Kreative Artikel zum Thema Sticken

Knöpfe selber beziehen

Hallo, ich bin Miriam, oder besser bekannt unter meinem Cosplay-Künstlernamen: dasGemini. Ich liebe die Herausforderung beim Cosplay und versuche, mit jedem Kostüm etwas Neues auszuprobieren und zu lernen. An diesen Erfahrungen möchte ich euch hier im Blog teilhaben lassen. Heute soll es um Knöpfe gehen.

Schöne Knöpfe werten jedes Textilstück auf. 

Noch schöner sind selbstgemachte Knöpfe, die man ganz individuell zu jedem Projekt gestalten kann.  Zudem sind sie ein echter Hingucker!

Mit dieser Anleitung möchte ich euch zeigen, wie man Knöpfe ganz einfach selber beziehen kann oder gar von Grund auf selber machen kann.

                                                               

Knöpfe selber beziehen – Material

Für meine Knöpfe habe ich Dupionseidenimitat verwendet. Benutzen könnt ihr aber jeden Stoff der euch gefällt.  

Am wichtigsten ist die Knopfgrundlage, über die ihr am Ende den Stoff zieht. Dafür gibt es von vielen verschiedenen Herstellern vorgefertigte Rohlinge aus Metall in unterschiedlichen Größen zu kaufen. Das ist aber kein Muss, es funktioniert im Grunde mit jedem flachen, runden Gegenstand, über den ihr Stoff spannen könnt.

In den letzten Jahrhunderten wurde besonders gerne ein flaches Stück Holz für Knöpfe verwendet. Wer aber nicht extra etwas dafür basteln oder kaufen will, kann auch alte Knöpfe einfach für diesen Zweck recyceln. Wichtig ist nur, dass die Basis stabil genug ist. Dicke Pappe eignet sich auch, diese sollten dann aber besser nicht gewaschen werden.

Für das Sticken braucht ihr natürlich noch die entsprechenden Materialien wie Stickvlies und Stickgarn. Für meine Knöpfe habe ich Stickgarn aus Viskose verwendet, da der leichte Glanz sehr gut zu meinem Stoff passt. Für was ihr euch entscheidet, ist natürlich ganz euch überlassen.

Je nachdem welche Basis ihr für euren Knopf wählt, solltet ihr auch noch dickes Nähgarn und/oder kleine Hakenverschlüsse zur Hand haben.

Stickmuster entwerfen für den Knopfbezug

Bevor ihr euch an das Stickmuster für den Knopf setzt, solltet ihr euch für eine Knopfgröße entscheiden. Natürlich könnt ihr das Design am Ende immer noch skalieren. Bei sehr kleinen Knöpfen kann es dabei allerdings zu Problemen kommen. Es ist also von Vorteil, sich vorher für eine ungefähre Größe zu entscheiden.

Meine Knöpfe haben einen Durchmesser von 23cm und ich konnte mein Muster sehr detailliert aussticken. Bei kleineren Knöpfen würde ich zu simpleren Designs raten.

Beim Gestalten könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen! Angefangen habe ich mit einer äußeren Umrandung für den Knopf. Das ist kein Muss, macht es aber einfacher, den Stoff später genau auf den Basisknopf zu platzieren. Zudem hebt es das Design schön hervor.
Ich selbst habe mich für ein florales Muster entschieden und es mit einfachen geometrischen Formen mit der BERNINA Sticksoftware 8 umgesetzt.

Gestaltung mit der BERNINA Sticksoftware 8

Für Inspirationen kann ich euch nur die besticken Knöpfe aus der barocken Mode empfehlen, ich habe mich selbst auch an diese angelehnt.

Natürlich könnt ihr euch einfach ein bereits bestehendes Stickmuster für eure Knöpfe verwenden, wichtig ist nur, dass es Rund ist

Zudem empfehle ich ein abreißbares oder wasserlösliches Stickvlies. Achtet darauf, dass der Stoff um die Stickerei am Ende möglichst dünn auf dem Knopf aufliegen kann. Entfernt das Stickvlies nach dem besticken also möglichst sorgfältig, damit ihr euch am Ende nicht über seltsame Falten am Knopf ärgern müsst.

