Kreative Artikel zum Thema Nähen

Tutorial: Bluse nähen – mit Freebie-Schnittmuster und Stickmuster

Der Sommer steht vor der Tür, und es wird Zeit, den Kleiderschrank auszumisten und ein paar neue Sommerkleider zu nähen. In diesem Tutorial möchte ich euch zeigen, wie ihr eine ungarisch inspirierte Bluse näht mit floralen Stickereien und Smocking-Elementen.

Material

Ihr benötigt: 2,5 Meter Stoff,  Stickvlies zum wWegreißen, Stickgarn, Nähgarn, 10x 13mm Knöpfe, Ggf. Saumvlies

Schnittmuster für die Bluse

Das Schnittmuster liegt zum Selbstausdrucken im DinA4-Format in der Konfektionsgröße M vor. Ihr könnt es hier herunterladen:

Download Schnittmuster für eine Bluse

Der Brustumfang kann durch die Raffung an der Brust individuell angepasst werden. 0,75 cm Nahtzugabe ist bereits enthalten. 

Druckt zunächst das Schnittmuster aus und klebt die entsprechenden Schnittteile wie markiert aneinander und schneidet es aus. Jetzt könnt ihr die nicht zu bestickenden Teile auch schon auf euren Stoff aufzeichnen und ausschneiden. Bei den Schnittteilen, die ihr besticken wollt, braucht ihr für den Stickrahmen etwas mehr Rand. Zeichnet den Umriss des Schnittes auf den Stoff und lasst genügend Rand, damit ihr es noch in euren Stickrahmen einspannen könnt.

Freebie-Stickmuster

Die von mir erstellten Stickmuster für ein Knopflochleiste, Ärmel und Maschetten könnt Ihr unter dem folgenden Link als ZIP-Datei herunterladen:

Download Stickdateien

Die Dateien sind in zahlreichen verschiedenen Formaten enthalten. Bitte beachtet, dass sie nur für private Zwecke ohne Einschränkung genutzt werden dürfen. Gewerbliche Nutzung ist ausgeschlossen.

Digitalisierung

Alle Stickmuster wurden mit der BERNINA Sticksoftware 8 erstellt und von mir anhand von historischen Referenzen von ungarischen Trachten designt. Digitalisiert habe ich alle Muster mit dem „Offene Handzeichnung“ für Linien und „Geschlossene Handzeichnung“ für geschlossene Objekte. Für beide Optionen habe ich die Glättung aktiviert, es stabilisiert die Strichführung. So konnte ich alles einfach mit der Maus zeichnen.

Für den historischen Look habe ich mich für einen Satinstich entschieden, bei größeren Flächen habe ich den Spezialsatinstich verwendet, damit auch alles gut ausgestickt ist.

Ärmel

Die Ärmel sind verkleinerte Keulenärmel, die etwas über dem Handgelenk mit einem Knopf geschlossen werden können.

Falls euch die Form nicht zusagt, könnt ihr gerne den Schnitt der Ärmel verändern, aber denkt daran, das Stickmuster an die neue Form anzupassen.

Startet euer Stickprogramm und öffnet das Stickmuster für den Ärmel. Teilt das Muster je nach bevorzugtem Stickrahmen mit der Multihooping-Funktion auf. Für meine Ärmel habe ich den großen ovalen Stickrahmen (145 mm x 255 mm) verwendet und das Muster auf 10 Rahmen aufgeteilt.

Die Wahl des Stickgarns und deren Farben sind natürlich euch überlassen. Für meine Stickereien habe ich Viskose-Garn gewählt in unterschiedlichen Rot- und Grüntönen. Für die Stickereien braucht ihr mindestens 1000 Meter Garn. Das Aussticken dauert etwa 1-2 Abende lang, je nachdem, wie schnell ihr eure Maschine eingestellt habt. 

Als Stickvlies empfehle ich euch eines zum Wegreißen. Ob selbstklebend oder mit temporären Sprühkleber fixiert, sollte egal sein. Da manche Elemente des Stickmusters sehr klein sind, finde ich ein Vlies zum Wegreißen am einfachsten. Wegschneiden könnte da doch etwas mühsam werden.

Habt ihr soweit alles vorbereitet, stickt wie gewohnt das Stickmuster aus und befreit es so gut wie möglich von dem Vlies.

Schneidet den Ärmel aus und versäubert die Kanten. Jetzt kann der Ärmel einmal gut gebügelt werden, bevor ihr ihn bis zur Markierung zusammennäht. Denkt daran, die Naht ordentlich auseinander zu bügeln. Schlagt die offenen Seiten zu einem Saum zusammen und steppt diesen ab.

