Kreative Artikel zum Thema Quilten

Ausstellungstipps Januar 2018

Was ich weiß, was ich schwarz …

Das Kunstmuseum im Marstall Paderborn zeigt noch bis zum 4. Februar 2018 die Ausstellung ‘Was ich weiß, was ich schwarz … GRAFIK – OBJEKT – INSTALLATION’, die – ausgehend von Druckgrafiken der städtischen Kunstsammlung, in der große Namen wie z.B. Max Beckmann, George Grosz, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Käthe Kollwitz, Franz Marc, Emil Nolde, Max Pechstein, Christian Rohlfs oder Karl Schmidt-Rottluff versammelt sind – aufzeigt, wie vielfältig und differenziert das Zusammenspiel von Schwarz und Weiß sein kann. Desweiteren werden Werke der jungen Künstlerinnen Daniela Bergschneider (hier geht’s zu meinen früheren Berichten) Franca Brockmann, Susanne Hanus und Annabella Kalisch vorgestellt.

Logo der Ausstellung
© Stadt Paderborn, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Wenn etwas schwarz auf weiß geschrieben steht, gibt es im Allgemeinen keine Zweifel an der Gültigkeit. Die beiden Nichtfarben, Schwarz und Weiß, werden durch alle Kulturen hinweg verwendet, um radikale Unterscheidungen, extreme Gegensätze oder unmittelbar Essentielles zum Ausdruck zu bringen. In den Bildkünsten kann die Reduzierung auf den Kontrast die Wahrnehmung der Welt vereinfachen oder verkürzen, aber auch erweitern und erhellen.


Was ich weiß, was ich schwarz … – Ausstellungsansicht
Foto: Dietmar Walther, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Schwarz und Weiß – das steht im Kontrast zur Buntheit der Natur. Das Weglassen der Farbe ist ein Bruch mit der Wirklichkeit. Losgelöst vom Wert der Naturwahrheit, bietet die künstlerische Arbeit mit Schwarz und Weiß neue Möglichkeiten für eine individuelle und ausdrucksstarke Bildsprache. Weiß und Schwarz sind Licht und Dunkelheit oder stehen auch für Leben und Tod und offenbaren im Kunstwerk eine reizvolle Ästhetik.


Was ich weiß, was ich schwarz … – Ausstellungsansicht
Foto: Dietmar Walther, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die vor rund 100 Jahren in Deutschland entstandenen Holz- und Linolschnitte der expressionistischen Künstler haben nicht nur entscheidend zur Wiederbelebung der Grafik beigetragen, sondern können auch als Geburtsstunde einer radikal farbreduzierten Kunst betrachtet werden. Erstmalig erscheinen reines Schwarz und Weiß als wesentliche Ausdrucksträger. Es entstehen formstarke und flächige Werke, deren kraftvolle Linien sich behaupten und dem Betrachter mit Vehemenz ins Auge springen.

Georg Brandt: Mädchen, 1922
Linolschnitt
© Stadt Paderborn
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Als Kern einer Ästhetik des 20. Jahrhunderts etabliert sich das Schwarz-Weiß bei Kunstschaffenden als beliebtes Gestaltungselement – nicht nur im Bereich der Druckgrafik. Die Sehgewohnheiten werden revolutioniert. Über ein Jahrhundert haben sich Generationen von Künstlern in unterschiedlichen Medien immer wieder mit Schwarz und Weiß auseinandergesetzt.

Neben Druckgrafiken von Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Max Pechstein u.a.m. werden in der Ausstellung Arbeiten von Daniela Bergschneider, Franca Brockmann, Susanne Hanus und Annabella Kalisch präsentiert. Es zeigt sich, dass die Nichtfarben miteinander agieren, einprägsame Ausdrucksqualitäten hervorbringen und eine eigene Bildordnung von schlagartiger Präsenz schaffen.


Was ich weiß, was ich schwarz … – Ausstellungsansicht
Foto: Dietmar Walther, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Bei den textilen Gebilden von Daniela Bergschneider, die an Schwämme, Pilze, Kristalle oder Flechten erinnern, verschwimmt die Grenze zwischen dem Künstlichen und dem Natürlichen. Die Arbeiten scheinen in einem Zwischenstadium ihrer Entwicklung gefangen zu sein und wirken, als könnten sie weiterwachsen und sich vervielfältigen. Sie scheinen an den Wänden entlang zu wandern und Winkel zu besetzen – die Installationen treten in einen Dialog mit dem Raum.


Was ich weiß, was ich schwarz … – Ausstellungsansicht
Foto: Dietmar Walther, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Durch vielfältige Manipulationen, wie Abbinden, Vernähen, Sticken und Erhitzen, überführt Daniela Bergschneider synthetische Materialien in organisch wirkende Kunstwerke. Auf Farbe wird weitgehend verzichtet, sie konzentriert sich auf die Form, wiederholt und variiert sie. Schwarz und Weiß verstärken nicht nur das spannungsreiche Wechselspiel, sondern verweisen zugleich auf den Wachstumsprozess von Werden und Vergehen.


Was ich weiß, was ich schwarz … – Ausstellungsansicht
Foto: Dietmar Walther, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die grossformatigen Bleistiftzeichnungen von Annabella Kalisch schweben zwischen Abstraktion und Figuration. Zu ihren Motiven gehören organisch-amorphe Strukturen und Formen, die an Blumen, Wälder und Gärten erinnern. Inspiriert von Aufenthalten in Botanischen Gärten, entstanden zunächst detaillierte Pflanzenskizzen, dann entwickelte die Künstlerin über abstrahierte Flächen, deren Feinstruktur mal zarter, mal kräftiger angelegt ist, ihre Form. Das Grafit des Bleistifts, welches sie entweder ausradiert, bis es sich nahezu im Weiß des Papiers verflüchtigt oder übereinander lagert, bis der Eindruck einer dunklen ledrigen Haut entsteht, ist Ausdrucksträger.


Was ich weiß, was ich schwarz … – Ausstellungsansicht
Foto: Dietmar Walther, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Manche Werke wirken wie Bildpaare – durch Vertauschen von Schwarz und Weiß entstehen Positiv und Negativ. Die Grautöne scheinen einen Zwischenraum von Traum und Wirklichkeit hervorzurufen, an manchen Stellen scheinbar auch über den Bildrand hinausgehend. Der Betrachter könnte an einen Mikro-, aber auch an einen Makrokosmos denken – diese Rätselhaftigkeit macht es möglich, in ihre fantastischen Welten einzutauchen.


Was ich weiß, was ich schwarz … – Ausstellungsansicht
Foto: Dietmar Walther, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die mit schwarzer Druckfarbe beschichteten Holzschnitte von Susanne Hanisch sind nicht für den Abzug auf Papier vorgesehen, wie man es von der traditionellen Druckgrafik her kennt. Vielmehr erweitert sie die klassisch zweidimensionale Technik in den Raum, indem die geschnittenen Platten zu mehrteiligen Objekten – an einen Paravent erinnernd – zusammengesetzt und aufgestellt werden.


