Kreative Artikel zum Thema Nähen

Tutorial: kleine Umhängetasche aus Korkleder

Letzte Woche trafen endlich die Korkstoffe mit den wunderschönen neuen Designs bei mir ein. Passend zum Sommer gibt es fantastische Blumendrucke und auch tolle graphische Designs in Streifen- und Sardinenoptik. Einige weitere sind noch auf dem Postweg. Was mich an der neuen Stoffqualität so begeistert, ist die neue Rückseite. Endlich ist es den Portugiesen gelungen, die dünne Korkschicht auf ein sehr haltbares Gewebe aufzubringen. Somit sind auch die bedruckten Korkstoffe nicht mehr auf einem sehr dünnen koagulierten Polyester aufgebracht, sondern entsprechen von der Dicke und der Qualität meinen bisherigen Unis, die dieselbe Geweberückseite wie die Blumenkorkleder haben.

Und wie gehabt sind diese Korkstoffe hier in meinem Korkshop zu finden.


Und dass sie sich bestens verarbeiten lassen, zeige ich Euch nun, in einer auch für Nähanfänger leicht nachzunähenden kleinen Umhängetasche für den Sommer:

Es braucht: 2 Zuschnitte Blumenkork (oder anderes Design) 30cm x 23 cm + 2 Zuschnitte unifarbenen Kork 30cm x 13 cm + Trageriemen in der Gesamtlänge von 150cm in 2 cm Breite. Dazu 40cm Endlosreissverschluss + 1 Zipper und 1 Stückchen Vliesofix.

Für das schmale Korkriemchen füge ich die 2 cm breiten Korkzuschnitte mit Vliesofix zu der Gesamtlänge von 150cm zusammen. Die Schnittkanten müssen exakt gerade sein, damit sie perfekt zusammengesetzt werden können. Auf die Anstosskante und Rückseite wird jeweils ein 2 cm Breites und ca 5 cm langes Stückchen Vliesofix aufgebügelt. Die Bügeltemperatur darf bei Kork nicht zu hoch sein, da das Rückseitengewebe immer ein Polyester ist.

Wer ihn im Nähfusssortiment hat, nutzt den Zickzacknähfuss mit Gleitsohle#52. Ansonsten funktioniert auch jeder andere Zickzacknähfuss. Die Nadelposition versetze ich um 2 Raster nach rechts und stelle eine geringe Stichlänge von 1.00 mm ein. Die zusammengesetzte Stelle des Korks kommt nun unter den Nähfuss, die Anstossmitte sitzt genau unter der Nähfussmitte. Der Kork liegt so unter dem Nähfuss, dass man bequem 5 mm nach hinten nähen kann. Dies mache ich nun um den Faden ausreichend zu vernähen und nähe bis knapp zum Ende der Kante. Langsam arbeiten hilft hier.

Dann wechsle ich zum Zickzackstich, wähle eine Stichbreite, die ein kleines Stück rechts der ersten Vernähstiche liegt. Hier empfehle ich grundsätzlich eine Breite von mindestens 5.5 mm und eine Stichhöhe von 0,4 – 0,55 mm, je nachdem wie gut Eure Maschinen bei dem engen Zickzack transportieren. Auch hier ist es empfehlenswert zuvor ein, zwei kleine Übungsstücke anzufertigen. Dann nähe ich von Kante zu Kante den Zickzack über die Anstosskanten, wechsle erneut zum Geradstich, mit der um 2 Raster nach rechts versetzten Nadel und nähe einige Stiche zurück und vernähe den Faden, schneide ihn, wenn es die Maschine nicht selbst macht, vorsichtig ab.

Und so schauen die zusammengenähten Anstosskanten der einzelnen Korksegmente dann aus:

Der Länge nach wird der schmale Korkriemen nun zusammengenäht. Der Geradstichfuss mit Gleitsohle # 53, mein Lieblingsfuss, ist hierzu bestens geeignet. Stück für Stück wird genäht, der Kork zusammengelegt und weiter unter den Nähfuss geschoben. Eine Stichlänge von 3 mm ist angemessen.

