Kreative Artikel zum Thema Nähen

Puffärmel nähen

Es wird wieder wärmer und unsere Ärmel kürzer. Puffärmel sind nicht nur für pompöse Ballkleider eine schicke Aufwertung, auch ein einfaches Sommerkleid kann man damit ganz einfach verschönern.

In den vergangenen Jahren habe ich einige Kleider mit Puffärmeln in verschiedensten Formen und Größen genäht. Wenn man erst einmal weiß, wie es geht, macht es auch richtig spaß.

Mit dieser Anleitung möchte ich euch zeigen, wie ihr aus einem Basisschnitt ganz einfach drei verschiedene Formen von Puffärmeln nähen könnt. Mit extra Tipps für besseren Halt!

Schnittmuster erstellen

Es gibt drei Grundformen von Puffärmeln, die sehr einfach aus einem Basisschnitt konstruiert werden können.

Es ist wirklich ganz simpel:

  • Beginnt mit einem beliebigen Schnittmuster eines Ärmels.
  • Faltet das Muster einmal in der Mitte.
  • Faltet es wieder auf und faltet die beiden Seiten zum Mittelpunkt.
  • Knickt die Seiten dann jeweils noch einmal bis zur Mitte. So solltet ihr ganz einfach euer Muster in 8 gleiche Teile unterteilt haben.

Ihr könnt es natürlich auch abmessen oder nach Augenmaß scheiden. Hier wird keine Millimeterarbeit von euch verlangt. 🙂

Variante 1

Legt die Streifen mit gleichem Abstand zueinander auf euren Stoff. Je größer der Abstand der einzelnen Streifen zueinander, desto größer auch der Puffärmel. Versucht es zum Beispiel einmal mit der doppelten Breite. Denkt aber auch an etwas zusätzlichen Stoff in der Länge, da das Volumen nur entstehen kann, wenn der Ärmel etwas nach oben geschoben wird.

Leider kann ich euch da kein genaues Maß als Anhaltspunkt nennen, das kommt immer ganz darauf an, wie es am Ende aussehen soll. Mittlerweile kann ich es bei meinen Ärmeln immer recht gut einschätzen, aber ein Mockup aus günstigem Stoff schadet auch nie. Für mein Beispielbild habe ich 11 cm genommen.

Der Ärmel wird sowohl unten als auch oben gerafft.

Variante 2  

Legt die Streifen mit gleichem Abstand zueinander auf euren Stoff. Jetzt schließt ihr die Lücken am Ende wieder, sodass sich die Streifen am unteren Ende wieder berühren. Das ganze sollte aussehen wie ein geöffneter Fächer.

Der Ärmel wird nur oben gerafft.  Konzentriert die Raffung bei dieser Variante am besten entlang der Schultermitte.

Variante 3

Macht das Gleiche mit euren Papierstreifen nur verkehrt herum wie bei Variante 2. Legt die Streifen mit gleichem Abstand zueinander auf euren Stoff. Jetzt schließt ihr wieder die Lücken, nur dieses Mal am oberen Ende.

Der Ärmel wird nur am unteren Ende einmal rund herum gerafft.

Puffärmel nähen und raffen

Wenn Ihr euch für eine Variante entschieden habt, legt die Schnittteile auseinandergeschoben auf den Stoff und schneidet diesen zu. Ich denke mir immer einen Bogen und zeichne eine entsprechende Line entlang der Schablonen. Markiert euch dabei auch am besten direkt einmal am oberen Rand die Mitte, das Hilf am Ende beim Einsetzen ungemein.

Nach dem Ausschneiden geht es auch schon direkt an die Nähmaschine. Versäubert wie gewohnt zuerst das Stoffstück und näht dann die beiden Seiten zusammen, um euren Ärmel zu schließen.

Jetzt solltet ihr die Nahzugabe auch am besten schon auseinanderbügeln. Wenn die Säume erst gerafft sind, kann es sonst um einiges schwieriger werden.

Den Faden zum Raffen könnt ihr ganz einfach mit eurer Maschine in den Stoff nähen. Stellt dafür den Stich auf die breiteste Einstellung (bei mir sind es 6 mm) und näht mit einem recht reißfesten Faden einmal um den zu raffenden Saum herum. Lasst dabei die Nähte am Anfang und Ende einfach unverschlossen und auch etwas extra Faden stehen, an dem ihr später ziehen könnt.

Jetzt zieht ihr vorsichtig an beiden Seiten umso den Stoff schön gleichmäßig zu raffen. Ihr solltet nur darauf achten, ca. 4-5 cm um die Näht im Achselbereich nicht mitzuraffen, sonst gibt es später unschöne Falten. Konzentriert den Stoff auf die Schultermitte um die zuvor gesetzte Markierung.