Was ich weiß, was ich schwarz … – Ausstellungsansicht
Foto: Dietmar Walther, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das Werk ‘Grundtöne der Stille’ zeigt mehrere Szenen gleichzeitig, deren räumliches Verhältnis zueinander nicht geklärt ist. Die einzelnen Motive beziehen sich auf die Themen Familie und Häuslichkeit. Zwei Friesbänder (unten und oben) verorten die Szenen im irdischen Leben. Auf der Rückseite der Tafeln finden sich Textzitate aus Gespächen.


Was ich weiß, was ich schwarz … – Ausstellungsansicht
Foto: Dietmar Walther, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Werke von Franca Brockmann präsentieren sich zum einen in der Fläche, wie in der Druckgrafik ‘Days of missing’ und zum anderen im Raum, wie in der Installation ‘ohne Titel’. Nahezu alle ihre künstlerischen Arbeiten beginnen als Notiz einer vagen Idee. Diese Ideenskizzen werden oft zum Bestandteil des Werks, so dass der künstlerische Prozess selbst zum Thema wird. So auch bei der Installation ‘ohne Titel’: Die zerrissenen Skizzen sind wieder zusammengeklebt und in eine Ordnung gebracht, was im Kontrast zum kreativen Schaffensakt und zu den unruhig aneinanderstoßenden Kaffeetassen steht.


Was ich weiß, was ich schwarz … – Ausstellungsansicht
Foto: Dietmar Walther, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Über das Bett und bis auf den Boden breiten sich die Tassen aus. Es ist die Unruhe, die man empfindet, wenn man zu viel Kaffee trinkt. Das Kribbeln unter der Haut, wenn man zu viel nachdenkt oder auf jemanden wartet und nicht schlafen kann. Ruhe und Unruhe, Ordnung und Chaos bestimmen die Rauminstallation. Hinzu kommen die unterschiedlichen haptischen Qualitäten der verwendeten Materialien, die in Gegensätzen zueinander stehen: z.B. weich (Stoff) und hart (Porzellan). Durch die Verwendung von Schwarz und Weiß manifestiert sich die Polarität der Installation.

Info:

9. September 2017 – 4. Februar 2018

Was ich weiß, was ich schwarz …
GRAFIK – OBJEKT – INSTALLATION

Kunstmuseum im Marstall Paderborn
Schloss-Neuhaus
Im Schlosspark 9
33104 Paderborn
Deutschland

www.paderborn.de

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Pae White – Spacemanship

Am 18. November 2017 öffnete die Moderne Galerie des Saarlandmuseums nach eineinhalb Jahren baubedingter Schliessung wieder ihre Pforten: mit einem lang ersehnten Erweiterungsbau, der rund 1.500 m² zusätzliche Ausstellungsfläche und acht Säle unterschiedlicher Proportion bietet – im Zentrum ein 14 Meter hoher Raum als aussergewöhnlicher Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst.

Plakat

Zur Wiedereröffnung der Modernen Galerie realisiert Pae White eine spektakuläre Ausstellung: ‘Spacemanship’, die bisher grösste Manifestation ihrer Kunst in Europa, komponiert ausschliesslich aus Werken, die eigens für diesen Anlass und für diesen Ort konzipiert und realisiert wurden. Dabei lotet die Künstlerin auf überraschende Weise die Möglichkeiten aus, die der grosszügig geschnittene Erweiterungsbau des Museums bietet.

Ausstellungsansicht Pae White, Moderne Galerie 2017
© galerie neugerriemschneider Berlin/Pae White.
Foto: Saarlandmuseum/Tom Gundelwein
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der hohe, kathedralartige Raum in seinem Zentrum verwandelt sich dank ihrer künstlerischen Setzungen in ein gewaltiges Gefäss aus pulsierenden Formen und Farben: einerseits ganz gegenwärtig und andererseits ganz aus der Wirklichkeit entrückt. Die eigentümliche Magie von Whites Arbeit, die traditionelles und kunstvolles Handwerk mit ungewöhnlichen Materialien und Prozessen kombiniert, ist selten so eindringlich erfahrbar gewesen.

Aussenansicht Moderne Galerie
© Hans-Christian Schink
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Pae White (geboren 1963 in Pasadena/USA, lebt und arbeitet in Los Angeles) zählt zu den renommiertesten Künstlerinnen der Gegenwart. Ihr Schaffen entzieht sich gängigen Kategorien und ebnet, indem es die als selbstverständlich geltenden Grenzen zwischen Kunst, Architektur und Design aufhebt, neuen Formen der Wahrnehmung den Weg. White ist Teilnehmerin der wichtigsten Biennalen und Triennalen für zeitgenössische Kunst, etwa der 53. Biennale von Venedig 2009 und der Whitney-Biennale in New York 2010. Ihr faszinierendes Werk ist weltweit von den bedeutendsten Museen gewürdigt worden, etwa vom Museum für Angewandte Kunst in Wien (2012), vom Art Institute of Chicago (2011) und vom Hirshhorn Museum in Washington (2007).

Info:

Pae White – Spacemanship

18. November 2017 – 18. März 2018

Saarlandmuseum
Moderne Galerie
Bismarckstrasse 11-15
66111 Saarbrücken
Deutschland

www.kulturbesitz.de

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Macht Handarbeiten glücklich?
Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung

Im Stadtmuseum Hornmoldhaus in Bietigheim-Bissingen läuft – wie hier bereits angekündigt – derzeit die Sonderausstellung ‘Macht Handarbeiten glücklich? Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung’, die der neuen Lust am Selbermachen Rechnung trägt, auch einen Blick in die Geschichte wirft und mit Beispielen des modernen textilen Kunsthandwerks aufwartet.

Flyer

In einem geschichtlichen Teil spürt die Sonderausstellung den Entwicklungen vorwiegend weiblicher Handarbeiten seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert nach und …

Blick in die Ausstellung ‘Macht Handarbeiten glücklich? – Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung’ im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Gudrun Heinz, mit freundlicher Erlaubnis des Museums

… macht dies an einer Vielzahl von Exponaten – von der Ausstattung für Puppenküchen …

… Ausstattung für die Puppenstube, um 1900
gehäkelt, mit Zuckerwasser gestärkt
Gertrud Bolay, Asperg
Ausstellung ‘Macht Handarbeiten glücklich? – Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung’ im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Gudrun Heinz, mit freundlicher Erlaubnis des Museums

… über Unterrichtsmaterialien quer durch die Zeiten, verschiedenstem Zubehör …

Nähaccessoires in Hasenform
alle Objekte um 1860
Sammlung Inge Hase, Stuttgart
Ausstellung ‘Macht Handarbeiten glücklich? – Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung’ im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Gudrun Heinz, mit freundlicher Erlaubnis des Museums

… vielen Beispielen, die in den unterschiedlichsten Handarbeitstechniken gefertigt wurden …

Blick in die Ausstellung ‘Macht Handarbeiten glücklich? – Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung’ im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Gudrun Heinz, mit freundlicher Erlaubnis des Museums

… bis hin zu einem Tuch in der Grösse eines Überwurfs für ein Doppelbett mit Durchbruchstickerei und Nadelspitzen, um nur einiges zu nennen – deutlich.

