Kreative Artikel zum Thema Nähen

Der Schmalkantfuß – mein neuer Liebling

Schmalkantfuß – Schürze
Als ich von meiner alten Vintage-Maschine auf eine moderne Maschine umgestiegen bin, war ich erstmal ziemlich geflasht von so vielen Nähfüßchen.

Bei meiner alten Maschine gab es zwar auch ein paar Füßchen als Sonderzubehör – aber die waren nach über 50 Jahren leider nicht mehr erhältlich. Ich war froh, dass ich irgendwo passende Spulen für die Maschine fand. Bis dato kam ich also mit einer sehr kleinen Auswahl an Füßen aus und habe sie sehr vermisst.

Die bernette 38 ist von Haus aus schon sehr gut ausgestattet. Um aus dem Vollen zu schöpfen, holte ich mir das Nähfuß-Set für die b38 gleich dazu. Und so testete ich mich durch die Füßchen und nahm mir erst mal den Schmalkantfuß vor, weil ich den äußerst interessant fand.

Was ist ein Schmalkantfuß überhaupt?

Schmalkantfuß – Führungsschiene

Der Schmalkantfuß hat mittig ein schwarzes Führungsblech, das tiefer als das eigentliche Füßchen geht. Das Blech erleichtert das Absteppen von Kanten und das Aufnähen von Bändern und Taschen – auch bei Rundungen. Durch die Führung verlaufen die Nähte exakt parallel zur Kante oder zum Nahtschatten. Wie das Ganze an einem Projekt aussieht, zeige ich euch gleich noch …

Schmalkantfuß – Bernette

Wie die meisten anderen Nähfüße funktioniert das Wechseln des Fußes ganz einfach: Er wird in angehobener Position einfach ausgeklickt und am Querstift des Füßchens durch Absenken des Nähfußhebels wieder eingeklickt.

Die Nadelposition – und somit der Abstand zur Kante – ist frei wählbar. So lässt sich zum Bespiel genau im Nahtschatten nähen oder parallel versetzt zu einer Kante.

Geradstich – Berennte

Optimal für den Schmalkantfuß ist ein Geradstich. Möchte man genau über die Kante oder den Nahtschatten nähen, funktionieren aber auch breitere Stiche. Am besten testet ihr aus, welche Einstellungen am besten zu eurem Material passen.

Mein erster Versuch scheiterte nämlich kläglich. Ich wollte etwas schmalkantig absteppen – aber die flutschige Viskose machte mir einen Strich durch die Rechnung. Ich rate euch, beim ersten Mal unkomplizierte Materialien zu benutzen. Mittlerweile entwickelte sich der Schmalkantfuß aber zu einem meiner Lieblingsfüße.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Der Schmalkantfuß ist überall da einsetzbar, wo ihr knappkantig oder im Nahtschatten nähen wollt.

Birgit beschreibt euch hier im BERNINA Blog die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten so eines Fußes. Dort bekommt ihr einen super Überblick und direkt passende Empfehlungen für die Einstellungen.

Ich zeige euch heute meine Lieblingsverarbeitung: Das Aufsteppen von Bändern und Taschen. Jedes Mal, wenn ich etwas knappkantig aufnähen musste, hatte ich ein innerliches Mantra parat: »Langsam nähen. Konzentrieren. Langsam nähen. Konzentrieren.« Meistens war ich dann doch irgendwann abgelenkt, und die Naht machte den ein oder anderen kleinen Schlenker. Kennt ihr das?

Schmalkantfuß – Band aufnähen

Mit dem Schmalkantfuß ist das jetzt vorbei. An meiner Schürze konnte ich den Fuß direkt mehrfach testen. Das zuvor aufgesteckte Band wird einfach an die Führungsschiene angelegt. Dann nur noch den richtigen Abstand wählen und los geht’s. Gerade bei langen Bändern ist das eine echte Erleichterung.

Schmalkantfuß – Tasche aufnähen

Die Schürze bekam natürlich auch noch praktische Taschen, die ich ebenfalls gleich perfekt absteppen konnte. Hier ist der richtige Abstand besonders wichtig, dass nicht nur die Tasche, sondern auch die umgeschlagene Nahtzugabe, sicher fixiert ist.

Schmalkantfuß – Tasche aufnähen
Auch mein letzter Hoodie ist in den Genuss des Schmalkantfußes gekommen. Da ein Hoodie meist mit Bündchenabschlüssen gearbeitet und die Kapuze verstürzt  ist, wirkt er recht schnell professionell genäht. Meistens sieht es nur an der aufgesetzten Tasche ungewollt »selbstgenäht« aus.

Schmalkantfuß – Hoodie mit Känguru-Tasche
Bei meinen Känguru-Taschen mühe ich mich ab jetzt nicht mehr ab und steppe sie viel sauberer als vorher auf. Wer lieber einen elastischen Stich zum Aufsteppen nutzt, kann dabei einen geschlossenen Overlockstich wählen. So wird die Kante direkt sauber eingeschlossen. Oft genügt aber auch ein Geradstich, weil an dieser Stelle im Normalfall keine Elastizität gebraucht wird.

Infos zum Hoodie und zum Freebie für die Schürze findet ihr bei mir auf dem Blog.

Ich teste mich dann mal weiter durch mein Nähfuß-Set. Was ich mit dem Säumerfuß angestellt habe, konntet ihr hier auf dem BERNINA Blog ja schon sehen.

Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Zeitaufwand: einen Abend
Verwendete Materialien: Canvas, Gurtband, Jacquard-Jersey, Webware
Verwendete Produkte:
bernette 38
bernette 38

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