Jetzt könnt ihr den Ärmel probeweise einmal in das Oberteil  mit Stecknadeln oder Klammern einsetzen. Falls der Ärmel jetzt zu groß oder zu klein ist, könnt ihr es ganz einfach mit etwas mehr oder weniger Faden korrigieren. Das Schöne an dieser Technik ist, dass man zuvor nichts auf den Millimeter genau abmessen muss.

Passt der Ärmel, empfehle ich euch, die überstehenden Fäden zu vernähen, damit beim Einnähen nichts mehr verrutschen kann. Danach fixiere ich die Raffung gerne noch mit der Maschine, indem ich noch einmal alles ordentlich absteppe, jetzt kann wirklich nichts mehr verrutschen.

Der richtige Halt

Je nach Form und Größe des Puffärmels, reicht ein guter Schnitt nicht aus, damit er seine Form behält. Besonders als Anfänger habe ich oft das Problem gehabt, das meine Ärmel in sich zusammenfielen und die Form einfach nicht so richtig stehen wollte.

Bei kleinen Puffärmeln reicht es meistens, sie mit einer zweiten Schicht Stoff zu unterlegen. Im Theaterbereich wird besonders gerne fester Tüll oder Organza in mehreren Lagen verwendet. Bei einige meiner Cosplays habe ich das bereits ausprobiert und kann es euch nur empfehlen. Gerade bei Ballkleidern kann der Oberstoff sehr dünn sein, da empfiehlt sich das Unterlegen besonders.

Wichtig ist nur, dass ihr besonders steifen Tüll nehmt, gerne auch in mehreren Lagen. Je nachdem, wie schwer und/oder groß der Ärmel ist. In meinem Beispielbild habe ich die Ärmel von meinem Sarah-Kleid (aus Tanz der Vampire) mit 2 Schichten sehr steifen Tüll unterlegt. Die Farbe ist dabei egal, da ich am Ende noch das Futter eingearbeitet habe.

Ihr könnt sehen, wie viel die Unterlagen den Ärmel geben. Ich habe sie einfach mit dem Oberstoff zusammengenährt und gerafft. Die Enden habe ich mit Satinschrägband versäubert, da gerade Tüll gerne schnell piksen kann. Zudem hat es den Vorteil, dass es waschbar ist.

Bei sehr großen Puffärmeln reicht das allerdings oft nicht aus. Schaut man sich die Lösung aus vergangenen Epochen an, lässt sich das Problem relativ einfach lösen. Um großen Designs mehr Halt zu verleihen, hat man eine Unterkonstruktion ähnlich wie ein kleiner Krinoline aus Federstahl in die Kleider eingearbeitet.

Dafür reichen einige Meter Federstahl und ein festes Band. Ich nehme dafür gerne einfaches Satinband, da es sehr reißfest ist. Messt zuvor mit einigen cm Abstand zueinander den Umfang eures Puffärmels und schneidet entsprechend den Federstahl auf die passende Länge zu. Dünner Federstahl reicht hierfür vollkommen aus, da er keiner großen Belastung ausgesetzt ist. Benutzt aber besser keinen Draht, da er nicht zurück in seine Form springt und sich verbiegen könnte.

Klebt den Federstahl mit Klebeband kreisförmig zusammen, sodass sie sich am Ende ca. 5 cm überlappen. Versiegelt die Enden gut, sonst besteht Verletzungsgefahr.

Sortiert die Ringe jetzt in ihrer Reihenfolge nach ihrer Größe und schneidet 2 gleichlange Streifen Satinband oder ähnliches zurecht. Heftet beide Bänder am äußeren untersten Ring fest und vernäht diese zu mit dem Federstahl, der beide Bänder ihn umschließen. Jetzt könnt ihr das restliche Band mit etwas Abstand mit den anderen Ringen verbinden. Die grobe Form des Puffärmels sollte imitiert werden. Zum Schluss verbindet ihr die Federstahlringe auf der gegenüberliegenden Seite mit Klebeband.

Lasst auch etwas vom Satinband übrig, damit ihr die Konstruktion noch in euer Kleid nähen könnt. Ich würde es nicht fest in eure Kleidung einnähen, da es schwierig in der Einigung ist. Ein paar Fixierstiche sollen reichen, um es mit euren Ärmel zu verbinden.

Natürlich gibt es auch noch andere Hilfsmittel, einen Puffärmel in Form zu bringen. Die zwei Varianten halte ich allerdings für am einfachsten vor allem am bequemsten.

Ich wünsche euch ganz viel Spaß bei euren Projekten und vor allem viel Vergnügen mit Puffärmeln. Hoffentlich habt ihr damit genau so viel Spaß wie ich! 🙂

Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Zeitaufwand: einen Abend
Verwendete Produkte:
BERNINA 570 QE (NEW)
BERNINA 570 QE (NEW)

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