Statt der Finger zum halten zu nehmen, sind Wonderclips eine sinnvolle Alternative.

Nun sind die Taschenaussenseiten dran. Der schmalere unifarbene Korkzuschnitt liegt rechts auf rechts auf dem geblümten Kork. Die Kanten sind passgenau. Mit Wonderclips fixieren.

Mit 1 cm Nahtzugabe werden die beiden Teile zusammengenäht, Stichlänge 2,5 mm.

Dann wird der obere, unifarbene Teil vorsichtig zurückgebogen, die Nahtzugabe wird unter den unifarbenen Kork geschlagen und knappkantig abgenäht. Hier verwende ich den Dreifachstich mit einer Stichlänge von 3 mm.

Und nun kommt der Reissverschluß dran. Ich bin ja eine bekennende Reissverschlußvermeiderin, doch manchmal ist er einfach unumgänglich. Bei dieser Tasche habe ich ihn auf meine eigene Weise eingenäht, es gibt sicherlich Alternativen, wer sie also kennt, nur her damit. Man lernt schliesslich nie aus. Zuerst habe ich den Zipper in den Endlosreissverschluß eingefädelt. Hierzu gibt es im Blog (bitte Suchfunktion verwenden) ausreichend Erklärungen, daher habe ich dies nicht nochmals extra aufgeführt.

Den Futterstoff lege ich mit der rechten Seite unter den Reissverschluss und stecke ihn gut fest. Beidseitig stehen einige Zentimeter Reissverschluss über.

Mit dem Reissverschlußfuss #4 nähe ich Reissverschluss und Futter in einer ersten Naht zusammen.

Sobald der Zipper in die Quere kommt, hebe ich den Nähfuss an und ziehe den Zipper daran vorbei, senke den Nähfuss erneut und nähe bis zum anderen Ende.

Der Kork wird nun ebenfalls mit der rechten Seite doch auf die Vorderseite des Reissverschlußes positioniert und mit Wonderclips fixiert.

Ihn nähe ich auch mit dem Reissverschlußfuss und derselben Nadeleinstellung am Reissverschluß fest.

Auch hier liegt irgendwann der Zipper dazwischen, also greife ich zwischen die beiden Lagen und ziehe ihn entsprechend am Nähfuss vorbei.

So schauen die an den Reissverschluss genähten Teile, Futterstoff und Korkleder nun aus.

Zuerst schlage ich das Korkleder an der angenähten Kante um, so dass erneut eine kleine Wulst entsteht und diese zur Hälfte über der Verzahnung des Reissverschlusses liegt.  Den Futterstoff ziehe ich gleichzeitig unter dem Korkleder leicht straff, damit bei der nächsten Naht keine Falten entstehen. Nun steppe ich erneut mit dem Dreifachstich, Stichlänge 3 mm, entlang der Umschlagkante. Dies ist eine etwas knifflige Arbeit, damit es auch hübsch ausschaut. Also hilft hier das langsame Arbeiten sehr.

Die erste Taschenseite ist geschafft. Das Taschenfutter liegt auf rechts, ist umgeschlagen und mit der letzten Korknaht festgenäht, die Korkoberseite liegt passgenau an der Reissverschlußmitte.

Die zweite Taschenseite wird gegengleich gearbeitet.

Hier ist der fertig eingenähte Reissverschluß zwischen den Korkseiten versenkt.

Der Futterstoff liegt sauber vernäht dahinter.

Das Tascheninnenfutter wird nun zur Innentasche gearbeitet. Zuerst liegen beide Stoffseiten passgenau aufeinander. An beiden unteren Ecken markiere ich eine Bodenecke von 5cm x 5cm und schneide sie anschliessend aus. Mit Stecknadeln hefte ich das Futter zusammen.