Viele Ranken und Blüten des Tuchs wurden in Richelieustickerei gestaltet, andere im Vierseitstich gestickt, einer Technik, die vor allem bei Dresdner Spitzen verwendet wurde. Im Unterschied zu den Spitzenelementen wurde weitere Blüten in Hochstickerei ausgeführt, bei der die Motive durch Übersticken reliefartig modelliert wurden.
Ausstellung ‘Macht Handarbeiten glücklich? – Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung’ im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Gudrun Heinz, mit freundlicher Erlaubnis des Museums

Dem werden Arbeiten …

Creative Bubble ‘Yummy’-Spülschwämme
2017
gehäkelt
Labyrinth Basteln + Handarbeiten, Besigheim
Ausstellung ‘Macht Handarbeiten glücklich? – Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung’ im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Gudrun Heinz, mit freundlicher Erlaubnis des Museums

… aus dem zeitgenössischen Bereich des textilen Schaffens gegenübergestellt.

Valentina Sobotta, Bielefeld: Gehäkelte Kakteen und Sukkulenten, Detail
2017
DIY-Idee als Dekoelement
Ausstellung ‘Macht Handarbeiten glücklich? – Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung’ im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Gudrun Heinz, mit freundlicher Erlaubnis des Museums

Hier findet man z.B. aus dem Kunsthandwerk einen in Leinenbindung gewebten Schal, kombiniert mit einer schönen Mustervariation ähnlich dem Gänseaugenköper …

Erika Beyreuther, Gemmrigheim: Schal, Detail
2017
Webarbeit aus handgefärbter Seide auf Wollkette
Ausstellung ‘Macht Handarbeiten glücklich? – Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung’ im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Gudrun Heinz, mit freundlicher Erlaubnis des Museums

… aber auch Werke, die keinem funktionalen Gedanken mehr folgen.

Blick in die Ausstellung ‘Macht Handarbeiten glücklich? – Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung’ im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Gudrun Heinz, mit freundlicher Erlaubnis des Museums

Häkeln, Stricken, Sticken, Klöppeln usw. werden neu interpretiert …

Madame Tricot (Dominique Kähler Schweizer, CH): The Fridge
2012-2017
Wolle, gestrickt
Kühlschrank Electrolux um 1940
Landesmuseum Württemberg, Museum für Volkskultur, Waldenbuch
Ausstellung ‘Macht Handarbeiten glücklich? – Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung’ im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Gudrun Heinz, mit freundlicher Erlaubnis des Museums

… als künstlerische Ausdrucksmittel eingesetzt.

Madame Tricot (Dominique Kähler Schweizer, CH): The Fridge, Detail
2012-2017
Wolle, gestrickt
Kühlschrank Electrolux um 1940
Landesmuseum Württemberg, Museum für Volkskultur, Waldenbuch
Ausstellung ‘Macht Handarbeiten glücklich? – Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung’ im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Dr. Wolfgang Heinz, mit freundlicher Erlaubnis des Museums

Dass sich die Bedeutung gewandelt hat bzw. sich im Wandeln befindet, wird auch durch die informativen Saaltexte verdeutlicht. Alles in allem eine Ausstellung nicht nur für Liebhaber von Handarbeiten und für solche, die es werden wollen, sondern auch für Freunde an textiler Kunst.

Margarethe Hofheinz-Döring (1909-1994): Hänsel und Gretel, Detail
1967
Strukturbild, Öl und Textil auf Holz
Galerie Brigitte Mauch, Göppingen
Ausstellung ‘Macht Handarbeiten glücklich? – Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung’ im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Gudrun Heinz, mit freundlicher Erlaubnis des Museums

Während der Laufzeit kommen insgesamt drei wechselnde Kabinettausstellungen hinzu, die den Besuchern aktuelle Textilkunst vorstellen.

Friederike Hoerst-Röhl in ihrer Ausstellung ‘Quilts – Handwerk und Kunst II’, Textile Werke von Friederike Hoerst-Röhl im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Gudrun Heinz, mit freundlicher Erlaubnis der Künstlerin und des Museums

Den Anfang machten, wie bereits berichtet, Arbeiten von Friederike Hoerst-Röhl unter dem Titel ‘Quilts – Handwerk und Kunst II’, die noch bis zum 14. Januar 2018 zu sehen sind.

Blick in die Ausstellung ‘Quilts – Handwerk und Kunst II’, Textile Werke von Friederike Hoerst-Röhl im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Dr. Wolfgang Heinz, mit freundlicher Erlaubnis der Künstlerin und des Museums

Ich habe mich sehr gefreut, eingeladen worden zu sein, anlässlich der Vernissage am 24. November 2017 die einführenden Worte zu sprechen und habe einige Fotos mitgebracht.

Blick in die Ausstellung ‘Quilts – Handwerk und Kunst II’, Textile Werke von Friederike Hoerst-Röhl im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Dr. Wolfgang Heinz, mit freundlicher Erlaubnis der Künstlerin und des Museums

Die in Bietigheim-Bissingen lebende Textilkünstlerin zeigt eine ganze Palette unterschiedlicher Arbeiten.

Friederike Hoerst-Röhl: Froschquilt
2010
Ausstellung ‘Quilts – Handwerk und Kunst II’, Textile Werke von Friederike Hoerst-Röhl im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Dr. Wolfgang Heinz, mit freundlicher Erlaubnis der Künstlerin und des Museums

Da ist z.B. der Art Quilt ‘Matriarchat hinter Gittern’ …

Blick in die Ausstellung ‘Quilts – Handwerk und Kunst II’, Textile Werke von Friederike Hoerst-Röhl im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Gudrun Heinz, mit freundlicher Erlaubnis der Künstlerin und des Museums

… mit dem sie an der vom Verein Quiltkunst e.V. organisierten und ab 2013 gezeigten Ausstellung grossformatiger Quilts …

Friederike Hoerst-Röhl: Matriarchat hinter Gittern, Detail
Ausstellung ‘Quilts – Handwerk und Kunst II’, Textile Werke von Friederike Hoerst-Röhl im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Gudrun Heinz, mit freundlicher Erlaubnis der Künstlerin und des Museums

… unter dem Titel ‘Konzepte in Stoff. 22 textile Positionen’ (Berichte darüber findet man hier) teilnahm und der sich mit der Frage nach der Stellung der Frau in der Gesellschaft beschäftigt.