Tipp: Fügt zur Sicherheit noch 2mm Durchmesser zu eurem Stickmuster hinzu. Mein Stickmuster hat einen Durchmesser von 25mm für meinen 23mm Knopf. 

Denkt auch daran genug Platz zwischen den einzelnen Mustern vor dem Sticken zu lassen, sonst könnt ihr den Stoff am Ende nur schwer fixieren. Am besten den Radius eures Knopfes als zusätzlichen Stoffrand hinzuzufügen. Bei  Stoffen, die sehr leicht ausfransen, solltet ihr den Stoff vorher versäubern oder etwas mehr Rand lassen. Abschneiden kann man schließlich am Ende immer noch.

Da mein Stoff aus Polyester besteht, habe ich den Rand vor dem verarbeiten mit Feuer versiegelt. Es ist die einfachste Methode das Ausfransen von Stoffen zu verhindern und dabei hat man so gut wie keinen Stoffverlust. Seid aber vorsichtig und testet es zuvor an einem weiteren Stoffstück aus. Jeder Stoff reagiert etwas anders auf Feuer.

Knopfrohling selber herstellen

Als nächstes solltet ihr eure Knopfgrundlage bearbeiten. Die Kanten dürfen vor dem überziehen mit Stoff nicht zu scharf sein. Falls ihr mit Holz oder ähnliches arbeitet, solltet ihr dieses vorher mit einer Feile oder Sandpapier bearbeiten, sonst besteht Verletzungsgefahr und der Stoff könnte reißen.

Bei gekauften Knöpfen entfällt dieser Schritt!

Den Knopf überziehen

Als nächstes schnappt ihr euch Nadel und Faden in möglichst passender Farbe zum Stoff. Verknotet ein Ende des Fadens und rafft mit einer kleinen Wellenbewegung der Nadel den Stoff einmal rund herum zusammen. Versucht den Stich am besten so nahe wie möglich am Rand anzusetzen, passt aber auf, dass der Stoff unter Zug nicht ausfranzt oder reißt. Lasst den Faden mit Nadel anschließend einfach hängen, in einem späteren Schritt braucht ihr diese noch.

Danach zieht ihr vorsichtig am Faden, sodass sich der Stoff langsam am Rand zusammenzieht. Gegebenenfalls müsst ihr den Stoff etwas entlang des Fadens herumschieben, damit sich alles gleichmäßig zusammenzieht.

Bevor ihr den Basisknopf einsetzt, könnt ihr dessen Oberseite mit Stoff- oder Sekundenkleber bestreichen, damit sich der Stoff besser positionieren lässt. Das ist besonders hilfreich bei sehr großen Knöpfen. Es geht aber auch ganz ohne Kleber.

Setzt den Knopf in euer gerafftes Stoffstück ein und achtet darauf, dass alles mittig ausgerichtet ist, bevor ihr den Stoff ganz zusammenzieht. Jetzt sollte der Grundknopf fest positioniert sein und dürfte sich nicht mehr so leicht bewegen lassen.

Jetzt kommt die Nadel wieder ins Spiel. Um den Stoff auch wirklich zu fixieren und das Muster stramm über den Knopf zu ziehen, solltet ihr mit der Nadel den oberen Rand des Stoffes durchstechen und diesen mit dem gegenüberliegenden Rand vernähen. Rotiert mit dieser Technik einmal rund um den Knopf herum, bis sich keine Falten mehr auf der Knopfvorderseite befinden und alles schön gleichmäßig aussieht. Hier kann man auch kleine Positionierungsfehler beheben.

Sollte etwas nicht genau sitzen oder sich verziehen, öffnet am besten noch einmal alles und fangt von vorne an. Nach 2-3 Versuchen hatte ich den Dreh endlich raus und alles ging ganz schnell und einfach.

Knopfrückseite

Befestigung an der Rückseite

Bei gekauften überziehbaren Knöpfen ist die Befestigung kein Problem. Diese Knöpfe besitzen meistens eine Öse und verschließen die Rückseite mit einem metallischen Konterstück.

