Kreative Artikel zum Thema Nähen

Stoffe selbst vergolden

Irgendwie ist es sehr passend, dass BERNINA ausgerechnet 2018 sein 125-jähriges Jubiläum feiert, denn die aktuellen Stoff-Designs sind voller Gold- bzw. Metallic-Prints. Auch in den Mode- und Dekogeschäften glänz und glitzert es.

Vanessa Christensen zum Beispiel hat die tolle Kollektion “Ombre Confetti Metallic” heraus gebracht, von Rico Design gibt es diese wunderschönen Musselins, Wachstücher und Webstoffe mit Gold-Elementen, und seit einiger Zeit schon veredelt Lotte Martens Filz, Webware und neuerdings sogar Socken damit. Auch vor Accessoires macht der Trend keinen Halt, metallisierte Reißverschlüsse sind bei uns im Laden der Renner!

Aber was tun, wenn man den richtigen Stoff partout nicht finden will, oder einen vorhandenen Stoff selbst vergolden möchte? Na ist doch klar, was nicht da ist, macht man eben selbst! Ihr werdet sehen, es ist einfach, geht relativ schnell und Ihr könnt Eure Kreativität so richtig ausleben.

Stoffe vergolden

Die eine Möglichkeit ist natürlich, Ihr nehmt Textilmalfarbe in Gold. Die gibt es von den bekannten Herstellern im Bastelgeschäft. Einen, wie ich finde, viel schöneren Effekt jedoch erzielt man mit Goldfolie.
Ich hab sie mir vor einiger Zeit mal im Bastelgeschäft gekauft, wozu weiß ich gar nicht mehr. Wahrscheinlich wurde ich wie eine Elster von dem Glanz angezogen. Einige werden das vielleicht kennen: man will nur einen weichen Bleistift kaufen, und kommt mit einem Haufen Buntstiften, 4 Rollen Washi-Tape, einem Stapel hübschen Notiz-Büchern (soviel kann man gar nicht schreiben!), X Rollen Geschenkpapier für die nächsten hundert Geschenke und eben z.B. Goldfolie wieder nach Hause.

Wie dem auch sei, als der Aufruf für diesen Artikel kam, wusste ich gleich, was ich machen möchte.

Ihr braucht (neben einem Stück Stoff natürlich):

  • Goldfolie (in meinem Fall Transferfolie von Rico Design, gibt es in vielen Farben)
  • Kleber (ich hatte noch Serviettenkleber da, das hat super geklappt, es gibt aber auch einen speziellen Kleber für die Folie)
  • Pinsel
  • Backpapier/Baumwolltuch
  • Bügeleisen

Achtet beim Verarbeiten bitte auf die Hersteller-Hinweise, es gibt unterschiedliche Verarbeitungs-Möglichkeiten!

Je nach Nähprojekt sollte der Stoff vorher gewaschen werden, nach dem Vergolden könnt Ihr das Stück dann bei Handwäsche mit 30° waschen. Hinweise findet Ihr auf dem jeweiligen Produkt.

Arbeitet mit Schablonen, füllt Flächen oder Formen aus, malt frei oder schreibt doch mal auf Stoff!

Da ich mein altes Hobby Kalligrafie, was jetzt neudeutsch “Brushlettering” heißt, wiederentdeckt habe, war die Entscheidung schnell gefallen, ich wollte was schreiben (auch wenn man ja eigentlich eher zeichnet)!

Ihr seht jetzt erst mein Probestück.

Hier habe ich mit Bleistift den Schriftzug vorgezeichnet, dann die Flächen bzw. Linien mit dem Kleber ausgefüllt bzw. nachgezogen, etwas antrocknen lassen und dann die Folie darauf gelegt.

Dabei liegt die Folie mit der rechten Seite nach oben. Backpapier drauf und mit dem Bügeleisen fixieren. Nach dem Erkalten ziehe ich die Folie einfach ab – fertig! Sollte eine Stelle nicht mit Gold behaftet sein, könnt Ihr hier einfach noch einmal nacharbeiten.

Bei dieser kleinen Tasche habe ich außerdem noch noch goldenem Metallic-Nähgarn gearbeitet – und  ohne Fransen und Quasten geht bei mir ja zur Zeit nix!

 

Wie bei vielen Dingen, gilt hier: üben, üben, üben! Experimentiert etwas mit unterschiedlichen Stoffen, tragt mal mehr oder weniger Kleber auf, etc.. Wer den Anspruch hat, dass es wie gedruckt aussehen soll, für den ist Plotten wohl eher die richtig Methode. Diese hier, ist eher die künstlerische, der Zufall (oder Unfall?) spielt hier auch eine Rolle!
Bei meinem zweiten Versuch zum Beispiel war ich mit dem Kleber ziemlich großzügig, was zur Folge hatte, dass der Kleber beim Auflegen des Bügeleisens verlaufen ist. Das kann man beim “S” sehr gut sehen. Ich finde aber, dass dieser Effekt ganz hübsch aussieht.

Na, das macht doch was her, oder? Und wenn 125 Jahre Bernina kein Grund zum Lächeln sind, dann weiß ich es auch nicht!

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren und vergesst nicht, Eure Ergebnisse mal herzuzeigen!

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Kommentare zu diesem Artikel

7 Responses

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    • Corinna Maurer

      Eine Bigshot ist eine Stanz und Prägemaschine. Eigentlich für Papier….aber du kannst damit auch SnapPap oder Leder Stanzen und Prägen. Mein Mann hat sie mir fürs Nähen geschenkt. Z.b. Stanze ich aus SnapPap Schmettelinge als Ösenverstärkung, in die Flügel kommen dann die Ösen und um die Kordelenden Nähe ich ebenfalls SnapPap Schmetterlinge.
      Die “Flattern” dann so schön rum.
      Leider sind die Fotos gerade auf den PC verschoben.

      Du kannst aber auch jedes Motiv von Hand aus Vliesofix ausschneiden.
      Funktioniert auch super. Decofoil gibts auch bei Amazon und übersteht 30 Gradwäsche auf links in der Waschmaschine

      • Christiane Colsman

        Ach, so ein Teil könnte glatt auch noch bei mir einziehen! Dazu noch eine Sachiko-Maschine und eine Strickmaschine, und noch das CuttingTool von Bernina, und, und, und…
        Der Tag hat einfach zu wenig Stunden 🙂
        Danke für die Erklärungen!

      • Corinna Maurer

        Ja, so ist es😉. Aber die normalgroße Bigshot ist echt winzig klein. Ich habe die Große….na ja groß halt…aber ich fand geprägtes Leder und SnapPap für Geldbörsen einfach toll!

        Von allen Tools rund um das Handarbeiten ist das mit großem Abstand am tollsten…aber auch das Zubehör kostet viel.

        Dafür kann man es aber auch für Scrapbooking einsetzen und Stoffmotive zum Applizieren ausstanzen…so perfekt..