Friederike Hoerst-Röhl: Meerjungfisch
Ausstellung ‘Quilts – Handwerk und Kunst II’, Textile Werke von Friederike Hoerst-Röhl im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Gudrun Heinz, mit freundlicher Erlaubnis der Künstlerin und des Museums

Oder die 2007 entstandene Arbeit ‘Meerjungfisch’ …

Friederike Hoerst-Röhl: Meerjungfisch, Detail
Ausstellung ‘Quilts – Handwerk und Kunst II’, Textile Werke von Friederike Hoerst-Röhl im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Gudrun Heinz, mit freundlicher Erlaubnis der Künstlerin und des Museums

… oder ‘Lores Fliegender Teppich’, ebenfalls Teilnehmer an den ’22 textilen Positionen’, der dem Andenken einer lieben Nachbarin der Künstlerin gewidmet ist.

Friederike Hoerst-Röhl: Das letzte Hemd trägt Fetzen von Erinnerung (li), Lores Fliegender Teppich (re)
Ausstellung ‘Quilts – Handwerk und Kunst II’, Textile Werke von Friederike Hoerst-Röhl im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Gudrun Heinz, mit freundlicher Erlaubnis der Künstlerin und des Museums

‘Das letzte Hemd trägt Fetzen von Erinnerung’ wurde von einer international besetzten Jury für die Ausstellung der 5. Europäischen Quilt-Triennale 2012 ausgewählt. Es beschäftigt sich mit dem Thema, was letztlich von einem Leben bleibt und stellt die Frage: Woran erinnern sich die Hinterbliebenen?

Friederike Hoerst-Röhl: Das letzte Hemd trägt Fetzen von Erinnerung
Ausstellung ‘Quilts – Handwerk und Kunst II’, Textile Werke von Friederike Hoerst-Röhl im Stadtmuseum Hornmoldhaus, Bietigheim-Bissingen
Foto: Gudrun Heinz, mit freundlicher Erlaubnis der Künstlerin und des Museums

Friederike Hoerst-Röhls Ausstellung wird ab dem 19. Januar 2018 von einer neuen Kabinettausstellung ‘Mädchen und Frauen sticken in Afghanistan’ abgelöst.

Einladung

Das Frauenstickprojekt ‘Laghmani’ wurde im Jahr 2004 durch die Initiatorin Pascale Goldenberg und die Deutsch-Afghanische Initiative ins Leben gerufen. Handstickereien haben in Afghanistan eine lange Tradition, die mit diesem Projekt nicht nur aufrechterhalten, sondern auch von Generation zu Generation weitergegeben wird. Das Projekt gibt den Frauen die Möglichkeit, durch ihre Kunstfertigkeit Geld zu verdienen, um so das Leben der Familie zu verbessern. Es entstehen beispielsweise Stickquadrate, die in Europa erworben werden können. Die Erwerberinnen können die Stickereien in eigene Arbeiten integrieren, sie haben aber auch die Möglichkeit, an einem der verschiedenen Wettbewerbe teilzunehmen, die Pascale Goldenberg in Kooperation mit weiteren Veranstaltern immer wieder organisiert und über die ich hier schon wiederholt berichtete. Damit wird das Einkommen der afghanischen Stickerinnen gesichert und zudem zwei Kulturen miteinander verbunden.

Einladung – Rückseite

Pascale Goldenberg wird während der Vernissage am Freitag, 19. Januar 2018 das transkulturelle Projekt vorstellen, bevor sich ein Ausstellungsrundgang anschliesst.

Info:

19. November 2017 – 22. April 2018

Macht Handarbeiten glücklich?
Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung

Stadtmuseum Hornmoldhaus
Hauptstrasse 57
74321 Bietigheim-Bissingen
Deutschland

www.stadtmuseum.bietigheim-bissingen.de

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Fr: 13.45 – 17.45 Uhr
Do: 13.45 – 19.45 Uhr
Sa, So und feiertags: 10.45 – 17.45 Uhr

Montags und am Karfreitag geschlossen

Eintritt frei

Flyer

Quilts – Handwerk und Kunst II
Textile Werke von Friederike Hoerst-Röhl

24. November 2017 – 14. Januar 2018

Ausstellung im Stadtmuseum Hornmoldhaus

Werkstattgespräch mit der Künstlerin:
Do, 11. Januar 2018, 10.30 Uhr

19. Januar – 25. Februar 2018

Mädchen und Frauen sticken in Afghanistan
Transkulturelles Projekt mit Pascale Goldenberg

Ausstellung im Stadtmuseum Hornmoldhaus

Vernissage:
Fr, 19. Januar 2018, 17 Uhr
Trauzimmer in der Lateinschule, Hauptstrasse 61, 74321 Bietigheim-Bissingen

Projektvorstellung: Pascale Goldenberg
anschliessend: Ausstellungsrundgang

Einladungskarte

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LEDER.WELT.GESCHICHTE.
100 JAHRE DEUTSCHES LEDERMUSEUM (1917-2017)

Anlässlich seines 100. Geburtstags zeigt das Deutsche Ledermuseum derzeit die sehenswerte Ausstellung ‘LEDER.WELT.GESCHICHTE.’, deren Laufzeit aufgrund der grossen Besucherresonanz bis zum 13. Mai 2018 verlängert werden wird.

Minnekästchen, verm. Italien, 14. Jahrhundert.
© DLM/C. Perl-Appl
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das Deutsche Ledermuseum wäre ohne die Industriestadt Offenbach am Main nicht denkbar gewesen. Aus einem ursprünglich handwerklich geprägten Luxusgewerbe entwickelte sich im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine moderne Leder- und Lederwarenindustrie, die ihren Höhepunkt in den 1920er Jahren erreichte. Beispiele aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind das ‘Offenbacher Herzchen’, ein beliebter Exportartikel, oder eine Brieftasche mit Überschlag.

Offenbacher Herzchen, Etui für drei Flakons, Offenbach am Main, um 1870;
Brieftasche mit Überschlag, Offenbach am Main, um 1785.
© DLM/C. Perl-Appl
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im Jahr 1917 wurde das Museum von Hugo Eberhardt als Vorbildsammlung – wie z.B. handwerklich erstklassig gearbeitete Objekte der Wiener Werkstätte, die 1903 antrat, das Kunstgewerbe zu erneuern – für die Ausbildung junger Gestalter, Handwerker und Lederwarenproduzenten in Offenbach am Main gegründet.

Damenhandtasche und Unterarmtasche, Josef Hoffmann, Wiener Werkstätte, Wien, 1911.
© DLM/C. Perl-Appl
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Bis heute konnten mehr als 30.000 Objekte aus allen Kulturen und Epochen zusammengetragen werden. Damit ist das Deutsche Ledermuseum die grösste und weltweit einzige Einrichtung, die ausschliesslich alles rund um das Material Leder und artverwandte Materialien sammelt und dokumentiert.

