Kreative Artikel zum Thema Nähen

Meine neue Overlock: die BERNINA L 460

Lange habe ich es hinausgezögert, aber ich wurde mit der alten Overlock einfach nicht mehr glücklich. Die Einstiegermaschine, an der mich nach und nach mehr Dinge gestört haben, ist wohl einfach „durchgenäht“.

Natürlich war klar, dass nach der Nähmaschine aus dem Hause BERNINA auch eine passende Ovi in mein Nähzimmer einziehen wird.

Als der Entschluss feststand, die Maschine zu ersetzen, fiel die Wahl sehr schnell auf die L 460. 

 
L 460 komplett ohne Anschiebetisch
 

Nach einigen Wochen intensiver Nutzung will ich nun ein bisschen erzählen, wie ich so mit der Maschine zurecht komme. Gut natürlich. Klar. Aber ich schmücke es für euch noch ein bisschen aus 😉

Es ist selbstverständlich total unfair, die neue L 460 mit meiner alten Maschine zu vergleichen, aber genauso natürlich ist es, es zu tun. Andere Vergleiche habe ich einfach nicht. Also eben Äpfel und Birnen. Es folgt eine kleine Auflistung meiner ersten Eindrücke. 

Wie Sie hören, hören Sie nichts!

Schon vor zwei Jahren bei einem Besuch im Creative Center in Steckborn war ich entzückt vom leisen Schnurren der BERNINA Overlocks. So leise kann eine Ovi sein? Von einer älteren Maschine umzusteigen, fühlt und hört sich an, als würde man von einem alten Traktor absteigen!

Nahaufnahme Nähfuß Overlock L 460

Freiarm

„Ohje, kein Freiarm, Du wirst Dich umgewöhnen müssen!“ war ein Satz, den ich im Vorfeld hörte. 

Und zugegeben, ich dachte auch, dass mir etwas fehlen würde. Bis ich mal genau überlegt habe, wann ich den Freiarm nutze. Gar nicht! Jawohl, mit den Jahren habe ich den Freiarm nicht mehr benutzt. Ein Armelbündchen habe ich nicht von oben genäht, um es über den Freiarm zu zerren, sondern ganz locker von innen. Scheinbar intuitiv, obwohl ich sicher ohne zu überlegen behauptet hätte, den Freiarm schon dringend zu brauchen.

Im Fachgeschäft in dem ich eine kleine Einweisung in die Maschine erhielt, wurde mir folgendes erklärt:

“Die meisten Maschinen mit Freiarm verleiten nur dazu, dass man den Stoff verzieht und seitlich unter das Füßchen zerrt um ihn vermeintlich besser vernähen zu können. Viel schonender ist es jedoch, ihn ohne viel Kraftaufwand einfach locker von vorne auf das Füßchen treffen zu lassen.”

Alles klar, oder?

Reinigen

Keinen Freiarm zu haben bringt einen weiteren Vorteil mit sich: Ich kann die Maschine auch auf der rechten Seite aufklappen. Glaubt mir, es ist durchaus sinnvoll da hin und wieder vorsichtig den Sauger hinzuhalten…

Schnittbreite verstellen

Leichter geht nicht: neben dem Messer ist eine kleine Skala, vorne an der Maschine ist ein Rädchen. Man dreht nicht blind in der Gegend rum, sondern kann ablesen, wieviel das Messer abschneidet. So simpel, so gut.

 
Stichbreite verstellen

Rollsaum, ich liebe Dich!

An Kleidungsstücke kam mir noch nie ein Rollsaum, aber ich liebe Tücher aus Double Gauze und nähe regelmäßig welche für mich und meinen Sohn. Bei der L 460 kann ich die Stichzunge, die für die Stichbreite zuständig ist, mit einem Hebel verschwinden lassen. Kein Schraubendreher oder anderes Werkzeug ist nötig. Einziger Nachteil: Mein Double-Gauze-Verbauch ist sprunghaft gestiegen, weil die Hürde des Maschinenumbaus fehlt…

Auffangbehälter

Es sind die kleinen Dinge! 