Wenn ihr Wert auf eine verschlossene Rückseite legt, könnt ihr dafür einen kleinen Kreis aus Filz oder dünnes Leder ausschneiden, der die Rückseite gut bedeckt und diesen an der Kante mit ein paar kleinen Stichen aufnähen. Das ist aber kein Muss und hat nur einen optischen Effekt.

Die Öse selber nähen

Eine Öse lässt sich schnell selbst herstellen. Dafür könnt ihr eine aus Garn machen oder einen kleinen Hakenverschluss dafür zweckentfremden.

Für eine Öse aus einfachen Nähgarn den Faden doppelt durch eine Nadel fädeln und am Ende verknoten. Nun stecht ihr mit der Nadel möglichst mittig durch die Rückseite des Knopfes und bildet eine kleine Schlaufe. Vernäht das Ende, damit die Schlaufe fixiert ist. Nun umrundet ihr die zuvor gebildete Schlaufe immer wieder mit dem Rest des Fadens und macht nach jeder Umrundung einen kleinen Knoten. So bekommt ihr eine sehr stabile Öse aus Nähgarn.

Tipp: Fahrt mit dem Nähgarn zuvor durch ein Stück Wachs, dadurch verbinden sich die einzelnen Fäden zu einem dicken Strang und es lässt sich leichter damit arbeiten.  

Eine Öse gemacht aus einem Hakenverschluss funktioniert genau so einfach. Hierfür verwendet ihr am besten das rundliche Konterstück und näht diesen mit einer Nadel auf die Rückseite. Achtet darauf, dass der Verschluss auch wirklich fest vernäht ist, da doch mal gerne an einem Knopf gezogen wird. Je nach gewünschter Optik, könnt ihr den Hakenverschluss auch noch mit einer Zange bearbeiten, um diesen etwas flacher zu drücken. So sitzt der Knopf später etwas tiefer auf dem Stoff und im Knopfloch.

Jetzt nur noch an das Kleidungstück euer Wahl nähen und fertig!

Ich wünsche euch viel Spaß beim selbst ausprobieren 🙂

Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Zeitaufwand: einen Abend
Verwendete Materialien: Ausreissbares Stickvlies, Knöpfe, Nähgarn, Stickgarn
Verwendete Produkte:
BERNINA 570 QE (NEW)
BERNINA 570 QE (NEW)
BERNINA Sticksoftware 8
BERNINA Sticksoftware 8
Stickfuss (Tropfenform) # 26
Stickfuss (Tropfenform) # 26
Stickrahmen mittel
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Kommentare zu diesem Artikel

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  • zupu54

    die Knopfvorlage muss nicht zwangsläufig kreisrund sein. Es gibt tolle Knopfformen: oval, rechteckig, dreieckig, unregelmäßige Formen. Auf Flohmärkten, in der vorhandenen Knopfkiste etc. Bei regelmäßigen Formen lässt sich durch ausmessen die Form in der Software leicht erstellen, bei unregelmäßigen Formen durch abzeichnen und scannen (den Knopf auf Papier legen, die Form mit einem Stift nachfahren, scannen, in der sw als Bild aufrufen und die Größe anpassen). Bei Halbkugel-Knopfrohlingen die Höhe nicht vergessen.

    Hilfreich ist, den jeweils doppelten Umfang für die Rückseite mit einer Heftlinie zu markieren, diese ist gleichzeitig Schnittlinie (leicht versetzt) und Kantenversäuberung für leicht fransende Stoffe wie z.B. die oben erwähnte Dupionseide.  Hilfreich ist außerdem: bei sehr feinen Stoffen die Rückseite mit dünner Einlagen zu bebügeln (verstärkt einerseits dünnes Stoffmaterial, zum zweiten scheint der Rohling nicht durch). Eine weitere Hilfe ist, den Rohling vor dem beziehen mit Kleber leicht einzustreichen. das verhindert, daß beim beziehen der Stoff nicht verrutscht. Bei feinen Stoffen einen Stoffkleber verwenden, bei dickeren kann es ein normaler Bastelklebestift sein. Je nach Stoffmaterial am Rohlingrand oder mittig ein kleiner Tupfer.

     

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