Kreative Artikel zum Thema Nähen

Adventskalender 2018 – das 22. Türchen

Ihr habt noch nicht alle Weihnachtsgeschenke oder sucht ihr noch verzweifelt nach einem weihnachtlichen Outfit? Keine Sorge, ich habe die Lösung für euch. Wie wäre es mit einem Last-Minute-Weihnachts-Sweater?

Auswahl und Änderung von Schnittmustern 

Falls ihr schon ein Lieblingsschnitt für ein T-Shirt oder einen Sweater habt, dann wird das ganz einfach für euch. Und wenn ihr eine Overlock habt, wird es sogar noch einfacher! Doch keine Sorge. Eine Overlockmaschine ist nicht zwingend erforderlich. Mit einer gewöhnlichen Nähmaschine funktioniert es auch. Wir benutzen einfach einen schmalen Zickzack- oder einen anderen Stretchstich.

Doch zuerst werden wir all diese lästigen Nähte entfernen, die eine Covermaschine oder eine Zwillingsnadel erfordern. Stattdessen werden wir Bündchen oder Saumbündchen hinzufügen. Dadurch sparen wir jede Menge Zeit und Mühe – schliesslich sind wir in Eile.

Alternativ könnt ihr ein Muster wählen, das bereits in dieser Weise designt ist (zum Beispiel das Linden Sweatshirt von Grainline Studios oder den Toaster Sweater von Sew House Seven. Bei thefoldline.co.uk findet ihr eine komplette Datenbank).

Falls euer Lieblingsmuster nicht in dieser Weise designt ist, dann entfernt die Nahtzugaben von allen Säumen (nur die der Säume). Dies wird der Länge der Ärmel und eures Shirts entsprechen. Da wir jedoch Bündchen hinzufügen, müssen wir sogar noch etwas mehr entfernen. Ich möchte 4 cm Bündchen hinzufügen. Also habe ich den Saum um 3,5 cm gekürzt (4 cm ist das Bündchen und dann fügt ihr 0,5 cm Nahtzugabe hinzu). Mein Bündchen habe ich 2 x 4 cm (Bündchen werden in der Mitte gefaltet) + 2 x 0,5 cm (Nahtzugabe) lang gemacht.

Ihr könnt die Bündchen so lang ihr möchtet machen. Beim Kürzen der Säume solltet ihr jedoch diese gewünschte Länge berücksichtigen.

Beim oben dargestellten Schnitt wurden die Nahtzugaben für die Säume noch nicht berücksichtigt. Daher hatte ich ziemlich freie Hand, was das Gestalten der Bündchen und Saumbündchen anging. Messt einfach die Länge, die ihr von dem Originalteil benötigt und übertragt dieses Mass auf ein Stück Papier.

Bei diesem Muster sind die Nahtzugaben bereits berücksichtigt. Also habe ich es um die Länge der Nahtzugabe hochgefaltet und die Stücke entworfen.

Das war der entscheidende Schritt, um mit dem Nähen schneller fertig zu sein.

Wir fügen die Bündchen und Saumbündchen genau so ein, wie wir das bei einem Halsbund machen würden:

  1. Teilt euren Halsbund in vier gleich grosse Teile. Markiert sie mit Klammern oder mit Stecknadeln.
  2. Teilt euren Halsausschnitt in vier gleich grosse Teile. Markiert sie mit Klammern oder mit Stecknadeln.
  3. Kombiniert diese beiden mit den Klammern, die ihr habt.
  4. Achtet beim Nähen darauf, den Halsbund gleichmässig zu dehnen und auf euren Halsausschnitt anzupassen.

Kurz vor Schritt 2

Schritt 3

Schritt 3

Als Grundlage für alle Modelle habe ich ein schwarzes Fleeceback-Sweatshirt ausgewählt und es jeweils mit einem Spitzen- oder Novelty-Print kombiniert. Ich liebe Novelty Prints. Und gibt es eine bessere Gelegenheit zum Tragen von Novelty Prints als Weihnachten?