Dann nähe ich mit 1 cm Nahtzugabe die Innentasche zusammen, spare allerdings die Bodenecken aus (siehe die Naht mit weissem Nähgarn) und lasse am Taschenboden eine Wendeöffnung. Wichtig: die Enden des Taschenbodens, die an die ausgeschnittenen Bodenecken stossen, werden jeweils 1,5 cm genäht und gut vernäht. Die beiden Seitenkanten werden bis über den zusammengeschlagenen Reissverschluß genäht. Naht gut sichern.

Die Bodenecken lege ich diagonal zusammen und nähe sie ab. Nun ist die Innentasche fast fertig.

Mit der Aussenseite der Korktasche verfahre ich ganz ähnlich, hier wird der Taschenboden allerdings sofort geschlossen.

Der schmale Taschenriemen wird zwischen die beiden Korklagen geschoben, bitte darauf achten, dass der Riemen nicht in sich verdreht ist. Beide Enden werden jeweils seitlich rechts und links, unterhalb der überstehenden Reissverschlußenden aus der Tasche herausgeschoben – siehe übernächstes Bild. Die beiden Seitennähte werden geschlossen, und schon wie beim Futter, wird hier bis über den zusammengeschlagenen Reissverschluß genäht. Wem das mit dem zusammengeschlagenen Reissverschluß nicht klar ist: beide Taschenseiten liegen rechts auf rechts, der Reissverschluss liegt “dazwischen” und ist zusammengeschlagen. Über dieses Stück wird das Futter und auch die Aussenseiten genäht.

Die Bodenecken werden auch hier diagonal zusammengelegt und abgenäht.

Die Aussentasche ist auch hier fertig. Die überstehenden Riemchen bitte NICHT zurückschneiden.

Dann wird die kleine Umhängetasche durch die Wendeöffnung im Taschenfutter gewendet und entsprechend ausgeformt. Überschüssige Fäden, die ggf im seitlichen Reissverschlußbereich sichtbar sind, werden entfernt. Durch die nicht zurückgeschnittenen oberen Ecken an der Reissverschlusskante, lassen sich diese beim Wenden nicht als Ecken ausformen, sondern bleiben als zwei gegenüberliegende “schräge Ecken” sichtbar, was eine hübsche optische Wirkung dieser kleinen Tasche hat.

Und fertig ist die kleine Sommertasche aus Korkleder. Mit ihren 160 Gramm ist sie ein echtes Leichtgewicht und perfekt fürs Reisegepäck. Und mit den Endabmessungen von 26cm x 24cm x 9cm (HxBxT) ist sie gerade geräumig genug um Geldbeutel, Sonnenbrille und so anderen Kleinkram, den Frau braucht, unterzubringen.

 

 

 

 

Viel Spass beim Nacharbeiten wünsche ich Euch,

herzlichst,

Jutta

 

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Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Zeitaufwand: einen Abend
Verwendete Materialien: Endlosreißverschluss, Futterstoff, Korkleder, Korkstoff, Reissverschluss, Vliesofix, Wonderclips, Zipper
Verwendete Produkte:
BERNINA 880
BERNINA 880
Rücktransportfuss # 1
Rücktransportfuss # 1
Reissverschlussfuss # 4
Reissverschlussfuss # 4
Zickzack-Nähfuss mit Gleitsohle # 52
Zickzack-Nähfuss mit Gleitsohle # 52
Geradstichfuss # 53
Geradstichfuss # 53

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Kommentare zu diesem Artikel

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  • Jutta Krause Morsing

    Das ist ja ein wunderschönes Täschchen! Danke für die Anleitung! Aber noch eine Frage: Erhält man die Streifen für die Tragriemen zugeschnitten, oder muss ich die selbst ausschneiden? Und wie ist es mit dem Futterstoff? Genauso gross wie der Korkstoff? Vielleicht habe ich es aber auch übersehen? Es wäre schön, wenn du es mir erklären könntest. Mfg. Jutta aus Dänemark

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