Sicher, der Auffangbehälter ist das wohl unwichtigste Teil an der Maschine und ich bin jahrelang ohne ausgekommen. Ich hab einfach “den Großen“, also das gesamte Nähzimmer, als solchen benutzt. Aber wie schön ist das bitte, wenn es nach dem Nähen nicht aussieht als ob etwas im Zimmer explodiert wäre? Ich hätte nicht gedacht, wie sehr ich den Auffangbehälter schätze!

Auffangbehälter der L 460

Einfädeln

Der Angstgegner der Ovi-Neulinge. Ich gehörte nie zu den Ängstlichen und Fäden anknoten aus Sorge den richtigen Weg nicht zu finden habe ich noch nie gemacht.

Die Bernina macht es einem leicht: Vier Farben, vier Wege mit genauer Anleitung. Sich hier „zu verlaufen“ ist praktisch unmöglich.

Kniehebel, ja oder nein?

An dieser Frage scheiden sich die Geister bei allen Maschinen. Die einen lieben ihn, die anderen fragen sich, was das Stück Metall bringen soll. Ich habe ihn nie benutzt. Nicht an der Nähmaschine, nicht an der Overlock. Für mich ist es kein Umstand mal kurz eine Hand vom Nähstück zu nehmen und den Hebel zu betätigen. Wenn ihr zu anderen Seite gehört, kann ich euch an dieser Stelle aber die Frohe Botschaft verkünden, dass die L 460 einen Hebel hat. 

Anschiebetisch

Ich gebe es zu: mein erster Gedanke war: „Oh, der ist groß… ich hab zu wenig Platz und lasse den lieber mal im Karton.“ Zu dieser Zeit sind übrigens auch die Bilder entstanden, weshalb das gute Stück nie zu sehen ist…

Aber nun weiß ich es besser: der ist groß und das ist auch gut so. Gerade wenn es an das Säumen und Annähen von Bündchen geht, ist es schön, eine großzügig bemessene Arbeitsfläche zu haben. Je besser das Nähstück aufliegt, desto leichter hat man es beim Nähen. Wenn an der linken Seite gefühlt 15 Kilo Stoff nach unten ziehen wird eine Naht natürlich leichter schräg, als wenn 15 Kilo locker neben dem Füßchen liegen.

Es werde Licht!

Angenehm weißes Licht entlastet meine computergeschädigten Augen wunderbar. Die Maschine ist schön hell –  mehr muss ich dazu nicht sagen. 

Nähfuß Overlock L 460
Ach, dass das am meisten benötigte Zubehör im Greiferdeckel verstaut werden kann wollte ich auch erwähnen.

Und dass das MTC unter dem Logo für “micro thread control” steht ist auch nicht ganz unwichtig: die Menge des Schlingfadens lässt sich an die Schnittkante anpassen.

Ich hätte noch so viel zu erzählen, aber leider muss ich schon wieder ein, zwei Tücher rollsäumen… 

Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Verwendete Produkte:
BERNINA L 460
BERNINA L 460

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Kommentare zu diesem Artikel

2 Responses

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  • mmecki

    Hallo Änni,

    ich habe die Maschine auch.

    Meine Vorgänger waren die Berninas 2500 DCET, (darüber schweigt des Sängers Höflichkeit) die 800 DL und die 1150 MDA. Wie man sieht habe ich mich hochgearbeitet. Die L 460 habe ich mir nur wegen des Kniehebels gekauft, ich liebe Kniehebel. Zu erwähnen wäre bei dieser Maschine noch, dass sie den gleichen Anlasser wie die Nähmaschinen hat. Damit kann man die Nadel nach oben oder unten befördern.

    Viel Spaß weiterhin mit deiner Maschine.

    Gruß Mecki

    • Änni

      Dankeschön! Wie gesagt, ich bin gespannt ob ich noch ins Kniehebel-Lager wechseln werde – bisher höre ich von der “anderen Seite” ja nur Gutes. 😉

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