Kreative Artikel zum Thema Nähen

Nähanleitung für einen Kinderbadeanzug mit Rüschen

Manchmal bedarf es einiger Überredungskunst – man mag es auch Bestechung nennen -, wenn man ein Kind von einer Notwendigkeit überzeugen möchte. So habe ich meiner jüngsten Tochter versprochen, sie mit einem selbstgenähten Badeanzug auszustatten, wenn sie sich dafür endlich überwindet, mit mir Schwimmen zu lernen. Ich hatte nicht bedacht, dass ihre Zustimmung daraufhin so schnell kommt und schon dreimal nicht, dass die Schnittmusterwahl eine Rüsche enthalten wird.

Flutschiger Badelycra und dann auch noch Rüschen? Aber, versprochen ist versprochen. Allerdings bin ich schon bei schlichtem Baumwollstoff kein Fan davon, Rüschen vorzubereiten und bin oft mit dem Resultat unzufrieden, wenn mir mal wieder an einer Stelle die Rüschen beim Nähen verrutschen und sie dann nicht schön gleichmäßig verteilt sind.

Und dann bin ich auf den Kräuselfuss für die Overlock L450/460 gestoßen.

Das Füßchen führt zwei Stofflagen gleichzeitig unter die Nadeln, wobei der unten liegende gekräuselt wird und der obere gleichmäßig ohne Dehnung mitläuft und versäubert in einem Zug.

Materialbedarf:

  • Schnittmuster für einen Badeanzug (hier Freebook Badespaß von Kibadoo)
  • Badelycra: für den Badeanzug und ggfs. zweite Farbe für die Rüsche
  • Kräuselfuss für die Overlock
  • Garn
  • Bauschgarn (nur für die Greiferfäden der Over-/Coverlock, die auf der Haut aufliegenden Nähte sind dadurch schön weich und angenehm zu tragen.)
  • evtl. Badegummi
  • Gummibandnähfuss

Und schon kann es losgehen.

Nähanleitung für einen Kinderbadeanzug mit Rüschen

Schnittteile bereitet ihr gemäß eBook vor. Für die Rüsche habe ich, anders als im Schnittmuster vorgegeben, einen 4 cm breiten Streifen Badelycra in der doppelten Länge als der vorderen Ausschnitt-Länge zugeschnitten. Wenn nachher etwas übersteht, könnt ihr es einfach abschneiden. Der Stoffstreifen lässt sich so nur viel einfacher unter dem Füßchen positionieren und bequem bis zum Ende mit der Hand führen.

Das Füßchen an der Maschine anbringen.

Die Stichlänge und den Differential-Transport auf das Maximum einstellen.

Rüsche nähen

Nun schiebt ihr den Streifen für die Rüsche ganz unter das Füßchen – die rechte Stoffseite zeigt dabei nach unten zum Transporteur. Da der Kräuselfuß recht groß ist, müßt ihr dafür evtl. den Hebel zum Füßchen heben und noch etwas nach oben drücken, um mehr Platz zu haben. Den Stoff dann direkt bis kurz hinter die Nadeln schieben, so dass dieser direkt erfasst wird.

Als nächstes legt ihr das vordere Badeanzug-Schnittteil ebenfalls mit der rechten Seite nach unten zeigend von oben auf die Schiene auf und schiebt es dann unter das Füßchen bis an die Nadeln heran.
Füßchen senken.

Jetzt näht ihr in einem Durchgang die Rüsche. Der unten liegende Stoff wird gekräuselt, der obere bleibt glatt und versäubert gleichzeitig beide Stofflagen miteinander. Beim Nähen müssen die beiden Stoffe nur leicht in der Spur gehalten werden.
Das Resultat ist eine wunderschöne gleichmäßige Kräuselung, selbst bei so rutschigem Stoff wie Lycra. Da lacht nicht nur das Kinderherz!

Den Badeanzug gemäß Anleitung fertig stellen. Die Overlock-Naht am Ausschnitt verdeckt ihr automatisch, wenn ihr ihn mit dem Einfassstreifen versäubert. Den Streifen näht ihr wie Schrägband an, schlagt ihn nach innen um und steppt ihn mit der Coverlock ab. Anstatt mit der Coverlock könnt ihr natürlich auch mit einem elastischen Stich der Nähmaschine nähen.

Beinausschnitte mit Gummiband versehen

Ganz zum Schluss kommen nun noch die Beinausschnitte dran.

Bevor ich die Beinauschnitte säume, gibt es eine Anprobe. Sitzt der Beinausschnitt des Badeanzuges zu locker, könnt ihr mit Hilfe des Gummibandnähfüßchens auf der Innenseite des Beinausschnittes ein Gummiband anbringen.

Das Gummiband unter der Rolle vorne am Füßchen einschieben und beim Versäubern des Beinausschnittes mitnähen. Durch die Schraube oben auf dem Fuß könnt ihr einstellen, wie stark der Gummi gedehnt werden soll. Je fester die Schraube gedreht wird, desto stärker hält der Fuß den Gummi fest und die Dehnung wird größer. Das Ergebnis ist eine konstante Dehnung, so dass das Band schön gleichmäßig am Abschluss entlang angenäht wird. Da Bademode viel Chlor-/Salzwasser ausgesetzt ist, solltet ihr unbedingt ein Badegummi verwenden, der die Belastung besser aushält und ihr lange Freude an dem Stück habt.

Den versäuberten Beinausschnitt entlang des Gummis einmal nach innen klappen und mit der Coverlock oder mit einem elastischen Stich der Haushaltsnähmaschine absteppen.

Fertig!

Viel Spaß beim Nähen und danach ganz schnell ab ins Freibad, an den See oder den Strand!

Alexandra

Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten
Zeitaufwand: einen Abend
Verwendete Materialien: Badegummi, Badelycra, Bauschgarn, Gummiband
Verwendete Produkte:
BERNINA L 450
BERNINA L 450
Gummibandeinnähfuss
Gummibandeinnähfuss
Kräuselfuss
Kräuselfuss

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Kommentare zu diesem Artikel

2 Responses

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    • Alexandra

      Danke Dir, Anne! Nur Mut, einfach mal ausprobieren, ist gar nicht so schwer.

      Viele Grüsse

      Alexandra

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