‘Rebellin Goldlotos Dong auf ihrem Pferd’, Ausschnitt aus dem Schattenspielsatz ‘Der Überfall in den Bergen, oder: Die erzwungene Heirat’, Sichuan, China, 18. Jahrhundert (Qianlong-Dynastie).
© DLM/C. Perl-Appl
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ausgewählte Objekte der Sammlung des DLM aus unterschiedlichen Zeiten und Erdteilen, wie Schuhe und Kleidungsstücke …

Parka, Aleuten, Arktis, vor 1874.
© DLM/C. Perl-Appl
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… Koffer und Taschen …

Schlangenledertasche, Ludwig Enders, Offenbach am Main, 1930er Jahre.
© DLM/C. Perl-Appl
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… aber auch eine Puppe aus Alaska, zeigen die Bedeutung des Leders als Begleiter durchs Leben und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Materials auf.

Goethes Hutschachtel und die Hausschuhe von Ulrike von Levetzow berichten zudem von einer unerfüllten Liebe.

Zylinderhutschachtel von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), mit der er in seinen letzten Lebensjahren reiste;
Hausschuhe von Ulrike von Levetzow, Goethes letzter (unerfüllter) Liebe.
© DLM/C. Perl-Appl
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im Jubiläumsjahr wurde der begonnene Weg eines Querdenkens über alle drei Sammlungsbereiche – ‘Angewandte Kunst’, ‘Ethnologie’ und ‘Deutsches Schuhmuseum’ – fortgesetzt. Durch eine programmatische Neuausrichtung und eine zeitgemässe Präsentation werden die grossartigen Schätze des Museums neu erfahrbar gemacht.

Kindertrage der Comanche, südliche Plains, Nordamerika, 1890.
© DLM/C. Perl-Appl
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ein Reisekorb aus dem 17. Jahrhundert befand sich einst im Besitz von Papst Clemens IX., während die Reisetasche aus papierähnlichem Vliesstoff aus Polyethylenfasern der Designerin Saskia Diez eine trendige Alternative zu herkömmlichen Ledertaschen darstellt.

Reisekörbchen Papst Clemens IX., Rom, 17. Jahrhundert;
‘off white PAPIER 135g’, Reisetasche, Saskia und Stefan Diez, Deutschland, 2010.
© DLM/C. Perl-Appl
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im Mittelpunkt der Ausstellung ‘LEDER.WELT.GESCHICHTE.’ stehen die herausragenden Objekte der Sammlung, aus deren umfangreichen Beständen – sowohl aus der ständigen Präsentation als auch aus den verschiedenen Magazinen des Museums – über 130 Exponate gezeigt werden.

Gin-Lien-Schuhe, China, um 1900;
Mandschu-Stelzschuhe, China, Anfang 19. Jahrhundert.
© DLM/C. Perl-Appl
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Auswahl erfolgte im Hinblick auf die kulturhistorische oder ästhetische Bedeutung, aber auch unter dem Gesichtspunkt, mit diesen Artefakten Geschichten aus verschiedenen Zeiten und Ländern zu erzählen.

Ersatzschuh, Deutschland, 1914-1918;
Damenhandtasche, Offenbach am Main, 1914-1918.
© DLM/C. Perl-Appl
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Auf insgesamt 600 qm stellt das Deutsche Ledermuseum eine völlig neue Ausstellungsarchitektur mit einer eigens dafür entwickelten Präsentationsform vor.

Siedlerfrauenkleid, Nordamerika, 1875-1880;
Festkleid der Lakota, Nordamerika um 1870.
© DLM/C. Perl-Appl
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In vier übergeordneten Themengruppen – ‘Die Lederstadt Offenbach am Main’, ‘Mit Leder leben’, Leder macht Geschichte’ und ‘Leder öffnet Welten’ – werden vielfältige Einblicke in die Welt des Leders und dessen Funktions- und Gestaltungsweisen vermittelt.

Stiefel Kaiserin Elisabeth, Österreich, 1865;
Brautstiefel Fürstin Pauline von Metternich, Frankreich, um 1860.
© DLM/C. Perl-Appl
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung setzt auf spannende Dialoge und Querverweise, indem sie Objektpaare oder Gruppen bildet und will damit auf Verbindendes wie Widersprüchliches aufmerksam machen. So trifft der erste Ankauf des Museumsgründer Hugo Eberhardt im Jahr 1912, eine Tiroler Truhe aus dem 16. Jahrhundert, auf die letzte Erwerbung, ein Rupfenspielzeug mit Lederbesatz von 1970 aus der ehemaligen DDR.

Erster Ankauf (1912): Tiroler Truhe, Südtirol, 16. Jahrhundert;
Jüngster Ankauf (2017): Nashorn, Rupfenspielzeug, DDR, 1970.
© DLM/C. Perl-Appl
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das älteste Exponat der Sammlung, ein ägyptisches Rohhautgefäss, wird zusammen mit einem der jüngsten, einem edlen, mit Leder überzogenen Kopfhörer, präsentiert.

Ältestes Objekt: Rohhautgefäss, Gebelein, Ägypten, 4. Jahrtausend v. Chr.;
Eines der jüngsten Objekte: Kopfhörer, Master & Dynamic, New York, 2014.
© DLM/C. Perl-Appl
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Darüber hinaus gibt die Ausstellung Einblicke in die Museums- und Sammlungsgeschichte. So verweist beispielsweise eine leere Vitrine, in der über viele Jahre Schrumpfköpfe indigener Völker gezeigt wurden, auf die aktuelle Diskussion über den korrekten Umgang mit diesen menschlichen Artefakten. Verschiedene Ausstellungsansichten zeigt die Website des Museums.

Punker-Lederjacke, Deutschland, 1980er Jahre;
Polizeijacke, Striwa International, Deutschland, 1980.
© DLM/C. Perl-Appl
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Lederarbeiten aus der ganzen Welt verweisen auf Entwicklungen und wechselseitige Einflüsse und verraten viel über deren Entstehungszeit und -kultur, so z.B. religiöse in Leder gebundene Objekte oder Ritualmasken aus Afrika, die in Europa zu einer begehrten Sammlerware avancierten.

Stülpmaske der Tabwa, Dem. Rep. Kongo, o.J.
© DLM/C. Perl-Appl
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Vielseitigkeit und Formbarkeit des Leders wurde überall auf der Welt und seit Urzeiten verwendet, um Macht zu demonstrieren, Kriege zu führen, bestehende Ordnungen zu verteidigen oder in Frage zu stellen. Schilde und Rüstungen, wie das Exemplar eines japanischen Samurai, belegen einerseits die Widerstandsfähigkeit und Schutzfunktion des Leders, stellten aber andererseits die eigene Überlegenheit sowohl auf dem Schlachtfeld als auch in Friedenszeiten prunkvoll zur Schau.

