung aussuchen kann. Nadra und Dorthe haben letzte Woche seitlich offene Hüllen für die 7er- und 5er-Serie vorgestellt und diese mit wunderschönen Applikationen versehen.

Nähmaschinenhülle? Die Zeit ist gekommen!

Es ist wie es ist und so muss dringend ein neuer Staubwedel, nein Quatsch,  eine Nähmaschinenhülle für die B 580 her. Keine, die die Maschine beim Transport schützt (dafür habe ich die passende Nähmaschinentasche), lediglich eine, die das Einstauben verhindert und nett anzuschauen ist. Und es wäre doch gelacht, wenn da nicht ein paar Lieblingsstoffe eine neue Bestimmung finden würden…

Da der Platz auf meinem Nähtisch begrenzt ist, soll sie eine Aussparung für den Griff haben um sich schnell zur Seite stellen zu lassen, wenn der Platz am Tisch anderweitig benötigt wird.
Den Anschiebetisch möchte ich am liebsten auch platzsparend verstaut haben. Damit er mir nicht versehentlich abhanden kommt, muss  auch er einen Platz in der Hülle finden.
So, die Wünsche sind klar, also ran an die Arbeit.

Vorbereitung

Um es mir so einfach wie möglich zu machen, habe ich im ersten Schritt eine Hülle aus Karton zurecht geschnitten um die genauen Maße abzunehmen. In der Zeichnung seht ihr, die Abmessungen der einzelnen Seiten. Weil ich die benötigte Tiefe der Einschubtasche nicht so recht einschätzen konnte, habe ich das Schnittteil einfach ein bisschen breiter gemacht um keinesfalls zu wenig Platz zu haben.

Das verwendete Material auf einen Blick: Webware, Volumenvlies, Schrägband (vorgefalzt) Bandeinfasser und Bandeinfasserfuß

Zuschnitt und Nähen

Ich bin beim Zuschnitt in die Vollen gegangen und habe das „Kreuz“ am Stück aus dem Stoff geschnitten. Natürlich kann man auch wunderbar kleinere Stoffstücke verwerten und drei oder fünf Einzelteile zuschneiden oder gar die fünf Seiten des Überzugs aus Stoffresten patchen.
In jedem Fall solltet ihr aber beim Zuschnitt an die füßchenbreite Nahtzugabe denken. Aus Erfahrung weiß ich, dass man das lieber einmal zu viel erwähnt…

Ich habe meine Hülle mit Volumenvlies gefüttert und die Einschubtasche mit Schabrackeneinlage verstärkt. Ihr seid ganz frei bei der Auswahl der Materialen, solltet aber bedenken, dass eine gewisse Standfestigkeit meistens hübscher aussieht. Mehr Stabilität bekommt man übrigens auch, wenn man diagonale Linien oder gleich ein ganzes Rautenmuster auf den Stoff steppt.
Ehrlicherweise muss aber auch erwähnt sein, dass ich keine Taschennäherin bin, weshalb Bügeleinlagen in meinem Materiallager definitiv Mangelware sind. Ich habe mich also einfach an dem bedient, was hier war. Es ist ja auch immer so ein befreiendes Gefühl, wenn man Reste vernähen kann!

Für das Nähen der Hülle gibt es nun verschiedene Möglichkeiten.

Da ich meinen neuen Bandeinfasser für vorgefalzte Schrägbänder (#87) nebst Bandeinfasserfuß (#95C) testen wollte, habe ich mich für diese Verarbeitung entschieden. Gut, nicht ganz konsequent, denn der geübte Bandeinfasser-Profi hätte natürlich auch die Griffaussparung eingefasst. Das war mir aber für den Anfang etwas zu kniffelig und ich habe deshalb ein Futterteil vernäht und dieses durch die Öffnung gewendet.


Im Nachhinein hätte ich mich vielleicht doch an die enge Kurve beziehungsweise Ecke trauen sollen, denn der Bandeinfasser ist wirklich kinderleicht zu händeln. Wenn man übrigens statt dem von mir verwendeten Geradstich das Band mit einem Zickzackstich annäht, fallen kleine Unsauberkeiten noch viel weniger auf.

Die Hülle selbst ist also flott genäht: das Einschubfach an der oberen Kante mit Schrägband versäubern und an den anderen drei Kanten auf dem Vorderteil fixieren. Ob ihr Stecknadeln oder Stoffklammern verwendet, hängt von den verwendeten Materialien und euren Vorlieben ab. Ich habe das Fach einfach innerhalb der Nahtzugabe festgesteppt.
Als nächstes werden einfach die vier Seitenteile jeweils rechts auf rechts aneinander gesteckt und zusammengenäht.
Nach einer kleinen „Anprobe“ wird nun der untere Rand mit Schrägband versäubert. Wer wie ich ein Innenteil vernäht hat, achtet bitte darauf, dass auch wirklich beide Stofflagen vom Bandeinfasser  zwischen das Schrägband gezogen werden. Wer ganz sicher gehen möchte, steppt die beiden Teile vorher knappkantig aneinander. Ich habe es nicht gemacht – ro risk, no fun!
Nun noch schnell ein paar Fäden vernähen und schon ist die Nähmaschinenhülle fertig! Einfach, oder?

Ich bin sehr glücklich mit meiner Nähmaschinenhülle und dem gelungenen Bandeinfasser-Test. Trotzdem blieb die Hülle nach dem Nähen erst mal neben der Maschine liegen. Komisch? Nein! Ich war total im Schrägband-Flow und musste gleich noch eine Wimpelkette aus dem restlichen Band nähen.

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Kommentare zu diesem Artikel

2 Responses

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  • Anke Schlieper

    Hallo Änni, schon das Lesen macht Spaß!

    Die Haube sieht super aus, die Stoffauswahl macht’s elegant!
    Das versuche ich jetzt auch mal, auch schön mit Vlies gepolstert, gibt nicht nur Stand, schützt auch noch. Mal sehen, was mein Materiallager noch so hergibt.

    Vielen Dank!

    P.S.: Und wir diskutieren nicht über den Nutzen von Wimpelketten… 😉

    • Änni

      Liebe Anke, vielen Dank für das Kompliment und viel Spaß beim Nähen der Hülle.
      Die Wimpelkette brauche ich selbstverständlich nur, um dem nun heimatlosen Staub von der Nähmaschine ein neues Zuhause bieten zu können. 😉
      Liebe Grüße
      Änni

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