Für eine nahtlose Variante könnt ihr den Saum auch gerne mit Saumvlies festbügeln. Schneidet das Saumvlies dafür einfach in der passende Größe zurecht, entfernt das Trägerpapier und bügelt es wenige Sekunden in dem eingeschlagenen Saum ein. Wenn ihr alles richtig gemacht habt, hält es sogar Wäschen bis 40 Grad aus.

Nebenbei könnt ihr die Knopfleiste und Manschetten aussticken. Achtet wie auch beim Ärmel auf genügend Stoff zum Einspannen. Die Manschetten passen beide in den ovalen Stickrahmen (145 mm x 225 mm). Nachdem das Stickmuster ausgestickt ist, legt die Schnittschablone auf das Muster und zeichnet die Kanten nach, die ihr anschließend ausschneidet. Auf dem Schnittmuster sind die Kanten markiert, die ihr umklappen und bügeln sollt.

Manschetten nähen

Wie auch bei dem Ärmel könnt ihr euch entscheiden, ob ihr die Manschetten lieber annähen oder mit Saumvlies fixieren wollt.

Legt zunächst den Ärmel und die zurecht gebügelte Manschette flach zueinander aus. Legt den Streifen für die Manschette mit den bereits eingebügelten Kanten an die Kante des Ärmels und überprüft, ob alles die passende Länge hat. Passt alles, könnt ihr den Streifen wieder zusammenklappen und entweder die Manschette annähen oder mit Saumvlies fixieren. Für meine Ärmel habe ich Saumvlies verwendet. Dafür einfach wieder ein Stück zurechtschneiden und mit dem Bügeleisen fixieren. Nachdem der Stoff ausgekühlt ist, könnt ihr kontrollieren, ob beide Stücke gut miteinander verbunden sind.

Das Knopfloch ist bereits mit in das Stickmuster intrigiert. Um das Knopfloch auch mit der Rückseite der Manschette zu verbinden, steppt mit kurzen Stichen einmal entlang der Kante des Knopfloches herum. Wählt dafür die gleiche Garnfarbe wie die des Knopfloches. Jetzt könnt ihr das Loch noch mit dem Nahttrenner öffnen und am Ende gegenüberliegenden Ende einen Knopf anbringen.

Bluse zusammennähen

Zuerst näht ihr die  bereits versäuberten Stücke zusammen.

Schneidet die Nahtzugabe an den Stellen ein, an denen es zu Rundungen kommt. Jetzt könnt ihr die Nahtzugabe ordentlich auseinanderbügeln.

Als nächstes näht ihr den Saum für die obere Kante zusammen. Schlagt auch hier wieder einen Saum und steppt diesen ab.

Danach könnt ihr ihn an das Oberteil heften. Ich verwende dafür gerne Stecknadeln, ihr könnt dafür aber auch Reihgarn oder Klammern verwenden. Nehmt dafür die Rückenlinie als Ausgangspunkt. Ist alles richtig abgesteckt, könnt ihr es zusammennähen.

Jetzt wird alles wieder umgestülpt und ordentlich gebügelt. Denn gut gebügelt ist halb genäht!

Für den richtigen Halt näht ihr den Saum noch mit einigen Staffierstichen an das Hauptteil. Stecht dafür durch 1-2 Web-Fäden vom Oberstoff, führt die Nadel anschließend circa 0,5 cm durch die Saumkante, der Faden verschwindet sozusagen. Wiederholt diesen Vorgang, bis der Saum befestigt ist. Die Naht sollte kaum bis gar nicht zu sehen sein.

Anschließend säumt ihr noch die untere Kante der Bluse. Ich habe mich dabei für einen Zierstich rotem Garn entschieden.

Smocking

Smocking, auch Smokarbeit oder Faltenbesatz genannt, ist der Oberbegriff für Stoffmanipulationstechniken, bei denen mit Hilfe von Raffungen verschiedenste Faltenlegungen entstehen.

Dreht das vordere Stück der Bluse auf links und zeichnet wie auf dem Schnittmuster markiert mit einem Abstand von 4 cm Linien auf den Stoff. Zeichnet auf diesen Linien im Abstand von 1 cm ebenfalls eine Markierung ein. Verwendet dafür am besten einen Trickmarker, Schneiderkreide oder einen weichen Bleistift. Wichtig ist nur, dass sich die Linien nicht auf die Vorderseite durchzeichnen.