Samurai-Rüstung, Japan, o.J.
© DLM/C. Perl-Appl
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Exponate wurden für die Ausstellung im Restaurierungsatelier des Museums konservatorisch sorgfältig aufbereitet und fotografiert.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

Info:

16. September 2017 – 13. Mai 2018

Leder.Welt.Geschichte.
100 JAHRE DEUTSCHES LEDERMUSEUM (1917-2017)

Deutsches Ledermuseum
Frankfurter Strasse 86
63067 Offenbach am Main
Deutschland

www.ledermuseum.de

Flyer

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Louise Dahl-Wolfe
A Style of Her Own

Das Londoner Fashion and Textile Museum stellt derzeit in einer über 100 Arbeiten umfassenden Retrospektive die Mode- und Portraitfotografie der amerikanischen Fotografin Louise Dahl-Wolfe (1895–1989) in den Fokus der Ausstellung ‘Louise Dahl-Wolfe – A Style of Her Own’. Ausserdem zeigt man, um das 70. Jubiläum des Mode-Hauses Christian Dior zu feiern, eine kleine Auswahl an originaler Dior-Mode aus der ständigen Sammlung des Museums,  Entwürfe von Christian Dior, Yves Saint Laurent und Marc Bohan aus der Zeit von 1954 bis 1967.

Liz Gibbons as Photographer, 1938.
Photograph by Louise Dahl-Wolfe.
Collection Staley Wise Galley.
© 1989 Center for Creative Photography, Arizona Board of Regents
All Rights Reserved
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Louise Dahl-Wolfe, die als Tochter von aus Norwegen eingewanderten Eltern zunächst an der California School of Fine Arts studierte und sich in den 1920er Jahren für die Fotografie zu interessieren begann, zählt zu den wichtigsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts – ganz besonders als Pionierin auf dem Gebiet der Modefotografie – und wurde vor allem mit ihren Arbeiten für das Modemagazin ‘Harper’s Bazaar’, für das sie von 1936 bis 1958 tätig war, bekannt.

Looking at Matisse, Museum of Modern Art, 1939.
Photograph by Louise Dahl-Wolfe.
Collection Staley Wise Galley.
© 1989 Center for Creative Photography, Arizona Board of Regents
All Rights Reserved
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ab den 1930er Jahren konzentrierte sie sich ganz auf die Fotografie und entwickelte einen eigenen Stil, der das Bild der modernen, unabhängigen Frau zeichnet. Vor allem fotografierte sie im Freien mit natürlichem Licht – in dieser Zeit ein Novum – und später auch in Farbe. Ihre Arbeit in den dreissiger, vierziger und fünfziger Jahren führte nicht nur zu einem zwanglosen Zugang zur Mode, sondern übte auch enormen Einfluss auf Richard Avedon, Irving Penn, Horst P. Horst und andere Grössen der Modefotografie, die folgten, aus.

Opening Day for Trade Buyers, Dior’s,1946.
Photograph by Louise Dahl-Wolfe.
Collection Staley Wise Galley.
© 1989 Center for Creative Photography, Arizona Board of Regents
All Rights Reserved
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung beinhaltet auch zahlreiche Portraits, die Louise Dahl-Wolfe von Persönlichkeiten aus der Zeit, wie z.B. Jean Cocteau oder Colette und von Hollywood-Stars, wie Bette Davis, Orson Welles und Vivien Leigh in den 1930er Jahren oder James Cagney und Veronica Lake in den 1940er Jahren schuf.

Twins at the Beach, Nassau, 1949.
Photograph by Louise Dahl-Wolfe.
Collection Staley Wise Galley.
© 1989 Center for Creative Photography, Arizona Board of Regents
All Rights Reserved
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Louise Dahl-Wolfe arbeitete mit aussergewöhnlichen Models, schuf unverwechselbare Looks für sie und brachte so wohl die erste Generation von ‘Supermodels’ hervor. Insbesondere ihrem Cover-Shoot für die Ausgabe von ‘Harper’s Bazaar’ vom März 1943 wird die Entdeckung von Lauren Bacall zugeschrieben, die zu ihrer Filmkarriere in Hollywood führte.

Suzy Parker in Dior Hat, Tuileries, Paris, 1950.
Photograph by Louise Dahl-Wolfe.
Collection Staley Wise Galley.
© 1989 Center for Creative Photography, Arizona Board of Regents
All Rights Reserved
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In einer Zeit, in der europäische Eleganz die Norm war und die Mode oft förmlich und gestelzt wirkte, kam sie zur Modefotografie. Louise Dahl-Wolfe, die auch ein aussergewöhnliches Auge für Farbe hatte, reiste für die Aufnahmen zu ausgesuchten Locations und obwohl ihre Fotografien frisch und spontan erscheinen, wurden sie immer sorgfältig geplant in Szene gesetzt.

Suzy Parker by the Seine, Costume by Balenciaga, 1953.
Photograph by Louise Dahl-Wolfe.
Collection Staley Wise Galley.
© 1989 Center for Creative Photography, Arizona Board of Regents
All Rights Reserved
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Louise Dahl-Wolfes Vision – entspannt, intim und unbestreitbar amerikanisch – war etwas Neues, Modernes. Die Layouts der Magazine füllten sich nach und nach mit Bildern von Pariser Couture an gutaussehenden Körpern, einen Eindruck von erfrischender natürlicher Gesundheit vermittelnd, aber nichtdestotrotz chic. Darüber hinaus griff sie einen neuen Aspekt der amerikanischen Mode auf: Kleidung, die lässig und bequem wirkte und die einen unglaublich aktiven und unabhängigen Lifestyle der Frau widerspiegelte.

Night-Sailing Coats, 1955.
Photograph by Louise Dahl-Wolfe.
Collection Staley Wise Galley.
© 1989 Center for Creative Photography, Arizona Board of Regents
All Rights Reserved
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das Hauptaugenmerk der Ausstellung liegt auf der Zeit von 1936 bis 1958, als die Fotografin die führende Mitarbeiterin bei ‘Harper’s Bazaar’ war, in der sie mit Persönlichkeiten wie dem Herausgeber Carmel Snow, der legendären Modeikone Diana Vreeland und dem Designer Alexey Brodovitch zusammenarbeitete. ‘Von dem Moment an, als ich zum ersten Mal ihre Farbfotos sah,’ erklärte Carmel Snow, ‘wusste ich, dass ‘Harper’s Bazaar’ endlich so aussehen würde, wie ich mir das instinktiv vorgestellt hatte’.

Harper’s Bazaar Cover, June 1953.
Jean Patchett Fashion: Shorts and short square jacket by Clare Potter at the Alhambra, Spain.
Photograph by Louise Dahl-Wolfe
© 1989 Center for Creative Photography, Arizona Board of Regents.
Courtesy: Terence Pepper Collection
All Rights Reserved
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In den 22 Jahren, die Louise Dahl-Wolfe für ‘Harper’s Bazaar’ arbeitete, entstanden Aufnahmen für 86 Titelblätter des Magazins, 600 Farb- und über 2.000 Schwarz-Weiss-Fotografien.