In meiner perfekten Welt würden alle Weihnachten in Onesies mit verrückten Mustern feiern. Als ich diesen Artikel vorbereitete, gab es in den Läden noch keine Weihnachtsstoffe. Spoonflower war meine Rettung! Aus Aberhunderten von Druckmustern habe ich drei ausgewählt und dann die Stoffart, die damit bedruckt werden sollte. Die bedruckten Stoffe, die ihr bei diesen Projekten sehen werdet, wurden mir freundlicherweise von Spoonflower geschenkt (und dabei konnte ich natürlich die Muster auswählen).

Und jetzt geht’s endlich los. Wir machen einen Weihnachts-Sweater, besser gesagt mehrere, für jeden Weihnachtstyp einen. Ihr wisst schon was ich meine. Jede Familie hat so ihre eigenen kuriosen Weihnachtstypen.

Weihnachts-Sweater in verschiedenen Varianten nähen

1. Die Extravagante (besser bekannt als “Ich wollte wirklich ein Kleid anziehen, doch dann hätte ich nicht so viel essen können.”)

Das ist normalerweise die Person, die von einem glamourösen Weihnachts-Outfit geträumt und sich am Ende aber doch der Bequemlichkeit ergeben hat. Doch damit ist jetzt Schluss! Hier kommt der Weihnachts-Sweater, der nicht nur bequem, sondern auch superschick ist.

Dabei habe ich das gleiche schwarze Sweatshirt benutzt wie bei allen anderen Sweatern, doch bei diesem hab ich die Ärmel (des Linden Sweatshirts) aus schwarzer Stretch-Spitze entworfen. Dieser Sweater ist das Geburtstagsgeschenk für die Schwester meines Partners. Doch keine Sorge. Wenn ihr diesen Text lest, hat sie ihr Geschenk bereits.

Angenehm warm dank der Fleece-Bündchen

Das Kombinieren der Spitze mit dem Sweatshirt war überhaupt kein Problem. Doch um den Sweater richtig bequem zu machen, muss man schon Stretch-Spitze verwenden.

2. Der Teenager (besser bekannt als “Wenn ich schon mitmachen muss, dann soll mein Weihnachts-Sweater der coolste von allen sein.”)

Schon als Teenager liebte ich das Nähen. Doch ich hätte niemals etwas Selbstgenähtes angezogen. Das wäre so unglaublich uncool gewesen. Die Zeiten haben sich geändert. Doch die Unsicherheiten, die Teenager bezüglich ihrer Kleidung haben, sind geblieben. Meine Stieftochter ist so ein Teenager und sie hat ein ziemlich ausgeprägtes Modebewusstsein. Normalerweise würde sie wahrscheinlich nichts tragen wollen, das ich genäht habe. Doch wehe, wir hätten alle Weihnachts-Sweater und sie nicht, dann wäre die Hölle los. “Ihr mobbt mich… “, wie sie es vermutlich ausdrücken würde. Ihr wisst schon, Teenager …

Für dieses Modell habe ich das Linden-Sweatshirt verwendet und einen Kontrastteil an den Schultern entworfen. Ich habe das Muster kopiert, die Stelle für den Farbkontrast markiert und dann auf beiden Teilen die Nahtzugaben hinzugefügt. Ihr könntet euer Teil auch dort voneinander schneiden, wo ihr den Farbkontrast haben möchtet und dann die Nahtzugabe mit einem Stück Papier hinzufügen. Und weil meine Stieftochter gerne bauchfreie/gekürzte Pullis trägt, habe ich ihr diesen Wunsch auch erfüllt.

Original (links) und Schulter-Muster mit Nahtzugabe

Näht zuerst die Vorder- und Rückseite fertig, bevor ihr mit dem Zusammenbau beginnt …

Das ist der fertige Weihnachts-Sweater für ein Teenager-Girl.