Nehmt einen recht reißfesten Faden, am besten keine Baumwolle, da diese zu schnell reißt. Fädelt ein langes Stück in eine Nadel und verknotet das Ende. Fangt an der Seite an und stecht mit einem Staffierstich durch die Markierungen.

Versucht dabei, nicht durch den Stoff zu nähen, sondern nur die ersten Fäden des Stoffes zu berühren.

Lasst den überflüssigen Faden am Ende hängen und wiederholt diesen Vorgang für alle weiten Linien.

Haltet die überstehenden Fäden mit einer Hand fest und rafft den Stoff vorsichtig zusammen. Seid vorsichtig, damit euer Faden nicht reißt. Am besten probiert ihr die Bluse jetzt schon einmal an, damit ihr wisst, wie weit ihr es zusammenziehen müsst.

Nehmt euer Bügeleisen und bügelt die Raffung platt. Zieht ein wenig von oben und unten, damit sich die Falten besser legen können.

Die Knopflochleiste nähen

Wie auch bei den Manschetten wird die Knopflochleiste nach dem Sticken erst einmal entlang der Markierungen gefaltet und gebügelt.

Jetzt die Leiste rechts an die Bluse und  mit Stecknadeln festheften. Näht entlang der Nahtzugabe, um beide Stücke miteinander zu verbinden. Klappt die Knopflochleiste um den Stoff der Bluse herum und bügelt die Stoffkante flach. Steppt entlang der Nahtfalte, um die Leiste zu schließen. Die Unterseite ist 0.5 cm länger und sollte problemlos mit eingenäht werden.

Fehlen nur noch die Knopflöcher. Auch muss die Vorderseite wieder mit der Rückseite verbunden werden. Näht mit passendem Garn einmal entlang der Kanten der Knopflöcher. Jetzt könnt ihr die Knopflöcher aufschneiden.

Für das Gegenstück, die Knopfleiste, wiederholt diesen Schritt einfach. Die Kopfleiste braucht ihr nicht zu besticken, da sie unter der Knopflochleiste verschwindet.

Legt die beiden Leisten übereinander und markiert euch die Knopfpositionen. Jetzt könnt ihr die Knöpfe annähen.

Ärmel einnähen

Jetzt ist es fast geschafft. Fehlen noch die Ärmel. Falls ihr es noch nicht gemacht habt, könnt ihr die Ärmel jetzt auf rechts ziehen. Stellt eure Nähmaschine auf die längste Stichlänge ein und näht ohne entlang der oberen Stoffkante. Lasst den Faden am Ende etwas stehen, damit ihr den Stoff damit zusammenraffen könnt.

Dreht die Bluse auf links und heftet die Ärmelmitte an die Schulternaht an. Jetzt könnt ihr den Ärmel auf die passende Größe ziehen. Beachtet dabei, dass sich die Raffung auf die Ärmelmitte konzentriert und lasst sie einige cm im Achselbereich weg. Sonst gibt es unschöne Falten. Näht die Ärmel wie gewohnt in eure Bluse ein.

Letzte Schritte

Zum Schluss muss nur noch die Smokarbeit auf der Vorderseite fixiert werden. Dafür zieht ihr das Oberteil besser noch einmal an. Jetzt könnt ihr es noch auf die passende Größe zurechtziehen. Nehmt eine Nadel zur Hand und verknotet die Enden der Fäden mit den Knopfleisten. Der überschüssige Faden kann abgeschnitten werden.

Eure Bluse ist jetzt fertig. Ich wünsche euch viel Spaß beim Sticken und Nähen 🙂

Gratis Schnittmuster mit Nähanleitung: Ungarische Bluse mit Stickerei nähen

Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten
Zeitaufwand: ein Wochenende
Verwendete Materialien: Baumwolle, Garn, Knöpfe, Nähgarn, Saumvlies, Stickgarne, Stickvlies
Verwendete Produkte:
BERNINA 570 QE (NEW)
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BERNINA Sticksoftware 8
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Stickfuss (Tropfenform) # 26
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Kommentare zu diesem Artikel

2 Responses

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  • Tatjana Hobrlant

    Was für eine tolle Arbeit, die Bluse ist wunderschön und die Stickerei grandios.

    Liebe Grüße Tatjana

  • lucygbischoff

    Hallo Miriam, wow, ganz schön ambitioniert! Die Bluse mit der Stickerei ist wunderschön und vielleicht wage ich mich daran … Vielen Dank für die tolle Vorlage :-))

    Lucy.

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