Zur Ausstellung, die noch bis zum 21. Januar 2018 läuft, ist ein Katalog erhältlich.

Info:

20. Oktober 2017 – 21. Januar 2018

Louise Dahl-Wolfe
A Style of Her Own

Fashion and Textile Museum
83 Bermondsey Street
London SE1 3XF
UK

www.ftmlondon.org

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Die Pracht der Tracht
Schweizer Trachten in Kunst und Kunstgewerbe

Das Kunstmuseum Solothurn besitzt mehrere Hauptwerke, in denen die Tracht als Bildmotiv auftritt. Dazu gehören vor allem Beispiele der Schweizer Malerei um 1900 wie das monumentale Gemälde ‘Richesse du soir’ (1899) von Cuno Amiet (1868-1961) …

Cuno Amiet: Richesse du soir, 1899
Öl auf Leinwand, 195 x 249 cm
Depositum der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur, Kunstmuseum Solothurn
© Nachlass Cuno Amiet, Margrit Thalmann und Daniel Thalmann
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… oder ‘Mädchen aus dem Haslital’ (um 1906) von Max Buri (1868-1915).

Max Buri: Mädchen aus dem Haslital, um 1906
Öl auf Leinwand, 61 x 49 cm, Dübi-Müller Stiftung, Kunstmuseum Solothurn
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Anlass der Ausstellung ist die Häufigkeit und Vielfalt von Trachten-Darstellungen in der Schweizer Kunst, für deren Vermittlung sich das Kunstmuseum Solothurn besonders einsetzt. Eine zusätzliche Motivation für die Behandlung des Themas bietet die Popularität, die volkstümliche Anlässe wie Schwingfeste oder Trachtenumzüge derzeit finden. Darin kann sich ein nostalgischer Bezug auf die eigene Region und Tradition spiegeln, der als Gegenreaktion aber nicht nur heute, in Zeiten der Globalisierung, sondern schon zu früheren Zeiten wirksam wird. Die Ausstellung zeigt darum nicht nur ein Panorama der Trachten-Darstellung von der Romantik bis heute, sondern fragt anhand von Exponaten aus Kunst und Kunstgewerbe, aus Film und Werbung nach den gesellschaftlichen und historischen Gründen ihres wechselnden
Auftretens.

Giovanni Segantini: Bünderin am Brunnen, 1887
Öl auf Leinwand, 177 x 122 cm, Otto Fischbacher
Giovanni Segantini Stiftung / Segantini Museum, St. Moritz
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Nicht von ungefähr kommt es zu einer Häufung von Trachten-Bildern in Zeiten, die in der Schweiz und ganz Europa von nationalistischen Tendenzen geprägt sind. Viele Exponate stammen aus dem späten 18. Jahrhundert oder dem Jugendstil, andere aus den 1930er Jahren, deren Lebensgefühl in der Schweiz mit dem Begriff ‘Landi-Geist’ umschrieben wird. Dieser bezieht sich auf die Schweizerische Landesausstellung von 1939, an der die ‘geistige Landesverteidigung’ mit traditionell und regional geprägten Bildern wie der Tracht beschworen wird. Ebenso naheliegend scheint es, dass zeitgenössische Kunstschaffende mit ihren Werken auf die neue Popularität des Volkstümlichen reagieren, um dem biederen Image des traditionellen Gewandes ironisch oder sinnlich zu entgegnen.

Gottlieb E. Rittmeyer: Stubete auf Alp Sol, 1865
Öl auf Leinwand, 114 x 142 cm, Kunstmuseum St. Gallen
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die von Marcel Just und Christoph Vögele kuratierte Ausstellung ‘Pracht der Tracht’, die noch bis zum 7. Januar 2018 läuft, erstreckt sich über alle sieben Säle der beiden Parterre-Flügel des Kunstmuseums Solothurn. Die Platzierung der rund 200 Exponate folgt sowohl chronologischen wie inhaltlichen Überlegungen. Neben Bildnissen sind auch viele Genreszenen des ländlichen Lebens und Brauchtums zu sehen.

Albert Sebastian Oesch: Bauernmusik, 1919
Öl auf Leinwand, 150 x 251 cm, Dr. Max Kuhn-Stiftung / Kunstmuseum St. Gallen
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im Bereich des zeitgenössischen Kunstschaffens widmen sich vor allem Frauen der Tracht, wie Pipilotti Rist (*1962) oder Anka Schmid (*1961) mit ihrer fulminanten Video-Installation ‘Hierig-Heutig’ (2008), in der die Zürcher Künstlerin mit der Darstellung eines hitzigen Appenzeller Paartanzes die herkömmliche Vorstellung des Braven und Reinen mit verführerischen Bildern und aggressiven Klängen unterläuft.

Ludwig Vogel: Deutsch-Freiburger Tracht, Wirtstochter aus Pfaffeien, o.J.
Aquarell auf Papier, 24,3 x 17 cm, Schweizerisches Nationalmuseum Zürich
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung legt den Schwerpunkt auf Beispiele aus der bildenden Kunst. Zu den Exponaten gehören sowohl Gemälde wie auch Aquarelle, Zeichnungen, Graphiken und Skulpturen. Dabei werden nicht nur bekannte Meisterwerke, wie z.B. von David Sulzer (1784-1864), Franz Xaver Winterhalter (1805-1873), Charles Giron (1850-1914), Giovanni Segantini (1858-1899) oder Edouard Vallet (1876-1929), sondern dank intensiver Recherchen auch Entdeckungen gezeigt.

Charles Giron: Walliser Mädchen vor dem Kirchgang, undatiert
Öl auf Leinwand, 159 x 89 cm, Kunstmuseum Basel
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ein besonderes Augenmerk gilt der Fotografie und Plakatkunst, die sich zu unterschiedlichen Zeiten der Tracht widmet. Ein kleinerer, doch ebenso wesentlicher Teil der Ausstellung macht die Tracht selbst aus, von der einzelne Elemente wie Hauben oder Trachtenschmuck präsentiert werden, denn nicht selten hat die kunsthandwerkliche Akribie auch die spezifische Handschrift der Malerei inspiriert.

Ernest Biéler: Le petit cheval rouge, 1909
Tempera auf Papier auf Leinwand, 92 x 68,2 cm, Musées cantonaux du Valais, Sion
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Bemerkenswert ist zudem ein Trachten-Sampler, auf dem Ausschnitte aus Filmen von 1896 bis 1999 im Kino-Raum der Ausstellung zu sehen sind.

Zur Ausstellung ist eine Begleitpublikation erhältlich.