3. Der Lebenspartner (besser bekannt als “Bitte, Gott lass es nicht pink oder glänzend sein.”)

Nun, der Name sagt schon alles, oder? Mein Partner mag die Kleidung, die ich für ihn nähe. Doch er hat ganz spezielle modische Ansichten und weiss vor allem, was ihm nicht gefällt. Er würde natürlich sagen, dass er alles mag, was ich nähe, nur um mich zu unterstützen. Im Geheimen denkt er jedoch bestimmt jedes Mal, wenn ich etwas für ihn entwerfe: “Lass es bitte nicht pink sein!” (haha).

Wie dem auch sei. Er geniesst Weihnachten, insbesondere die Tage bis Neujahr. Und er kleidet sich auch gerne dem Anlass entsprechend. Et voilà. Der wohl männlichste Weihnachts-Sweater, den man sich vorstellen kann. Zudem bringen die Kontrastärmel seine breiten Schultern so richtig zur Geltung.

Diesen tollen Stoff findet ihr hier. Hab ich euch schon verraten, dass mir skandinavische Muster zu Weihnachten besonders gut gefallen?

Das ist der Mimi G Simplicity 8613. Dieses Modell hab ich schon zuvor für meine bessere Hälfte gemacht und er liebt dieses Shirt (wirklich, ich schwöre!). Ich habe die Ärmel verlängert, weil in dem Muster aus irgendeinem Grund nur 3/4-Ärmel vorgesehen sind. Und das würde ihm ganz bestimmt nicht gefallen …

4. Die Kids (besser bekannt als “Wir sind nur wegen der Geschenke und Süssigkeiten hier.”)

Seien wir doch mal ehrlich. Bei Kids kann man nicht viel falsch machen. Bei Weihnachts-Sweatern für Kinder kann man sich in Sachen Novelty Prints regelrecht austoben. Dabei kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen. Habt einfach Spass dabei!

Ich habe das Estrella-Pajama-Muster von der Makerist benutzt und ganz einfach das Muster für die Bündchen und Saumbündchen angepasst. Das Red-Nosed-Rudolph-Muster (Biobaumwolle) findet ihr hier und das rosafarbene Schneeflocken-Muster (Baumwoll-Elastan-Jersey) hier.

Und das sind die fertigen Sweater für die Kids (der linke ist für meine Patentochter und der rechte ist für den Patensohn meines Partners). Wenn dieser Artikel hier veröffentlicht wird, werden sie ihre Sweater bestimmt schon in ihrem Adventskalender vorgefunden haben …

5. Der Grinch (besser bekannt als “Warum ich?!”)

In jeder Familie gibt es ihn, den Weihnachtsmuffel. Dieses eine Familienmitglied, das auf nichts Bock hat und an allem rumnörgelt. Das Essen ist kalt, die Geschenke sind lausig, die Musik ist nervig und ausserdem hat man ihn/sie gezwungen, diesen dämlichen Weihnachts-Sweater zu tragen! Also bitte … diesen Sweater habe ich so unauffällig wie möglich gestaltet.

Das Muster ist der Toaster Sweater 1, und für Kragen, Bündchen und Saumbündchen habe ich einen kontrastfarbenen Stoff ausgewählt. Der Rest bleibt schwarz … ihr wisst schon, genau so schwarz wie das verschrumpelte Herz des Grinch.

(Das ist mein Sweater, und ich liebe ihn. Und ich liebe Weihnachten! Ich bin also kein Grinch. Doch dieser Sweater ist so dezent, dass man ihn auch zur Arbeit anziehen könnte kann. Das sollte ich zwar nicht tun, denn er entspricht nicht ganz dem Dress­code, aber egal, ich zieh ihn trotzdem an, haha).

 

Viel Spass beim Nähen und frohe Weihnachten! Wenn ihr zwischenzeitlich Sehnsucht nach mir habt (sagt sie in einer völligen Selbstüberschätzung) könnt ihr auf meinem Blog weiterlesen und mir auf Instagram folgen.

Nadine

Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Zeitaufwand: ein Wochenende
Verwendete Produkte:
BERNINA 350 PE
BERNINA 350 PE
BERNINA L 460
BERNINA L 460
Obertransportfuss # 50
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