Info:

2. September 2017 – 7. Januar 2018

Die Pracht der Tracht
Schweizer Trachten in Kunst und Kunstgewerbe

Kunstmuseum Solothurn
Werkhofstrasse 30
4500 Solothurn
Schweiz

www.kunstmuseum-so.ch

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Natur als Bild und als Dekor
Japanische Färbeschablonen – Katagami

Noch bis zum 31. März 2018 zeigt das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg eine Ausstellung über katagami. Das Handwerk mit diesen japanischen Musterschablonen stand schon verschiedentlich im Mittelpunkt von Ausstellungen, über die ich hier im BERNINA blog berichtete, wie z.B.: ‘Die Logik des Regens‘, ‘Der andere Blick‘ und ‘Kirschblüte & Edelweiss‘.

katagami – Färbeschablone mit Falken im Wind, 19. Jahrhundert, Japan, Maulbeerbaumpapier
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Schablonen bestehen aus Maulbeerbaumpapier und dienten zum Färben von Kimonos, Vorhängen oder Tüchern und zeigen den grossen Einfallsreichtum der japanischen Dekorwelt. Als die Europäer im 19. Jahrhundert die Einzigartigkeit dieser Färbeschablonen entdeckten, wurde aus dem handwerklichen Gebrauchsgegenstand ein Kunstobjekt. Die Dekore beruhen auf einer raffinierten Vereinfachung und Stilisierung der Naturformen und einer Positiv-Negativbehandlung des Motivs.

katagami – Färbeschablone mit Karpfen in Wellen, 19. Jahrhundert, Japan, Maulbeerbaumpapier
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung konzentriert sich auf das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert, als man grossflächige, dynamisch-schwingende Entwürfe bevorzugte. Das entsprach dem Wunsch der Städter nach ausgefallenen und witzigen Motiven. Die Ausstellung gliedert sich in drei Themen: Wasserwelten, Tiere und Pflanzen. Zu sehen sind ca. 70 katagami aus der Sammlung des MKG. Sie werden von dreidimensionalen Objekten aus Bronze und Keramik ergänzt.

Info:

24. Oktober 2017 – 31. März 2018

Natur als Bild und als Dekor
Japanische Färbeschablonen – Katagami

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Steintorplatz
20099 Hamburg
Deutschland

www.mkg-hamburg.de

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Vorschau:

MÄNNER –
Ein Ausstellungsprojekt von Gudrun Heinz und Sarah Schultz

Die ‘MÄNNER’ wandern weiter. Diesmal in den Osten Deutschlands, ins Textil- und Rennsport Museum (TRM) in Hohenstein-Ernstthal, in der Nähe von Chemnitz am Rand des Erzgebirges gelegen. Seine ständigen Ausstellungen widmet das Museum der Geschichte des Rennsports – die Rennstrecke ‘Sachsenring’ ist hier beheimatet – und der einstigen Textilindustrie mit umfangreichen Ausstellungen, beispielsweise zur Strumpfherstellung oder der Weberei. Ein Gang durch eine Weberei um 1930, vorbei an den Jacquard-Webstühlen, die hier nicht nur zum Ansehen ausgestellt, sondern funktionstüchtig sind und im Rahmen von Führungen gerne vorgeführt werden, ist wirklich sehr eindrucksvoll. Immer wieder zeigt Marina Palm, die Museumsleiterin, aber auch Sonderausstellungen – auch ich bin seit 2009 sehr gerne wiederholt hier gewesen, um Verschiedenes zu zeigen.

Gudrun Heinz und Sarah Schultz: Let’s Pump Iron!
Foto: Fabian Heinz

Nun freue ich mich sehr, ankündigen zu können, dass die Ausstellung ‘MÄNNER’ mit freundlicher Unterstützung von BERNINA International im Textil- und Rennsport Museum in Hohenstein-Ernstthal vom 3. Februar bis 14. April 2018 zu Gast sein und dort wieder die Sonderausstellungsfläche vereinnahmen wird. Wieder einmal bin ich sehr gespannt, welche neuen Blickwinkel sich dabei ergeben werden!

‘MÄNNER’ – Ausstellungsansicht
Foto: Gudrun Heinz

Wir eröffnen die Ausstellung am Samstag, den 3. Februar 2018 um 14 Uhr mit einer Vernissage und ich freue mich sehr auf ganz viele Besucher. Sie sind herzlich eingeladen! Bitte merken Sie sich den Termin schon mal vor. Die verschiedenen Aspekte, die Sarah Schultz und ich dem hochinteressanten Thema ‘MÄNNER’ abgewinnen konnten, lohnen nicht nur einen Blick!

Ein Ausstellungskatalog ist erhältlich.

Info:

3. Februar – 14. April 2018

MÄNNER – Ein Ausstellungsprojekt von Gudrun Heinz und Sarah Schultz

Textil- und Rennsport Museum (TRM)
Antonstrasse 6
09337 Hohenstein-Ernstthal
Deutschland

www.trm-hot.de
www.quiltsundmehr.de

Öffnungszeiten:
Di – So: 13 – 17 Uhr

Vernissage:
Sa, 3. Februar 2018, 14 Uhr

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Bitte informieren Sie sich vor einem Ausstellungsbesuch auf der jeweiligen Website besonders über die genauen Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Den verschiedenen Beteiligten herzlichen Dank für das Zur-Verfügung-Stellen von Informationen und Bildmaterial!

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Kommentare zu diesem Artikel

3 Responses

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  • Birgit Berndt

    Hallo Gudrun,
    danke für deine Wünsche. Wieder ein toller Querschnitt, was es an Ausstellungen so gibt. Schwarz-weiß ist ein interessantes Thema, schön finde ich auch die Schweizer Trachten, na ja und natürlich nicht zuletzt eure klasse Ausstellung ‘Männer’. Viel Erfolg weiterhin. Also wie immer ein vielschichtiger Einblick in die Welt der Textilkunst. Danke dafür.
    Viele Grüße
    Birgit

    • Gudrun Heinz

      halli hallo birgit,
      herzlichen dank! durch die fülle der feiertage ist es immer etwas schwierig, die januar-tipps zu gestalten. also bin ich froh, dass ich diese interessanten infos hier weitergeben kann. und ich freue mich sehr, dass du mir auch im neuen jahr die treue hältst, klasse!
      beste grüsse
      gudrun

  • Gudrun Heinz

    halli hallo,
    allen leserinnen und lesern möchte ich auf diesem weg ein frohes und friedliches neues jahr 2018 wünschen. ich freue mich auf hoffentlich viele schöne, interessante und inspirierende ausstellungen, so dass möglichst ab und zu für jeden geschmack etwas dabei sein möge. leider ist es unmöglich, überall hin zu reisen, um mit eigenen augen zu sehen. daher ist feedback sehr willkommen!
    viele schöne entdeckungen und vergnügen beim lesen und nochmals nur das beste wünscht
    gudrun